Independent Verlage auf dem Schirm – ein work in progress

Klein und oho – aber nicht auf dem Schirm? Wer und wo sind sie, die kleineren Verlage? Und wie kann man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick behalten? Diese Fragen habe ich Anfang September gestellt und Euch gebeten, mir Indie-Verlage zu empfehlen, die ich wiederum einlade, sich hier vorzustellen.

Inzwischen ist schon eine stattliche Anzahl beieinander. Ich sehe mich in der Chronistenpflicht und sage allen, die sich bislang eingebracht haben, herzlich danke!

Die Übersicht zur Gesprächsreihe „SteglitzMind stellt Independent-Verlage vor“ wird – nach bestem Wissen und Gewissen – fortlaufend aktualisiert (Stand: 22. November 2014).

Rede und Antwort standen bislang (in chronologischer Folge):

Barbara Miklaw mit ihrem Mirabilis Verlag

Sebastian Kaufmann, der den Chaotic Revelry Verlag gemeinsam mit Dog Thor Dionysos gründete

Andreas Heidtmann vom poetenladen Verlag

Franziska Röchter, die den chiliverlag verantwortet

Steffen Ille vom Verlag Ille & Riemer

Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag

Michaela Stadelmann mit ihrem Wunderwaldverlag

Sandra Thoms vom Dryas Verlag

Bernhard Rusch mit dem den TTR-Verlag, wo die Zeitschrift applaudissement erscheint

Steffen Janssen vom Luzifer Verlag

Michael Fischer von der dahlemer verlagsgesellschaft

Karlheinz Schlögl, der gemeinsam mit Hannes Riffel den Golkonda-Verlag verantwortet

Jasper Nicolaisen vom Verlag das Beben

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Diese Verlage wurden bislang für Gespräche vorgeschlagen:

A

Ahead and Amazing Verlag

Alawi Verlag

Argument Verlag + ariadne

ars vivendi

art & words

Atlantis Verlag

AvivA Verlag

B

BaltArtVerlag

binooki

Brett und Stein Verlag

C

Chaotic Revelry Verlag

chiliverlag

culturbooks

D

Daedalus Verlag

Dahlemer Verlagsanstalt

Das wilde Dutzend

Der kleine Buchverlag

Drachenmond Verlag

Dryas Verlag mit Goldfinch Verlag, edition Reiseratte

E

Edition Azur

Edition Phantasia

F

Feder und Schwert

G

Golkonda Verlag

gONZo Verlag

H

Hablizel Verlag

hochroth Verlag

I/J

Jonas Verlag

K

Katzengraben-Presse

kladde|buchverlag

konkursbuch

Kulturmaschinen Verlag

L

Lehmstedt Verlag

Lektora – Poetry Slam Verlag

Libelle Verlag

Liebel Litteraturförlag

Luzifer Verlag

M/N

mandelbaum verlag

Medusenblut

Milena

Mirabilis Verlag

O

ocm – der Verlag

onomato verlag

open for books

P

Papierverzierer Verlag

Pendragon

persona verlag

Poetenladen-Verlag

Polar Verlag

R

Reinecke & Voß

Rotbuch Verlag

S

Septime Verlag

silbende_kunst

Stellwerck Verlag

SuKuLTuR

T/U

Tilda Marleen Verlag

TTR Verlag

V

Ventil Verlag

Verbrecher Verlag

Verlag André Thiele

Verlag das Beben

Verlag Donata Kinzelbach

Verlag Ille & Riemer

Verlagshaus Jacoby & Stuart

Voland & Quist

W

Wölfchen Verlag

Wunderwaldverlag

Wurdack Verlag

X/Y/Z

Zagava

„Verlagsein ist geil!“ – SteglitzMind stellt Jasper Nicolaisen vom Verlag das Beben vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Jasper Nicolaisen dabei ist. Er spricht für den Berliner Verlag das Beben, den ein Team betreibt. Vorgeschlagen hatte das Karlheinz Schlögl, der gemeinsam mit Hannes Riffel den Golkonda-Verlag verantwortet.

Für was steht das Beben?

das Logo © Verlag das Beben

das Logo © Verlag das Beben

Den Verlag das Beben gibt es seit Herbst 2013. Wir veröffentlichen Novellen zeitgenössischer deutschsprachiger Autorinnen und Autoren, und zwar ausschließlich als kopierschutzfreie E-Books. Bei der Programmgestaltung gilt: erlaubt ist, was uns gefällt. Ob Genre oder Hochliteratur, ob ernst oder komisch, ob experimentierfreudig oder Seitenfresser, uns kommt alles in die Tüte – nur gut muss es sein. Und was gut ist, entscheidet unsere Redaktion aus Autorinnen, Buchhändlern, Übersetzern und anderen Buchgeschädigten nach dem Konsensprinzip. – Dabei herausgekommen ist bisher eine bunte Mischung aus etablierten Autoren und Autorinnen, absoluten Newcomern und streng genommen gar nicht existenten Leipziger Literaturschwerstarbeiterinnen, die von Sciencefiction über Gentrifizierungssatire und Collagenovelle bis hin zur Zivilisationsparabel alles abgeliefert haben.

Die Highlights im Bücherjahr…

Unsere Highlights der letzten Monate sind „Lügenvögel“ von Karla Schmidt, ein Buch über Angst vor dem Weltuntergang und die Hilfe der Kunst, „H-Null. Ein Deutschlandmärchen“ von Marcus Hammerschmitt, ein Buch über das wahnsinnige Vorhaben, das eh schon ziemlich wahnsinnige Deutschland in ganz klein noch mal nachzubauen, und „Ein Totes im See´bolo“ von Gecko Neumcke, ein Buch über die Welt nach der anarchistischen Revolution und einen Kriminalfall unter alten Revolutionären.

Warum musste es in diesen Zeiten unbedingt ein Verlag sein?

Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass die Welt alles andere dringender braucht als noch einen Verlag. Trotzdem waren wir alle unzufrieden mit der Bücherwelt. Wir kannten so viele tolle Bücher, die in den Schubladen vergammeln mussten, nur weil sie in keine Marktnische passten. Wir mussten zu oft hören, dass ein Buch, das sich nicht 10 000 mal verkauft, sich einfach nicht lohnt. Wir fanden die Spitzentitel der Spitzenverlage oft gar nicht so spitze, und die zweite Reihe hauptsächlich ordentlich eingereiht. Also haben wir halt einen Verlag gegründet, der antritt, alles schöner und besser zu machen. Der typische idealistische Quatsch eben. Da wir aber alle nicht mehr total frisch aus dem Sekretärinnenseminar waren, wussten wir wenigstens von vornherein, dass wir uns keine Reichtümer erträumen durften. Also, erträumen schon, aber halt nicht bekommen. Außerdem wollten wir was Interessantes mit E-Books machen. Und kürzere Bücher, die man gut auf einer Zugfahrt durchbekommt, aber hinterher gerne noch mal lesen möchte. Elektronovellen eben.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Jasper Nicolaisen  © Verlag das Beben

Jasper Nicolaisen © Verlag das Beben

Aus dem schönen Gefühl, die tollsten Autorinnen und Autoren zu verlegen, von denen noch nie jemand was gehört hat. Oder die Werke bekannter Schriftsteller, die bei Verlagen, die zur Kalkulation gezwungen sind, nicht unterkommen. Karla Schmidt darf bei uns schreiben wie der junge David Bowie, Marcus Hammerschmitt sich über Deutschland lustig machen, und die anderen alles noch besser machen. Wenn wir mal keine Lust mehr haben, denken wir uns: „Wir wären aber schön blöd, so ein Programm nicht weiter zu machen.“ Und wer will schon blöd sein? Wir jedenfalls nicht.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Ohne die was infolge der was? Wir haben uns eigentlich überhaupt keine Verlagsgründung zugetraut. Wir wussten, man muss irgendwohin und irgendwas eintragen lassen. Die Notarin hat schon komisch geguckt. Das sollte irgendwie 700 Euro kosten. Wir sind dann woanders hin gegangen, da ging es plötzlich. Einer von uns macht zum Glück gerne Steuererklärungen, die anderen haben andere Spleens. Mit Digitalisierung hat das hoffentlich nichts zu tun.

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Wir machen ausschließlich gute Bücher. Klingt flapsig, aber die Betonung liegt auf „machen“. Wir streiten sehr ausgiebig über unser Programm und arbeiten mit vielen der Autoren und Autorinnen noch ziemlich an den Texten. Nicht im Sinne von: Das muss jetzt mehr gestreamlined werden, sondern: das kann noch mehr der Text sein, der er sein will. Wir nehmen uns recht viel Zeit pro Buch. Oder machen die anderen das auch alle? Uns kam das besonders vor.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Wir würden uns, glaube ich, deutlicher darüber verständigen, was die Erfolgsbedingungen für jede und jeden von uns sind. Als wir die ersten Zahlen hatten, hat sich doch herausgestellt, dass nicht alle die gleiche Definition von „einem sehr bescheidenen Erfolg“ als Ziel des Verlages hatten. Von „hatte ich mir genau so vorgestellt“ über „Wahnsinn! Ich dachte, das kaufen eh nur zehn Leute“ bis hin zu „ein paar Tausend hätten es schon sein dürfen“ war alles dabei. Zweitens: wenn wir alles noch mal machen könnten, würden wir warten, bis E-Books und Literatur selbstverständlicher zusammen gehen und auch die Vertriebsstrukturen und PR-Kanäle klarer sind. Wir sind da in eine große Aufbruchsbewegung geraten, die uns etwas überfordert hat.

Wie gewinnen Sie Autoren?

Da wir alle berufliche Vorerfahrungen rund um die Bücherwelt hatten (und immer noch richtige Berufe in dieser Welt außer dem Beben haben), kennen wir viele Leute, die man fragen kann oder von denen wir wissen, dass sie gerne mal in der kürzeren Form ohne allzu große Vorgaben schreiben würden. Daneben erreichen uns auch erstaunlich viele Einsendungen hoffnungsvoller Jung- oder AltautorInnen. Das ist wunderbar, aber auch etwas problematisch, weil die meisten davon nichts taugen, und die, die was taugen, bei unserer Zusage oft schon einen anderen Verlag gefunden haben. Die sind ja auch nicht blöd und schreiben nur ans Beben.

Das Dilemma mit den Unverlangten…

das Beben Gecko Neumcke Ein TotesAm interessantesten von den Unverlangten, die im Mailfach gelandet sind, waren für uns die Manuskripte, über die wir ins Streiten gekommen sind. Wir hatten zwei, drei Fälle, deren Qualität unbestreitbar war, die aber aufgrund irgendwelcher Geschmacksfragen bei mindestens einem aus der Redaktion auf erbitterten Widerstand gestoßen sind. Ich möchte hier an dieser Stelle noch mal dazu aufrufen, dass vor allem männliche, junge Autoren mit großer literarischer Begabung bitte mal von dem Gedanken wegkommen mögen, der Weg zum Erfolg führe über irgendwie abgefuckte Tarantino-Berlin-Hipster-Sexquatsch-Novellen. Jedenfalls nicht bei uns. Es war schon traurig, dass in mehreren Fällen eigentlich gute Bücher durch so eine tatorthafte Möchtegernhärte ruiniert wurden.

Ein hervorragendes Manuskript hatte ein bisschen so das umgekehrte Problem und war bei aller schreiberischer Könnerschaft zu nahe dran an Bridget Jones. Auf unsere flehentliche Bitte (wir wollten es echt gern bringen), doch wenigstens Gossip Girl draus zu machen, schallte Not-Amused-Sein zurück. Wild, das Verlegerdasein!

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Die meisten Bücher verkaufen wir über unseren eigenen Webshop. Die zweitmeisten über Amazon. Minimore.de ist ein sympathischer Kleinvertrieb für Indie-E-Books, der uns auch führt. Alles andere läuft unter ferner liefen

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Wenn wir im Buchhandel mit unseren E-books ankommen, gucken die uns im besten Fall an, als wollten wir denen ein Mondgrundstück verkaufen. „Buch? Buch? Ich seh´ kein Buch! Das riecht ja gar nicht nach Druckerschwärze und ich kann es auch nicht in meine repräsentative Billy-Bücherwand einreihen, wenn mal Freunde aus der Kulturszene zu Besuch kommen, um über Herbert Grönemeyer zu parlieren.“ So ungefähr. Wir hatten mal Geschenkkarten mit Gutscheincodes, die haben manche genommen. Aber ich habe auf Twitter gelesen, die Zukunft des digitalen Buchmarktes liege ganz bestimmt nicht in Kärtchen mit Downloadcodes für Buchhandlungen. Da habe ich mich etwas geschämt.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Marcus Hammerschmidt_ Ho_Wir verkaufen am zweitmeisten Bücher über Amazon. Ehrlich gesagt hat man in punkto Amazon nur eine Wahl, wenn man E-Books verkaufen will. Man kann sie bei Amazon anbieten oder gar nicht. Weil sich E-Books halt de fakto nur über Amazon verkaufen.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Wir bespielen ganz fleißig diese sozialen Netzwerke und alles, wo wir schon ganz viele Follower haben… Im Ernst, das muss man natürlich machen als E-Book-Verlag. Aber wirkliche Spitzen in den Verkäufen beobachten wir, wenn wir in ganz verschnarchten, traditionellen Printmedien landen. Oder im Radio. Einmal war was auf Deutschlandfunk, da ist das Buch für unsere Verhältnisse gleich durch die Decke gegangen. Dass man über irgendwelches Crowdfunding und Viral Marketing und Social Network-Gerödel ganz groß rauskommt, ist ungefähr genauso wahrscheinlich, wie als Band mit einem YouTube-Video und einer MySpace-Seite zu Weltruhm zu gelangen. Was auch was bringt, sind Lesungen. Wir machen also elektronische Bücher mit ganz analogen Werbemaßnahmen.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Ich glaube, die haben ihrer Zeitung mal nett über uns geschrieben, weiß es aber nicht mehr genau. Sorry.

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Wir machen Bücher für Leute, die ungewöhnliche Sachen lesen möchten, aber trotzdem gut unterhalten werden wollen. Also tendenziell für Vielleser und Auskennerinnen, die sich aber trotzdem keine elitäre Attitüde zugelegt haben. Leute, die sich nicht zu fein sind, sich zu gruseln, eine Träne zu vergießen oder die Bahnstation zu verpassen, wenn sie in einem unserer Bücher festhängen. Die aber zugleich neugierig auf Bücher sind, bei denen man merkt, dass man liest, weil der Text nicht mit allen Mitteln versucht, sich unsichtbar zu machen, weil man am liebsten denken soll: „Huch, das ist ja Kino oder alle anderen Bücher, die ich schon kenne!“

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

das Beben Karla Schmidt LügenvögelIn der Normalisierung von E-Books, vor allem bei Medienleuten. Wenn eines Tages Rezensionen und Berichte nur noch im Kleingedruckten erwähnen, ob das jetzt ein E-Book ist, von einem Printverlag oder im Self-Publishing, dann haben wir es leichter.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Das größte Risiko für uns ist eigentlich, dass wir eines Tages sagen, so schön diese Texte auch sind, aber die Arbeit wird uns zu viel. So lange wir Lust drauf haben, können wir ewig weitermachen. Segen und Fluch des digitalen Publizierens.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

Ich kenne eigentlich keine Independent-Szene. Ich lese manchmal im Internet so Debatten über E-Books und wie die alles durcheinander bringen und ob jetzt E-Book-Verlage gewissermaßen von unten an den lieben, alten Printverlagen nagen, die von oben schon von Amazon mit der Bohrmaschine bearbeitet werden, aber ich habe das Gefühl, das ist eine Diskussion, die, um es mal im Merkel-Duktus zu sagen, nicht unsere Diskussion ist. Wir wollen Bücher machen, die uns gefallen. Dass das E-Books sind, ist mehr oder weniger Zufall. Independent ist halt auch nur ein anderes Wort für mittellos. Doch! Einen Independet-Verlag kenne ich. Golkonda aus Berlin. Dort gibt es immer sehr schöne Gartenpartys.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Bloß bleiben lassen! Ganz ohne Ironie, mir fällt kein vernünftiger Grund ein, warum man das machen sollte. Aber das werden den hoffnungsvollen Verlagsgründern eh schon alle sagen. Und wenn sie´s wirklich machen wollen, werden sie nicht drauf hören. Insofern: Daumen hoch, Jungs und Mädels, hört nicht auf die! Verlagsein ist geil! Seht bloß zu, ernst gemeinter Ratschlag, dass ihr da keine nennenswerten Summen investiert. Sich ruinieren für den Spaß ist es nicht wert.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich empfehle Golkonda, den Karlheinz Schlögl hier ja bereits vorgestellt hat, Verbrecher Verlag (obwohl, die sind nicht so klein, oder?), den Wiener Milena Verlag, Medusenblut. Ja, der sollte hier auch zu Wort kommen.

Danke vielmals, Jasper Nicolaisen, es war mir ein Vergnügen.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Verlag das Beben  im Netz:

Die Verlagsseite mit Programm, Blog, ausführlichen Leseproben, Autorenporträts und Laden: http://verlagdasbeben.de/

Als @VerlagdasBeben bei Twitter

https://www.facebook.com/verlagdasbeben versammelt die Anhängerschaft

„Schwierigkeiten ist das falsche Wort, als Unternehmer und Verleger kennt man nur Herausforderungen.“ – SteglitzMind stellt Karlheinz Schlögl vom Golkonda-Verlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass heute Karlheinz Schlögl Rede und Antwort steht, der gemeinsam mit Hannes Riffel den Golkonda-Verlag verantwortet. Vorgeschlagen hatte das Steffen Janssen vom Luzifer Verlag.

Seit wann existiert Ihr Verlag?

Den Golkonda-Verlag in Berlin gibt es seit 2010, der Verlagsname ist dem Atomvulkan Golkonda von Arkadi & Boris Strugatzki geschuldet, deren Werkausgabe zum zentralen Programm bei Golkonda gehört. Ursprünglich als GbR von Hannes Riffel gegründet, der hauptberuflich als freier Lektor und Übersetzer tätig ist, erfolgte 2012 mit meinem Einstieg als Co-Gesellschafter die Umwandlung in eine GmbH.

Machen Sie und Hannes Riffel alles alleine?

Karlheinz Schlögl © Golkonda-Verlag

Karlheinz Schlögl © Golkonda-Verlag

Von Anfang an mit dabei waren auch unsere Gestalterin Susanne Beneš und Setzer und SF-Spezialist Hardy Kettlitz. Darüber hinaus unterstützen uns zahlreiche freie Mitarbeiter und Verlagsfreunde dabei, schwerpunktmäßig, aber nicht nur, internationale Phantastik und Krimis sowie seit 2014 auch klassische Literatur und Sachbücher zu veröffentlichen, und zwar sowohl als aufwendig gestaltete Printausgaben wie auch als eBooks.

In Summe sind nun schon an die sechzig Bücher bei Golkonda erschienen, wir waren also mehr als fleißig in den letzten vier Jahren, und freuen uns, dass unser Schaffen auch schon viermal mit dem Kurd Laßwitz Preis gewürdigt wurde, zweimal für Bestes ausländisches SF-Werk mit deutscher Erstausgabe und zweimal für Beste Übersetzung zur SF ins Deutsche mit Erstausgabe.

Ihre persönlichen Highlights?

Bei so vielen bereits erschienenen Büchern kann jede Aufzählung von Highlights immer nur zur Unterschlagung anderer wichtiger Bücher führen, aber wenn schon, dann sind es für mich die deutschen Erstveröffentlichungen, und hier vor allem die Storybände aus dem angloamerikanischen Raum von David Marusek, Paolo Bacigalupi, Ted Chiang, Geoff Ryman und Kij Johnson sowie, mein persönliches Steckenpferd, die Ausgabe der Gesammelten Werke von Samuel R. Delany, für deren Herausgeberschaft ich mich auch verantwortlich zeichne.

Warum musste es in diesen Zeiten unbedingt ein Verlag sein?

Delany-Bewegung_150Ich denke, die Zeit ist immer passend für einen neuen Verlag … Für mich war es entscheidend, damit auch die Möglichkeit zu haben, die eigenen Lieblingsautoren und meinen Literaturgeschmack sichtbar zu machen. Und eigentlich sehe ich in diesen Zeiten für kleine Verlage dank Amazon und E-Books ganz neue Möglichkeiten und Chancen, sich neben den Großen zu behaupten, eben ohne eigenes Vertriebsnetz zu den Buchhandlungen.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Schwierigkeiten ist das falsche Wort, als Unternehmer und Verleger kennt man nur Herausforderungen. Unser Engagement beruht auf der Freude und dem Stolz, schöne Bücher zu schaffen, die unseren Qualitätsvorstellungen entsprechen und die wir selbst gerne in unsern eigenen Bücherregalen stehen haben möchten.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Die Digitalisierung erleichtert uns selbstverständlich die Erstellung der Bücher, Datenaustausch und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten wird dadurch einfacher möglich. Der Ausgangspunkt jeglicher erfolgreichen Verlegertätigkeit ist jedoch die Auswahl der »richtigen« Bücher für das Verlagsprogramm, und hier muss man Vertrauen in den eigenen Geschmack und Riecher haben, keine Digitalisierung und Innovation kann einem das abnehmen.

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Halbengel_150Ich denke, jeder Verlag ist einzigartig durch die im jeweiligen Verlag engagierten Personen. Entsprechend spiegelt auch der Golkonda-Verlag das Geschmacksspektrum des Golkonda-Teams wieder und führt dadurch zu seinem eigenen unverwechselbaren Verlagsprogramm.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Man lernt natürlich einiges dazu, aber viele der späteren Einsichten sind zu Beginn gar nicht umsetzbar. Um beispielsweise Medienpräsenz und Besprechungen zu bekommen oder Kooperationen mit anderen Verlagen eingehen zu können, ist es vorab einmal notwendig, sich selbst mit seinem Programm zu positionieren.

Wie gewinnen Sie Autoren?

Lesen, lesen und nochmals lesen, um vergleichen zu können und eine gute Auswahl zu treffen. Die Kontaktierung von Autoren, die man veröffentlichen möchte, erfolgt zumeist über deren Agenten. Aber sobald man mit dem eigenen Programm wahrgenommen wird, passiert es auch, dass einem von den Agenten Manuskripte ungefragt angeboten werden oder Autoren sich bei einem melden, weil sie auch Teil des Verlagsprogrammes werden wollen.

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Neben einigen ausgewählten, für uns wichtigen Buchhandlungen, die direkt beim Verlag bestellen, wie beispielsweise das Otherland in Berlin, mit dem wir auch persönlich stark verbunden sind, erfolgt im Printbereich die Auslieferung vor allem über die großen Zwischenhändler wie KNV und Libri. Damit dort wiederum die gewünschten Bestellungen eintreffen, muss unser Marketing das Verlagsprogramm entsprechend bekannt machen, wobei für uns dann vor allem die Rezensionen im Fernsehen, im Radio, in den Internetblogs und auf den Literaturhomepages sehr, sehr hilfreich sind.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Atomvulkan_150Da wir kein eigenes Vertriebsnetz unterhalten, ist der direkte Kontakt zu den Buchhandlungen nur punktuell möglich. Umso mehr freut es uns dann, wenn es von Seiten der Buchhandlungen immer wieder auch Angebote gibt, einen Golkonda-Schwerpunkt zu präsentieren, wie beispielsweise letzten Sommer bei Dussmann in Berlin, bei Leykam in Graz, bei Decius in Hannover und vor allem über das ganze Jahr mit eigenem Golkonda-Regal in der Otherland Buchhandlung in Berlin.

Letztendlich verdanken wir jeden Erfolg den Autoren unserer Bücher. So kann es durchaus passieren, das auch große Ketten wie Hugendubel schon mal vorab einen spürbaren Teil einer Auflage vorbestellen, wenn sie erfahren, dass beispielsweise George R. R. Martins Armageddon Rock von Golkonda neu aufgelegt wird.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Als Kleinverlag stellt Amazon einen echten Mehrwert da, das ganze Verlagsprogramm wird für alle zugänglich, ohne in jeder Buchhandlung präsent sein zu müssen. Gleichzeitig braucht man nicht zu befürchten, mit Amazon Margen neu aushandeln zu müssen oder erpressbar zu werden, da man von den Umsatzgrößen her einfach viel zu klein ist.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Wir bemühen uns mit Newsletter, Blog auf der Verlags Homepage und viralem Marketing über den Golkonda Insider auf Facebook Aufmerksamkeit auf unser Verlagsprogramm zu lenken. Wichtig für uns sind alle Buchbesprechungen, entsprechend verfügen wir über einen stetig wachsenden Presseverteiler, über den wir vorab unsere Informationen und Leseexemplare diesen Meinungsmachern zukommen lassen.

Johnson-Pinselstriche_150Des Weiteren schalten wir regelmäßig Bannerwerbungen im Internet, platzieren Anzeigen in den passenden Magazinen, unterstützen Online-Aktionen im E-Book-Segment bei den entsprechenden Portalen und freuen uns über jede zusätzliche Gelegenheit, wie beispielsweise dieses Interview, um den Golkonda-Verlag einer noch breiteren Leserschaft bekannt zu machen. – Für all diese Themen und noch einige mehr ist bei uns Heide Franck zuständig, die gerne weitere Anfragen per E-Mail an presse@golkonda-verlag.de beantwortet.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Nächste Frage bitte.

Nun denn: Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Marusek-Glueck_150In erster Linie wohl für uns selbst, in der Hoffnung und Erwartung, dass auch andere unseren Geschmack teilen. Der Golkonda-Verlag ist sehr breit aufgestellt, entsprechend bedienen wir, oder versuchen es zumindest, sehr viele Zielgruppen. Phantastik-Liebhabern bieten wir, neben Kurzgeschichtensammlungen und Romanen, auch Sekundärliteratur zum Thema an, den Krimi-Fans bieten wir Crossovers zur Phantastik und den Liebhabern der Klassikliteratur wiederum eine eigene Klassikerreihe, wobei auch hier Brückenschläge zurück zur Phantastik zu finden sind, wie beispielsweise Der lachende Mann von Victor Hugo. Und Bücher wie Dunkle Reflexionen von Samuel R. Delany, HalbEngel von Tobias O. Meissner oder Bloß weg hier! von Frank Böhmert zeigen dem interessierten Leser, welches Spektrum diese Autoren, die in erster Linie mit dem Genre Literatur assoziiert werden, zu bieten haben. Das Durchbrechen dieser Genregrenzen, der ganzheitliche Ansatz zur Literatur, ist auch eine erklärte Zielsetzung des Golkonda-Verlages.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

Dass wir uns bei der Leserschaft als klare Marke etablieren, sodass diese im Vertrauen auf das bereits geschaffene Verlagsprogramm bereit ist, sich von uns zu neuen Büchern hinführen zu lassen. Dass wir quasi mit unserem Programm eine Art Garantie abgeben können, dass die Erwartungshaltung unserer Leser erneut erfüllt wird, auch wenn die neuen Autoren noch nicht im deutschsprachigen Raum etabliert sind.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Mit unserer Breite im Verlagsprogramm zu verschrecken, einer Beliebigkeit anheimzufallen, dem Leser keine Identifikation zu bieten und entsprechend nicht die Resonanz zu finden, die wir eigentlich anstreben.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

das Logo © Golkonda-Verlag

das Logo © Golkonda-Verlag

Die Freiheit zu haben, seine eigenen Vorstellungen, welche Inhalte der Verlag publizieren soll, ohne allzu große Kompromisse umsetzen zu können. Und vor allem Mitstreiter zu finden, die diese Ziele mittragen und ebenfalls ihr Engagement einbringen, ohne dass alles nur unter kommerziellen Aspekten beurteilt wird. Die Glückshormone, die dabei bei allen Beteiligten ausgeschüttet werden, sind wohl außerhalb der Independent-Szene kaum zu bekommen.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Auf sich selbst zu vertrauen und nicht auf diejenigen zu hören, die immer vermeintlich wissen, was alles nicht funktioniert. Aber dieser Rat gilt wohl grundsätzlich für alle, die etwas Neues schaffen wollen.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Spontan fällt mir der Verlag Das Beben ein, ganz neu und E-Books only, oder der Septime Verlag in Wien mit der wunderbaren James-Tiptree-Ausgabe.

Herzlichen Dank für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Der Golkonda-Verlag im Netz:

Die Homepage: http://golkonda-verlag.de/

Die Präsenz bei Facebook: https://www.facebook.com/Golkonda.Insider

“Ich liebe Grenzverletzungen – wenn sie gut gemacht sind.” – SteglitzMind stellt Michael Fischer von der dahlemer verlagsanstalt vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Michael Fischer von der dahlemer verlagsgesellschaft heute dabei ist.

Seit wann gibt es den Verlag?

Angefangen mit der Verlagsidee hat es so um 1986: Das waren zwei Buchhändler, ein Lehrer und ich, der vom Lektorat für Kirchenverlage die Nase gestrichen voll gehabt hatte und deshalb zum Management der Berliner Messegesellschaft gewechselt war.

das Logo © dahlemer verlagsanstalt

das Logo © dahlemer verlagsanstalt

Machen Sie alles alleine?

Seit 1988 betreibe ich die dahlemer verlagsanstalt allein. Jetzt gab es nur noch eine Nase, an die ich fassen musste, wenn etwas schiefgegangen war. Das geschah mir als mehr oder weniger Autodidakten zu Anfang oft.

Warum musste es unbedingt ein Verlag sein?

Ich kam aus dem Lehrerstudium und war nach allen möglichen Praktika bei Zeitungen, Zeitschriften und dem Hörfunk zu Buchverlagen gekommen, weil mich die Beständigkeit der Ergebnisse da lockte. Nach dem Motto: Wenn schon Arbeit, dann bitte nachhaltige!

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Als ich ab 1988 die dahlemer verlagsanstalt allein weiterführte, war das zwei Grundmotivationen geschuldet: Ich wollte zum einen beweisen, dass es neben dem Mainstream auch andere Titel geben kann. Andererseits gab es viele Autoren aus den Verlagen, bei denen ich gearbeitet hatte, die mich geradezu gezwungen haben, den Stab wieder aufzunehmen.

Was hat sich infolge der Digitalisierung in Ihrer Arbeits-/Vorgehensweise verändert?

dahlem_Arno ReinfrankBis heute rein gar nichts. Es gibt im Internet digitalisierte Angebote der Krimis von Eva Reichmann – nur stammen die nicht von mir und sind, da als gebraucht angeboten, nicht verfolgbar. Da hat sich jemand den Spaß gemacht, einem ohnehin zu scharfem Kalkulieren gezwungenen papierenen Verlag dieses Geschäft zu schmälern. Eher frage ich mich, wie kleine Verlage ihr gebundenes Programm kalkulieren, wenn sie den Titel auch digital anbieten. Ich werde frühestens dann ernsthaft über das E-Book nachdenken, wenn das Gezauder um unterschiedliche Mehrwertsteuersätze geklärt ist.

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Ich sehe mich eher als Teil eines Ganzen, nicht als Konkurrenten. Ich hoffe, durch Autorenbindung punkten zu können. Es ist die Nische, die ich bediene. In enger Zusammenarbeit mit den Autorinnen und Autoren erstelle ich ein gut gemachtes Buch, von dem sie ein paar Freiexemplare erhalten. Schon so ist es schwer genug, schwarze Zahlen zu schreiben. – Und ich staune darüber, was und wie immer wieder im Zusammenhang mit Self-Publishing diskutiert wird. Die dahlemer verlagsanstalt garantiert dafür, ein Buch zu erstellen, das professioneller und sorgfältiger bearbeitet daherkommt als das, was die Self-Publisher so zusammenbringen.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Ich würde heute keinen Verlag mehr aufmachen, bin aber auch weit davon entfernt, meinen zu schließen. Es ist einfach irrsinnig, dass wir vor allen kulturellen Überlegungen durch das Finanzamt gezwungen sind, kommerziell zu arbeiten. Das schränkt die Risikobereitschaft stark ein – und das ist nicht gut.

Wie gewinnen Sie Autoren?

dahlem_Bernd KebelmannDas war noch nie mein Problem. Zu Anfang, ich sagte es ja bereits, gab es die Autoren, die mich aufgefordert hatten, weiter zu machen. Das ergab schließlich vier Bücher mit Hans Zengeler, der ursprünglich bei Suhrkamp gewesen ist: „Schrott. Ein Bericht“, „Traumtänzer“, „Der reinste Terror“ und „Morgendämmerung“. Drei Bücher, nämlich „Bruchstellen der Sicherheit“, „Jahrtausend-Fürbitte“ und „Der Tollkirschenmord“, von Arno Reinfrank (╫ 2001) stammen aus den frühen Jahren der dahlemer verlagsanstalt. Eva Reichmann, die zuvor mit Zsolnay verhandelt hatte, kam zu mir, weil sie nicht bereit war, ihren Debüt-Krimi „Kalter Grund“ zu entschärfen. Mit „Schönheitskorrekturen“ und „Grenzbereich“ habe ich mit ihr dann noch zwei weitere Krimis verlegt. Bernd Kebelmann wird im November 2014 mit dem Erzählungenband „Jesus in der Samariterstraße“ sein viertes Buch bei der dahlemer verlagsanstalt veröffentlichen. Bisher sind von ihm erschienen „Stummfilm für einen Freund“, „Auf dem Tastweg“ und „Lyrikbrücken“. Rainer Schildberger kam später hinzu. Mit „Der Einflüsterer“, „Ein Sonntag zuviel“ und „Brandschatz“ gibt es von ihm bis heute drei Bücher bei der dahlemer verlagsanstalt. Ingolf Brökel kam neu hinzu, vermittelt durch Günter Kunert, mit dem ich – in Zusammenarbeit mit André Krigar – das Berlin-Buch „Hier und jetzt – und einmal“ verlegt hatte. Von Ingolf Brökel gibt es inzwischen drei Titel: „anna lust“, „im abraum“ und „den nachfahren“. Ein Interviewband mit Günter Kunert ist in Planung.

dahlem_Eva ReichmannWas tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen?

Es gibt leider nur wenige Buchhandlungen, in denen meine Bücher ausliegen. Ja, ich habe es nicht einmal geschafft, im bedeutendsten Buchladen von Dahlem meine Bücher unterzubringen. Der war einmal aus dem zur Studentenbewegung geradezu legendären „Jürgens Buchladen“ hervorgegangen. Inzwischen habe ich das Klinkenputzen und unverlangte Aussenden von Rezensionsexemplaren nahezu eingestellt und konzentriere mich auf die Ansprache der Leser direkt. Da helfen mir meine Verlagsseite bei facebook und mein Internetauftritt.

Ich habe mich darauf verlegt, mir eine Interessentenschar aufzubauen, die immer wieder mal schaut, was es in der dahlemer verlagsanstalt Neues gibt. Zum Glück funktioniert das inzwischen ganz gut. Außerdem besuche ich kleine Buchmessen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, auch Stadtteilfeste und spezielle literarische Ereignisse. Besonders wichtig ist mir der Auftritt zur Leipziger Buchmesse, während ich nach Frankfurt lediglich als Fachbesucher komme und befreundete Verleger treffe, um mich zu informieren und auf dem Laufenden zu bleiben.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Gar nicht! Vor einem Jahr erhielt ich einen Anruf und später sogar einen Besuch auf der Buchmesse. Denen sagte ich jeweils, dass eine Zusammenarbeit ausgeschlossen sei, solange sie nicht einmal fähig oder bereit seien, zu meinen Büchern die korrekten Preise zu nennen: Die sind dort teurer als bei mir! Auch nach diesen Gesprächen haben die nichts geändert. Was soll ich mit solch einem „Partner“? Für einen kleinen Verlag sind die Rabatte zu hoch und deren Prohibitions-Konditionen halte ich für unzumutbar. Weit interessanter wäre mir eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Indie-Buchhandel!

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

dahlem_Hans ZengelerEhrlich gesagt: Ich bin kein Freund von Verwaltungen und Interessenverbänden. Ich war mal Mitglied im Verein Berliner Bücherfest. Heute bin ich froh, dass ich da schnell wieder raus bin. Ein kurzfristig wunderschönes Bücherfest wurde leider wieder abgeschafft. Schade! Nee, da kann der Börsenverein noch so locken, ich fühle mich durch ihn nicht vertreten!

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Menschen, die solide gemachte Bücher lieben und Sinn für Sprache und Themen haben, will ich mit meinem Programm ansprechen. Weil ich ohnehin nur einen Bruchteil der interessanten Projekte, die an mich herangetragen werden, realisieren kann, habe ich mir ein ganz gutes Portfolio schneidern können. Das besteht vorrangig aus erstaunlich viel Lyrik, obwohl die schwer abzusetzen ist; aus Romanen, die zeitgeschichtliche Themen aufgreifen oder Beziehungskonstellationen schildern – und auch aus Krimis, vor allem Politkrimis. All diese Bücher verbindet die intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gegenstand. Marktnische? Eher nicht. Mich stört es nicht, wenn sich in eine Liebesgeschichte ein Krimi mit einschleicht oder ein Roadmovie ganz nebenbei mal die Zeugen Jehovas unmöglich macht. Ich liebe Grenzverletzungen – wenn sie gut gemacht sind.

Mögen Sie das etwas ausführen?

dahlem-Rainer SchildbergerMal ein konkretes Beispiel aus der letzten Zeit: Rainer Schildberger hatte als Vorlage zu zwei von ihm geleiteten Schreibschulen einen Nachruf aus dem Tagesspiegel kopiert, in dem Gregor Eisenhauer eine glühende Eloge auf den leicht skurrilen bildenden Künstler Albert Müller verfasst hatte. Daraus sollten sich die Autorinnen und Autoren ein, zwei Aspekte aussuchen und eine Story entwickeln, in der dieser – allen Beteiligten unbekannte – Künstler wiederaufersteht. Heute sind die 53 Geschichten in dem bewegenden Buch „Brandschatz – Die Erfindung einer wahren Geschichte“ erschienen. Ergänzend finden sich da auch der besagte Zeitungsartikel von Gregor Eisenhauer und Interviews mit zwei der drei Ehefrauen und mit der Tochter, die die erfundenen Geschichten vorsichtig zurechtrücken. Das Zusammenführen von erfundener Biographie und Berichten zum wahren Künstler ergibt ein facettenreiches Portrait! – Solch ein Projekt wäre in einem kommerziellen Verlag schon deshalb durchgefallen, weil es schwer zu platzieren ist. Mich stört das nicht. Die dahlemer verlagsanstalt will und kann sich das leisten, weil ich weiß, dass die Story gut ist!

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

In der Kundenpflege. Das fängt im Herstellungsbereich an, betrifft die Zusammenarbeit mit den Autorinnen und Autoren und schließlich die Leser. All die sollen die dahlemer verlagsanstalt als verlässlichen Partner erfahren. Wenn das klappt, hält sich mein Verlag am Markt.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Dass die dahlemer verlagsanstalt niemand weiter betreiben will, wenn ich nicht mehr kann – aber bis dahin mag es bitte noch eine Weile dauern!

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

dahlem_Ingolf BrökelVor allem, dass sie nicht ständig nach Absatzzahlen schielt, sondern einfach Mut beweist!

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Ohne verlässliche Partner eher die Finger davon zu lassen: Viel Arbeit, Stress und Generve – andererseits aber auch die Beschäftigung mit tollen Themen, noch tolleren Menschen und ein unerschöpfliches Gebiet, Kreativität zu entwickeln!

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ein wahrer Künstler rundum ist Christian Ewald mit seiner Anderhalbmann Katzengraben-Presse in Berlin- Köpenick. Christian veröffentlicht lediglich zwei Bücher im Jahr: Das eine, wenn die Blätter kommen, das andere, wenn sie fallen … Die Katzengraben-Presse ist einer der ganz wenigen Verlage Deutschlands, die noch im Bleisatz und im Buchdruck ihre Editionen fertigen, auch zweisprachig Texte, – und besonders: Erst-Ausgaben!

Große Bewunderung empfinde ich auch für den mandelbaum verlag von Michael Baiculescu in Wien. Er scheut heiße Eisen nicht, publiziert politisch wichtige Themen und hat gleichzeitig ein Kulinaria-Programm, das die Verlagsmannschaft als sinnenfroh ausweist. Doch, die können etwas vormachen! – Und das sage ich nicht nur, weil mein Herz eh eng verknüpft ist mit der österreichischen Kultur. Von da könnte ich noch einige Verlage nennen.

Herzlichen Dank für diesen Einblick, Michael.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Die dahlmer verlagsanstalt im Netz:

Die Homepage: www.da-ve.de Dort befindet sich auch ein Online-Shop, über den man direkt bestellen kann.

Bei Facebook unter dahlemer verlagsanstalt. Da gibt es auch die Ankündigungen zu den Lesungen, immer gegen Mitte des Monats im Morgenstern – Antiquariat und Café in der Schützenstraße 54 in Steglitz – einwichtiger und verlässlicher Partner der dahlemer verlagsanstalt.

 

„Das Marketing ist der umfangreichste Baustein der gesamten Verlagstätigkeit.“ SteglitzMind stellt Steffen Janssen vom Luzifer Verlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Steffen Janssen vom Luzifer Verlag heute Rede und Antwort steht. Vorgeschlagen hatte das Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag.

Eine kleine Skizze vom Verlag…

Der Luzifer Verlag von Steffen Janssen mit Sitz in Wattenscheid wurde Anfang 2011 gegründet. Mittlerweile arbeiten zwei Dutzend freiberufliche Mitarbeiter für den Verlag (Übersetzer, Illustratoren, Lektoren). Der Programmschwerpunkt liegt in den Genres Thriller, Horror und Phantastik. Alle Titel werden als hochwertige Klappenbroschur (Perfect Paperback) und E-Book publiziert.

Ihre persönlichen Highlights?

Als persönliche Highlights würde ich den Titel 900 MEILEN von S. Johnathan Davis und die Endzeit-Serie THE END von G. Michael Hopf betiteln, die sich in 2014 bisher jeweils im 5-stelligen Bereich verkauft haben, was für einen kleinen Verlag mit beschränktem Zugang zum stationären Buchhandel eine erfreuliche „Hausnummer“ ist. Als Lizenz-Highlights möchte ich noch die Titel JET von Blake Russell und WILDER FLUSS von Cheryl Kaye Tardif benennen, die jeweils internationale Bestseller sind und erstmals vom LuziferVerlag ab Herbst 2014 in Deutschland publiziert werden.

THE END - Endzeit-Thriller Luzifer VerlagWarum musste es in diesen Zeiten unbedingt ein Verlag sein?

Warum denn nicht? Rein wirtschaftlich betrachtet ist das Risiko, eine Bäckerei auf der Straße um die Ecke zu eröffnen, nicht weniger riskant.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Schwierigkeiten werden gern „herbeigeredet“. Entscheidet man sich mit Herzblut für einen bestimmten beruflichen Weg, hat man immer mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Es steht in der persönlichen Kompetenz, mit diesen Schwierigkeiten entweder umgehen zu lernen oder andere Pfade zu beschreiten. Das muss ein jeder im stillen Kämmerlein für sich selbst entscheiden.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Die Digitalisierung entbindet einen ja nicht davon, wissen zu müssen, was man tut. Sicherlich vereinfacht sie vieles, aber den Erstellungsprozess eines gedruckten Buches mit seinen vielen kleinen Einzelschritten, den beeinflusst oder erarbeitet man ja nicht rein digital. Computer sind vieles – aber innovativ?

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Das kann ich nicht sagen. Mache ich etwas anders? Und das Wort Konkurrenz mag ich gar nicht. Es gibt da draußen mehr Manuskripte, als wir alle verlegen könnten. Manchmal glaube ich, mehr Manuskripte als Leser ;)

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Die Startphase möchte ich gar nicht missen. Ohne Fehler zu machen, kann man sich nicht weiterentwickeln und verliert den Blick fürs Wesentliche; ein ganz entscheidender Faktor für unternehmerischen Erfolg.

Wie gewinnen Sie Autoren?

Über Agenturen und Mundpropaganda. Ganz ehrlich – ich kümmere mich überhaupt nicht um neue Manuskripte. Täglich flattern internationale Angebote ins Haus, deren Menge ich kaum überblicken kann.

JET_Luzifer VerlagWie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Per Dienstleister, sprich Verlagsauslieferung. Anders ist das gar nicht zu machen.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Alles. Zur Not auch nackt … ach, lassen wir das. Die Erfahrungen mit dem stationären Buchhandel könnte man durchaus als die komplexesten, unüberwindbaren „Schwierigkeiten“ bezeichnen, die wir weiter oben bereits angesprochen haben. Da muss man viel Geduld mitbringen…

Wie halten Sie es mit Amazon?

Ein großer Online-Händler. Dort findet der geneigte Leser unser komplettes Verlags-Angebot in voller Pracht.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Herrje, wo soll ich da anfangen? Das Marketing ist der umfangreichste Baustein der gesamten Verlagstätigkeit. Sehr zeitintensiv und herausfordernd.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Die werben mich ständig als Mitglied. Ich muss nochmal nachsehen, was mir das bringt, außer Beiträgen zu zahlen ;)

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Auf den Punkt gebracht, bedient der Verlag die Phantastik. Im Bereich Horror-Literatur hat sich Luzifer mittlerweile sehr gut positioniert. Von Nischen spreche ich ungern, das klingt immer nach Kleinkrämerei. Viel lieber ließe ich meine Bücher als Mainstream betiteln. Damit kann man Marktanteile erobern.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

Ganz einfach: In der Qualität und Bandbreite der Publikationen.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Die marktüblichen Risiken tragen alle Verlage. Die Großen haben ein besseres finanzielles Polster, die Kleinen sind agiler und innovativer. Wie heißt es so schön: Der Markt ist ständig in Bewegung.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

das Logo © Luzifer Verlag

das Logo © Luzifer Verlag

Die freie Entscheidung für besondere Autoren und Bücher. Sicherlich riskant, aber unglaublich befriedigend.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Gar nichts. Es spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle für Erfolg oder Misserfolg. Durchhaltevermögen und Geduld sind sicherlich förderliche Tugenden.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich empfehle Joachim Körber mit seiner Edition Phantasia. Ein herausragender Kollege, vor dem ich allerhöchste Achtung habe. Und den Papierverzierer Verlag, der sich hier ja bereits vorgestellt hat. Sehr innovativ. Zu Wort kommen sollte auch Hannes Riffel vom Golkonda Verlag.

Herzlichen Dank für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Der Luzifer Verlag im Netz:

Verlagshomepage: http://www.luzifer-verlag.de

Facebook: https://www.facebook.com/LuziferVerlagSteffenJanssen

Twitter: https://twitter.com/LUZIFERVerlag

Pinterest: http://www.pinterest.com/luziferverlag/

„In früheren Zeiten hätte man das anarchistisch genannt.“ – SteglitzMind stellt Bernhard Rusch vom TTR-Verlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Bernhard Rusch heute Rede und Antwort steht. Er verlegt die Zeitschrift applaudissement und gründete dafür eigens den TTR-Verlag.

Seit wann gibt es den Verlag?

Der TTR-Verlag wurde als Privatunternehmung im Jahr 1988 von mir in Regensburg gegründet. Seit 1990 ist sein Sitz in München.

Warum wurde er ins Leben gerufen?

Bernhard Rusch mit Elzemieke de Tiége vor einem Bild von Jenny Schminke © Susanne Nawroth

Bernhard Rusch mit Elzemieke de Tiége vor einem Bild von Jenny Schminke © Susanne Nawroth

Um Werke von Schriftstellern und Künstlern der Künstlergruppe „applaudissement“ zu publizieren, hauptsächlich in der seit 1988 mit bisher 18 Nummern herausgegebenen, gleichnamigen Zeitschrift. Daneben konnten vier sogenannte Rundbriefe, ein Almanach, ein Gedichtband und diverse Werbedrucksachen veröffentlicht werden. Lieferbar sind noch die Nummern 17 und 18 sowie der Prospekt zur Nummer 18, alles nur als Druckausgabe. Veröffentlicht wurden Bild- und Text-Beiträge von etwa 50 Personen.

Für was steht TTR?

Naja, die Namenfindung ist 27 Jahre her. “TTR” stand für “applaudissemenT isT größeR”.

Machen Sie alles alleine?

Als Dienstleister fungierten diverse Copy-Shops und eine Online-Druckerei. Bei Druck, Gestaltung und Herausgabe haben über die Jahre sporadisch etwa 10 Personen aktiv mitgewirkt.

Warum musste es unbedingt ein Verlag sein?

Ein Verlag war eine notwendige Basis für die Verwirklichung unseres künstlerischen Konzepts. Das auf dem Nebeneinander von Text und Bild beruht.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Da ich keinem persönlichen wirtschaftlichen Zwang unterliege (außer dem, halbwegs kostendeckend zu arbeiten), kann ich über den Verlag meine Ideen bzw. die meiner Beiträger verwirklichen.

Was hat sich infolge der Digitalisierung in Ihrer Arbeits-/Vorgehensweise verändert?

Die Digitalisierung ermöglicht die Ausdehnung des Wirkungskreises über entsprechende Netzwerke und individuelle Kontakte, den Austausch von Beiträgen ohne Qualitätsverlust sowie ein erleichtertes und gleichzeitig verbessertes Layout. Dies alles im Vergleich zu dem Zustand, als mit Schreibmaschine geschrieben wurde. Beiträge auf dem Postweg verschickt werden mussten. Die Layout-Arbeiten mit Schere und Klebstoff erfolgten. Formatänderungen ohne Verlust praktisch nicht möglich waren. Die Frage, ob ein Foto gelungen war, bis zur Abholung der Abzüge spannend blieb usw.

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Ich mache das, was ich will. Konkurrenz habe ich keine, da unsere Zeitschrift im Wesentlichen aufgrund individueller Überzeugung gekauft wird. Was bedeutet, dass eine Kaufentscheidung für „applaudissement“ keinen Einfluss auf den Kauf anderer Druckerzeugnisse hat.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Da der Verlag nur einen sehr eingeschränkten Zweck hat, sehe ich auch aus heutiger Sicht keine grundsätzlich andere Herangehensweise. Und sogar die mangelnde Professionalität in der Anfangszeit würde ich nicht als Problem interpretieren. Denn dadurch haben wir zwar Fehler gemacht. Aber auch unglaublich viel gelernt.

Wie gewinnen Sie Autoren?

Indem ich sie um Beiträge bitte. Das kann sich aus Gesprächen ergeben. Oder ich stoße auf mir interessant erscheinende Persönlichkeiten und schreibe sie dann einfach an.

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Der Vertrieb erfolgt nach dem Prinzip „Freunde und Freunde der Freunde“. Sowie bei entsprechenden Veranstaltungen, was heiß Lesungen oder Ausstellungen.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Nichts. Da wir keinen Aufhänger haben, der einen anonymen Interessenten tatsächlich zum Kauf animieren könnte. Außer in sehr vereinzelten Ausnahmefällen.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Nachdem es keinen anonymen Markt für applaudissement gibt, spielt das keine Rolle.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Ich unterhalte seit Ende Juli eine Facebook-Seite, verteile gelegentlich Werbematerialien. Und kommuniziere ansonsten individuell mit Interessenten und „Meinungsführern“.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Hat keine Bedeutung für mich.

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Ich mache es zunächst für meine Beiträger und mich selbst. Es soll eine für alle nutzbare Referenz sein. Die weitergehende Idee, darüber Diskussionen über Kunst und Kultur (teilweise auch politische Themen) anzustoßen, scheint ebenfalls ansatzweise zu funktionieren (zumindest zeigt das angelaufene Facebook-Experiment, dass deutlich mehr Nutzer als die Abonnenten erreicht werden). Eine weitergehende Wirkung wird aber dadurch erschwert, dass in Deutschland sich eine entsprechende übergreifende intellektuelle Gruppe oder Geisteshaltung aufgrund der Unzahl zu bedienender Nischen nie bilden konnte. Und damit die angesprochenen bzw. anzusprechenden Personen sich gegenüber „applaudissement“ meist als singuläre Individuen verstehen. Und so wäre dann auch unsere Nische zu umschreiben. In früheren Zeiten hätte man das anarchistisch genannt.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

Nachdem wir die Gesellschaft nicht ändern werden, besteht unsere Chance in einem organischen Wachstum. Vielleicht erlangen wir über den Erfolg des einen oder anderen Beiträgers vorübergehende Bekanntheit. Und vielleicht können wir die mit der Hugo-Ball-Gesellschaft begonnene, lockere Form der Zusammenarbeit auch auf andere übertragen.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Ein Risiko im wirtschaftlichen Sinne besteht nicht, kann nicht bestehen. Somit liegt das größte Risiko darin, dass ich keine Lust mehr habe und aufhöre…

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

Ich würde – insbesondere auf uns selbst bezogen – nicht von „Szene“ sprechen. Denn die eigenständigen – manchmal auch konträren – Ziele dieser von viel Idealismus getragenen Verlage lassen als Gemeinsamkeit nur die Herausgabe von Inhalten und Formen erkennen, die nach den reinen Marktgesetzen eigentlich gar nicht erscheinen dürften. Und ich möchte ergänzen, dass für mich Idealismus ein subjektiver Begriff ist. Es gibt genug Kleinverleger, deren Zielrichtung ich keineswegs unterstützen kann (mal ganz abgesehen von propagandistischen Machwerken politischer Extremisten).

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Letztendlich dasselbe wie für jede Unternehmensgründung: sich klar machen, welche wirtschaftlichen Erfolge man mit welchem Aufwand erreichen will. Und vor allem auch einen realistischen Blick auf die Möglichkeiten entwickeln. Also wissen, dass 200 verkaufte Exemplare bei Lyrik schon ganz gut sind, dass ein Krimi-Bestseller nicht aus dem Nichts kommt, dass sich auch Gutes nicht von alleine verkauft usw.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich kenne zu wenige, um hier irgendeine Empfehlung abgeben zu wollen…

Herzlichen Dank, Bernhard Rusch, für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Der TTR-Verlag im Netz:

Homepage: www.ttr-verlag.jimdo.de

Fanseite bei Facebook: https://www.facebook.com/pages/applaudissement/825794347432742?fref=ts

„Unser Verlagsprogramm hat eine sehr klare Ausrichtung, unsere Leser wissen das zu schätzen.“ SteglitzMind stellt Sandra Thoms vom Dryas Verlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich sehr, dass Sandra Thoms vom Dryas Verlag heute dabei ist. Vorgeschlagen hatte das Bloggerin Nomadenseele.

Seit wann gibt es den Dyras Verlag?

Sandra Thoms © privat

Sandra Thoms © privat

Den Dryas Verlag gibt es seit 2007, er wurde in Mannheim gegründet. Nach einer Zwischenstation in Oldenburg, ist der Verlag jetzt in Frankfurt heimisch. Der Schwerpunkt des Verlags liegt auf historischen Romanen aus dem 19. Jahrhundert, besonders auf Krimis aus der Zeit von Sherlock Holmes, und auf aktueller Unterhaltung.

2010 kam der Goldfinch Verlag hinzu, der vor allem aktuelle Krimis aus Großbritannien im Stil von Agatha Christie veröffentlicht. Außerdem gibt es einige Reiseführer zu Großbritannien im Programm.

Seit 2012 gehört darüber hinaus die Edition Reiseratte zum Verlag. Bisher waren die Reisetitel Teil des Dryas Verlags, aber weil es thematisch nicht gepasst hat, habe ich mich dazu entschlossen, ein eigenes Label dafür zu gründen. In der Edition Reiseratte finden Reisefans Bücher zu speziellen Themen wie dem Reisen mit Kindern.

Wohin geht die Reise: Digital oder analog?

Bis auf die speziellen E-Book-Reihen, die wir im Programm haben, erscheinen alle Bücher aller drei Labels gedruckt und bereits seit 2007 auch als E-Book.

Machen Sie und Ihr Partner Jannis Radeleff alles alleine?

Dryas ist ein kleiner Verlag, daher arbeiten wir nur mit wenigen Mitarbeitern. Im Wesentlichen bedeutet das: eine Person pro Aufgabenbereich. Und wir arbeiten ohne festes Büro. Zwar gibt es einen Firmensitz in Frankfurt/M., aber die Mitarbeiter arbeiten dort, wo sie zu Hause sind – an der Schweizer Grenze, bei Hannover, in Berlin oder in Schleswig-Holstein.

Ihre persönlichen Highlights?

Da der Verlag wie gesagt klein ist, ist jedes Buch, das erscheint, ein Highlight. Interessant sind zwei neue Reihen, die wir in diesem Jahr gestartet haben, einmal die Baker Street Bibliothek mit dem Titel „Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamanten“ von Robert C. Marley. In dieser Reihe werden demnächst weitere Krimis aus dem 19. Jahrhundert im Stil von Sherlock Holmes erscheinen. Die zweite Reihe heißt „Love and Dogs“ und ist in diesem Herbst mit dem Titel „Ex & Mops“ von Tina Voß gestartet. Unter dem Namen „Love and Dogs“ erscheinen witzige Unterhaltungsromane mit Hund.

Warum musste es in diesen Zeiten unbedingt ein Verlag sein?

Weil ich der festen Überzeugung bin, dass Menschen Geschichten brauchen, zur Unterhaltung, zur Wissensvermittlung und zur Sozialisation. Diesen Geschichten den Weg zu ihren Lesern zu ebnen, sehe ich als die Aufgabe des Verlags – eine Tätigkeit, die vielleicht ihre Form ändern wird, aber aktuell bleiben wird.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Vor allem aus der überaus positiven Zusammenarbeit mit kreativen und engagierten Autoren.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Dryas hat von Anfang an beide Bereiche bedient, die digitale Schiene und den klassischen Print-Bereich.

Was machen Sie anders als die anderen? – Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?

Marley_Inspector_Swanson_HopeUnser Verlagsprogramm hat eine sehr klare Ausrichtung, unsere Leser wissen das zu schätzen. Außerdem setzen wir auf inhaltliche und optische Qualität. Unsere Bücher bekommen ein Lektorat und ein Korrektorat, was in großen Verlagen nicht mehr immer üblich ist und jeder Titel hat seine eigene, zum Inhalt passende Innen- und Außengestaltung, die von professionellen Grafikdesignern erstellt wird.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Ich würde gleich von Beginn an die unterschiedlichen Genres stärker in Vermarktung und Vertrieb trennen, so wie ich es inzwischen tue.

Wie gewinnen Sie Autoren?

Derzeit sind wir nicht auf der Suche nach neuen Autoren. Bei Dryas erscheinen viele Reihen und wir arbeiten mit ausgezeichneten Autoren zusammen, das Verlagsprogramm ist somit gesichert ;-) Außerdem ist der Verlag Mitglied in unterschiedlichen Autorenverbänden, über die ich Autoren anspreche, wenn wir neue Themen besetzen wollen.

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Wir stellen unser Programm regelmäßig Buchhandlungen vor, bei denen die Titel in das Sortiment passen. Wir arbeiten aber ebenso mit anderen Verkaufsstellen zusammen.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Hier setzten wir auf eine enge und individuelle Betreuung unserer Stammkunden. Das funktioniert sehr gut und wir konnten so schon eine Reihe engagierte Buchhandlungen und Buchhandelsketten für unser Programm gewinnen. Schwierig ist die Zusammenarbeit nur bei Buchhandlungen, die ihr Sortiment auf wenige große Verlage beschränkt haben und ausschließlich deren Programm anbieten. Es ist immer schade, wenn man weder mit inhaltlichen noch mit wirtschaftlichen Argumenten Zugang findet.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Wir haben keinen Direktvertrag mit Amazon, da deren Konditionen nicht tragbar waren. Wir beliefern Amazon aber über den Zwischenbuchhandel, und das funktioniert sehr gut.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Jedes unserer Bücher bekommt eine eigenen Marketingstrategie, bestehend aus Vertriebsarbeit, PR, Anzeigenschaltungen und vor allem Social Media Aktionen. Es gibt bei uns keine A, B oder C Titel, wie in den großen Verlagen, wir machen nur Bücher, von denen wir hundertprozentig überzeugt sind.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Ich bin Mitglied im Sprecherkreis kleiner und unabhängiger Verlage. Austausch und Kooperationen sind mir sehr wichtig und der Börsenverein bietet dafür eine Plattform. Allerdings steht der Börsenverein nun vor der schwierigen Aufgabe, sich zu modernisieren und den neuen Gegebenheiten der Branche anzupassen – das wird ein großes Stück Arbeit und ich hoffe, dass hierfür der richtige Weg gefunden wird.

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

????????????????????Wir haben unterschiedliche Verlagsbereiche mit unterschiedlichen Zielgruppen. In der Edition Reiseratte sprechen wir Reisefans an, die sich mit speziellen Themen im Reisebereich auseinandersetzen und bieten praktische Ratgeber an. Bei Dryas liegt der Schwerpunkt auf Romantik und dem 19. Jahrhundert. So sprechen wir zum einem die Sherlock Holmes- sowie die Jane Austen-Fans an, zum anderen aber auch Leser, die nach einem langen Arbeitstag nach Guter-Laune-Unterhaltung suchen. Hier sind wir der Verlag mit Happy End. Bei Goldfinch sprechen wir Großbritannien-Fans an: alle die dem Flair der Insel, Rosamunde Pilcher und Agatha Christie erlegen sind. Für sie bieten wir spannend konstruierte Krimis, deren Schwerpunkt auf der ermittelnden Person und dem Fall liegt und nicht auf möglichst brutalen Mordmethoden und depressiven Kommissaren.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

In dem eindeutigen Programmangebot.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

In der geringen Zahlungsbereitschaft vieler Leser für Buchinhalte. Während die Menschen ohne zu Zögern elf, zwölf Euro für zwei Stunden Kinoerlebnis bezahlen, halten sie den gleichen Preis für ein Buch, das ihnen im Normalfall viele Tage oder gar Wochen spannende Unterhaltung bietet, für zu hoch. Das ist ein Problem, mit dem wir zu kämpfen haben.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

Die Offenheit im Umgang miteinander und den freundschaftlichen Umgangston – das ist nicht in jeder Branche so.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Informiere dich vorher gut über die Branche und deren Gepflogenheiten.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Hier möchte ich zwei engagierte Kolleginnen empfehlen, Kristina Jelinski vom Ahead and Amazing Verlag aus Husum und Sonia Lauinger von Der kleine Buchverlag in Karlsruhe.

Herzlichen Dank, Sandra Thoms, für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Dryas Verlag im Netz:

Hauptseiten der Verlagsteile: www.dryas.de, www.goldfinchverlag.de, www.edition-reiseratte.de

Webseiten für Buchprojekte des Verlags: http://wildroses.dryas.de/ www.exundmops.de

Webseiten von Autoren: http://klaus.dryas.de/ http://www.huebner.dryas.de/

Und natürlich findet man den Verlag auf Facebook, Twitter, Pinterest, Lovelybooks und Youtube.

Berliner Buchhändler und Attac starten Aktion gegen TTIP

Zum Start der EU-weiten Aktionswoche gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta und TISA konnte Attac Berlin zahlreiche Berliner Buchhandlungen für die bundesweite Kampagne Ich bin ein Handelshemmnis gewinnen. In den Schaufenstern informieren die teilnehmenden Buchhandlungen darüber, welche dramatischen Auswirkungen die Freihandelsabkommen auf den deutschen Buchmarkt haben würden.

Der Text auf den Plakten lautet: “Hier wollen wir Sie auch weiterhin über Neuerscheinungen – wie jetzt von der Frankfurter Buchmesse – informieren. Aber es droht Gefahr! Das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA bedroht die Buchpreisbindung – und damit die Existenz Ihrer Lieblingsbuchhandlung in Ihrem Kiez. Ein irreparabler Schaden für AutorInnen, LeserInnen und den Buchhandel. Helfen Sie mit Ihrer Unterschrift in der bei uns ausliegenden Liste, TTIP und andere ‘Frei’handelsabkommen zu verhindern.”

Zur Aktion in Berlin einige Stimmen:

Günter Sölken von Attac-Berlin: “TTIP & Co. sind ja nicht nur auf den Abbau von Zöllen gerichtet, sondern mehr noch auf die Beseitigung sogenannter Handelshemmnisse und eins davon ist die deutsche Buchpreisbindung. Wenn sie fällt, werden sowohl der mittelständische Buchhandel als auch die Leserschaft dafür einen hohen Preis zahlen müssen.”

Handelshemmnis-Button

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“Wenn die Buchpreisbindung fällt, wird sich das Buchhandelssterben weiter beschleunigen. Branchengiganten wie Amazon können dann eine Preisschlacht starten, bei der die Kiezbuchhandlungen und sogar die Ketten schwerlich mithalten können. Hier ist ein Verdrängungs- und Vernichtungsfeldzug zu befürchten. Selbst die Verlage werden betroffen sein, und so ist zu befürchten, dass die Vielfalt des literarischen Angebots leiden wird.” So Jörg Braunsdorf, Inhaber der Tucholsky-Buchhandlung in Mitte.

“Bücher sind keine Ware, sondern Kulturgut”, sagt Astrid Westhoff, stellvertretende Landesbezirksleiterin Ver.di Berlin-Brandenburg.  Wenn kleine Buchhandlungen vom Markt verdrängt werden, fallen Arbeitsplätze weg. Kunden, die vor Ort auf Beratung angewiesen sind, finden nur noch Mainstream. Selbst öffentliche Bibliotheken werden womöglich ihre Buchbestellungen nach dem Vergaberecht ausschreiben müssen.”

“Mancher mag glauben, dass ein Wettbewerb über den Preis letztlich die Leser erfreuen müsste. Das ist leider ein Fehlschluss. Insgesamt sollte die Debatte um die Auswirkungen des TTIP-Abkommens die deutsche und europäische Kulturwirtschaft stärker fokussieren. Denn hier liegen die größten Gefahren!”, warnt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats.

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Informationen und Materialien zur Aktion “Ich in ein Handelshemmnis” gibt es hier

Informationen des Deutschen Kulturrates zu den Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA kann man hier tagesaktuell nachlesen

Zu einem Gespräch mit Jörg Braunsdorf von der Tucholsky-Buchhandlung geht es hier

 

 

 

„Die Buchbranche wird zu oft über die Schwierigkeiten und nicht über die Möglichkeiten, die sie bietet, definiert.“ – SteglitzMind stellt Michaela Stadelmann vom Wunderwaldverlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Heute macht Michaela Stadelmann die Gelegenheit wahr, ihren Wunderwaldverlag vorzustellen. Den Vorschlag unterbreitete Franziska Röchter, die 2011 den chiliverlag ins Leben rief.

Seit wann gibt es den Verlag?

Seit 2007 betreibe ich den Wunderwaldverlag in Erlangen als One-Woman-Show.

Die Programmschwerpunkte?

Im Gegensatz zu früher arbeite ich nur noch mit wenigen Autoren, außer es steht eine Anthologie an. Die thematischen Schwerpunkte haben im Lauf der Jahre immer wieder gewechselt, weil ich ausloten wollte, was bei mir und den Autoren geht. Bisher war alles dabei, was zwischen Lebensgeschichten und SF zu finden ist, Hauptsache Belletristik, verfasst von überwiegend unbekannten Autoren. Den allerersten Titel habe ich 2007 selbst verfasst, danach den Verlag gegründet und bis 2011 nur Texte von anderen Autoren veröffentlicht. Dabei haben beide Seiten viel gelernt. – Inzwischen bin ich bei Tanz- und Ballettromanen gelandet, die dem Verlag zur Überraschung aller ein verlässliches Finanzpolster bescheren. Die Titel der Ballettserie „Lit.Limbus Dance Floor“ von Alicia Mirowna sind mit Abstand die erfolgreichsten in meinem Progrämmchen.

Analog oder digital?

Ich publiziere am liebsten E-Books – weniger Aufwand, trotzdem große Wirkung – und vertreibe gedruckte Bücher nur noch über PoD-Plattformen. Derzeit sind 16 Titel als E-Book, davon 13 als Printausgabe lieferbar.

Ihre persönlichen Highlights?

Jeder Titel, den ich mit den AutorInnen auf den Markt bringe, ist ein Highlight, weil das Erscheinen den Abschluss eines Projektes markiert und man jedes Mal an seine Grenzen geht, egal wie „leicht“ die Thematik ist. Zwei weitere Highlights sind für mich und meine Familie die Leipziger und die Frankfurter Buchmesse. Für kleinere Messen fehlt meist die Zeit, aber ich lese im Internet mit.

Was ist geplant?

Wunderwald_WienerBlut_Cover01_1_140Zur Frankfurter Buchmesse erscheinen zwei Titel zum Thema Tanz: „Wiener Blut“, der fünfte Band der Ballettserie von Alicia Mirowna. Darin geht die spröde Ballettlehrerin Sandra Schmitt nach Wien. Sie möchte mit einer Wettkampftruppe junger Balletteleven etwas von dem Ruhm nachholen, der ihr durch die Auflösung der DDR entgangen ist. Die Grabenkämpfe mit den Müttern der Eleven tragen jedoch nicht unbedingt dazu bei, dass sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann. Letztlich geht es darum, wer mehr Macht hat, die Lehrerin oder die Mütter, und um die Darstellung des Wettkampfalltags, der dem im Kleinverlag manchmal verblüffend ähnelt. Der zweite Titel ist die Anthologie „Schwanengesang“, in der acht neue Autoren in Kurzgeschichten ihre Ideen zum Thema Tanz darlegen. Dabei begeben sie sich in Genres wie SF, Gender, Horror und Fantasy. Ich war hocherfreut, dass es so viele Autoren gibt, die beim Thema Tanz nicht nur an Spitzenschuhe und rosa Tutus denken!

Warum musste es unbedingt ein Verlag sein?

Thematisch kündigte sich 2007 bei mir ein Umbruch an. Ich war bereits eine Weile als psychologische Lebensberaterin selbstständig gewesen und war auf den „Geschmack am Wort“ gekommen. Wenn man einen Menschen mit einem ähnlichen Wort auf einen anderen Gedanken bringen kann, könnte das auch mit Geschichten funktionieren, und geschrieben hatte ich – wie viele Hobbyautoren – auch schon jahrelang.

Das erste Buch „Die Wagners“ war ein Versuch als Selbstverlegerin, der das Geld für die Produktion des nächsten Titels einbrachte, ein Verlag musste her … Aber es dauerte ein paar Titel, bis das nächste Buch vergleichbaren Erfolg hatte. Das Handwerkliche am Büchermachen sprach mich mehr an als die Lösung fremder Probleme – das muss ich egoistischer Weise zugeben – und deshalb habe ich komplett umgesattelt. Trotzdem fließt viel Psychologie in die Titel ein, was man auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet. – Heute würde ich auch ohne Verlag anfangen, eigene und fremde Texte in die Welt zu setzen, weil es für Autoren wesentlich einfacher geworden ist zu publizieren.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Haben wir in Europa, speziell in Deutschland, wirklich „sattsam bekannte Schwierigkeiten“ bei der Publikation von Texten unabhängiger Autoren und Verlage? Ich kenne im belletristischen Sektor keinen deutschen Verleger, Buchhändler oder Autor, der für die schriftliche Darlegung seiner Gedanken oder deren Verkauf ins Gefängnis gekommen wäre oder andere Repressionen erlitten hätte. Der Rest der leidigen Diskussion dreht sich im Grunde um „höher-schneller-weiter“ und ist so überflüssig wie ein Kropf, weil er nichts mit Büchern zu tun hat, sondern mit Geldmacherei. Das kann wichtig sein, wenn man sich nicht mit dem Kulturgut Buch zufrieden geben will, sondern andere Dinge mit der Publikation verbindet: Ruhm, Reichtum, Erlösung u. dergleichen. Ich habe schon die erstaunlichsten Dinge gehört. Die deutsche Buchbranche wird in meinen Augen zu oft über die Schwierigkeiten und nicht über die Möglichkeiten, die sie bietet, definiert und somit nachhaltig geschwächt. Und dann sind da noch die liebgewonnenen Eitelkeiten vieler Buchhändler, Verleger und Autoren, die Produktion und Vertrieb komplizierter machen als nötig.

Mein Fazit: Ein Buch ist das Ergebnis gedanklicher Schwerstarbeit und hat einen hohen, wenn nicht unbezahlbaren, ideellen Wert. Das verwechseln viele mit gesichertem Einkommen, Ruhm und was weiß ich noch alles. Es war noch nie so einfach wie heute, einen Text in Deutschland zu veröffentlichen, der in der ganzen Welt gelesen werden kann, vorausgesetzt, er wird nicht von staatlichen Stellen zensiert. Aber es kommt immer darauf an, welche Ziele der Autor oder der Verleger verfolgt und wie schnell man sich von Nebensächlichkeiten ablenken lässt.

Zurück zu meiner Motivation – ganz platt: Die Leser geben mir Geld für die belletristischen Texte, die ich ohne weiteres publizieren kann, und diese Freiheit möchte ich so lang wie möglich genießen. Außerdem ist es toll, das Hobby zum Beruf zu machen. Und wenn es mal nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, dann gibt es immer noch genug andere Dinge, die wichtiger sind als Bücher.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Nein.

Wie positionieren Sie sich gegenüber der (mächtigen) Konkurrenz?

Ich weiß nicht, ob andere Verleger Konkurrenten oder mächtiger sind – jeder hat seine eigene Art und seine Schwerpunkte. Die zweite Frage ist suggestiv – wenn jemand Macht hat, dann doch nur, weil sie ihm zugestanden wird. Beispiel: Ein anderer Verleger oder Autor hat aus für mich nicht erkennbaren Gründen Erfolg mit einem Buch. Das ärgert mich, weil ich den Erfolg auch gern gehabt hätte. Folglich kann ich die Zeit, die ich dem Ärger gebe, nicht für andere Dinge nutzen oder ich blockiere mich, statt eigene Wege zu finden. (Da ist wieder die psychologische Lebensberaterin.) Somit gebe ich dem anderen Macht über mich.

Viel interessanter ist es doch zu beobachten, was die „mächtige“ Konkurrenz macht. Klar, sie hat vielleicht größere Marktanteile, sie verkauft mehr Bücher, sie wird sofort erkannt und wahrscheinlich auch nicht so oft angegriffen wie die „Kleineren“ etc. pp. Aber die „mächtige Konkurrenz“ ist auch stärker von Gewinneinbrüchen bedroht und muss in den letzten Jahren immer mehr Zugeständnisse machen. Der Buchmarkt, der von den „Mächtigen“ bestimmt wird, verflacht mit den unzähligen Ramschtiteln, was auch die Leser schon festgestellt haben. Und da liegt meine Chance, denn ich kann Dinge herausbringen, die sich die „großen Konkurrenten“ nicht zutrauen dürfen, weil sie dann richtig viel Geld verlieren können. Und wenn bei den „Großen“ mal etwas floppt, dann brauche ich den Fehler ja nicht nachzumachen, sondern kann mir in Ruhe überlegen, was ich anders und eventuell sogar besser machen kann.

Was machen Sie anders als die anderen?

Was mache ich anders? Ich lege Wert auf die Wortwahl (schönstes Beispiel: scheinbar und anscheinend). Ich mache mit meinen Autoren Grammatikübungen, wenn sie Pech haben. Ich bestehe darauf, dass es „eigentlich nicht“ heißt und nicht „nicht wirklich.“ Denn ich möchte, obwohl ich nur Unterhaltungsliteratur herausbringe, nicht zur Verflachung der Sprache beitragen, weil wir uns sonst irgendwann nicht mehr verstehen.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Das Schwierigste war zu erkennen, was hinter den ganzen Meinungen und Meldungen, mit denen man täglich konfrontiert wird, steckt. Inzwischen glaube ich zu wissen, wie der Hase läuft. Deshalb würde ich bei einem Neubeginn grundsätzlich nur auf meine Ideen bauen und mir nicht so viel hineinreden lassen. Und ich würde mir öfter sagen: „Die großen Verlage kochen auch nur mit Wasser.“

Wie gewinnen Sie Autoren?

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Früher habe ich hauptsächlich auf Initiativeinsendungen reagiert. Aber es ist schwierig, eigene Vorstellungen in einen bereits fertigen Text einfließen zu lassen, vor allem, wenn man ihn nicht selbst geschrieben hat. Es dauert auch länger, diese Manuskripte zu bearbeiten – man diskutiert wahrscheinlich mehr über das „Drumherum“ als über den Text. Ab einem Punkt fand ich es schlichtweg nicht mehr fair von mir, das Werk eines Autors „kaputt zu diskutieren“, nur weil ich glaubte, dass etwas so nicht „funktioniert“. Denn der Text bleibt ja trotzdem das Herzblut des Autors und er schöpft aus ganz anderen Quellen als solchen, die für ein in meinen Augen „programmfähiges“ Buch wichtig sind. So ein Buch ist bei einem anderen Verleger wahrscheinlich besser aufgehoben als bei mir. Deshalb sind meine Manuskriptausschreibungen inzwischen sehr speziell, weshalb ich auf diesem Weg eher wenige Autoren finde.

Stattdessen lese ich von Autoren verlegte Anthologien. Wenn die Basics eines interessanten Textes passen – also nicht allzu grobe Schnitzer bei der Grammatik und all dem ungeliebten Kram vorkommen, den man mal in der Schule lernen musste – dann nehme ich Kontakt auf. Es gibt auch Lieblingsautoren, mit denen ich schon zusammen gearbeitet habe und die ich frage, ob sie sich vorstellen können, etwas nach Vorgabe für mich zu schreiben. Und ich freue mich, wenn „meine“ Anthologie-Autoren etwas in petto haben, das in das Verlagsprogramm passt.

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Meine ersten Gehversuche im E-Book-Geschäft habe ich bei KDP (Kindle Direct Publishing) gemacht. Mit KDP haben die Kunden die Verlagstitel überhaupt erst gefunden. Etwas später wurde ich auf Bookwire, eine Vertriebsplattform für Verlage, aufmerksam. Bookwire beliefert zwar auch Amazon, aber aufgrund der größeren Reichweite von Bookwire ist Amazon nicht mehr die einzige Handelsplattform, auf der man die Verlagstitel kaufen kann. Zudem sind viele neue Anbieter entstanden. Aber ob die bessere Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten bieten? Die Printausgaben stelle ich seit ein paar Jahren auf PoD-Plattformen zur Verfügung, z. B. BoD oder Createspace.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Mit den Sortimentern habe ich gar keine Erfahrung gemacht, weil ihnen mein Verlagsprogramm zu „experimentell“ war. Da waren eher Programme mit ein bis zwei Schwerpunkten gefragt, die eine gewisse Verkaufsgarantie signalisierten, am besten zu populären Themen, die immer gekauft werden. Bei der Größe der Sortimenter ist diese Vorgabe nachvollziehbar, wenn auch nicht verständlich vor dem Hintergrund, dass die Branche in den letzten Jahren nicht mehr nur kriselte, sondern regelrecht einbrach.

Der Buchhandel – ach ja … Ich habe zwar zu Beginn regelmäßig den Hörer in der Hand gehabt und bin auch eine ganze Weile mit meinem „Vertreterköfferchen“ herumgekommen. Aber es kostete Zeit und Kraft und brachte unter dem Strich nicht mehr ein: Es wurde mehr gekauft und mehr zurückgeschickt, teilweise in fragwürdigem Zustand. Zudem gab es öfter interessante Zwischenfälle. Dass ein Buchhändler einen Buchtitel trotz Angabe der ISBN nicht im VLB findet, weil ein Kleinverlag die ISBN auf ein Buch geklebt hat, ist zwar lächerlich, gehört aber anscheinend zum Alltag. Als eine Autorin sich das erste Mal bei mir beschwerte, habe ich gedacht, sie erlaubt sich einen Scherz. Ich bin dann selbst in die Buchhandlung gegangen und musste der Autorin Recht geben. Interessanterweise war der Titel plötzlich doch im System, als ich mich als Verlegerin vorstellte. Das hat sich bundesweit mit schöner Regelmäßigkeit wiederholt.

Leider muss ich sagen, dass die Unregelmäßigkeiten hauptsächlich bei den unabhängigen Buchhändlern vorkamen. Bestellte doch mal eine Handelskette bei mir, gab es fast keine Probleme. Nach diversen anderen Erlebnissen habe ich es dann gelassen und biete wie gesagt die Titel nur noch über PoD-Plattformen an. Aber ich bin zuversichtlich – es ist nie zu spät für einen Neuanfang.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Man könnte auch fragen: Wie halten Sie es mit Thalia, Hugendubel, Media Markt, H&M, Norma? Amazon und all die anderen Handelsketten konnten sich nur mit der Unterstützung ihrer Kunden zu dem entwickeln, was sie heute sind, und die Kunden sind voll auf den Spruch mit dem Geiz eingestiegen.

Meine Titel werden von den Distributoren auch an Amazon geliefert, obwohl ich dem widersprechen könnte. Widerspräche ich tatsächlich, würde ich wahrscheinlich mehr Titel über Thalia oder Hugendubel oder eine der anderen großen europäischen Ketten verkaufen. Wäre das besser? Die großen Buchhandelsketten haben schließlich auch den Niedergang des mittleren und kleinen Buchhandels vorangetrieben, und die Käufer sind in Scharen herbeigeströmt, ohne darüber nachzudenken. Autoren fordern übrigens vehement ein, ihre Titel bei Amazon zu listen, auf Thalia und Hugendubel würden sie liebend gern verzichten. Dabei wissen anscheinend die wenigsten, dass Thalia & Co. z. B. den E-Reader Tolino entwickelt haben, um Amazon etwas entgegenzusetzen. Die Sache hat also mindestens zwei Seiten. Übrigens habe ich in der Zeit, als diverse Enthüllungsstorys über Amazon durch die Medien gejagt wurden, mehr Titel über Amazon verkauft als davor und danach. Beim Verantwortungsbewusstsein der Käufer sehe ich demnach noch sehr großes Entwicklungspotential.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Ich blogge sehr viel bei WordPress und anderen Blogplattformen und schaue mich regelmäßig im Internet nach neuen Themen um, über die ich schreiben könnte und die die Programmtitel weiterbringen. Foren und dergleichen habe ich früher abgegrast, aber dort hat man es als kleiner Verlag nicht unbedingt leicht. Glücklicherweise hat sich dort ein freundlicherer Ton den mittelständischen und kleinen Verlagen gegenüber eingebürgert. Manche Autoren schicken mir auch Neuigkeiten per E-Mail mit der Bitte, sie auf dem Blog zu posten. Außerdem finde ich Facebook und Twitter für den Verlag ganz interessant und sammele „Follower“ bzw. „followe“ selbst gern. Wichtig ist, dass man sich genau überlegt, was man preisgibt und dass man eine gewisse Regelmäßigkeit beim „Posten“ und „Rebloggen“ an den Tag legt.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

Ich halte eine Mitgliedschaft für zu teuer und den Börsenverein manchmal für weltfremd, wenn man sich die Werbekampagnen und die Hochglanzmagazine anschaut. Aber ich wurde bisher, obwohl ich kein Mitglied bin, trotzdem immer gut beraten, wenn ich eine Frage hatte.

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

das Logo © Wunderwaldverlag

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Meine Nische ist derzeit der Tanzroman, auch wenn ich gern mehr Erfolg mit Romanen über Rumänien hätte. In der Hinsicht gibt für uns Westler noch viel zu entdecken! Meine Zielgruppe sind eigentlich Teenies von 11 bis 19 Jahren, die E-Books lesen. Die E-Mails, die ich bisher Ballettreihe „Lit.Limbus Dance Floor“ bekommen habe, stammten aber von erwachsenen Leserinnen, die sich zudem vehement zum E-Book-Lesen bekennen. Bei Verlosungen machen viele Väter mit, die Bücher für ihre Töchter gewinnen möchten. Dabei gibt es aber immer nur um maximal zehn Exemplare, die ich verschenke. Die Zielgruppe ist eigentlich eine ziemlich gute Mischung.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

Derzeit im Genre „Performing Arts“.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Leider aktuell und ständig wiederkehrend: Dass die Zahl der säumigen Kunden zunimmt und ich noch mehr Zeit für Mahnungen verschwenden muss. Und dass ich irgendwann keinen Autor mehr finde, der bereit ist, sich bei Bedarf mit mir in die deutsche Rechtschreibung zu vertiefen.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

Dass sie unabhängig ist und die Experimentierfreude ungebrochen ist.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

Spar dir den Wasserkopf für die Verwaltung und starte als Selfpublisher, damit du wirklich tun kannst, was dir am Herzen liegt. Es war und ist ein Märchen, dass Verlage mächtiger sind als Autoren. Oder können Sie sich einen Verlag ohne Autoren vorstellen?

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Franziska Röchters chiliverlag, weil sie hundertprozentig hinter dem steht, was sie publiziert und keine halben Sachen macht. Alfons Seeboths Wölfchen-Verlag mit dem Händchen für junge Autoren und seine Wolfbücher. Peter R. Hellingers art & words Verlag aus Nürnberg, der richtig schöne Bücher macht.

Danke sehr für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

Der Wunderwaldverlag im Netz:

Der Verlagsblog: http://wunderwaldverlag.wordpress.com/

Der Facebook-Account zum „Befreunden“: http://www.facebook.com/wunderwaldverlag

Der Zwitscher-Account: https://twitter.com/LitLimbus

 

“Die Digitalisierung ist der Bonus. Die Analogie ist das Handwerk.“ SteglitzMind stellt Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag vor

Es heißt ja, dass die Kleineren unter den Verlagen zwar oho, aber viel zu wenig bekannt sind. Wer und wo sind sie? Wie behält man die immer größer werdende Kleinverlegerszene im Blick? Was treibt junge Verleger an und um? Welche Strategien verfolgen sie, um auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen? Was packen sie anders an als die Etablierten? Wie definieren sie ihre Zielgruppe, wo finden sie ihre Nische? Welche Risiken sehen sie und wo verorten sie ihre Chancen?

Fragen, die in einer losen Gesprächsreihe mit Verlegern und Verlegerinnen aufgegriffen werden. Ich freue mich, dass Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag heute Rede und Antwort steht. Vorgeschlagen hatte das Franziska Röchter, die den chiliverlag verantwortet.

Seit wann gibt es den Verlag und wer steckt dahinter?

Schemajah Schuppmann © Papierverzierer Verlag

Schemajah Schuppmann © Papierverzierer Verlag

Der Papierverzierer Verlag wurde Anfang 2013 gegründet. Mittlerweile ist ein ganzes Kollektiv von Künstlern, Lektoren und Übersetzern für den Verlag tätig, die sich auf freiberuflicher Basis im Verlag engagieren.

Programmschwerpunkte?

Die Phantastik ist das dominierende Thema des Verlags, das jedoch bemerkenswert viele Facetten aufweist. So haben wir genauso Dystopien und Verschwörungstheorien im Angebot wie phantastische Kinderbücher. Die Titel sind vorwiegend digital und analog erhältlich, mit Ausnahme einiger Kinderbücher, die es ausschließlich analog zu kaufen gibt.

Ihre persönlichen Highlights?

Jedes Buch ist ein Highlight. Darum kann man nur schwer jedem gerecht werden. Als ganz besonders empfinde ich die bevorstehende Veröffentlichung von “Wächter der letzten Pforte” – ein Fantasyroman, der wortgewaltig ohne Elfen, Zwerge und Goblins auskommt. Außerdem haben wir vier Romane mittels Crowdfunding zum Leben erweckt. Der erste ist gerade erschienen – “Die Ummauerte Stadt” – und sollte gerade Fans von Dystopien und verrückten Handlungsverläufen begeistern. Und wer Harry Potter schon gerne gelesen hat, der darf sich über eine Elfe mit dem Namen Kobrin freuen (“Kobrin – Die schwarzen Türme“) – All-Age-Fantasy und Auftakt eines Vierteilers. Sehr, sehr spannend, leicht zu lesen und mit intensiven Charakteren.

Warum musste es in diesen Zeiten unbedingt ein Verlag sein?

papierverzierer Wächter

Warum man ein Unternehmen gründet, liegt daran, dass es entweder eine Nachfrage gibt, die bedient werden will oder man möchte besser in dem sein, für das es schon einen Markt gibt. Nun, Bücher gibt es bekanntlich viele. Aber Vieles ist entweder abgedroschen oder entspricht nicht der Qualität, die man selbst von einem Buch verlangen würde. Es musste ein Verlag sein, weil nur so eine vernünftige Reichweite für jedes Werk geschaffen werden kann und weil es da draußen so viele Manuskripte gibt, die einen Verlag brauchen, damit sie für den Markt vorbereitet werden können. Die Qualität, die Strukturen und die Synergien lassen sich nur im Miteinander erreichen. Es mag Stars auch im Einzelkämpfertum geben, aber die Chancen sind im Verlag deutlich größer.

Woher beziehen Sie trotz sattsam bekannter Schwierigkeiten Ihr Engagement?

Welche Schwierigkeiten? Erstmal gucken, was andere tun (bekannte Wege gehen). Sollten die Wege zu ausgetreten sein, dann fällt uns bestimmt wieder etwas Neues ein.

Hätten Sie sich auch ohne die Innovationen infolge der Digitalisierung eine Verlagsgründung zugetraut?

Die Digitalisierung ist der Bonus. Die Analogie ist das Handwerk. Somit hat beides für die Belletristik seine Daseinsberechtigung. Wer den Markt bedienen will, der muss beides machen.

Was machen Sie anders als die anderen?

Das verrate ich nicht. Es gibt ohnehin schon zu viele Nachahmer. ;) Aber als Antwort sage ich gern, dass ich versuche, flexibel zu denken. Die ausgetretenen Wege sind ja nicht unbedingt Pfade, die zum Heiligen Gral führen.

So Sie Ihren Verlag neu aufstellen könnten, was würden Sie heute anders angehen als in der Startphase?

Nichts.

Wie gewinnen Sie Autoren?

papierverzierer Ummauerte_StadtAutoren kommen oft von ganz alleine. Hier und da ein Newcomer ist nett, aber das bedeutet auch für Kleinverlage (oder gerade für sie) viel Arbeit. Darum muss hin und wieder auch eine Agentur herhalten. Überhaupt sollte viel mehr mit ehrlichen Agenturen gearbeitet werden. Gute Agenturen sind in der Regel ein anzeigendes Indiz für einen ernstzunehmenden Autoren. Da sind uns die Staaten Meilen voraus. Vielleicht kommen wir ja auch noch dort hin.

Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb?

Mit allem was dazugehört. Wir sind auf allen Online-Portalen und im Buchhandel bestellbar vertreten. Daneben bietet unser Online-Shop ebenfalls alle Titel.

Was tun Sie, um im Buchhandel Fuß zu fassen? – Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Sortiment?

Vieles. Und da werden wir auch nicht locker lassen. Der Handel darf sich gern immer wieder vertrauensvoll an uns wenden. Wir haben einen Markt mit hochwertigen Büchern zu bedienen. Gerade die Phantastik hat viele begeisterte Leser, die jedoch gerade durch das fehlende Angebot im Buchandelsgeschäft oft zurückgehalten werden.

Wie halten Sie es mit Amazon?

Das ist ein großer Online-Händler.

Was tun Sie für Ihr Marketing?

Werbung, Interviews, Direktkontakte – eigentlich ist es eine schier endlose Liste von Tätigkeiten. Marketing ist nun mal der wichtigste Teil des Kleinverlages, um weitermachen zu können.

Wie halten Sie es mit dem Börsenverein für den deutschen Buchhandel?

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Im Allgemeinen agiert der Börsenverein gern für sich. Gerne wirft man den Großen vor, Vetternwirtschaft zu betreiben. Der Börsenverein reguliert das – und dabei sind die Mitgliedsbeiträge nur die Spitze des Eisbergs.

Für wen machen Sie Bücher: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, wo sehen Sie Ihre spezielle Marktnische?

Für Leser phantastischer Geschichten. Unsere Leser sind Rollenspieler, Fantasybegeisterte oder ganz einfach Leser, die nicht am Anfang jeder Seite bereits wissen wollen, wie die Heldenreise weitergeht.

Wo sehen Sie für Ihren Verlag die größten Chancen?

Als nächstes Etappenziel sehe ich die öffentliche Buchhandlung. Was bisher nur sporadisch erfolgte, soll sich verstärken. Die Phantastik gehört vermehrt auf die Tische der Buchhändler.

Welche besonderen Risiken verorten Sie für Ihren Verlag?

Allgemeines Sterben von Leselust. Aber das wird noch dauern.

Was schätzen Sie an der Independent-Szene besonders?

Das man ein bisschen freier ist, das zu tun, was einem gerade in den Kopf kommt. Die Flexibilität erlaubt es, das ganze Verlagskonzept in wenigen Wochen umzustricken.

Was würden Sie jenen raten, die mit dem Gedanken spielen, einen Verlag an den Start zu bringen?

papierverzierer_logoIn den meisten Fällen sagen wir dann: Aufhören! Es geht dabei weniger um Eigennutz, sondern vielmehr um das Bündeln von Fähigkeiten. Was bringt es denn, wenn noch ein Verlag auf den Markt fällt? Nichts. Ein Miteinander wäre doch viel sinnvoller. Gemeinsam an einem großen Ziel arbeiten – das sollte oberste Priorität sein. Kleinverlage sind nun mal nicht reich und die meisten werden es auch nicht. Aber wenn sich ein paar Gute zusammentun, dann kann man auch gegen Größere bestehen.

Welche kleinen, unabhängigen Verlage empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Wir empfehlen besonders den Wurdack Verlag,  den Atlantis Verlag und Feder und Schwert. Ebenfalls zu Wort kommen sollte der Luzifer Verlag.

Herzlichen Dank für diesen Einblick.

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Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Vorhaben unterstützt, kleinere Verlage zu entdecken. Etwa indem Ihr Vorschläge macht, wer hier möglichst Rede und Antwort stehen sollte. Und bitte vergesst nicht auf die entsprechenden Verlage zu verlinken. – Danke sehr! Mehr zur Intention der losen Gesprächsreihe mit Verlegerinnen und Verlegern erfahrt Ihr hier. Zu einer Übersicht über die Empfehlungen, die bislang zusammengekommen sind, geht es hier

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