“Eine Darstellung einstmals bedeutender Ereignisse” von B. Claus DeFuyard

Nach Adlon. Ein Trostschreiben von Ubiquiste, Auszügen aus Die Siechendienerin von Enzor Fadar oder den kritischen Anmerkungen von B. Claus DeFuyard zu apostrophierten Keimlingen der deutschen Gegenwartsliteratur und orakelnden Samenhändlern im Feuilleton (Die Gewächshaus-Generation) präsentiert SteglitzMind heute abermals einen Beitrag aus dem KULTURFLÜCHTER. Ganz von ungefähr kommt das nicht. Seit längerem begleite ich das literarisch ambitionierte Projekt mit Biss, das sich Un-Periodikum nennt, weshalb ich die Rubrik „Der Kulturflüchter auf SteglitzMind“ einrichtete, in der in loser Folge Beiträge und Textauszüge aus dem Un-Periodikum vorgestellt werden.

Heute -  (recht-) frühzeitig zum heißen Herbst – der entideologisierte Ferdinand Lassalle, dem sich neben B. Claus DeFuyard („Wir wissen jetzt schon, dass die bevorstehenden Wahlen nicht halb so amüsant verlaufen werden … haben wir das verdient?“) auch die Berliner Künstlerin Susanne Haun angenommen hat. – Ich sage beiden danke.

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Nachrufe auf Ferdinand Lassalle …

die können sich sehen lassen; bissig-polemisch, mitunter oberflächlich, rassistisch, nicht wenige ließen ein gutes Haar an ihm. Heinrich Heine nannte ihn, obwohl befreundet, einen ‘furchtbaren Bösewicht’; und Karl Marx ließ sich zu Schimpfereien hinreißen, es reichte vom ‘jüdischen Nigger’ bis zur ‘geilen Brunst dieses Idealisten’. Lassalles deutsch-nationale Gesinnung und sein Eintreten für den deutschen Einheitsstaat war Marx suspekt – also ein wirklicher Unhold nach Ansicht einiger, für andere wiederum ein ‘Wohltäter und Erlöser’. Sophie Gräfin von Hatzfeldt: ‘Ein ganzer Mann aus einem Guss … dass ihn groß in großen Dingen machte’. Sie war seine fürsorgliche Freundin.

Der Gründer der deutschen Arbeiterbewegung bleibt den Erben in nicht angenehmer Erinnerung. Lassalle, ein Arbeiterführer des 19.Jahrhunderts, deutscher Jude, Objekt ungezählter Biographien und politischer Analysen. Er befand sich im Sommer 1857 auf dem Höhepunkt seines politischen Einflusses. Er entsprach in keinem der entworfenen Klischees dem Bild eines Arbeiterführers und tat selbst nicht wenig, um die gängigen Vorurteile gegen ihn zu nähren.

Mein Sinnbild von Lassalle © Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Lassalle © Zeichnung von Susanne Haun

Die im Folgenden vorliegende Erzählung ist kein Versuch, den Auseinandersetzungen um Lassalle weitere hinzuzufügen. Es betrifft vor allem sein privates Leben und seine Vorstellung einer ‘national-sozialen’ Revolution gegen die Marx’sche Internationale, sein von ihm selbst so bezeichneter ‘Hunger nach Frauen’ und auch die physische Last, die seine fortschreitende Krankheit (Syphilis) mit sich brachte; und Bernhard Becker, 1868 in seinen »Enthüllungen«, benannte – ‘Seine mädchenhafte Eitelkeit … der fadesten Schmeichelei zugänglich … bis hin zum unbeugsamen Eigensinn gesteigerten herrischen Wesen … seine Genußsucht in Beziehung auf Frauen … verwundbare Stellen an dem sonst so gut gewappneten Mann.’

Nach Georg Brandes, 1888, »Ferdinand Lassalle« ein ‘Verächter der öffentlichen Meinung … ausgeprägter Geistesaristokrat und Sozial- Demokrat … größere Gegensätze als diese … hegt (man) nicht ungestraft in seinem Gemüt.’

Hans-Jochen Vogel, ehemaliger SPD-Vorsitzender, würdigte zum 125. Todestag das ‚Mindestmaß‘ der Verdienste Ferdinand Lassalles: ‘Seine historische Leistung war eine politische, nämlich die Lösung der Arbeiterbewegung aus ihrer Abhängigkeit vom liberalen Bürgertum durch Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins.’ (Leipzig, 23. Mai 1863)

Heute, 150 Jahre später, mutet der unverhohlene Hinweis einiger Autoren – auch im Zusammenhang mit der Historie und Deutschlands vermutlich heißesten Herbst 2013 – auf eine ’mögliche’ Kanzlerschaft eines SPD-Kandidaten’ eher seltsam an. Als wäre die Lassalle’sche Geschichte auf einmal eine doch gut überdachte Folge übereinstimmender Momente gewesen – denn mehr muss man über Ferdinand Lassalle nicht erfahren und darüber hinaus mit ihm nichts zu tun haben. Das Mindeste ist das Äußerste. Basta.

Lassalle’s Leben endete kolportageartig am 28. August 1864 in Genf. Er starb in einem Duell nicht für die Idee des Sozialismus, sondern aus gekränkter Eitelkeit. Es ging um eine Frau, als die Kugel das Organ traf, das seinem genervten Widersacher aus der rumänischen Walachei stammenden Janko Rakowicza … verhasst gewesen sein musste. Lassalle wurde nicht einmal vierzig Jahre alt. Seine letzten Zeilen: ‘Ich erkläre hiermit, dass ich selbst es bin, der seinem Leben ein Ende gemacht hat’. Märchen und Legenden entstanden.

Die Deutsche Arbeiterbewegung, die Lassalle wie ein Monarch organisiert hatte, stockte. Sein Tod ist von vielen nicht geglaubt worden. Kläglicher Sektenstreit entstand.

Am 14. September 1864 fand er in Breslau, seiner Heimatstadt, seine letzte Ruhe. Sein Grab auf dem stark verwüsteten jüdischen Friedhof im heutigen Wroclaw, blieb unangetastet. Ab und zu legen Unbekannte Blumen nieder. Unglaublich. Der erste Führer der deutschen Arbeiterbewegung ist nicht vergessen. Aber erst 1875 entstand die radikale sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands und wurde durch ihren internationalen Anspruch – staatsfeindlich. Und das hier ist auch der Lassalle, das heißt, Geschichten aus seinem privaten Leben – erzählt auf eine eher moderne Art und Weise; es geht um seine letzten ’heroischen‘ Jahre.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere führte er ein aufregendes Leben, dramatisch verlief das eigene Schicksal, dramatisch sein politischer Weg. Alexander von Humboldt: „Ferdinand ist wie eine Kerze, die an zwei Enden knistert“ und der Philologe Friedrich August Böckh bemerkte: „Was für ein wildes Leben.“ Darin lag wohl ein Schaudern und weitaus mehr – Bewunderung.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wirkte sich Fortschritt und technische Errungenschaften, die reiche Bildung des Bürgertums, die eine vorangegangene Generation auf den Weg gebracht hatte, aus. Die höfische Kultur befand sich auf dem Rückzug, während das Bürgertum zur führenden Schicht aufstieg.

Allerdings standen die wissenschaftlichen, philosophischen und literarischen Leistungen in einem krassen Verhältnis zu ihrem politischen Stellenwert. Die wahren Herrscher ließen die Bürger zwar jeden geistigen Gipfel erklimmen; den Anteil an der Macht und damit der gesellschaftlichen Verantwortung gewährte man ihnen nicht. So ist es geblieben. Die Folgen waren Mangel an Wirklichkeitssinn, Rückzug in die Resignation. Vor den städtischen Unterschichten, vor den Bauern im Elend schlossen die Bürger die Augen. Sie lebten für sich und ihren Interessen.

© Der Kulturflüchter

© Der Kulturflüchter

Ein Mann wie Ferdinand Lassalle erregte Aufsehen. Er setzte sein nicht unbeträchtliches Vermögen für seine politischen Ziele, für die Umsetzung seiner Ideale ein. Aus dem Blickwinkel derjenigen, denen die Konfrontation mit einem Lebemann und Sozialisten Bewunderung, aber auch Unverständnis auslöst: Vor dem Hintergrund einer sich überschlagenden industriellen Entwicklung gehörte Lassalle dennoch zu den Visionären, die Gerechtigkeit wollten und die nationale Einheit der Deutschen, im Gegensatz zu Marx und Engels. Ihm hat es Ärger und Verfolgung eingebracht.

In den »Gesammelte Reden und Schriften« schreibt Eduard Bernstein: ‚Er (Lassalle) nimmt bei oberflächlicher Bekanntschaft menschlich eher gegen sich ein. Fast alle … die ihn noch gehört und gesehen, erzählen mehr Ungünstiges als Günstiges über ihn. Sie hatten ihn eben nur halb kennen gelernt – seine gewiss großen Fehler gesehen, aber nicht seine größeren geistigen Eigenschaften erkannt und gewürdigt … aber wo es um den Menschen und sein Lebenswerk geht, da ist Gerechtigkeit ohne Liebe überhaupt keine Gerechtigkeit … auf die dieser Genius einen Anspruch hat.‘

Ein Lassalle passt heute in kein politisches Konzept. Man drängt uns förmlich einen ausgebufften Langweiler auf, dessen Kompetenz nur gruseln macht, wiederholt gebetsmühlenartig die zum Schlagwort geschrumpften Begriffe von Freiheit und Gerechtigkeit – als wären alle anderen dagegen – es reicht nur nicht über das grundsätzliche Einvernehmen hinaus, wenn seit 2000 Jahren Menschheitsgeschichte auch jedes, auf das vermeintlich Wohlergehen abgegebener Versprechen, am Ende doch gebrochen wurde.

In den Jahren 1857 bis 1864 verzettelte Lassalle sich in Liebesaffären und mehr und mehr beeinflusste das auch seine Mission, zu der er sich berufen fühlte. Er war ein Sammler von Gemälden, Antiquitäten und schönen Frauen. Es ging über seine Kraft. Am Dämon Lassallescher Leidenschaft gemessen, macht sich der heutige Vorsitzende wie ein Biedermann aus. Er sammelt Asterix und Obelix und das sichert ihm schon Lob und Anerkennung, was er denen, die sein Engagement nicht teilen, gerne vorenthält.

Franz Mehring überlässt es in der »Geschichte der Deutschen Sozialdemokratie« den ’bürgerlichen Romanfabrikanten, sich  ihren Lassalle zurecht zu kneten‘. Da ist sicherlich Wahres dran.

© 2013 Der Kulturflüchter N° 6 (die Erzählung in Gänze wird gesondert publiziert)

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Das Un-Periodikum “Der Kulturflüchter” erscheint im Zeitlichkeitverlag, Herausgeber ist B. Claus DeFuyard. Zum Blog des Kulturflüchters geht es hier

Steglitz stellt Samy Wiltschek mit „Kulturblog der Buchhandlung Jastram“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm bloggt. Dass wir ihn mitsamt seinem Kulturblog ein wenig näher kennenlernen sollten, hatte JuneAutumn vorgeschlagen, die 1001 Bücher pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Lest Bücher nicht T-Shirts  © Samy Wiltschek

Lest Bücher nicht T-Shirts © Samy Wiltschek

Ein Silvesterkind aus dem Jahre 1958 mit einem Arbeitslosenstudium (Grundschullehrer) und seit 1983 Buchhändler in Ulm. Durch die beiden Kinder und dem Enkelkind nie den Kontakt zu Bild-, Kinder- und Jugendbüchern verloren, wobei ich gerne in neue Romane abtauche und mir die halbjährlichen Büchertsunamis schwer zu schaffen machen.

Ein Rettungsanker: Täglich vor dem Frühstück 10 Seiten in einem Klassiker lesen. Somit schaffe ich auch Tolstois Anna Karenina.

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Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich denke, es ist das dritte Jahr. Begonnen hat es mit Jastram Kulturblog, mit täglichen Verlinkungen auf facebook. Danach kam noch das Bilderblog der Jastramwelt dazu. Im Moment gibt es zu unserer Sommeraktion noch Jastrampixi.

Ich denke, das reicht. Uff!

Deine Themenschwerpunkte …

Ich bin Buchhändler, habe eine kleine, literarische Buchhandlung. Das genau ist der Inhalt dieser Blogs. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber: das reicht auch!

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich bin immer auf der Suche nach Neuem und sitze mitten drin in der Bücherwelt und habe meinen Lieblingsberuf. Mich interessieren nicht Querelen bei Suhrkamp, oder wer wo was wie und wann macht. Lieber lese ich Bücher und kann die dann auch verkaufen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Was ich gemerkt habe: Ich brauche einen langen Atem. Es spricht sich einfach rum.

Die Blogs sind eine Erweiterung des Buchlandens. Weitere Schaufenster, an denen Interessierte vorbeibummeln können. Ich bin auch nicht auf Freundesammeln bei facebook aus. Ich denke, wer Lust auf die Seiten hat, wem die Seiten gefallen, schaut immer wieder rein und findet die Buchhandlung auch hier wieder.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Oh je. Ich für mich passe auf, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne und dass die Blogs nicht zu einer Selbstinzensierung werden. Bücher sollen bei mir im Vordergrund stehen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Langer Atem. Und hin und wieder bei anderen Bloggern reinschauen (mach ich zu wenig, da ich keine Zeit dafür habe), dabei lerne ich so viel.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Ach! Z.B.wenn ein Verlag sich meldet und meinen Beitrag, den er gerade gegoogelt hat, prima findet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ist bei mir noch nie passiert. Ich fordere auch keine an und schicke den Verlagen auch keine Infos, wenn ich ein Buch von ihnen gebloggt habe. Wenn mir jemand etwas schicken sollte, prüfe ich erst ob es mir persönlich gefällt.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

s.o.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich habe seit Jahren selbst einen SONY-Reader, den ich immer wieder benutze. Auf Reisen, oder in letzter Zeit auch für Leseexemplare, oder Leseproben, die die Verlag verschicken. Das erspart mir das Entsorgen von Altpapier. Im Laden verkaufen wir Reader und bieten über unsere Plattformen E-Books an.

Aber das ist ein anderes, sehr heikles Thema, über das ich gar nicht groß nachdenken mag.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Da ich mich aus Zeitgründen nicht oft und lange im Netz bewege und meine Lieblingsblogs, denen ich folge, hier schon erwähnt worden sind, möchte ich zwei erwähnen, die ganz gut in die Reihe passen könnten.

Zum einen Verenas Welt der Jugendbücher. Verena (wir kennen uns nicht) arbeitet in der Buchhandlung Ravensbuch in Ravensburg und bespricht auf ihrem Blog Kinder- und Jugendbücher. Nicht, dass alles, was sie bespricht mir auch zusagt, aber die persönlichen Besprechungen helfen mir sehr in der Flut von Jugendbüchern, von den ich oft wenig Ahnung habe, wenn es dann auch um Fantasy und ähnliches geht. – Den Stab würde ich gerne an Verena weiterreichen.

Und: WordBrooklyn. Diese kleine und extrem rührige unabhängige Buchhandlung habe ich in Brooklyn kennengelernt, mehrfach besucht und auch schon im Buchmarkt darüber geschrieben. Same same but different. Ich habe einiges von den Mädels dort übernommen und bin begeistert, wie die sich in der Bücherwelt tummeln.

Danke sehr, Samy. Fein, dass ein Buchhändler zu Wort gekommen ist – eine Buchhändlerin haben wir hier ja bereits kennengelernt…

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Zuletzt haben sich Evelyn und Miriam mit Dreaming till Midnight vorgestellt. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Evelyn mit „Dreaming till Midnight“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Bianka Boyke pflegt jungesbuch; neuerdings gemeinsam mit einer Jugendredaktion, der auch Evelyn angehört. Bianka schlug vor, dass wir etwas mehr über die 19-Jährige erfahren sollten, die gemeinsam mit ihrer 16-jährigen Schwester Miriam Dreaming till Midnight pflegt.

Euer Steckbrief in Stichworten …

Evelyn (19), Hobbyschreiberin, bald Auszubildende im Verlagswesen, und Miriam (16), Künstlerin, noch Schülerin – Schwestern, die seit einer Weile gemeinsam bloggen.

Unser Blog heißt Dreaming till Midnight und verknüpft (Jugend-)Literatur und Kunst.

Seit wann, warum und wo bloggt Ihr?

Ich blogge seit November 2012. Einige Monate zuvor hatte ich die Büchercommunity Lovelybooks für mich entdeckt und vor allem durch Leserunden begonnen, regelmäßig zu rezensieren. Als es zunehmend mehr wurde, dachte ich mir: Warum nicht einen eigenen Blog eröffnen? – und holte mir meine Schwester ins Boot, um aus Dreaming till Midnight etwas Besonderes zu machen.

Wir sind bei Blogger, aus dem einfachen Grund, dass ich mich nicht auskannte und als erstes darauf gestoßen bin. Sind damit bisher auch immer gut zurechtgekommen.

der Blog-Header zeigt Evelyn und Miriam © Dreaming till Midnight

der Blog-Header zeigt Evelyn und Miriam © Dreaming till Midnight

Eure Themenschwerpunkte …

Auf Dreaming till Midnight erscheinen meine Buchrezensionen, insbesondere aus den Bereichen Fantasy/Romantasy, Dystopie und Jugendbuch. Miriam lädt ihre Kunstwerke hoch, hauptsächlich Porträts. Sie zeichnet Stars und Autorinnen, Buchcharaktere und auf Wunsch auch die Leser unseres Blogs.

Was treibt Euch in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich frage mich manchmal, ob das Marketing eine größere Rolle spielt als eine Geschichte selbst, wenn es darum geht, ein Buch an die Leser zu bringen. In letzter Zeit haben mich lange im Voraus angekündigte Spitzentitel oft eher mäßig begeistern können, während weniger beworbene Bücher sehr gut ankommen könnten, aber einfach nicht bekannt sind. So werden z.B. oft nur Teile brillanter Reihen übersetzt, nur weil die ersten Bände keine hohen Verkaufszahlen erreichen. Das ist sehr schade.

Interessant, aber auch ein wenig traurig, zu beobachten finde ich, dass es, wie fast überall, auch auf dem Büchermarkt starke Trends gibt – ein Vorteil, wenn man selbst etwas damit anfangen kann, aber nachteilig, wenn es um Vielfalt und individuellen Geschmack geht.

Wie macht Ihr Euer Blog und die Beiträge bekannt?

Wirklich geworben haben wir für unseren Blog eigentlich noch nie. Unsere (bisher dementsprechend eher kleine) Leserzahl setzt sich aus denen zusammen, die zufällig darauf gestoßen sind oder die über Bücher-/Kunstplattformen auf uns aufmerksam geworden sind, wo unsere Webadresse in unseren Profilen vermerkt ist.

Man kann uns über GFC und Blog-Connect folgen. Seit Kurzem informiere ich über neue Posts auch auf Facebook, was allerdings bisher weniger erfolgreich läuft.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Blogger sollten mit ihren Blogs nicht irgendwelche Profitgedanken verfolgen (z.B. nur bloggen, um kostenfreie Rezensionsexemplare zu bekommen, die sich dann stapeln und eher knapp und lieblos besprochen werden). Kreativität, Begeisterung für die Themen und Austausch stehen im Vordergrund – aber das ist für viele zum Glück genauso selbstverständlich wie für mich.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Große Hürden sind mir beim Bloggen eigentlich noch nicht begegnet. Seinen Blog bei der Vielzahl von Angeboten, die es zurzeit gibt, aus der Versenkung zu holen und Leser zu gewinnen, ohne sich marktschreiermäßig anzupreisen, ist manchmal nicht leicht, aber ich denke, wenn jemand aus Leidenschaft bloggt, zeigt sich das auch nach außen und weckt Interesse.

Euer schönstes Erlebnis als Blogger …

Eines meiner bisherigen Blogger-Highlights war Biankas Anfrage, ob ich für jungesbuch rezensieren wollen würde, weil ihr meine Rezensionen gefielen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ein schönes Erlebnis für Miriam war sicher, dass uns die Autorin Antje Wagner wenige Stunden, nachdem sie ein Porträt von ihr gepostet hatte, anschrieb und sich bei ihr bedankte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist bisher nicht direkt vorgekommen. Ich erhalte häufig Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden, Bloggeraktionen oder für Besprechungen auf jungesbuch, achte aber darauf, dass ich nicht zu viel auf einmal zu rezensieren habe und nehme nur an, was ich wirklich gern lesen möchte.

Rezensionsexemplare im Allgemeinen sind für mich als Schülerin bzw. bald Auszubildende eine gute Option, weil sie die Möglichkeit bieten, zu tun, was man gerne macht, ohne übermäßig viel Geld hinein investieren zu müssen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich würde mir auf jeden Fall ansehen, worum genau es sich handelt und dann entscheiden, ob es mich interessiert. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich was Self-Publisher angeht, meine Vorurteile habe. Häufig scheint einfach eine gewisse Professionalität zu fehlen, selbst wenn es nur um Rechtschreibung geht.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Das Thema E-Book hat für mich lange Zeit nicht zur Diskussion gestanden. Ich habe darauf bestanden, dass ein Buch nur dann ein Buch ist, wenn es Seiten aus Papier hat. Inzwischen denke ich, dass es eine gute Alternative für Vielleser sein kann, aus Geld- und ganz einfach auch aus Platzgründen. Dennoch wird es die „echten“ Bücher für mich nie ersetzen können und damit, auf einem Bildschirm zu lesen, habe ich mich bisher nicht anfreunden können.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5)?

Im Laufe der Zeit haben sich viele Blogs angesammelt, bei denen ich gerne reinschaue, größtenteils Jugendbuchblogs. Seit Bianka die Jugendredaktion ins Leben gerufen hat, folge ich den anderen Mitgliedern, aber wir wurden ja alle schon von ihr genannt :-)

Hier also vier andere sehr empfehlenswerte Blogs, bei denen sich jeder Besuch lohnt:

Books a Week von Jessi, LEBENSWERT von Dagmar, Lilienlicht von Diana und last but not least Mandy mit Mandys Bücherecke.

Vielen Dank Evelyn – und weiterhin viel Spaß beim Bloggen und Glück auf als junge Auszubildende im Verlagswesen.

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Zuletzt stellte sich Norbert W. Schlinkert mit Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war Andreas Wolf mit seinem Sichten und Ordnen. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Norbert W. Schlinkert mit „Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir heute Norbert mitsamt dessen Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen näher kennenlernen, hatte Phyllies Kiehl aka Miss TT vorgeschlagen, die Tainted Talents pflegt.

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Ich darf mich vorstellen, mich und mein Blog! Das freut mich! Ich darf Fragen beantworten. Das tue ich gerne, wirklich! So habe ich zum Beispiel auf meinem Blog, der zugleich natürlich Website ist und allerlei Literarisches und Künstlerisches beinhaltet, nur für mich allein und die Welt den berühmten Fragebogen nach Marcel Proust durchgeackert – auf die Frage nach meinem Lieblingsvogel habe ich „Donald Duck“ geantwortet, was ich vollkommen ernst meine. Man sieht schon, ich komme womöglich ins Schwadronieren, doch da ich das angeblich laut Miss TT so gut kann und eben deswegen hier von mir sprechen darf, sehe ich auch keinen Grund, mich zu beherrschen. Selbstredend werde ich also all die Fragen brav und wie gesagt gerne beantworten, den gleich zu Beginn geforderten Steckbrief aber hefte ich lieber ganz unten an, nicht damit sich die Leute bücken müssen, sondern allein deswegen, damit die Faktenlage nicht den Blick vernebelt, wo ich mich denn schon einmal vor Sie und Euch alle hinstelle. Immanuel Kant wählte, wenn ich das einmal kurz anmerken darf, als Motto für seine Kritik der reinen Vernunft übrigens noch das „De nobis ipsis silemus“, „Was uns selbst angeht, so schweigen wir“, er übernahm diesen Vorsatz von Francis Bacon, doch eben dies beherzigen naturgemäß die wenigsten Blogger (um dieses häßliche Wort einmal zu benutzen), selbst ich nicht. Nun aber zu den Fragen, denn schließlich handelt es sich um ein Interview.

Seit wann und warum ich blogge? Nun, meine Website gibt es seit September 2009, dort habe ich zunächst fortlaufende Monatsbriefe geschrieben, die mit dem Ende des jeweiligen Monats beendet und fix und fertig waren. Die Resonanz war, da sich ja niemand auf meiner Seite äußern konnte, mathematisch genau gleich Null. Mit der Bloggerei (um dieses häßliche Wort einmal zu benutzen) begann ich dann am 11. Oktober 2011. Wie war noch mal die Frage? Ach ja, warum tue ich mir und der Welt das an? Imgrunde, weil ich, und das ist die Wahrheit, literarisch und also künstlerisch arbeite und mich weder von einer Null, und sei sie kugelrund, noch von sonstigen Umständen davon abhalten lassen will, der Welt die Möglichkeit zu geben, mich und meine Arbeit zu entdecken, und natürlich ist das Schreiben in einem Blog eben auch die Sache selbst und nicht nur deren Darstellung, die ich übrigens lieber „Fabulieren“ schimpfe, wenn man mir denn schon mit Fremdwörtern kommt. Damit wäre die Frage wohl eigentlich beantwortet, ist sie aber nicht, denn ich möchte mich in Sachen literarisches Weblog auf den vielleicht größten deutschsprachigen Essayisten und Romancier berufen, nämlich Robert Musil, der ein kleines Bändchen selbst herausgab, betitelt mit Nachlaß zu Lebzeiten. Im Vorwort schrieb er, ich darf zitieren: „Warum Nachlaß? Warum zu Lebzeiten? Es gibt dichterische Hinterlassenschaften, die große Geschenke sind; aber in der Regel haben Nachlässe eine verdächtige Ähnlichkeit mit Ausverkäufen wegen Auflösung des Geschäfts und mit Billigergeben. (…): ich habe jedenfalls beschlossen, die Herausgabe des meinen zu verhindern, ehe es soweit kommt, daß ich das nicht mehr tun kann. Und das verläßlichste Mittel dazu ist, daß man ihn selbst bei Lebzeiten herausgibt; mag das nun jedem einleuchten oder nicht.“ Eben dies, das im besten Fall sofortige, vor dem eigenen Ableben stattfindende Veröffentlichen literarischer Ergüsse scheint mir also das Wesen literarischer Weblogs ganz wesentlich auszumachen, wie ich das auch in einem bescheidenen kurzen Essay, in der Kürze liegt die Würze, nicht wahr!, darlegte.

Meine Themenschwerpunkte?

Warum „schwer“? Ich denke, es ist eine besondere und im deutschen Sprachraum nach wie vor eher unterbelichtete Kunst, das Schwere leichter zu machen, als es eigentlich ist – und auch dafür ist ein Weblog gut geeignet, denke ich, denn die Schwere, die Seriösität des gedruckten Werkes fehlt ihm, wohingegen die Leichtigkeit des Gesprächs ihm zu eigen sein kann, so wie wir hier ja jetzt auch locker plaudern. Wenn man so will, ist auf die Kritik des Sokrates am Buch, am gedruckten Wort, daß nämlich ein Buch nicht antworten kann, während auf der Agora wirkliche Gespräche geführt werden können, endlich eine adäquate Antwort gefunden worden, daß nämlich heute beides im öffentlichen Raum möglich ist, das Gespräch und auch das festgeschriebene Wort. Auch einem Heraklit mit seinem „Panta rhei“, „alles fließt“, ist entgegenzuhalten, wie sehr er recht hat, wenngleich zu bedenken ist, daß eben das Fließende auch etwas zu tragen vermag. Aber ich will nicht philosophieren, das liegt mir nicht. Mein Thema jedenfalls ist die Literatur im engeren Sinne als Erzähltes und im weiteren Sinne als die Kunst, über die ich mir am meisten Gedanken mache und mit der ich emotional aber sowas von eng verbunden bin! Nächste Frage bitte!

Ich darf mich hier tatsächlich einschalten, ja!? Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Gute Frage, denn das (Her)Umtreiben ist ja das Wesen der Literatur, siehe Sokrates und Heraklit. Mich treibt im Moment um, erstens meinen Roman in Kürze (ein vielbesuchter Ort, scheint mir, einige verschlägt es auch nach Bälde) zu vollenden, wobei das „erstens“ Quatsch ist, denn das ist das Einzige, was mich im Moment wirklich umtreibt, schon seit ich damals (2010) den noch im Stadium der Frühreife steckenden Text während eines Aufenthaltstipendiums in Schöppingen entscheidend vorantrieb. Es handelt sich, und da mag der Eine oder die Andere all die ganzen Vorurteile mal beiseitelassen, um einen historischen Roman, der Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts verzeitigt ist; geschrieben ist er, wenn man so will, ganz im Sinne Alfred Döblins, der für den modernen Roman „Tatsachenphantasie“ forderte, was wohl auch ein Halldór Laxness so gesehen hat, wenn ich das mal anmerken darf. Jedenfalls muß das Ding raus in die Welt, auch in die des Literaturbetriebs!!! Nächste Frage, bitte.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Vielleicht sollte ein Blogger eben dies unterlassen, nämlich sein Blog und seine Beiträge bekannt zu machen! Das wirkt so unbescheiden. Andererseits sind wir alle keine Bacons oder Kants, und ein bißchen trommeln schadet nicht, denn sonst kann man sich ja gleich den anonymen Bloggern anschließen. Ja, was tue ich also zum Bekanntwerden? Eigentlich tue ich nicht viel, wichtig aber war sicherlich, mich Litblogs.net angeschlossen zu haben, ich fragte bescheiden an und man bat mich herein, während ich ansonsten mit Klarnamen (und dementsprechender Verlinkung auf meine Seite) hier und da und auch mal recht ausführlich kommentiere, was natürlich Interesse zu wecken vermag.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ein Blogger muß sich trauen und jedes Wegducken vermeiden, denn es ist wie beim Hindernislauf, meistens muß man über die Hindernisse hinweg, drunterher zu kriechen gildet meist nicht! Eigentliche Schwierigkeiten sehe ich nicht, Gefahren allerdings schon, denn wer sich offen äußert ist anonymen Drunterherkriechern auch schon mal ein willkommenes Angriffsziel, aber da können andere Blogger ganz andere Liedchen singen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Da schließe ich mich ganz Alban Nikolai Herbst an, denn tatsächlich habe ich über das Bloggen und das dadurch angeregte Auftauchen im Schnittpunkt von Raum und Zeit Freundschaften schließen können, die ohne meine und der anderen Webpräsenz wohl nicht möglich gewesen wären, weil man einfach immer aneinander vorbei hätte laufen können – man stelle sich das vor, diese Lauferei!

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich habe ein Buch recht ausführlich auf meiner Website rezensiert, eine durchaus wichtige Wiederentdeckung einer vergessenen Autorin. Ein weiteres Buch eben dieses guten kleinen Verlages liegt hier noch, verbunden mit der eher lockeren Erwartung, etwas darüber zu schreiben, was aber noch dauern kann, denn wie gesagt, mein Roman fordert mich. Eigentlich aber würde ich eher keine Rezensionen schreiben wollen, das ist nicht so ganz mein Ding und ich weiß auch nicht, ob die Welt Rezensionen wirklich braucht – aber das kann man ja auf der Agora mal diskutieren, wenn man denn unbedingt will.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich würde es nicht tun, glaube ich, doch da das ohnehin niemand machen wird, sage ich noch einschränkend dazu, vielleicht täte ich es, käme nur, auch im Falle einer nicht so positiven Rezension, ordentlich Schotter dabei raus. Sicher aber wäre es besser, so ein Werk würde mir vorher gegen Knete zum Lektorieren vorgelegt, denn dann ist die Chance auf eine Win-Win-Situation sicher größer.

Und wie hältst du es mit dem E-Book?

Sagen wir mal so: ich beurteile seit Kindheitstagen nahezu alles nach ästhetischen Gesichtspunkten unter Einsatz aller Sinne, ich rieche etwa gute Zigarren oder Whiskys/Whiskeys ebenso gerne wie richtige Bücher, frische Ölbilder, noch warme Motorradmotoren, Wald und Wiese und … das führte jetzt zu weit, ich höre gerne wunderbare Musik, lausche dem Rauschen der Bäume, sehe gerne schöne Landschaften aller Art und so weiter und so weiter. Auch ein Text, bei dem sich mir Schönes auftut, ist eine ästhetische Offenbarung, und da ist es gleich, in welcher Form er daherkommt, aber eben, eigentlich, nur fast. Mir sind die E-Books und auch die anderen Lesedinger einfach zu häßlich und ja auch nach kurzem Gebrauch oft irgendwie unschön verdreckt, sollten aber parallel zum Buch durchaus ihren Platz haben, denn gewisse Vorteile liegen ja auf der Hand, wenn ich auch auf dem Bildschirm nicht blättern, sondern lesen will wie bei einer Schriftrolle, so wie das im Netz ja eigentlich (noch) üblich ist – vielleicht gibt es ja dafür bald so kleine Scrollrädchen an den E-Books, das fände ich stimmiger. (Oder gibt’s das schon?) Wichtig erscheint mir noch, und das finde ich sehr gut, daß das E-Book das Veröffentlichen von Texten wahrscheinlicher macht, die ansonsten etwa der „falschen“ Länge wegen nicht veröffentlicht würden.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Wer als nächstes hier zu Wort kommen soll, das war mir sofort klar, nämlich Andreas Wolf mit seinem Sichten und Ordnen , ein Blog, das ich sehr mag, weil dort Literatur unverkrampft und klar im besten Sinne des Wortes erscheint, mal als lesenswerte kleine Geschichte und mal gesprächsweise. Jetzt kann ich noch fünf Blogs empfehlen, oder? Oje. Auf meiner Website steht „Ich lese übrigens in den folgenden Blogs und empfehle sie ausdrücklich.“ Allesamt haben sich bei SteglitzMind bereits vorgestellt. Nämlich: Phyllies Kiehl aka Miss TT mit Tainted Talents, Alban Nikolai Herbst mit Die Dschungel. Anderswelt, Jutta S. Piveckova aka Melusine Barby mit Gleisbauarbeiten und Guido Rohm mit Guido Rohms gestammelte Notizen.

Sichten und Ordnen steht da natürlich auch noch. Jedenfalls bleibe ich bei diesen Empfehlungen und verweise einfach auf die Empfehlungen dieser Blogbetreiber:innen und möchte überhaupt sagen, daß das Selbersuchen oft lohnt. Sódele!

Nix mit sódele! Es fehlt noch dein Steckbrief…

Ach ja, hatte ich vollkommen vergessen. Okay, ich versuch’s. Voilà!

Steckbrief:

Geboren wurde Norbert W. Schlinkert in Schwerte im wunderbaren Jahr 1964; er vollbrachte in jungen Jahren eine Tischlerlehre und holte sich wenige Jahre darauf das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, studierte wiederum Jahre später Kulturwissenschaft / Ästhetik und Theaterwissenschaft / Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-Universität zu Berlin, veröffentlichte 2005 seine Studie Wanderer in Absurdistan. Novalis, Nietzsche, Beckett, Bernhard und der ganze Rest (Königshausen & Neumann) und wurde 2009 mit seiner Studie Das sich selbst erhellende Bewußtsein als poetisches Ich. Von Adam Bernd zu Karl Philipp Moritz, von Jean Paul zu Sören Kierkegaard promoviert; das Buch erschien Ende 2010 im Wehrhahn-Verlag. Hier und da kam es zu kleineren literarischen Veröffentlichungen, etwa story banal (1998) oder Das Wannenbad (Kurzgeschichte; in: SIC, Zeitschrift für Literatur Nr. 4, 2009). Im Jahr 2010 wurde ihm für sein Romanprojekt ein Aufenthaltsstipendium des Künstlerdorfes Schöppingen zugesprochen. Seit Oktober 2011 ist sein literarisches Weblog Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen auf Sendung und Empfang gestellt.

So, da stecke ich also! Ich würde aber noch gerne, da ich ja auch lange intensiv als bildender Künstler unterwegs war, ein kleines Objekt präsentieren, das sozusagen am Schnittpunkt meiner Interessen und Leidenschaften entstanden ist und bis heute eines meiner liebsten Kunstwerke darstellt. Es heißt schlicht Poesie, und so sieht es aus.

Poesie, 1996, 20 x 30 x 10 cm, Holz, Papier, Streichholzschachteln, © Norbert W. Schlinkert

Poesie, 1996, 20 x 30 x 10 cm, Holz, Papier, Streichholzschachteln, © Norbert W. Schlinkert

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Wer auf Norberts Roman neugierig geworden ist, kann sich hier kundig machen.

Zuletzt stellte sich Sophia Mandelbaum mit Ze Zurrealism itzelf vor. Ihr Wunsch-Interviewpartner war Stefan Mensch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Sophia Mandelbaum mit „ZE ZURREALISM ITZELF“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass heute Sophia Mandelbaum mit Ze Zurrealism itzelf zu Wort kommt, haben wir Alban Nikolai Herbst zu danken, der das literarische Weblog Die Dschungel. Anderswelt pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ich bin ironisch gemeint.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Meine erste Internetheimat war jetzt.de; ich richtete mir eine kleine, gemütliche Seite ein, veröffentlichte meine ersten Texte und freute mich am regen Austausch mit anderen. Auch wenn es keine ganz „eigene“ Seite war, so markierte diese Zeit den Anfang meines Schreibens im Netz. Meine Texte sollten Erkennungsmerkmal sein: ich wollte Menschen begegnen, die mir ähnelten, und doch viel besser waren als ich. Klüger und schöner, in sich gekehrt, zurück genommen, sehr belesen und jenseits der “Normalität” mit ihren Konkurrenz- und Partyprinzipien. Alle hätten sie harte Zeiten hinter sich, wirklich harte Zeiten, nicht die Erinnerung an den zu Kindertagen verstorbenen Goldhamster und ein paar kleine Sonntagsmelancholien. Sie hätten gelitten, und sie hätten daraus gelernt, sie wären besser geworden.

Sophia Mandelbaum © Schall und Schnabel

Sophia Mandelbaum © Schall und Schnabel

Deine Themenschwerpunkte …

Nicht ankommen können. Und die Sehnsucht (ich weiß: ein schlimmes, ein abgegriffenes Wort) nach Heimat.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich versuche, so wenig wie möglich Teil des Betriebs zu sein, denn ich glaube, dass er sehr gefräßig sein kann. Lesen hat für mich mit Intimität zu tun; ich habe nicht das Bedürfnis, einem Autor dabei zuzuschauen oder zuzuhören, wie er Textpassagen ins anonyme Publikum hinein vorträgt. Eine Freundin von mir sagte mal: „Dana geht auf keine Lesung, nicht mal auf ihre eigene.“

Eigentlich lese ich gern vor – aber ich wünsche mir dabei Intimität. Wer meine Texte anhören mag, kann das z.B. bei soundcloud tun: für sich, in seinem ganz privaten Raum. Zu wissen, dass sich jemand Zeit und Ruhe nimmt, um mir zuzuhören, bedeutet mir mehr, als zu festgesetzten Zeiten in einer Stadtteilbibliothek vor einer Horde Fremder zu sitzen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Wenn es Neues gibt, verweise ich bei twitter  oder auf facebook darauf.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich glaube, Kommerzialisierung wäre kein guter Schritt.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Man muss sich bewusst sein, dass die wenigsten Leser zwischen dem „Ich“ im Text und dem realen Ich unterscheiden. Und dass es Leser gibt, die glauben, ein Anrecht nicht nur auf Inhalte, sondern auch auf dieses reale Ich zu haben. Dieses Phänomen habe ich lange unterschätzt, bis ich an einen Stalker geraten bin, der jede meiner Äußerungen im Netz, ob es ein gepostetes Lied oder ein Text war, komplett auf sich bezogen hat: auf seine Idee, ich sei heimlich in ihn verliebt und würde ihm mit meinen Veröffentlichungen Zeichen geben – ein Mensch, den ich nicht kannte, dem ich nie begegnet war.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Am schönsten ist es, wenn mich Kommentare oder Mails erreichen von Menschen, für die meine Texte Bereicherung sein konnten. Unterschiedlichste Leser füllen die Leerstellen meiner Sprache mit ihrer eigenen Geschichte. Das ist, was ich mir wünsche: berühren zu können. Und man kann jemanden nicht berühren, wenn er nicht seinen Teil dazu beiträgt.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich arbeite ja u.a. als Rezensentin und bin immer offen für Vorschläge, die sich bei den Medien, für die ich tätig bin, unterbringen lassen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Siehe oben :-)

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich glaube, dass es eine sinnvolle Zusatzoption darstellt, dass es auf Reisen sehr erleichternd sein kann, eine größere Auswahl von Herzbüchern mitnehmen zu können, ohne sich den Rücken zu ruinieren. Aber letztlich zähle ich zu den oldschool-Menschen, die auf die Haptik von Print nicht verzichten wollen.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die meisten fallen aus klassischen Blog-Definitionen heraus, sind aber nichtsdestotrotz ein großartiges Erlebnis:

-  Ann Cottens Glossarattrappen

- Annina Luzie Schmids Projekt Words on a watch

- Andreas Louis Seyerlein: particles

- Ron Winkler

Einer der lesewütigsten Menschen, die ich kenne, heißt Stefan Mesch. Der muss hier unbedingt zu Wort kommen!

Danke sehr, Sophia – und zudem eine feine Idee, Stefan zu bitten …

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Zuletzt stellte sich die 16-jährige Filo mit ihrem Blog Filos Bücheruniversum vor. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Filo mit „Filos Bücheruniversum“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Bianka Boyke pflegt jungesbuch; neuerdings gemeinsam mit einer Jugendredaktion, der auch Filo angehört. Bianka schlug vor, dass wir etwas mehr über die 16-jährige Schülerin und ihr Blog Filos Bücheruniversum erfahren sollten. Nun freue mich, dass sich heute eine junge Nachwuchs-Bloggerin präsentiert.

Dein Steckbrief in Stichworten…

- geboren am 25.12.1996, also ein richtiges Weihnachtskind ;-)
- gehe noch zur Schule, aber in 2 Jahren bin ich dann auch endlich mit dem Abi durch
- mein Blog Filos Bücheruniversum bereitet mir mit jedem Tag mehr Spaß

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge mittlerweile seit starken 9 Monaten, was nicht viel erscheint im Vergleich mit manch alten Hasen. Trotzdem bin ich stolz darauf und hoffe, dass ich meinen Blog noch lange weiterführen kann. Denn der Hauptgrund, warum ich mit dem Bloggen angefangen habe, ist nun mal der Spaß am Rezensionen schreiben und die Freude, mit anderen Lesebegeisterten in Kontakt zu treten. Und jeder weitere Lebenstag meines Blogs macht mir nur noch mehr Lust daran. Die Leute, die ich über den Blog kennen gelernt habe, sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Header © Filo

Header © Filo

Für Blogspot habe ich mich als total Unerfahrene in diesem Bereich entschieden, da es mir einfach vom technischen her am einfachsten erschien. Außerdem wusste ich auch kaum von anderen Plattformen, da die meisten Blogs, die ich zu diesem Zeitpunkt kannte, alle über Blogspot liefen.

Deine Themenschwerpunkte…

Mein größter Themenschwerpunkt sind natürlich Bücher. Rezensionen, ob dieses oder jenes Buch empfehlenswert ist, prägen mein Bücheruniversum. Dazu liebe ich es aber auch, mit meinen Lesern in Kontakt zu treten, so dass ich des Öfteren auch mal meine Meinung zu Buchthemen im Allgemeinen abgebe und die Leser dazu auffordere, ihre Meinung zu diesem Thema zu sagen.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb, derzeit besonders um?

Ich finde es gerade besonders spannend, neue Genre für mich zu entdecken. Nachdem der Jugendbuchbereich zurzeit nur so mit Dystopien überschwemmt wird, brauche ich davon mal etwas Abwechslung. Daher lese ich nun auch immer wieder mal einen Thriller und habe auch schon Science Fiction getestet, was mich aber nicht wirklich einnehmen konnte.

Wie machst du den Blog und deine Beiträge bekannt?


Da verfolge ich ehrlich gesagt keine besondere Strategie. Von Anfang an habe ich nicht wirklich Werbung für meinen Blog gemacht. Dass immer mehr Leute zu meinem Blog finden, ist einfach so ins Rollen gekommen. Hauptsächlich beschränkt sich meine Art von “Werbung” nämlich nur darauf, dass ich auch gerne auf anderen Blogs kommentiere und auf ein paar Literturplattformen aktiv bin.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?


Zu viel über sein Privatleben erzählen. Schließlich wird alles, was man im Internet schreibt, für immer dort zu lesen sein. Außerdem sollte man immer eine angemessene Sprache benutzen und nicht aggressiv oder beleidigend schreiben.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?


Besonders am Anfang ist wohl die größte Schwierigkeit die Technik. Vor meiner Bloggerzeit hatte ich keine Ahnung von HTML, Javascript und Co. Und auch jetzt bin ich längst noch kein Profi darin. Um aber einen ansprechenden Blog zu haben, muss man sich diese Fähigkeiten wenigstens ein bisschen aneignen. Zum Glück finden sich dazu im Internet viele hilfreiche Seiten, mit deren Hilfe man sich das technische Know-how beibringen kann.
Eine andere Hürde ist das Bekanntwerden, das Herausstechen aus der Masse. Das gestaltet sich viel schwieriger, weil es dafür keine seitenlangen Anleitungen gibt. Man muss für seinen Blog das gewisse Etwas finden und das ist gar nicht so leicht.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…


Eigentlich ist meine gesamte Bloggerzeit ein schönes Erlebnis, aber vor nicht allzu langer Zeit hatte ich doch so etwas wie den allerschönsten Moment. Kurz vor der Buchmesse gewann ich nämlich durch eine Rezension zum Buch “Und keiner wird dich kennen” von Blogg dein Buch und dem Beltz & Gelberg Verlag einen Wettbewerb und bin nun “Beltz & Gelberg Buchblogger 2013″. Das allein hat mich natürlich schon sehr gefreut, aber zum schönsten Moment macht es das noch nicht. Richtig glücklich haben mich nämlich die Reaktionen darauf gemacht. Ich habe sehr viele Glückwünsche erhalten, unter den Kommentaren waren aber auch einige, die mich noch mehr gefreut haben als der tatsächliche Gewinn: ernst gemeintes Lob und so liebe Worte, die mir für eine ganze Weile ein großes Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Wie sollte ich damit groß umgehen? Ich freue mich, dass meine Arbeit auf dem Blog anerkannt wird, so dass ich für Rezensionsanfragen in Frage komme. Es ist ein tolles Gefühl zu sehen, dass das, was man tut, gut ankommt. Und wenn mich das Buch interessiert, dann will ich es natürlich auch gerne lesen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Da das durchaus schon passiert ist, brauche ich hier gar nicht im Konjunktiv schreiben. Wenn mir ein Self-Publisher ein Rezensionsexemplar anbietet, schaue ich es mir genauso wie die Titel aus den großen Verlagen an. Spricht mich der Klappentext, das Cover und die Idee des Buches an, kümmert es mich nicht, wie das Buch veröffentlicht wurde.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

E-Books sind für mich definitiv keine Alternative zum gedruckten Buch, aber eine schöne Ergänzung. Gerade wenn man unterwegs ist, ist ein E-Book deutlich praktischer. Ich habe daher auf meinem Handy einen E-Book-Reader. Viel häufiger und lieber halte ich aber ein gedrucktes Buch in der Hand, das raschelnde Papier und der Duft von frisch gedruckten Seiten kann einfach durch nichts ersetzt werden.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5)?

Sich auf 5 zu beschränken ist wirklich nicht einfach. Aber wirklich zu empfehlen sind diese 5 Blogs, die ich nicht mehr missen möchte: Buchlabyrinth, Les Bookmoiselles, Keine Zeit für Langeweile, Mays Reviews und Lichtgold.

Danke Filo, deinen Antworten ist deutlich anzumerken, wie viel Freude dir das Bloggen über Bücher macht …

Es hat mir viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten ;-)

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Zuletzt stellte sich JuneAutumn mit 1001 Bücher vor. Ihr Wunsch-Interviewpartner war Samy vom Kulturblog der Buchhandlung Jastram. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt JuneAutumn mit „1001 Bücher“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Der Vorschlag, dass wir JuneAutumn und ihr Blog 1001 Bücher näher kennenlernen sollten, stammt von DocTotte, der Tottes kleines Literaturlexikon pflegt.

Dein Steckbrief in Worten…

Ehemalige Literaturstudentin, die an der Uni ihre Liebe zu den Büchern nicht ausleben konnte und auf der Suche nach anderen Möglichkeiten ist… Mein Traum ist es, irgendwann einmal meine Brötchen mit Büchern zu verdienen, also schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

Seit wann, warum und wo bloggst Du?

der Kopf dahinter © JuneAutumn

der Kopf dahinter © JuneAutumn

1001 Bücher gibt es seit anderthalb Jahren. Vorher habe ich einige Versuche gestartet, auf anderen Plattformen und mit gemischten Themen. Nun fühle ich mich aber bei WordPress sehr gut aufgehoben, da es leicht zu bedienen ist und eine große Community hat. Ich blogge, weil ich hoffte und nun weiß, dass da draußen noch andere sind, die genauso oder zumindest ähnlich denken wie ich. Das ist in einer Stadt, die hauptsächlich auf naturwissenschaftliche Studiengänge setzt, selten zu finden. Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Deine Themenschwerpunkte…

Das ist relativ einfach. Ich lese mich durch die “1001 Bücher, die man gelesen haben sollte, bevor man stirbt“. Das ist zwar nur eine von vielen Listen, aber ich habe mich für diese entschieden, weil sie so umfangreich ist. Dass immer noch vieles und vor allem viele Länder nicht vorhanden sind, stört zwar, kann aber kompensiert werden. Auf jeden Fall denke ich, dass man einen guten Eindruck erlangt und darauf aufbauend weiterlesen kann… Außerdem hat es mir schon immer geholfen, etwas Konkretes zu haben, das ich abarbeiten kann, so dass ich nicht unterwegs vom Weg abkomme…

Was treibt Dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Die Hypes. Ich kann nicht verstehen, dass es immer wieder eine Thematik gibt, die komplett ausgeschlachtet wird. Dabei scheint Qualität oder Anspruch keine große Rolle zu spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen, die sich nicht so sehr mit Literatur auseinandersetzen, ein sehr merkwürdiges Bild bekommen. Wäre Vielfalt nicht angebrachter?

Wie machst Du Deinen Blog und Deine Beiträge bekannt?

Tatsächlich nur über WordPress. Facebook und Twitter habe ich mal ausprobiert, dann aber für mich entschieden, dass ich nicht alles von mir preisgeben und vermarktet werden möchte. So besuche ich regelmäßig viele Blogs, like, was mir gefällt und kommentiere, wenn ich was dazu äußern möchte. Es klappt, ich habe mir eine schöne Gemeinschaft aufgebaut.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Das trifft einen wunden Punkt bei mir: Wenn ein Blogger nicht nachsieht, ob sein Beitrag ordentlich und fehlerfrei ist. Natürlich unterlaufen immer mal Tippfehler und dergleichen, und das am Monitor zu kontrollieren ist nicht immer einfach. Dennoch würde ich mir wünschen, dass jeder Verfasser noch einmal Korrektur liest, da ich es äußerst schade finde, wenn ein gut geschriebener Beitrag schlechter wird. Wenn ich zig Fehler sehe, höre ich auf zu lesen, und das ist manchmal äußerst ungerecht. Aber Sprache ist unser Werkzeug, und ich finde, es sollte korrekt angewandt werden. Und ich finde es auch fürchterlich, wenn ein Blogger ewig lange Texte verfasst – auch wenn ein Thema es durchaus verdient, intensiver behandelt zu werden. Aber solche Texte lese ich dann lieber in Papierform (klar, wo sollte ich die herbekommen?) als am PC.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Er muss Geduld und Ausdauer haben. Die Literaturbloggemeinde ist zwar sehr freundlich und heißt jeden neuen Blogger willkommen, aber es dauert trotzdem seine Zeit, bis man sich eine Community aufgebaut hat. Man sollte regelmäßig bloggen und den Kontakt halten, das heißt, auch verfolgen, was die anderen machen. Ich möchte aber noch sagen, dass es sehr schön ist, dass man auch mal eine schwächere Zeit haben kann, und einem trotzdem alle die Stange halten.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Da gibt es kein einzelnes Erlebnis. Ich freue mich, dazuzugehören, ich genieße den Austausch mit Gleichgesinnten, und auch die Möglichkeit solcher Interviews, die mehr von einer Person zeigen, finde ich klasse.

Wie gehst Du damit um, wenn Dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist dank der Natur meines Blogs noch nicht vorgekommen. Meine Leseliste besteht ja aus einer festen Reihe von Büchern, dementsprechend braucht niemand etwas anzubieten. Ich würde demgegenüber allerdings auch sehr skeptisch sein, da ich gerne unbefangen lesen und keine Verpflichtung zu einer positiven Bewertung eingehen möchte.

Und wie würdest Du damit umgehen, wenn Dir Self-Publisher ihre Titel anbieten würden?

Da würde ich grundsätzlich keinen großen Unterschied machen. Ich würde mir den Titel genau ansehen, aber auch hier keine Verpflichtung zu einer positiven Bewertung eingehen wollen.

Wie hältst Du es mit dem E-Book?

Ich kann den Nutzen sehen, den es hat. Und ich habe auch schon von mehreren Lesemuffeln gehört, die dank des E-Books wieder mehr lesen. Seine Existenz ist also okay für mich, aber ich möchte keins haben, da ich tatsächliche Bücher bevorzuge. Ich schleppe sie gerne mit mir rum, halte sie gerne in der Hand, blättere gerne tatsächliche Seiten um… Würde ich allerdings viel auf Reisen sein, würde ich zumindest mit dem Gedanken spielen, mir eines zuzulegen…

Welche anderen Blogs empfiehlst Du (max. 5)? Und welcher Blogger sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die meisten Blogs, die ich verfolge, sind schon mehrmals empfohlen worden. Ich habe auf meiner Seite Artikel verlinkt, die ich mag, so dass jeder sehen kann, was gerade passiert. Ich möchte Samy vom Kulturblog der Buchhandlung Jastram als Gesprächspartner empfehlen, da er täglich Neues aus der Bücher-, Musik- und Filmszene zu berichten hat, und das in einer sehr unterhaltenden Weise. Außerdem möchte ich mich bei DocTotte für die Überreichung des Staffelstabes bedanken.

Und ich danke dir, dass du den Stab angenommen hast und freue mich, dass du ihn an einen bloggenden Buchhändler weitergibst…

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Zuletzt stelle sich Alban Nikolai Herbst mit Die Dschungel. Anderswelt vor. Seine Wunsch-Interview-Partner waren Sophia Mandelbaum mit  Ze Zurrealism itzelf und Helmut Schulze mit parallalie. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

LiteraturFutur 24. / 25. Mai 2013 Sieben visuelle Schlaglichter mit Bonus “Lobo-Protuberanz”

Himmel über Itzum

Himmel über Itzum/Hildesheim © GvP

LitFortune - das Britzel-Quiz

LitFortune – das Britzel-Quiz © GvP

FuturLight

FuturLight © GvP

Lobo-Protuberanzen

Lobo-Protuberanzen © GvP

LitTec

LitTec © GvP

Laura Klatt, Hauke Hückstedt (Ex-Bison-Raucher)

FuturTalk mit Laura Klatt und Hauke Hückstedt (Ex-Bison-Raucher) © GvP

castrum LiteraturFuturums

castrum LiteraturFuturums (Domäne Marienburg, Kulturcampus der Universität Hildesheim) © GvP

Noch mehr Antworten auf die Frage: Sind bibliophile Blogger Nostalgiker?

Am 24./25. Mai findet LiteraturFutur in Hildesheim statt – und auch ich bin dabei. Konzipiert wurde das Format von Studenten der dortigen Universität, die sich mit Kreativem Schreiben, Kulturjournalismus und Kulturwissenschaften beschäftigen. Diskutiert wird über die Zukunft der Literatur und neue Formen der Literaturvermittlung unter digitalen Bedingungen. Gemeinsam mit eingeladenen Autorinnen und Autoren, Literaturvermittlern, Experten aus Verlagen und Agenturen wollen sie während der Veranstaltung versuchen, einige vorläufige Antworten zu finden.

© Litfutur Hildesheim 24./25 Mai 2013

© Litfutur Hildesheim 24./25 Mai 2013

Im Vorfeld der Hildesheimer Zusammenkunft führte Lew Weisz ein Interview mit mir – ein Schnipsel aus meiner langen Rede findet sich hier.

Unter anderem wollte die sympathische Studentin von mir wissen, ob bibliophile Blogger Nostalgiker sind. Da ich das selber gerne wissen möchte, habe ich nicht lange gefackelt und jene um ein Statement dazu gebeten, die bei der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“ dabei sind.

Seitdem ich die Frage, deren Sinnhaftigkeit sich nicht unbedingt auf Anhieb erschließt, an Bloggerinnen und Blogger weitergereicht habe, zieht sie im Netz Kreise. So machte sich hier Jost Renner darüber so seine  speziellen Gedanken, Stefan Mesch steuerte SteglitzMind einen Essay bei und den Krimi-Depeschen war die Frage sogar eine Extra-Nostalgie-Ausgabe wert.

Heute folgen weitere Stellungnahmen von elf Bloggerinnen und Bloggern, für die ich Euch herzlich danke sage!

Wenn ich durch ein Antiquariat laufe, spüre ich die Nostalgie an meinem Mantel zupfen. Dort stehen die Bücher oft bis hoch an die Decke und verströmen ihren eigenen Geruch, an dem ich mich nicht satt schnuppern kann. Die Ausgaben sind meist älter als ich und zeigen mir mit ihren Seiten wie viele Jahre sie schon auf dem Buckel haben. Sie nehmen mich mit in ihre eigene Welt, eine Zeit, die vor mir da war und die ich gern betreten würde, damals, als es beispielsweise literarische Kreise wie die Gruppe 47 gab.

Bücher sind nicht nur Boten der Phantasie und Gedanken, sie reflektieren auch die Gegenwart, in der sie geschrieben werden. Genau betrachtet ist es nicht nur die Nostalgie, die alte Ausgaben in mir hervorrufen, sondern auch reine Neugier. Die ist es, die uns bibliophile Blogger zu den Büchern führt. Warum schlagen wir sonst Bücher auf? Die Nostalgie mag uns hier und da streifen, den einen berührt sie mehr, den anderen weniger, aber sie ist es nicht allein, die uns täglich über Bücher schreiben lässt. Simone Finkenwirth aka Klappentexterin

Ich kann mit solchen blinden Verallgemeinerungen nichts anfangen. Warum sollten bibliophile Blogger Nostalgiker sein? Klar, könnten sie sein. Genau wie Schrebergärtner oder Autobahndrängler. Ich sehe da schlicht keinen Zusammenhang, dafür aber ein sonderbares Klischee, das versucht, zwei Dinge gewaltsam zusammenzubringen. Stephan Waldscheidt mit Schriftzeit

Wikipedia sagt zu Nostalgie unter anderem: „Nostalgikern wird oft Gegenwartsflucht vorgeworfen.“

So gesehen muss ich die Frage mit ja beantworten, denn mit dem Lesen von Büchern flüchte ich in eine andere Welt. Ansonsten sehe ich bibliophile Blogger nicht als Nostalgiker. Wenn viele auch zum altbewährten Notizbuch und zum Kugelschreiber greifen, um sich Notizen für einen Post zu machen, ist es danach das Internet, in dem die bibliophile Begeisterung verbreitet wird. Und da kann man wohl kaum von Nostalgikern reden. Buechermaniac von der lesewelle

Ob “bibliophile Blogger” Nostalgiker sind, weiß ich nicht. Zum einen halte ich den Begriff für sehr heterogen (vor allem, wenn ich die Liste der von Dir vorgestellten Blogger sehe). Zum anderen weiß ich nicht, ab wann man ein Nostalgiker ist. Zu viele Etiketten – sorry. Gregor Keuschnig mit Begleitschreiben

Ich habe bei deiner Frage einfach definitorische Probleme. Was ist bibliophil und was ist nostalgisch? Letzteres bedeutet ja, grob gesprochen, vergangene Zeiten hochzuhalten und ihnen zu huldigen, indem man ihnen auch ein wenig nachtrauert. Und bibliophil kann eine eher kunstgewerbliche Annäherung an Literatur bedeuten (bibliophile Ausgaben…) oder generell eine Liebe zum Geschriebenen. Wenn ich für mich gelten lasse, Literatur zu lieben und durchaus auch solche vergangener Zeiten, bin ich ein “bibliophiler Nostalgiker”. Aber doch nur, um die Gegenwart besser verstehen und analysieren zu können. Ich bin Traditionalist, weil ich glaube, dass man Traditionen nur fortsetzen und manchmal auch überwinden kann, wenn man sie überhaupt kennt. Etwas, das z.B. den deutschen Krimi betreffend, völlig im Argen liegt. Mit Nostalgie hat das sehr wenig bis gar nichts zu tun. Mit Bibliophilie als kunstgewerblicher Impuls ebenso nicht. Aber wer nicht zurückschaut, schaut auch nicht nach vorne. Oder schaut nach vorne, aber ins Dunkel… Dieter Paul Rudolph mit Krimikultur: Archiv

Bibliophile Blogger Nostalgiker? Nein. Wir bloggen über EINE Form des Geschichtenerzählens, das selbst seit x000 Jahren existiert ;-) Bettina Schnerr-Laube mit Bleisatz

Du hast mich / uns gefragt – und ich versuche mal kurz zu antworten. Bzw. hm, wie soll ich es ausdrücken: so richtig verstehe ich die Frage ja nicht. Wieso sollten denn bibliophile Blogger überhaupt Nostalgiker sein? Sind Blogger nicht Menschen, die sich im Netz bewegen, eine bestimmte Affinität zum digitalen Medium haben, was ja eher auf eine Neigung zur Modernität, zur Zukunft und nicht zur Vergangenheit und Nostalgie hindeutet?

Meint Nostalgie dann eher die Tatsache, dass sie vermutlich noch gedruckte Bücher bevorzugen, obwohl sie sich im Netz bewegen? Oder eher das ihr Content, das sie bevorzugen, Langtexte sind? Und eben nicht kurze Gebrauchstexte aus dem Internet? So wie für viele Menschen heutzutage?

Oder zielt die Nostalgie darauf ab, dass man etwas mag, was immer weniger Leute mögen / tun? Hm, dann muss ich sagen, dass ich einer bin ;-) Aber tatsächlich nur in dem Sinne, dass mich tatsächlich fiktionaler Content sehr viel mehr reizt, sehr viel mehr gibt. Sachtexte sind zwar interessant, aber immer auch Arbeit. Wenn ich aus dem Alltag flüchten oder Spaß haben will, dann möchte ich Fiktion lesen. Nostalgisch in dem Sinne, dass ich es schön fand, in die Bücherei zu gehen. Und schön finde, mich mit Leuten darüber auszutauschen, was ich lese. Und das tun bibliophile Blogger nun im Internet. Aber ist das dann noch nostalgisch? Ist das nicht das Gegenteil davon?

Nostalgie leitet sich ab von den griechischen Wörtern νόστος, nóstos (Rückkehr, Heimkehr) und άλγος, álgos (Schmerz).

Das sagt Wikipedia. Als Blogger, der sein Blog “schmerzwach” nennt, möchte ich kurz “ja” sagen, ich bin Nostalgiker. Aber dann frage ich mich: was tut mir weh, wenn ich an Bücher oder die gegenwärtige Literatur denke? Nichts. Und wohin möchte ich zurückkehren? Ich finde alles ganz gut, wie es ist. Etwas unübersichtlich vielleicht. Aber war es früher besser? Nein. Ich denke nicht. Ich weiß nicht, ob ich die Frage damit beantwortet habe. Jannis Plastargias mit schmerzwach

Der Sinn der Frage erschließt sich mir aus dem Kontext nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Deshalb meine Antwort: “Wieso?”. Peter Hetzler von Comickunst

Ich kann natürlich schwerlich für alle sprechen, aber ich selbst halte mich für einen Mix aus Nostalgie und neugieriger Aufgeschlossenheit.
Ich schau mir gern Neues an, weiß aber auch alte Dinge oder Ideen zu schätzen, wenn sie gut sind.
Bücher gehören eindeutig dazu.
Schrift ist eben mit der Entdeckung der (Messbarkeit der) Zeit die wichtigste Erfindung, die die Menschheit gemacht hat.
Alles andere ist im Zweifelsfall praktisch verzichtbar, weil die Zivilisation in der Schrift steckt. DocTotte mit Tottes kleines Literaturlexikon

Leider aber kann ich Deine Frage nicht beantworten, weil ich mich, wie ich bereits notierte, nicht als bibliophilen Blogger verstehe. Spannende Dinge ereignen sich in den Räumen des Schreibens, der Zeit, der Papiere, der Methoden, der Verbreitung von Gedanken und ihren Zeichen. Anbei ein kleiner particles-Text, – so wie ich das sehe. andreas louis seyerlein: particles

Was die Frage angeht, so finde ich sie viel zu allgemein. “Inwiefern?” möchte ich da gern zurückfragen. Nostalgiker sind ja nicht einfach nur Leute, die ein Faible für alte oder altmodische Dinge und Tätigkeiten haben, sondern Menschen, die die Vergangenheit idealisieren und sich in einer “Früher-war-alles-besser-Attitüde” nach ihr sehnen und am liebsten die Gegenwart fliehen würden. Ein typischer Vertreter wäre die Hauptfigur aus “Midnight in Paris”, doch selbst er entscheidet sich am Ende für die Gegenwart, weil er den ungesunden Aspekt einer übertriebenen Vergangenheitsverliebtheit erkennt.
Inwiefern sollten bibliophile BloggerInnen NostalgikerInnen sein? Weil sie in ihren Blogs versuchen, die Salonkultur mit modernen Mitteln zu beleben? Manche BloggerInnen können mit E-Books und entsprechenden Readern nichts anfangen – andere sind davon begeistert und äußern dies auch in ihren Blogbeiträgen. Einige haben ein Faible für altmodische Dinge wie Notizbücher oder Füller und doch nutzen sie fleißig WordPress, Twitter et al. Mit Sicherheit gibt es etliche, die schöne alte Dinge mögen, aber das macht sie nicht zu NostalgikerInnen oder Gegenwartsflüchtlingen. Auch die Lesevorlieben sind kein Kriterium: Von Besprechungen zeitgenössischer Literatur bis zu tatsächlich bibliophilen Ausgaben findet sich so ziemlich alles. Alle bibliophilen BloggerInnen über den Nostalgiekamm scheren zu wollen, halte ich daher für Unfug. Petra Gust-Kazakos mit Philea’s Blog

Steglitz stellt Alban Nikolai Herbst mit “Die Dschungel. Anderswelt” vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Die Dschungel. Anderswelt ist ein Blog unter jenen, die im bisherigen Verlauf der Gesprächsreihe mehrfach Lob auf sich vereinen konnten, sich aber noch nicht vorgestellt haben. Über Pfingsten ergab sich unverhofft eine Gelegenheit, Alban Nikolai Herbst zu bitten, hier mitzutun. Er ließ sich zu meiner großen Freude, nicht lange bitten …

Seit wann, warum und wo  bloggen Sie?

Ich begann 2003, weil eine damals noch blutjunge Geliebte, die ein, zwei meiner Bücher gelesen hatte, der Meinung war, ich solle nicht nur immer theoretisieren, sondern müsse auch „real“ im Netz zugegen sein. Also programmierte sie mir die heute leider verwaiste Site „Herbst & Deters Fiktionäre“ . Kurz darauf wurde ich in einen Buchprozeß gezogen, eine der unterdessen gängigen Persönlichkeitsrechts-/Kunstrechtsauseinandersetzungen, in deren Folge mein Roman „Meere“ verboten wurde; er ist unterdessen, leicht modifiziert, wieder frei. Der Prozeß verbot mir gewissermaßen den Mund für alles, so empfand ich das, was privat war. Also eröffnete ich mein erstes Weglog, damals noch bei free city und begann darin, Privates zu poetisieren, zu thematisieren, Fragen nach Zusammenhängen von Privatem und Öffentlichem zu stellen und das auf das Netz zu übertragen. Vorher schon hatte ich in einigen Chats mit verschiedenen Identitäten gespielt, war ein fünfzehnjähriges Mädchen, ein achtzigjähriger Mann usw. – was den Grund hatte, daß ich für meine Romane Sprech- und Sprachhaltungen ausprobieren und trainieren wollte. Besonders, aus der imaginierten Innensphäre einer Frau zu sprechen, ist sehr heikel, wenn es um Glaubwürdigkeiten geht. In neuerer Zeit zeigt das der „Fall Torik“, wo so etwas aber meisterhaft gelang, vor allem auf Dauer, was wiederum mein Ziel nie war; ich wollte einfach nur Figuren möglichst glaubhaft gestalten können.

Der Ort des Geschehens - eine Momentaufnahme beim Beantworten der Fragen © Alban Nikolai Herbst

Der Ort des Geschehens – eine Momentaufnahme beim Beantworten der Fragen © Alban Nikolai Herbst

Hinzu mischte sich mein Interesse an den Verbindungen privaten Erlebens mit dem, was dann poetisch in Romanen und Erzählungen daraus wird. Ich fing also Faktisches und Fiktives zu vermischen an und begleitete das von allem Anfang an mit theoretischen Überlegungen, die ich ebenfalls öffentlich formulierte. Daraufhin bekam ich eine Email von Oliver Gasser, einem der, kann man sagen, netzaffinen Autoren der allerersten Tage: Er finde, schrieb er mir, daß ich, um meine Vorstellungen auch poetisch realisieren zu können, eine andere Plattform brauche, und zwar dringend. Durch seine Vermittlung kam ich vor knapp zehn Jahren an Twoday, also Knallgrau in Wien. Gassner empfahl, mir die dortige, damals noch vorausweisende, Technologie unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, davon hätten ganz gewiß beide Seiten etwas. Twoday tat das und tut es bis heute. Deswegen, weil ich mich dem Unternehmen verpflichtet fühle, habe ich den Hoster nie gewechselt, auch dann nicht, als andere Technologien nach vorne und schließlich weit voraus drängten. Ich habe einen starken Freundschaftsbegriff.

Ihre Themenschwerpunkte …

Unterdessen sehr weit gespannt. Es gibt – je in gesonderten Rubriken zusammengefaßt – die halb persönlichen, halb fiktiven, weil immer wieder von „klassischen“ Erzählungen durchzogenen Arbeitsjournale, die von ihren Lesern als eine Art tägliche Sitcom rezipiert und ganz sicher so auch einfach konsumiert werden; es gibt die Beiträge, in denen literarische Texte ausprobiert werden, bisweilen skizzenartig, bisweilen schon sehr ausgeführt, also Gedichte, Erzählungsanfänge, Romanauszüge; es gibt Notate und Paralipomena, d.h. Aphorismen, die oft sehr zugespitzt, bisweilen provokant sind; es gibt einen stark ausgebauten Bereich, der sich mit Sexualmoral usw. beschäftigt; es gibt Briefwechselauszüge, aber auch tatsächlich im Weblog und nur darin stattfindende Briefwechsel; es gibt quasi philosophische, vor allem kunstphilosophische Partien; es gibt „Fundstücke“ der Banalität, bzw. banaler Beobachtungen und den Versuch, Schlüsse aus ihnen zu ziehen; es gibt, sozusagen überfassend, das Unternehmen einer kleinen Theorie des Literarischen Bloggens usw. Unter letzterem Namen ist bereits ein Buch entstanden, das auch als eBook erhältlich und im Netz recht ausführlich diskutiert worden ist – meines Wissens das erste Unternehmen dieser Art überhaupt. Hinzukommen als eigener, sehr ausgeführter Bereich Rezensionen zum Musiktheater und zur E-Musik. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Tagebücher anderer Autoren; ich hatte die Idee eines „chorischen“ Tagebuches, also möglichst vieler Stimmen zu jedem Tag; sie hat sich aber nie wirklich realisiert. – Und schließlich gibt es eine erstaunlich viel beachtete und diskutierte Rubrik, die sich mit literarischen Übersetzungen beschäftigt, also in der sie vorgelegt, modifiziert und/oder verworfen werden. Das letzte Projekt dieser Art habe ich mit dem in Italien lebenden Lyriker Helmut Schulze, der selbst ein spannendes Weblog führt, begonnen und Partie für Partie eingestellt; wir stehen jetzt davor, daß es ein Buch wird. Es handelt sich um frühe Skizzen von James Joyce, seinen „Giacomo Joyce“, von denen es bislang nur eine einzige, unterdessen vierzig Jahre alte Übersetzung von Klaus Reichert gibt. Unsere „Aneignungen“ dieser Dichtung werden im Herbst dieses Jahres sowohl als Print als auch eBook erscheinen. Das Besondere ist, daß man die Entstehungsgeschichte mitsamt Irrtümern, Ideen usw. im Netz wird weiter nachlesen können.

Was treibt Sie in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Na ja, es ist ein Teil meiner Arbeit, insofern ich zu denjenigen Autoren gehöre, die aus der Printwelt kommen und sie auch gar nicht völlig verlassen wollen; ich bin durch das herkömmliche Buch sehr geprägt, es gehört zu mir. Aber ich habe ein riesiges Interesse am Netz als einem neuen Medium von Literatur, gerade auch von Dichtung, der hier Bereiche aufgeschlossen werden, in die sie bislang nicht eindrang. Es gibt eine beachtenswerte Szene insbesondere für Lyrik, die in Buchausgaben selten höhere Auflagen erzielt als zwischen 500 und 1000 Exemplaren. Manche meiner Gedichte aber sind vieltausendfach gelesen, um manche gibt es die heftigsten Auseinandersetzungen. Ähnliches gilt für die Prosa. Dabei macht es mich ärgerlich, ja manchmal wütend, mit welcher Ignoranz der herkömmliche Literaturbetrieb das Netz als literarisches Ausdrucksmedium abzutun versucht, nicht selten mit schwer diskriminierenden Artikeln. Es wird hier ein Machtkampf um Deutungshoheit, das heißt letztlich: um Einkommen geführt, die man sich sichern will – auch wenn das auf Kosten vieler geschieht, die im Netz vorzügliche poetische Arbeiten vorlegen. Meist werden die gar nicht erst angeschaut. Ja, das treibt mich sehr und leidenschaftlich um.

Hinzu kommen die Auseinandersetzungen um das Urheberrecht. Ich mag mich hier nicht wiederholen, meine Position ist in Der Dschungel deutlich nachzulesen. Aber ich will doch betonen, daß eine Neuauffassung dessen, was ein Urheberrecht wäre, dringend ansteht.

Wie machen Sie Ihr Blog und die Beiträge bekannt?

Anfangs tat ich das gar nicht, bzw. verschickte wöchentliche Rundmails. Unterdessen nutze ich vor allem – aber allein als Medium des Annoncements – Facebook. Ich hatte aber auch Glück, weil Die Dschungel ziemlich gleich nach ihrem ersten Erscheinen querdurch die Szene diskutiert wurde, oft ablehnend, oft aber auch zustimmend. Das führte zu Verlinkungen, um die ich selbst mich gar nicht kümmern mußte. Manche provokante Stellungnahme tat ihr übriges. Hinzukommt, daß ich eine sehr lange Zeit lang Kämpfe mit Trolls (ich schreibe bewußt nicht Trollen) ausfocht, mich aber zugleich weigerte, Kommentare zu löschen; mir war der, auch wenn bisweilen weit unter der Gürtellinie geführte, Kampf lieber, als daß ich zensiert hätte. Das führte zu einem Schwall von Rezipienten, die sich am Dreck ergötzen wollten; es ist ein bißchen widerlich, aber auf kurze Spannen erhöht Sensationsgier die Zugriffszahlen extrem. Auf lange Sicht übrigens nicht; wenn ich jahrealte Beiträge, etwa Gedichte, wieder neu aufrufe, haben sich die Zugriffszahlen geradezu verkehrt: Long„seller“ sind, meiner jetzigen Erfahrung nach, die „seriösen“ Beiträge und, selbstverständlich, solche, die mit Sexualität zu tun haben.

Bis heute moderiere ich Kommentare nicht; manche allerdings lösche ich unterdessen einfach weg – vor allem, weil es nach den Kämpfen, die Wortschlachten werden konnten – schwere Leser:inn:enklagen und Verluste mir wertvoller Kommentator:inn:en gab. Auch dieser Prozeß ist von theoretischen Reflektionen begleitet worden.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Keine Ahnung. Wenn man es gut macht, kann man alles machen. Wie weit der Bogen gespannt wird, hängt aber sicherlich – und da vielleicht sollte jede:r für sich nachdenken – von der persönlichen Belastbarkeit der Autorinnen und Autoren ab. Geschehen in viel gelesenen Weblogs sind, wie im übrigen Leben auch, nicht ohne Folgen, vor allem dann, wenn Blogs mit Klarnamen geführt werden. Mir ist es wichtig, das so zu tun, aber es gibt Konditionen, in denen sich die Verwendung eines Pseudonyms sehr empfiehlt, weil eben auch Blogs nicht „aus der Welt“ sind. Denken Sie an die vielen Präsenzen von Frauen, in denen sie ihre Fantasien präsentieren – etwas, das sehr wichtig ist, daß es geschieht, aber es kann da zu existentiellen, z.B. etwa ökonomischen, Sanktionen kommen, gerade im nach-wie-vor-Patriarchat.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Man braucht Kontinuität, wenn man nicht einen Anlaß hat, der Leser:innen qua Thema immer wieder herholt. Sehr viele Blogs sterben wieder, und nicht wenige sehr schnell, weil, darin zu publizieren, nicht als Arbeit begriffen wird, sondern als Freizeit. Das kann gutgehen, besonders bei dem, was ich einmal einen Plauderblog genannt habe – es sind dies in meinen Augen aber weniger Blogs als mehr fixierte Chats. Man muß damit umgehen, daß man eventuell jahrelang ins Leere schreibt – aber das ist bei jedem künstlerischen Beruf so. Da ich Die Dschungel als Teil meines literarischen Werkes betrachte und so von Anfang an auch angelegt habe, bin ich aber nicht eigentlich geeignet, Ihre Frage zu beantworten. Ich betreibe Die Dschungel als poetisches Werk, habe sie bisweilen sogar „einen Roman“ genannt. Das ist sicher bei anderen Blog-Autor:inn:en nicht so und muß auch nicht so sein. Bewahre.

Gab’s beim Bloggen auch persönliche Krisen?

Meine persönlichen Schwierigkeiten, ja richtige Krisen hatte ich durchzustehen, wenn ich diffamierend angegriffen wurde. Manchmal kostet sowas eine Woche, um sich wieder zu berappeln. Man kann wütend werden, man kann depressiv werden, ich habe einige Male vorm Computer geweint. Andere Male war ich für meine Nächsten nur sehr schwer zu ertragen, weil ich schon ohnedies cholerisch genug bin. Aber so etwas formt einen. Ist man zäh genug, findet man schließlich akzeptable Umgangsformen und reift dran; man lernt auch einiges über sich selbst und kann das dann wieder poetisch umsetzen, ob nun im Weblog selbst, ob in anderer künstlerischer Weise.

Ihr schönstes Erlebnis als Blogger …

Wirkliche Freundschaften, die sich nie oder wahrscheinlich nie ergeben hätten, gäbe es Die Dschungel nicht. Eine der engsten entstand zu Helmut Schulze (parallalie), den ich oben schon erwähnte, aber auch mit Benjamin Stein (Turmsegler), Phyllis Kiehl (Tainted Talents),  Norbert W. Schlinkert, ebenso wie zu June (changes)und vor allem auch Jutta S. Piveckova (Gleisbauarbeiten), mit der ich quasi ständig diskutiere. Wir sind durchaus nicht immer einer Meinung, aber getragen von gegenseitiger Achtung.

Wenn ich nachdenke, kann ich eine ganze Liste erstellen.

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihnen Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Tun sie nicht. Sie täten’s aber sofort, wenn ich fragte, da ich auch für „klassische“ Medien rezensiere; ich muß da nur anrufen, halte meine Rezensionstätigkeit indessen in sehr engen Grenzen, weil ich zum Beispiel zu einer solchen Klasse, wie Keuschnig mit dem Begleitschreiben sie repräsentiert, schon aus Zeitgründen nicht aufrücken könnte. Er betreibt das für mich nachdrücklichste und zugleich „ehrlichste“ Rezensionsforum des deutschsprachigen Raums. Meine Achtung vor seiner Leistung ist riesig.

Und wie würden Sie damit umgehen, wenn Ihnen Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anböten?

Gefährliche Frage. Ich würde versuchen, in den Text hineinzuschauen, aber immer auch gleich sagen, daß es ziemlich lange dauern kann, bis ich’s schaffe. Das tue ich aber genau so, wenn mich Autor:inn:en um Lektorate bitten oder auch nur um meine Meinung. Wie jede/r andere kann auch ich nicht alles lesen, was erscheint – wobei ich da zwischen Neuen und klassischen Medien keinen Unterschied mache, mir die Neuen vielleicht sogar lieber sind, weil haptische Bücher – Platz brauchen. Davon steht mir ein nur sehr begrenzter zur Verfügung. Am „Fetisch Buch“ hänge ich eitlerweise nur für meine eigenen Texte, bzw. bei Dichtungen, die mir wirklich nahegekommen sind. Da lasse ich ein Buch auch schon mal neu, nach eigenem Entwurf, binden.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Siehe hierüber. Einen prinzipiellen Unterschied zu gebundenen Büchern mache ich nicht.

Welche anderen Blogs empfehlen Sie?

Wobei ich mich bei allen entschuldigen möchte, die ich ebenfalls nennen müßte, aber begrenzungshalber nicht kann; ich wähle deshalb nach Spanne dessen aus, was im Netz poetisch möglich ist und gehe dabei nach der – zufälligen, nicht alphabetischen – Reihenfolge meiner Bookmarks vor. Imgrunde ist Ihre Frage eine nach der Blogroll, die ich nicht führe, bzw. habe ich auf meiner Site nur sehr wenige feste Links. Es hat sich bewährt, solche Verlinkungen immer an einen Anlaß zu binden; gibt es einen, verlinke ich schnell.

Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Herzenswunsch? Sophia Mandelbaum mit Ze Zurrealism itzelf. Freundes- und ebenfalls Herzenswunsch: Helmut Schulze mit parallalie. Einstein hatte unrecht: Gott würfelt. In dem Fall möchte ich’s nicht ihm, sondern Ihnen überlassen.

Das habe ich besonders gerne: Die Qual der Wahl … Danke vielmals, dass Sie hier dabei sind, Alban Nikolai Herbst, ich freue mich sehr darüber.

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Zuletzt stellte sich Miss TT mit Tainted Talents vor. Ihr Wunsch-Interview-Partner war Norbert W. Schlinkert mit seinen Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier