Steglitz stellt Jutta Piveckova aka Melusine Barby mit „Gleisbauarbeiten“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir Jutta S. Piveckova aka Melusine Barby mit Gleisbauarbeiten näher kennen sollten, hatte Dietmar Hillebrandt vom Buecherblogger vorgeschlagen. Jetzt geht nicht nur sein Wunsch in Erfüllung. Nein, mit Juttas Auskünften haben wir hier 25 Interviews mit literaturaffinen Bloggerinnen und Bloggern beisammen, womit die Gesprächsreihe, die im September 2012 an den Start ging, heute ein erstes, kleines Jubiläum feiern darf.

Dein Steckbrief in Stichworten …

1965 geboren, mittelalt, mittelschlau, mittelreich, liiert, studiert (Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft), verheiratet, Mutter zweier fast erwachsener Söhne, netzaffin und bücherstauballergisch, Anti-Kulturpessimistin

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Melusine Barby © Jutta S. Piveckova

Ich blogge seit dem 9.2.2010. Zunächst auf dem Blog. Ganz heimlich. Mein Versuch, das Schreiben wieder aufzunehmen nach beinahe 20 Jahren Schweigen. Die Struktur eines Blogs nutzen, um einen Roman in umgekehrter Chronologie zu erzählen, so dass der jüngste Post jeweils immer weiter zurückreicht in die Vergangenheit. Am Ende sollte dann eine klassische Romanerzählung stehen, die beim Lesen entsteht, wenn man die Posts von vorne nach hinten liest: Der letzte Eintrag als Anfang des Romans. (Ich arbeite weiter dran.)

Die Gleisbauarbeiten entstanden als Ableger dazu, weil das Bedürfnis wuchs, nachdem mein Blog von Alban Nikolai Herbst „entdeckt“ worden war, auch über andere Themen zu schreiben und mit Blogger_innen in Austausch zu treten. Auf die Plattform Blogger bin ich ganz zufällig geraten. Ich weiß gar nicht mehr wie.

Deine Themenschwerpunkte …

Eigene Prosatexte. Es entstehen vor allem Serien (z.B. über Unperfekte Paare; 4 Frauen, Sex und der Tod, die fast-autobiographischen Texte unter dem Label Auto. Logik.Lüge. Libido, Fabelwesen, Wildermuths Elbin, Als wir Pop-Poetinnen waren u.v.m). Die seriellen Texte und hybriden Formen experimentieren mit der Form des Blogs als einer literarisch neuen Gattung (Vernetzung statt Linearität). Ich nenne das „kryptofantastischen Realismus“. Dennoch ist mir beim Bloggen unter der Hand ein Roman entstanden, der es vielleicht auch zur „Druckreife“ schafft: PUNK PYGMALION.

Außerdem schreibe ich regelmäßig Buchempfehlungen (niemals Verrisse), Tagebucheinträge, kunsthistorische Beiträge, sowie Film- und Fernsehkritiken. Alles aus einer feministischen Perspektive, womit gemeint ist, dass ich mein Geschlecht beim Lesen, Schauen, Hören nicht verleugne, also die Normsetzung einer (weißen) männlichen Sicht auf die Welt als allgemein „menschliche“ nicht akzeptiere. Zunehmend versuche ich auch andere Normen zu hinterfragen: Heterosexualität, Weißsein, Mittelklasse-Werte. Dadurch ändert sich meine Lektüreauswahl erheblich. Denn die ungebrochene Dominanz von weißen männlichen Autoren auf meiner bisherigen Leseliste hat mich schockiert.

Jeden Dienstag veröffentliche ich außerdem einen Beitrag (eine Collage, das Foto einer Skulptur…) des Frankfurter Künstlers BenHuRum aka Thomas Hartmann. Gelegentlich schreibt auch Morel, mein Lebensgefährte, Beiträge, meist Buchempfehlungen.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich lese wenig in den Feuilletons der „Qualitäts“-Tageszeitungen. Daher treibt mich wenig um, was „der Betrieb“ gerade so diskutiert. Ich bespreche auch selten Neuerscheinungen, die gerade gehypt werden. Da lasse ich mir lieber Zeit und warte ein Jahr. Ich bin optimistisch, dass sich durch die „Neuen Medien“ ganz neue Literaturformen entwickeln werden, ebenso wie neue Vertriebsformen und unmittelbarere Verbindungen von Autor_inn_en zu Leser_inne_n. Die bürgerliche Öffentlichkeit (mitsamt ihrer Trennung vom sogenannten „Privaten“) zerfällt. Ich sehe das ohne Sentimentalität, sondern mit großer Erwartungsfreude. Es wird spannend. Ich selbst lese jetzt schon lieber auf einem E-Reader als in einem gedruckten Buch. Dabei kaufe ich mehr literarische Werke als je zuvor, vor allem von kleineren Verlagen und unbekannteren Autor_inn_en. Die Empfehlungen befreundeter Blogger_innen spielen bei der Auswahl eine wesentliche Rolle. Auf das ganze kulturpessimistische Gejammer (oh, die endlose Wiederholungsschleife) über den Untergang der abendländischen Kultur durch elektronische Medien reagiere ich dagegen allergisch. Brr….

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Zunächst über Kommentare in anderen Blogs. Später wurde mein Blog bei litblogs.net aufgenommen. Außerdem verlinke ich meine Beiträge bei Twitter und bei Facebook.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Verrisse schreiben. Die meisten Blogger schreiben in der Freizeit. Da sollte man sich auf das konzentrieren, was sich lohnt. Wichtig finde ich auch, dass man „erkennbar“ ist, was nicht unbedingt heißen muss, den Klarnamen und die Adresse anzugeben. Aber da zum Bloggen der Kontakt mit anderen Menschen gehört, finde ich bewusste Täuschungen abstoßend und gemein. Sich eine „interessante“ Fake-Identität zuzulegen, bedeutet ja auch immer, den Menschen, die tatsächlich unter den hier bloß vorgetäuschten Bedingungen leben, das Wort zu entziehen. (Ein Beispiel hierfür ist der britische Blogger, der sich als lesbische Syrerin ausgab.) Ich selbst habe auch unangenehme Erfahrungen mit einem männlichen Blogger gemacht, der sich als junge Frau ausgibt und mir in dieser Rolle Mails über männliche Anmache geschrieben hat. Das habe ich als verletzend und übergriffig empfunden.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ich veröffentliche vieles zu schnell. Dann möchte ich manche Formulierung später wieder zurücknehmen oder ändern (Was ich auch ungeniert und ungekennzeichnet tue. Ich habe da keine Hemmungen). Die Schnelligkeit ist aber für mich auch wichtig. Wenn ich etwas zu lange „zurückhalte“, lasse ich es fallen: Ich vernachlässige es, ich vergesse es, ich beginne, es vor mir selbst niederzumachen. Mich schützt die tägliche Veröffentlichung somit vor der permanenten Vernichtung der eigenen Schreibprodukte, wie ich es früher dauernd getan habe: Alles in die Tonne geschmissen. Jetzt steht´s im Netz und verpflichtet mich, daran weiter zu arbeiten. Wenigsten manchmal.

Schwierig finde ich vor allem Beleidigungen unter Kommentatoren. Ich musste da einiges an Lehrgeld zahlen. Zum Beispiel lernen, dass es unsinnig ist, weiter mit Menschen zu kommunizieren, die nur kränken wollen. Ich glaube, dass ein Blogger genauso wie jemand im richtigen Leben auf Dauer seine Persönlichkeit nicht verstecken kann. Es kommt heraus, „wo jemand steht“ und welchen Habitus jemand hat. Ich kann besser mit inhaltlichen Differenzen umgehen als mit einem überheblichen, beleidigenden oder belehrenden Ton. Obwohl auch dabei natürlich irrationale Elemente hineinspielen: Jemandem, den man sympathisch findet, verzeiht man eher, als jemandem, der ohnehin nicht sehr anziehend wirkt. Das traurigste Erlebnis war die Kränkung einer Freundin durch einen befreundeten Blogger in einem Kommentarstrang. Sie fühlte sich von mir nicht hinreichend unterstützt und es kam zum Bruch. Das tut mir immer noch leid.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Menschen im „Real Life“ kennenzulernen, mit denen ich übers Bloggen bekannt wurde: z.B. Alban Nikolai HerbstPhyllis KiehlGuido Rohm, Iris, Antje Schrupp, Claudia Kilian, Hartmut Abendschein, Helmut Schulz, den Kommentator Dr. NO, der sich auf den litblogs.-net-Blogs häufig zu literarischen Themen äußert, und die Korrespondenz mit Bloggern wie Dietmar Hillebrandt, dem Bücherblogger, oder Markus Hediger in Brasilien, die ich beide auch sehr gerne einmal persönlich kennenlernen möchte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich nehme das in der Regel nicht an, weil ich mich dann doch verpflichtet fühle, über das Buch zu schreiben. Da ich nur Empfehlungen schreiben möchte, könnte das ein Problem werden. Wenn ein Buch mich nicht überzeugt, will ich auch darüber schweigen können. Daher verzichte ich in der Regel auf Rezensionsexemplare.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich habe da keine Vorbehalte. Das ist auch schon vorgekommen. Es ist ähnlich wie oben. Ich kaufe lieber, weil ich mich dann in meiner Entscheidung freier fühle, ob ich darüber schreiben will.

Wie hältst du es mit dem eBook?

Siehe oben. Ich habe einen Kindle. Und ich bin begeistert. Kein Staub und keine Schlepperei.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Alban Nikolai Herbst Die Dschungel. Anderswelt, Phyllis Kiehls Tainted Talents, Iris Blütenblätter, Andreas Louis Seyerlein und Hartmut Abendscheins taberna kritika. Der Hartmut Abendschein sollte in dieser Gesprächs-Reihe auf jeden Fall zu Wort kommen. Denn er ist der Herausgeber (zusammen mit Christiane Zintzen) von litblogs.net und steht damit im Zentrum des literarischen Bloggens in deutscher Sprache  🙂

Danke sehr, Melusine. Auch für deine wunderbaren Empfehlungen und den tollen Vorschlag, Hartmut Abendschein hier zum Gespräch zu bitten.

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Zuletzt stellte sich Mareike Fallwickl aka Bücherwurm Mariki mit  Bücherwurmloch vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war die Klappentexterin. Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

27 Kommentare zu “Steglitz stellt Jutta Piveckova aka Melusine Barby mit „Gleisbauarbeiten“ vor

  1. Pingback: Gibt es – in Deutschland – gute Literaturblogs…? | stefanmesch

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  3. Pingback: Steglitz stellt Hartmut Abendschein mit „taberna kritika“ vor | SteglitzMind

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  5. „Auf jeden Fall stellen die Reihen nicht die volle Bandbreite der Litblogs dar. Ich glaube zumindest nicht, dass hier noch der Bogen zu den Krimi- und Fantasy-Blogs geschlagen werden kann.

    Und *abgehoben* ist auch immer eine Frage der Perspektive, viele lesen vielleicht gerne den Kulturteil der FAZ, andere können damit nichts anfangen. Wahrscheinlich kann sogar die überwiegende Mehrheit damit nichts anfangen, während sich das Feuilleton hauptsächlich um sich selbst dreht…“ ( nomadenseele )

    Gut, die volle Bandbreite der Litblogs abzudecken,
    dazu reicht wahrscheinlich die Lebenserwartung
    der verehrten Frau von Prittwitz und anderer AutorInnen nicht.
    Um zu der Erkenntnis zu kommen, genügt ein einfacher Blick
    in eine der Suchmaschinen, was da alles zum Thema Litblogs
    ausgespuckt wird.

    Ein halbwegs klar umrissenes, beackertes Feld hat den Vorteil,
    dass Diskussionen nicht verwässern, nicht ausufern.
    Der vermeintliche Versuch, wie auch immer geartete Mehrheiten bedienen
    zu wollen, wäre wohl ein Versuch, der vorab zum Scheitern verurteilt ist,
    denn wenn man von einem gewissen Niveau noch reden möchte,
    so hat das mehrheitlich nachgelassen.

  6. Das Wörtchen „elitär“ ist ja längst zum Kampfbegriff verkommen. Leider wird es meist gebraucht, wenn die Argumente längst ausgegangen sind. Früher haben sich Leser, die einen Artikel nicht verstanden haben (aber Interesse zeigten) bemüht, diesen zu entziffern. Heute sagt man einfach das sei „elitär“ und „abgehoben“ und sucht nach dritten Wegen. Ein absoluter Tiefpunkt einer Diskussion ist dann das die Aussage, man überlasse jetzt der „selbsternannten Lit-Blog-Oberschicht das Feld hier […] sich gegenseitig zu beweihräuchern.“

    Ich habe nicht den Eindruck, dass die Entwicklung der Reihe in Richtung universitäre Abgehobenheit tendiert. Zwischenzeitlich hatte ich sogar eher das gegenteilige Gefühl (ohne hier jemanden zu nahe treten zu wollen). Melusine Barby ist nun dahingehend in dieser Reihe nicht ganz passend, weil es – Gesine weist darauf hin – eben auch (ich sage: fast nur) ein Autorenblog ist, d. h. einen durchaus anderen Anspruch vertritt und sich an andere Leserschaften wendet.

    Wer von Krimi-Blogs oder der Lovely-Books-Scheisse angemacht wird, soll das lesen. Das kann man längst an jeder Hauswand haben. Aber er sollte diejenigen nicht diffamieren, die dieses Brigitte-Niveau nicht beklatschen.

  7. „Auf das ganze kulturpessimistische Gejammer (oh, die endlose Wiederholungsschleife) über den Untergang der abendländischen Kultur durch elektronische Medien reagiere ich dagegen allergisch. Brr….“ ( Melusine )

    Liest sich etwas selbstgefällig, als ob es ein flächendeckendes Gejammer gäbe.
    Alles Jammerlappen?

    Tatsache ist, dass es um enorme Umbrüche geht, deren Folgen gravierend
    sind und weiterhin sein werden. Dazu gehört auch ein beträchtlicher Verlust von
    Arbeitsplätzen, der zwar in Kürze nicht zum Untergang des Abendlandes führen wird,
    wohl aber zahlreiche Existenzen gefährdet.
    Das hat dann nichts mit Gejammer zu tun, sondern mit realwirtschaftlichen Bedrohungen,
    die sich in anderen Wirtschaftszweigen schon viel früher vollzogen haben.
    Die Folgen sehen wir seit Jahren überdeutlich, wenn man sich in Europa umschaut.

    • Auf jeden Fall stellen die Reihen nicht die volle Bandbreite der Litblogs dar. Ich glaube zumindest nicht, dass hier noch der Bogen zu den Krimi- und Fantasy-Blogs geschlagen werden kann.

      Und *abgehoben* ist auch immer eine Frage der Perspektive, viele lesen vielleicht gerne den Kulturteil der FAZ, andere können damit nichts anfangen. Wahrscheinlich kann sogar die überwiegende Mehrheit damit nichts anfangen, während sich das Feuilleton hauptsächlich um sich selbst dreht. Mich lassen die vorgestellten Blogs jedenfalls immer ratloser zurück, weil ich mit ihnen nichts mehr anfangen kann. Aber vielleicht bin ich auch nicht das Zielpublikum.

      • Oftmals rühmen sich diese Zeitungen ihrer Feuilletons. Laut Schneider/Raue sind sie auch geradezu stolz darauf, dass ihre Texte nicht für die ganze Bevölkerung verständlich seien, ihr Feuilleton sei also absichtlich nicht für die Mehrheit gedacht.

        Wikipedia

        Der zweite Satz passt langsam, aber perfekt auf die Reihe.

      • Ich glaube, dass deine Wahrnehmung auch daher rührt, dass wir außer Literaturblogs inzwischen auch einige Autorenblogs kennenlernen durften, die per se völlig andere Intentionen verfolgen. Ich persönliche freue mich über diese Entwicklung sehr, die ich beim Start der Reihe nicht erwartet hatte. Das Schöne an der Reihe ist ja genau diese bunte Mischung, die logischerweise aus dem Prinzip „Blogbetreiber sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden“ erfolgten sollte. – So hatte ich mir das jedenfalls bei Konzeption der Reihe erhofft.
        Gerne gestehe ich dir zu, dass die bisherigen Literaturblogs durchweg einen „literaturkritischen“, nenn‘ es feuilletonistischen, Anspruch verfolgen. Was wiederum heißt: Dass die Reihe die Wirklichkeit im buchaffinen Netz tatsächlich nicht spiegelt 😉 Aber: Will sie das? Nein, das will und kann sie gar nicht!

      • Gerne gestehe ich dir zu, dass die bisherigen Literaturblogs durchweg einen “literaturkritischen”, nenn’ es feuilletonistischen, Anspruch verfolgen. Was wiederum heißt: Dass die Reihe die Wirklichkeit im buchaffinen Netz tatsächlich nicht spiegelt 😉 Aber: Will sie das? Nein, das will und kann sie gar nicht!

        Das hat sich bei der Vorstellung der Reihe noch anderes gelesen:

        Dadurch erhoffe ich mir, dass die Blütenlese langfristig ein möglichst breites Spektrum abdeckt, das von allgemeinerem Interesse ist.

        Aber gut zu wissen, dass diese abgehobene, elitäre Auswahl zumindest inzwischen die einzig erwünschte Richtung ist; dann brauche ich in aller Regel nicht mehr die Vorstellung der Blogs verfolgen. Letztendlich bin ich schließlich diejenige, die dann hier falsch ist *schulterzuck*.

      • Und meine persönlichen Vorlieben und literarischen Interessen sollen die losen Gesprächsfolgen möglichst auch nicht widerspiegeln.

        – Das Zitat sollte noch mit nach oben.
        Na gut, die eigenen Ankündigungen nicht erfüllt, ob noch andere sich enttäuscht abgewandt haben oder werden weiß ich nicht, ich jedenfalls bin auf dem Absprung.

        Und noch einmal Entschuldigung an Jutta S. Piveckova, es muss sehr unangenehm sein, ein solche Diskussion unter seiner Vorstellung zu haben.

      • also, deinem Einwurf kann ich nicht folgen. Schließlich entscheide ich nicht, wer sich präsentiert. Die Bloggerinnen und Blogger, die sich jeweils vorstellen, sprechen ihren persönlichen Wunsch aus, wer sich in der Reihe vorstellen sollte …

      • Hat sich von meiner Seite ohnehin erledigt.

        Ich habe versucht darauf aufmerksam zu machen, dass der selbstgewählte Anspruch, eine breite Auswahl an Blogs zu zeigen nicht erfüllt wird und offensichtlich nach neuster Aussage nicht erfüllt werden soll. Den Widerspruch habe ich deutlich zitiert und auch Lösungsmöglichkeiten über eine tiefer angesetzte *dritte Reihe* aufgewiesen. Im Grunde war schon der Geburtsfehler, keine Blogs mit unterschiedlicher Ausrichtung als Start zu wählen.

        Ist in Ordnung, ich überlasse jetzt der selbsternannten Lit-Blog-Oberschicht das Feld hier, ich will nicht weiter dabei stören, sich gegenseitig zu
        beweihräuchern.

        Für mich wird die Reihe inzwischen so uninteressant, dass ich nur noch extrem selten reinsehen werde.

      • Im Sinne von *elitär*.

        Es gibt ja streng genommen zwei Reihen, diese hier, die für mich inzwischen zu anspruchsvolle Blogs vorstellt (und immer noch anspruchsvoller wird) und die zweite, in der sich als nächstes *Klappentexterin* vorstellt und die – noch – Blogs hat, mit denen der durchschnittliche Leser etwas anfangen kann.
        Es müsste schon fast eine dritte Reihe geben, die weiter unten in der besprochenen Literaturqualität ansetzen, irgendwo bei den Krimiblogs.

        Es haben beide Blogwelten durchaus ihre Berechtigung, aber je mehr diese Reihe abdriftet, desto uninteressanter wird sie zumindest für mich. Mag an mir liegen, ich kenne mich z.B. mit Literaturwissenschaften gar nicht aus, aber ich kann mit den vorgestellten Blogs immer weniger bis gar nichts anfangen.

      • Und Entschuldigung an Jutta S. Piveckova, dass ich gerade bei Ihrem Blog diese Diskussion lostrete, aber das Thema brennt mir schon länger unter den Nägeln.

    • Liebe Nomadenseele,
      ich kann dieses Gefühl von dir nicht ganz teilen. Sicherlich unterscheiden sich die Blogs untereinander, in ihrer Ausrichtung, in ihrem Inhalt, jedoch finde ich nicht, dass die empfohlenen Blogs immer abgehobener werden. Sie unterscheiden sich sicherlich zu den reinen Rezensionsblogs, doch finde ich sie deshalb nicht minder interessant.
      Ich habe dank der Interviewreihe viele neue Blogs kennengelernt, die ich zuvor nicht kannte und die mir neue Perspektiven eröffnet haben. Ich freue mich darauf, noch mehr entdecken zu dürfen und gerade das finde ich auch das schön an diesem Projekt. 🙂

      • Wenn ich alleine mit diesem Empfinden bin, ist das kein Problem. *Klappentexterin* werde ich noch abwarten, weil mich ihr Interview interessiert und nur eine Frage der Zeit war, bis sie befragt wird und mal sehen was danach kommt.
        Ansonsten könnten auch Blogs über Kernphysik vorgestellt werden, mit denen könnte ich ähnlich viel anfangen. Was – ich betone es nochmal – auch vollkommen in Ordnung ist, solange sich die Mehrheit dafür interessiert.

  8. Pingback: Das unbekannte Gemälde im Schlafzimmer « Der Buecherblogger

  9. Dieses Interview hat mir ausgesprochen gut gefallen und mich sehr angesprochen.

    Ja, für ein Blog braucht es viel Disziplin, was eine Spontanität mit sich bringt.

    Die Solidarität mit anderen Bloggern, Freundinnen/Freunde, finde ich mitunter auch schwierig. Bei aller Solidarität haben wir alle unsere eigene Meinung, zu der wie stehen sollten.

    Ich mag es auch nicht, wenn jemand zu mir sagt: „Schreibe mal über meine Ausstellung.“ Wenn mir etwas gefällt, mache ich das so oder so und wenn nicht, schweige ich auch lieber. Das ist diplomatischer und ich empfinde meinen Blog wie ein Teil meiner Wohnung. Ich habe das Hausrecht und kann ihn einrichten wie ich es mag. Ausstellungen ankündigen, die ich noch nicht einmal besucht habe, mache ich grundsätzlich nicht.

    Dann werde ich mal die ganzen Links erkunden und dabei meinen Nachmittagskaffee trinken!

  10. Die wunderbare, kluge Melusine – und mit Phyllis Kiehl empfahl sie auch noch eine von mir menschlich sehr gemochte Blogfreundin, die ich seit vielen Jahren lese – und ab und an gar kommentiere. – Widersprechen möchte ich an einer Stelle : auch negative Kritik ist wichtig, unumgänglich, wenn ein Buch enttäuscht. Allerdings dürften sich die Gelegenheiten dazu bei gefestigtem Lesegeschmack in überschaubaren Grenzen halten.

    • Ja, es stimmt, das negative Kritik manchmal fruchtbar sein kann. Für mich gilt es eher nicht. Fast immer beobachte ich bei mir, dass sowohl das Lesen als auch das Schreiben von Verrissen (was ich in meinem Blog noch nie getan habe, wohl aber kommentierend in anderen Blogs) mich am Ende unzufriedener zurück lässt. Es gibt so viel gute Literatur. Und ich fühle mich zuletzt doch immer leerer und unglücklicher, wenn ich Zeit mit solcher vergeudet habe, die ich schlecht finde.
      Aber ich gebe natürlich zu, dass es für andere Leser_innen und Schreiber_innen anders sein mag.

      • Naja, es gibt schon noch Grautöne. Nicht jede negative Kritik ist per se schon „Verriss“. Und es ist Lesern durchaus zuzumuten, auch über negative Lektüren informiert zu werden. Mich spornen Verrisse manchmal gerade erst an, ein Buch zu lesen.

  11. Pingback: Bibliophile Blogger und deren persönliche Blog-Preziosen im Überblick | SteglitzMind

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