Steglitz stellt Bettina Schnerr-Laube mit „Bleisatz“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir etwas mehr über Bettina und ihr Blog Bleisatz erfahren sollte, hatten die Herren sandhofer und scheichsbeutel vorgeschlagen, die gemeinsam litteratur.ch betreiben.

Dein Steckbrief in Stichworten …

# Mutter, Fachjournalistin, Leseratte (in unterschiedlicher Reihenfolge)

# Badenerin, die seit Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet

# Vielleserin, aber keine Allesleserin

Seit wann, warum und wo  bloggst du?

Seit 1999 treibe ich mich mit einer Website im Netz herum, aus der sich im Januar 2008 die auf Bücher fokussierte Website Bleisatz entwickelte. Bleisatz ist eine komplette Eigenentwicklung: Ich kümmere mich um die Inhalte, html und css, mein Mann erledigt die php-Programmierung, von der ich schlicht keinen Schimmer habe.

Deine Themenschwerpunkte …

© Bettina Schnerr-Laube

© Bettina Schnerr-Laube

Wie sandhofer schon anmerkte, kümmere ich mich besonders um Krimis. Sicher 60% meiner Lektüre fallen in dieses Genre. Seit einiger Zeit bin ich zusätzlich auf literarischer Weltreise und versuche, jedes Land dieser Welt mit je einem Buch zu besuchen. Ursprünglich sollten es „nur“ 25 Bücher werden, aber mich faszinieren die Neuentdeckungen inzwischen so sehr, dass sich die Idee verselbständigt hat. Irgendwo zwischen Land 70 und Land 80 stecke ich gerade.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wirklich umtreiben tut mich wenig, da ich nicht im eigentlichen Literaturbetrieb drinstecke. Eher amüsiert beobachte ich allerdings Autoren, die über Leser und deren Meinungen herziehen (und davon kommt ja hin und wieder was hoch), weil die Autoren in der Regel sehr viel mehr über sich dabei verraten als – wie gemutmaßt – über die geschmähten Rezensenten.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Damit habe ich erst im Sommer 2010 angefangen. Ich wurde bei Facebook aktiv, später auch bei G+ und Twitter. Wie stark die Aktivität dort etwas für die Bekanntheit leistet, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Auf allen drei Kanälen bin ich mittlerweile auch deshalb gerne unterwegs, weil ich viel für mich selbst dort entdecke.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Nichts. Ich verstehe Blogs als Spiegel persönlicher Meinungen und Interessen, den jeder Blogger in einer frei wählbaren Form umsetzt. Per Bild, Video, mit Link, ohne Link, langem oder kurzem Text. Ein Leser wird grundsätzlich nach seinen eigenen Vorstellungen den einen oder anderen Blog lieber besuchen als einen anderen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Die größte Aktivierungsenergie benötigt man vermutlich für den Blogstart. Technische Probleme sind dank vieler kostenfreier Angebote in der Regel aus dem Weg geräumt. Also bleibt nur eines: Anfangen (… und ein bisschen dranbleiben).

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Das war der Moment, als ich bei meinen ersten zaghaften Anfragen nach Rezensionsexemplaren ohne Zögern die Zusage von allen damals angeschriebenen Verlagen gleichzeitig erhielt. Es ging um ein kleines Argentinien-Special zur Buchmesse und ich hatte einen ganz erheblichen Anteil von Absagen eingerechnet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Zwei oder drei Verlage wissen gut um meine Schwerpunkte und fragen sehr gezielt an. Interessieren mich die Titel, sage ich abhängig von meinen Terminmöglichkeiten zu. Mit meinem Beruf und einer lebhaften Familie an der Seite sind zeitnahe Lektüren eine waghalsige Angelegenheit, sodass auch bei interessanten Krimis schon das ein oder andere Nein sein musste.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Selfpublisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Anfragen von Selfpublishern erhalte ich fast nie. Zugesagt habe ich in diesen Fällen auch noch nicht. Ein wenig Skepsis ist vorhanden, da meine bisherigen Versuche mit BoD und Eigenverlagen nicht alle begeisternd waren. Daher belasse ich es bei Selbstversuchen, die ich nach gusto einstreuen kann.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ganz positiv, seit ich einen Reader habe und den erfolgreich ausprobiert habe. Ich werde jubeln, sobald eine einheitliche Regelung für Dateiformate gefunden ist, sodass ich alle Bücher bei allen Anbietern kaufen kann – wie bei mp3-files für Musik auch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Da sandhofer schon so offen den Ball einer Krimibegeisterten zugeworfen hat, bleibe ich in diesem Genre. Erst vor kurzem habe ich Janet Rudolph mit ihrer Mystery Fanfare entdeckt, die offensichtlich gute Krimilisten zu bestimmten Themen zusammenstellt. Auch die Kriminalakte ist eine Anlaufstelle, zumal sich der Macher auch um Film und Verfilmungen kümmert.

Die zwei nächsten Blogs haben abgesehen vom Krimi noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie haben – jeder für sich – eigene grafische Stile entwickelt und dafür habe ich eine kleine Schwäche. Die Krimikiste bietet jede Rezension als Podcast an. Und den Krimiblog(ger)  möchte ich gerne als neuen Interviewpartner vorschlagen. Was mich an diesem Blog fasziniert ist, dass der Krimiblogger und ich meist recht wenig Überschnitt in der Lektüre haben: Genau das ist der Grund, warum ich dort immer neue Anregungen und Perspektiven entdecke.

Danke sehr, Bettina. Eine feine Idee zudem, dass wir etwas mehr über den Krimiblogger erfahren sollten.

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Zuletzt stellten sich Anne-Kathrin und Jessica mit lesErLeben vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerinnen waren die Betreiberin von jungesbuch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

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4 Kommentare zu “Steglitz stellt Bettina Schnerr-Laube mit „Bleisatz“ vor

  1. Ich bin gerade ganz erstaunt darüber, wie schön es sein kann, krank zu sein. Ich liege nämlich und stöbere am Tablet in Ruhe ihren Blog durch und werde flugs währenddessen mit einem neuen Beitrag überrascht.
    Besonders beseelt hat es mich, zu lesen, dass die Autorin Mutter und anderes in wechselnder Reihenfolge sein kann, denn das kommt auch mich auch bald zu (nicht als Frau, sondern als Mann) und damit nimmt dieser Blog, was die Betreiberin zu hören vielleicht erfreuen wird, sogar Ängste!

    In diesem Sinne herzliche Grüße und weiter so

    ChK

      • Oh: Noch gibt es nichts als konkrete Pläne und große Wünsche aber da das das erste Mal in unsere beider Leben so ist, bin ich mindestens so aufgeregt, als gäbe es schon einen Termin, deshalb, danke für die Genesungswünsche, mit dem Rest müssen wir uns aber noch etwas gedulden 🙂

        Und weil Kommentarspalten aus meiner Sicht viel zu oft vom zu kommentierenden Artikel abschweifen und ich das nicht mag, hier noch diese zwei Bemerkungen:

        Vielleicht war ich naiv, vielleicht noch von der Grippe verblendet: Ich hatte hinter den Krimi-Links Online-Krimis erwartet und auf weitere Lektüre gehofft.

        Außerdem: In der S-Bahn habe ich in der vergangenen Woche eine Frau gesehen, die neben sich den Rollator stehen hatte und in der Hand einen E-Reader hielt. Das ist das beste Zeichen dafür, dass diese Gerate toll sind. Indes ein einziges Manko haben sie: Sie können keine Bücherwand auffüllen. Und das schließt sie am Ende doch für mich aus, denn neben der Lektüre ist für mich ein Buch immer auch Teil meiner Einrichtung.

    • Na, dann werde mal gesund bis dahin! Alles Gute.
      Was die Reihenfolge angeht, kann ich nur diesen „Universaltipp“ geben: Es wird schon irgendwie klappen. Anders als vorher, aber eben doch. Am Anfang wird Dich das Buch sowieso nicht so sehr interessieren, schätze ich mal 😉

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