„Seien wir froh, dass es überhaupt noch Buchhändler gibt.“ – Eine Replik von Lorenz Borsche auf die Polemik von Stefan Möller

Mit seiner Polemik Lieber stationärer Buchhandel, wir müssen reden! sorgte Stefan Möller für reichlich viel Aufsehen. Heute antwortet ihm Lorenz Borsche von der buchhändlerischen Genossenschaft eBuch:

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Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller. (Lichtenberg, Sudelbücher)

Lieber Stefan Möller: Du musst laufen!

Eine kleine, viel zu lange Gegenpolemik (nota bene: „Polemik“, gr. feindselig: scharfer Meinungsstreit)

[Ironie ON] Kann das sein, lieber Stefan, daß auf dem Schild, daß Du zeigst das U eigentlich hätte ein A sein sollen? Ja, wir sind alle faul geworden. Und das sieht man uns an. Wir lesen halt gerne, und das tut man nicht im Laufen, sondern im Sitzen. Da ist es doch toll, wenn man nur noch bis zu Türe gehen muss, wo der Paketbote demütigst wartet, statt die Treppen runter auf die Straße bis zur Buchhandlung. Und das spart doch auch Zeit – Zeit in der man *lesen* kann.

Naja, und weil wir faul geworden sind, aber nicht weniger genusssüchtig, müssen wir uns dann ein Schild vor den Bauch halten mit der Aufschrift WAMPE. Um zu zeigen, dass wir wenigstens noch selbstironisch sind.

Das, lieber Stefan erklärt doch auch, warum wir bei amazon kaufen – denn einen anderen Grund gibt’s ja nicht. Oh, Du meinst, weil Dein Buchhändler den Titel „Die Vergebung“ aus dem Matthes & Seitz Verlag nicht vorrätig im Regal stehen hat? Naja, weißt Du, der Titel rangiert auf Platz 330.000, da wäre selbst ein Dussmann überfordert.

Aber denk mal, lieber Stefan, nicht nur amazon hat den Titel auf Lager, nein, Dein Buchhändler kann ihn auch über Nacht besorgen – von seinem Großhändler. Voraussetzung ist natürlich, Du bestellst ihn vor 17 oder 18 Uhr – dann liegt er aber schon morgens um 9 oder 10 zur Abholung um die Ecke bereit. Gib zu, schneller ist auch UPS oder Hermes nicht bei Dir. Und wenn Du nicht zuhause bist, dauert’s noch einen Tag länger, weil der Paketbote wiederkommen muss. Und der CO2-Fussabdruck Deines Büchleins wird noch größer.
Aber um das zu vermeiden, da müsste man ja laufen, zur Buchhandlung laufen, nicht wahr? Das wäre zwar gut gegen die Wampe und gut für den Buchhändler, beißt sich aber leider mit unserer Bequemlichkeit. Und wir wissen doch: nicht der Krieg ist der Vater aller Dinge, sondern Mutter Faulheit! [Ironie OFF]

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Spaß beiseite. Schön, dass sich unter den in den Kommentaren genannten ‚guten‘ Buchhandlungen mindestens zwei befinden, die Mitglieder einer aktiven Genossenschaft sind, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Überleben genau der kleinen, feinen Buchläden zu ermöglichen, die wir alle gerne sehen. Die auch mal ein ungewöhnliches Buch im Regal haben. Auch wenn sie natürlich von den Brot & Butter-Büchern der oberen 5.000 Ränge leben müssen.

Genau dazu haben diese Genossenschaftler einen Trick zum Geschäftsmodell gemacht, aber da muss man dem verehrten Buchkäufer und Kunden mal was erklären dürfen: Wenn der Buchhändler bei einem Verlag einkaufen will, wird er mit gar schrecklich schlechten Konditionen bestraft, falls er nicht wenigstens ein ganzes Paket voller Bücher kauft, sagen wir um 250-300 Euro oder so.

Er muss aber damit rechnen, dass neun von zehn Büchern eines Verlage wie Matthes & Seitz (und derer gibt es 15.000!) auch nach einem Jahr noch im Regal einstauben – so schön diese Bücher auch sind, sie gehören eindeutig zum „long-tail“. Und man glaubt ja kaum, wie lang der ist. Damit kann der Buchhändler weder die Miete bezahlen, noch seine Angestellten (ich weiß, dass Du das auch weißt, sag’s aber trotzdem, denn: soo funktioniert es eben wirtschaftlich leider nicht).

Aber wenn er doch ein oder zwei schöne Bücher von M & S einzeln fürs Regal einkaufen und später auch aktiv verkaufen wollte, dann müsste er es beim Großhändler bestellen. Das tut er ja auch, wenn er für Dich was besorgen soll, was er nicht da hat. Die Konditionen des Großhändlers allerdings erlauben es nicht, sich mit solcher Ware das Regal zu füllen. Also: Einzelstücke beim kleinen Verlag? Zu teuer fürs Regal. Sanmmel-Pakete beim kleinen Verlag – unökonomisch, weil sie im Regal verstauben. Einzelstücke beim Großhändler? Auch zu teuer fürs Regal. Zwickmühle? Keine Chance für Titel kleiner, feiner Verlage?

Die Genossenschaftler machen das so: Sie haben ein eigenes Zentrallager, das residiert beim Großhändler, da stecken die umsatzstärksten Titel drin, und was sie dort nicht vorhalten, zum Beispiel eben jene Long-Tail-Matthes-&-Seitz Bücher, die legt der Großhändler ihnen dazu noch in die Wanne. Und weil sie über die zentrale Übernacht-Logistik fast alles abwickeln, kaufen sie insgesamt zu guten Konditionen, mit denen man seine Regale befüllen kann, auch mit außergewöhnlichen Büchern, die man einzeln vom Verlag nie hätte wirtschaftlich beziehen können.

Und sie betreiben auch Webshops, in denen man bequem einkaufen kann, über Nacht, wie oben beschrieben und am liebsten natürlich zur Abholung im Laden – wenn es dort nicht ohnehin schon im Regal steht, was man in einigen von deren Webshops sogar sehen kann. „Buch sofort“ quasi, ohne zweimal hinlaufen zu müssen. Schon seit 1999 übrigens.

Aber *einmal* hinlaufen, das muss man schon – es sei denn, man klickt auf Versand. Dann ist wieder der Paketbote dran, also auch nicht anders als bei amazon. Trotzdem ist der ökonomische Druck so groß, dass sich literarisch höchstwertige Buchhandlungen einfach nicht mehr rechnen. Ohne einen großen Anteil von Mainstream können die Buchhändler auch keine Schätzchen mehr pflegen – und die zu pflegen ist wirklich teuer geworden.

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Aber warum ist das alles so gekommen?

Amazon hat alles richtig gemacht. Sensationelle Kundenbedienung, Super-Datenbank (ähm, aus dem Buchhandel gekauft, leider), von den Großhändlern den long-tail bedienen lassen, von den Marketplacern die Antiquaria, die Gebrauchten und auch die in Buchhandlungen ‚Mitgenommenen‘ (naja, die gibt’s eher öfter mal bei ebay), bei den E-Books einen für den Kunden supersimplen „closed shop“, also kapitalistisch gesehen alles richtig.

Dann kam noch der Konzern, der dachte, man könne mit Büchern eine genau so tolle Rendite erwirtschaften wie mit überteuerten Parfüms (was natürlich absoluter Schwachsinn ist) und deshalb erstmal die Republik mit viel zu großen Buchwarenhäusern überzogen hat, dann noch die katholische Kirche im Verein mit dem ersten Buchkaufhausbauer der Republik, also der gemeine Buchhändler, den Sie so lieben, hat es – so etwa ab 2000 – mit richtigen Haifischen zu tun bekommen.

Und wäre auf der Strecke geblieben, wäre wie das Tante-Emma-Lebensmittelgeschäft zwischen Aldi und Lidl zerrieben worden, wenn er nicht seiner liebenswerten, aber unökonomischen Skurrilität abgeschworen und begonnen hätte, kaufmännisch sauber zu kalkulieren und also möglichst viel leicht Verkäufliches zu verkaufen. Denn die Preise der Bücher sind, anders als die meisten glauben, gesunken, wenn man so fair ist die Inflation, die ja bei allen Kosten zuschlägt, zu berücksichtigen.

Während also Miete und Löhne steigen und sein relativer Umsatzanteil schon wegen der Konkurrenz durch Thalia und amazon gesunken ist, kann er das nicht mit steigenden Umsätzen aufgrund höherer Preise ausgleichen. Das ist die bittere Wahrheit. Von Dingen wie der Stromlinienförmigkeit des Publikumsgeschmacks, die von vielen großen Verlagen unterstützt statt im Sinne der Vielfalt konterkariert wird, will ich da gar nicht anfangen zu jammern. Denn auch die Verlage müssen rechnen.

Also: der Kettenbuchhandel hat mittlerweile einen Anteil von 30%, amazon einen von 20% – wo ist das alles hergekommen? Klar, es ist den kleinen Buchhandlungen flöten gegangen. Respektive: die sind flöten gegangen. Oder haben sich umgestellt. Weniger Lyrik, mehr Hera Lind.

Wenn Sie trotzdem ein buntes Bücher-Schaufenster in Ihrer Straße besser finden als noch eine Döner-Bude oder gar unschönen Leerstand, dann informieren Sie sich halt in Gottes Namen auf den Verlagswebsites Ihrer Wahl – und bestellen und kaufen Sie beim Buchhändler in Ihrer Nähe.

War die Welt früher besser? Aber klar, die Sommer waren heißer, die Winter kälter und Buchhandlungen gab’s en masse. Aber da gab es auch noch Schuhmacher und Bürstenbinder und Ankerwickeleien. Der Lebensstandard war bescheiden und Pakete sauteuer. Es gab kein Internet und Fachleute waren besser informiert als Laien. Und wir waren schlank. Seien wir froh, dass es überhaupt noch Buchhändler gibt.

Tempora mutantur – et nos in illies.

Beste Grüße

Lorenz Borsche

P.S.: Das Zitat hat ein Zufallsgenerator gesetzt, ehrlich. Ich fand’s aber ganz passend, gejammert wurde zu allen Zeiten, *das* sagt es mir 🙂

© Lorenz Borsche

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33 Kommentare zu “„Seien wir froh, dass es überhaupt noch Buchhändler gibt.“ – Eine Replik von Lorenz Borsche auf die Polemik von Stefan Möller

  1. Pingback: Buchhändler deines Vertrauens (Blogparade) | Timo Off

  2. Also: der Kettenbuchhandel hat mittlerweile einen Anteil von 30%, amazon einen von 20% – wo ist das alles hergekommen?

    Warum man in Kettenbuchhandlungen bestellt, erschließt sich mir gar nicht. Alleine, wenn ich den ganzen Schund am Eingang aufgestapelt sehe, würde ich am liebsten wieder rausgehen. Die Verkäuferinnen in Ketten haben grundsätzlich wenig Ahnung, egal ob man Bücher kaufen möchte oder Schuhbändel.

    Als ich noch eine feste Buchhandlung hatte, war das schon schön, alleine schon beim Eintreten mit Namen begrüßt zu werden und da wurde auch schon mal von einem Kauf abgeraten. Aber gut, vorbei ist vorbei und ich muss mich bin Amazon arrangieren, bei dem ganz zufrieden bin. Wenn ich nicht zufireden wäre, müsste ich trotzdem dort bestellen.

    • Zitat: „…und ich muss mich bin Amazon arrangieren, bei dem ganz zufrieden bin. Wenn ich nicht zufireden wäre, müsste ich trotzdem dort bestellen.“

      Mit amazon *nur* zudfrieden – wundert mich. Wie ich schon schrieb: die machen alles richtig, sehr viel besser geht es nicht, die sind die Meßlatte.

      Aber warum ‚müssten‘ Sie dort bestellen? Gibt es in Ihrer näheren oder weiteren Entfernung keinen lokalen Buchhändler, der einen Online-Shop hat und den Sie mit Ihrer Bestellung unterstützen könnten, ohne daß Sie selbst einen Nachteil hätten?

      Wenn Sie mir ne PLZ nennen, such ich Ihnen einen raus…

      Beste Grüße, LB

      • Ich habe einmal den Google Routenplaner bemüht, der nächste Buchhändler ist nicht 4 km entfernt, wie ich dachte, sondern über 10. Wobei einer von den zweien eine Kette ist und damit nicht richtig zählt, zudem fahre ich in die Richtung nie.
        Fazinierenderweise in einem Ballungsgebiet, aber mein Stadtteil liegt weiter außerhalb.

        Über das örtliche Schreibwarengeschäft kann man Bücher beziehen, was aber auch keinen richtigen Charme hat. Also bleibt es bei Amazon, da muss ich maximal zur Post.

      • Hab’s immer noch nicht verstanden – ich erwarte ja gar nicht, daß Sie sich kilometerweit auf den Weg machen, aber „Versand“ – das können doch nun wirklich viele lokale Buchhändler mit Onlineshops. Und denen (und der Geneinde, wo sie Steuiern zahlen), tun Sie damit eine Gefallen, es kostet nicht mehr un der Paketbote könnte durchaus auch derselbe sein… Also?

        Beste Grüße, LB

      • Da ich alles mögliche über Amazon bestelle und Sie selbst festgestellt haben, dass Amazon den perfekten Service bietet, gibt es für mich keinen Grund zu wechseln.

  3. Ich informiere mich (auch) bei Amazon. War da bestimmt einer der Ersten, die sich einen Account zugelegt haben)…und kaufe dann beim Buchladen (oder auch mal bei Dussmann).
    Super Sache mit der Genossenschaft beim Einkauf. Wenn jetzt noch der Börsenverein beim aktiven (und zur Abwechslung mal innovativ & durchdachten) digitalen Marketing & Verkauf helfen würde, dann sehe ich Europäische alternative digitale Wege zum US-amerikanischen Monopolisten-Webbiz.

  4. „…wäre wie das Tante-Emma-Lebensmittelgeschäft zwischen Aldi und Lidl zerrieben worden“. Man sollte vielleicht nicht oder nicht ganz so global und flappsig aus anderen Branchen zitieren, wenn man vielleicht die eigene nicht mal so richtig kennt und sich vor allem weigert, zwischendrin mal über den Zaun zum Anderen zu schauen. Die Fachgeschäfte der Ernährungswirtschaft z B haben zwar, durch allgemeine gesellschaftliche Veränderungen, die die meisten Branchen treffen, einschl. fehlender Nachfolger, Fachkräfte und junger Berufseinsteiger, gelitten, haben aber starke eigene Filialisierungen und Diversifizierungen unternommen und stehen gut da. Allerdings hat z. B. das Lebensmittelhandwerk, jedes einzelne Fachgeschäft etwas, das Buchhändler nicht haben, nämlich eine eigene Produktion. Dann kommt der Verkaufsraum und dann noch das Büro mit kundenorientiertem Marketing und drumherum – Stammunden. Damit, mit der Eigenproduktion und dem geschäftstypischen Flair, sind diese Geschäfte weit weg vom einheitlichen Durchlauferhitzer Aussehen und Verkaufsablauf ausschließlich fremd verlegter oder hergestellter Ware. Ich werde an dieser Stelle den Deubel tun, die allen beiden Branchen bzw. deren Mitgliedern gleich anzukreidenden Fehler aufzuzählen, es sind deren eine Menge, aber ich werde mich immer dagegen wehren, dass führende Buchhandelsverteter für ihre Branche immer noch einen besonderen Benachteilingsbonus gegenüber anderen Branchen und damit besondere Nachsicht in Anspruch nehmen. Die wird noch dringend gebraucht, wenn die Buchpreisbindung gefallen ist.

    • aber ich werde mich immer dagegen wehren, dass führende Buchhandelsverteter für ihre Branche immer noch einen besonderen Benachteilingsbonus gegenüber anderen Branchen und damit besondere Nachsicht in Anspruch nehmen.

      So ganz Unrecht haben sie damit aber nicht. Entertainment-Produkte (zu denen ich großzügig Bücher zähle) sind unverderblich im Gegensatz zu Lebensmitteln, man muss im Gegensatz zu Einrichtungsgegenständen nicht erst sehen, wie sie sich in die Wohnung einpassen (und dann gegebenfalls umtauschen). man muss sie nicht anprobieren, sondern kann die Proben (anlesen, anspielen, kurz die Titel anhören) von zu Hause erledigen. Das macht sie zu perfekten Versandartikeln, umso mehr, als das Bücher ziemlich schwer sind. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass in immer weniger Haushalten überhaupt Geld für Luxusprodukte zur Verfügung steht. Insofern sind Buchhändler gegenüber anderen Einzelhandelskaufleuten klar im Nachteil.

    • Zitat: „Man sollte vielleicht nicht oder nicht ganz so global und flappsig aus anderen Branchen zitieren, wenn man vielleicht die eigene nicht mal so richtig kennt und sich vor allem weigert, zwischendrin mal über den Zaun zum Anderen zu schauen.“

      Woher nehmen Sie eigentlich die Chuzpe, solche luftigen (und ziemlich falschen) Behauptungen aufzustellen? Viele halten mir vieles vor, ich bin laut, kann unangenehm werden, weiß tausend Details um meine Gegenüber damit zu nerven, und gebe kein Argument verloren, da bin ich wie einstweilen das Bobbele beim Ballwechsel.

      Die Branche nicht zu kennen hat mir allerdings noch niemand vorgeworfen – aus gutem Grund. Meine Vita kann jeder nachlesen, der will und der sich ein wenig Mühe gibt.

      Zitat: „aber ich werde mich immer dagegen wehren, dass führende Buchhandelsverteter für ihre Branche immer noch einen besonderen Benachteilingsbonus gegenüber anderen Branchen und damit besondere Nachsicht in Anspruch nehmen.“

      Solange Sie nicht mich mit ‚führende …“ meinen: „wehren“ Sie sich ruhig, denn Sie haben völlig recht: die *Branche* hat hohe Privilegien (Preisbindung, MWSt), da gibt es keinen Benachteiligungsbonus einzufordern. Der kleine Buchhändler, der hat einen solchen verdient, aber dazu finden Sie alle notwendigen Argumente oben.

      Last-not-least: Auch wenn es Ihnen nicht gefällt: die beiden Branchen haben so manches gemeinsam. In der Lebensmittelbranche ist in den neunzehn-siebziger Jahren erst die Preisbindung gefallen, die es vorher noch gab. Vorher gab es tausende von Lebensmittelgeschäften, unabhängig und Inhaber-geführt. Jetzt gibt es EDEKA (eine Geno, 7000 Filialen, die Hälfte inhabergeführt, aber von EDEKA beliefert, die andere Hälfte als Filialen der Kette), REWE (auch eine Geno), LIDL, ALDI und noch ein paar Ketten, die häufig den bekannten Ketten gehören (NETTO (rot) z.B. EDEKA, etc.).

      *Sollte* die Buchpreisbindung fallen, dann wird es nach wenigen Jahren nur noch geben:

      – amazon
      – thalia (buch.de)
      – weltbild/Hugendubel
      – Schweitzer Sortiment
      – Mayersche
      – Osiander

      Noch kleinere Regionalfiliialisten werden dem Marktdruck eventuell nicht standhalten können und dann übernommen (wie einst Gondrom von Thalia), *unabhängige* Buchhändler sowieso nicjht, von ein paar wenigen Leuchttürmen („Stories“ in HH z.B.) mal abgesehen. ,

      Auch größere Ketten kann es dann leicht mal erwischen (siehe Borders).

      Und die eBuch-Gruppe wird entweder das EDEKA-Modell adaptieren, oder es wird sehr schwer werden für unsere „Unabhängigen“.

      Vielleicht verstehen Sie jetzt, daß der Vorwurf, wir würden nicht über den Zaun schauen, reichlich uninformiert anmutet, über „EDEKA“ diskutieren wir intern schon seit vielen Jahren. Raten Sie mal, warum? 😉

      LG LB

      • Der Lebensmittelhandel ist ein sehr gutes Beispiel: Wären die großen Super- und Hypermärkte weg, wäre das Einkaufen zwar etwas mühsamer, aber wir hätten eine fantastische Vielfalt, die wir wohl nie wieder erreichen werden.

        Ganz davon abgesehen, wäre der Leerstand in den Orten geringer, was sich deutlich auf die Lebensqualität auswirkt.

  5. Herr Busche, Sie wollen eine Polemik schreiben und können nicht einmal lesen. Auf Möllers Schild steht „Wumpe“, nicht Wampe. (ich hab‘ dann nicht mehr weitergelesen, sorry.)

    • „Wer lesen kann ist klar im Vorteil!“ (Standard-Spruch aus dem Usenet):

      Der erste Satz meiner Replik an SM lautete:

      „[Ironie ON] Kann das sein, lieber Stefan, daß auf dem Schild, daß Du zeigst (http://urly.de/3a8a6), das U eigentlich hätte ein A sein sollen?“

      Und ehrlich gesagt: ich bin sehr dankbar, daß Sie nicht weitergelesen haben, noch mehr Unkraut hätte ich nicht jäten mögen.

      Trotz allem beste Grüße,

      LB

    • irgendwie wird das zeug langweilig, ich bin da nur drüber gesprungen und die sprünge werden immer größer, in der zeit hätte man doch sicher gut und gern 20 dan browns verkaufen können und dazu noch ein lustiges Bild

    • Zitat: „…Kann das sein, lieber Stefan, daß auf dem Schild, daß Du zeigst das U eigentlich hätte ein A sein sollen…“

      Wie war das noch gleich mit dem lesen?

  6. Lieber SM,

    dann ist ja lles gut 🙂 Ich würde auch gerne auf Ihren Tomatenvergleich antworten, den ich für schlecht gewählt halte, allerdings geht es mir wie Ihnen: Lohnarbeit geht vor.

    Vielleicht finden wir uns mal zu einem klugen Austausch zusammen, vorläufig muss Ihnen mein Kommentar zu herrn Ruthemann genügen – falls noch Mißverständnisse bestehen.

    Einer unserer Buchhändler hat kommentiert: „Der Mann hasst Buchhändler“ – das glaube ich ganz und gar nicht, ganz im Gegenteil – ich glaube, Sie lieben Buchhändler.

    Und danke für die hübsche Provokation 🙂

    LG LB

  7. Ich bin selber Buchhändlerin und ich kann gut nachempfinden, was Stefan Möller meint. Ich habe jahrelang erfolgreich gegen eine Buchhandelskette in unmittelbarer Nachbarschaft angearbeitet und genau das getan, was er heute vermisst. Ich habe der Einheitsbrei-Auswahl der Kette eine Auswahl entgengengesetzt, die sehr genau auf die Kunden unserer Buchhandlung abgestimmt war. Wenn ich wußte, dass ein Kunde einen bestimmten Autor, ein Genre oder einen Verlag besonders bevorzug, dann habe ich mich darauf eingestellt, habe entsprechende Titel eingekauft, war bei Vertretergesprächen immer auf der Suche nach passenden Titeln für meine Kunden. Kam der Kunde in die Buchhandlung, konnte ich ihm sagen, dass bald wieder ein Buch erscheinen würde, das ihm gefallen wird. Das geht natürlich nicht bei allen Kunden, das ist klar. Aber es hat mir geholfen, viele Stammkunden zu halten und zurückzugewinnen, das Profil meiner Abteilung zu schärfen und mir über die Jahre ein treues Publikum zu bewahren.
    Heute bin ich leider nicht mehr im stationären Buchhandel, habe nach erfolglosen Versuchen, eine eigene Buchhandlung zu eröffnen, den Weg in den Onlinehandel beschritten und versuche nun, die „gute Buchhandlung“ ins Netz zu tragen. Denn die wirtschaftliche Seite dieser Diskussion ist leider allzu drückend. Eine Buchhandlung heute wirklich profitabel zu betreiben ist ein echtes Kunststück und hängt leider allzu oft davon ab, ob Andere mitspielen (Banken, Vermieter, Verlage, Großhändler etc). Und wir sind ja nun in erster Linie BUCHhändler und keine Manager.

    • Lieber Herr Weidle,

      If you want to split hairs, don’t use a blunt knife.. (LB)

      [Nitpick ON] Das Zitat wirklich richtig: „Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ – denn sonst wird kein rechter Hexameter draus. [Nitpick OFF]

      Aber soonst haben Sie recht, sowohl das zuviele ‚e‘ wie auch die Verkürzung (die im Deutschen wunderbar geht, im Lateinischen leider nicht)

      Und Google weiss das auch: die Kurzform hat 33.000 Treffer, die korrekte Langform 10x mal mehr 🙂

      Danke für den Hinweis, und vielleicht stand der „Florian“ ja tatsächlich Pate für den Schreibfehlers (buchstabieren Sie mal Möve richtig, *nachdem* ich Ihnen vom Mövenpick-Eis vorgeschwärmt habe *lach*)

      PS.: Das mit dem Zufallsgneratir bezog sich auf den Lichtenberg, der in der ersten Version entfallen war, jetzt aber obendrüber steht.

      Beste Grüße, LB

  8. Herr Borsche, Sie umreißen folgende Situation: Man stelle sich vor, man geht in einen Gemüseladen, um Tomaten zu kaufen, weil man Tomatensoße kochen will. Und der Gemüsehändler erklärt, dass keine Tomaten da sind, weil die nicht so gefragt sind. Dafür habe er aber jede Menge Gurken. Er könne mir aber Tomaten bestellen, ich könne die morgen abholen. Ich solle aber beim nächsten Mal auf keinen Fall gleich direkt beim Tomatenbauern bestellen, der sie frei Haus liefert, sondern solle wiederkommen, er würde dann zwar immer noch keine Tomaten da haben, sie aber wieder für mich bestellen, so könne er ja auch daran verdienen, dass ich gern Tomatensoße koche.

    Ich meine: Man stelle sich vor, man geht in einen Gemüseladen, um San-Marzano-Tomaten zu kaufen, weil man Tomatensoße kochen will. Und der Gemüsehändler erklärt, dass er grad keine San-Marzano-Tomaten da habe, die müsse er mir erst bestellen. Dafür habe er aber momentan Da-Mensa-Tomaten, die wären wirklich lecker, vielleicht möchte ich die mal probieren. Das mache ich, die San-Marzano-Tomaten soll er mir dann für übermorgen bestellen. Er soll ja auch daran verdienen, dass ich gern Tomatensoße koche, und ohne ihn hätte ich ja nicht erfahren, wie gut Da-Mensa-Tomaten schmecken. Und wenn ich mal eine Gurke benötige, gehe ich auch zu ihm, die hat er immer da, weil die viel gekauft werden.

    • Lieber Herr Möller,

      irgendwie drehen wir uns im Kreis. Auf der einen Seite versuchen seit Tagen Buchhändler Ihnen zu erklären, der Buchmarkt, den Sie einfordern, gibt es so nicht mehr, und andersherum fordern Sie von jedem Händler er möge „alles“ vorrätig haben, also auch Ihre speziellen „Tomaten“… Das wird nicht gehen. Ich habe bisher gedacht, Sie würden immer mehr Qualität fordern, so wie auch Tom Ruthemann unten in einem Kommentar fordert? Das würde ich verstehen und begrüßen, aber bitte nicht fordern das 1. Million lieferbarer Titel am Lager sind, den es gibt tausende Rezepte von Tomatensoßen.

      Herzlichst, KK

      • Ich verstehe beide Seiten.

        Der Buchhändler muss Geld verdienen, seinen persönlichen Geschmack hintenanstellen. Das Gehalt wird nun einmal mit Charlotte Link & Co. verdient, was ich auch nicht abwertend sehe, denn die Leute wollen oft einfach nur ein bißchen Unterhaltung am Feierabend oder während der Fahrt zur Arbeit. Gleichzeitig ist das große Argument pro Buchhandlung neben der persönlichen Beziehung zum Buchändler, dass man beim Stöbern Entdeckungen machen kann.

        Da hilft nur, wie so oft im Leben, der Kompromiss: Nicht erwarten, dass der Händler sämtliche Spezialinteressen bedienen kann, sich aber gleichzeitig einen Händler suchen, der den eigenen Interessen soweit wie möglich entgegenkommt.

        Das ist aber bei jedem Einzelhandel so, nicht nur beim Buchhändlern: Wenn man vor Ort kaufen möchte, muss man recherchieren, welches Geschäft passend sein könnte.

  9. Lieber Herr Borsche,

    eine sehr schöne Polemik und zugleich eine sehr schöne Erläuterung oder gar Erklärung zur Entwicklung des Buchhandels in den letzten 25 Jahren. Eine kleine Anmerkung möchte ich dennoch anbringen:

    Man muss nicht Mitglied in einer Einkaufsgenossenschaft sein um gute Konditionen bei kleinen Verlagen zu bekommen. Laden Sie einfach die Kollegen Verlagsvertreter zu sich ein und führen angenehme und erfreuliche Gespräche. Viele Kleinverlage haben Verlagsvertreter die gebündelt „Kleinverlage“ in der Tasche haben, auch der erwähnte M & S – Verlag. Und von Mindestbestellmengen habe ich hier noch nie etwas gehört, im Gegenteil, selbst einzelne Bestellmengen lassen sich in den Auslieferungen wunderbar (kostengünstig) bündeln. Der Zwischenbuchhandel leistet heute doch viel mehr als „früher“. Und ja, ich setze auf Literatur, die LUG ist vielleicht nicht so hoch, mein Umsatz vielleicht nur halb so groß wie der von Kollegen, aber ich mache das was ich möchte: Ich verkaufe Literatur, deshalb bin ich Buchhändler geworden!

    Herzliche Grüße
    Klaus Kowalke

    • Lieber Herr Kowalke,

      erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer „Berufung“, der Sie nachgehen und davon offenbar auch leben können, toll.

      Sie schreiben: „Man muss nicht Mitglied in einer Einkaufsgenossenschaft sein um gute Konditionen bei kleinen Verlagen zu bekommen.“

      Stimmt, muss man nicht. Aber es erleichtert die Arbeit ungemein. Nichts spricht dagegen, sich von den Vertretern Bücher vorstellen zu lassen – und sie dann auch einzukaufen. Ökonomisch geht das aber am rationellsten mit einer zentralen Logistik, die Ihnen haufenweise lästige Büro-Arbeit erspart – und einen guten Lagerumschlag, häufige Wechselmöglichkeiten (Stichwort: die ‚bunte Buchhandlung“) und unterm Strich eine bessere Rendite ermöglicht.

      Glauben Sie mir bitte: das „Bezugsmodell“, also wie die Bücher in den Laden kommen, hat mit der Frage ‚Literatur oder Unterhaltung“ nichts, aber auch gar nichts zu tun, es ist eine Frage der Logik, äh, der besseren, rationelleren, günstigeren Logistik 🙂 Wir wären nicht so viele (550 am ZL), wenn es sich nicht rechnen würde, aber auch nicht, wenn es irgendeinen negativen Einfluss auf das Profil und die Invidualität der jeweiligen Buchhandlung hätte.

      Beste Grüße, LB

  10. Trotzdem hat auch leider Lorenz Borsche – wie so viele der Kritiker von Stefan Möller – ganz offensichtlich nichts verstanden. In dieser Replik ist nichts erkennbar Erhellendes „gegen“ Möllers Polemik zu lesen. Und den Lesern zu erklären wie Buchhandel geht und was für Probleme er hat, wie e-commerce funktioniert, was alles hat das mit dessen Artikel zu tun?

    Auch dieser Text geht, wie der Großteil der Kommentare leider am Kern der Sache vorbei. Denn auch hier klingt klar heraus: es gibt keine Konzepte, kein eigenes Branding – nichts, was den Unterschied zum gemeinen E-Shop oder meinetwegen Amazon ausmacht.

    Ich wiederhole mich ja nur ungern, trotzdem noch ein Mal aus einem meiner FB-Kommentare: »Daher noch einmal zum Mitschreiben: Sie müssen sich um echte Qualität kümmern, um ein eigenes Branding, Ihre Stärke muss die persönliche Betreuung und das Wissen um Ihre Kunden sein. So können Sie gegen „das Internet“ punkten.«

    • Zitat von Tom Ruthemann: „»Daher noch einmal zum Mitschreiben: Sie müssen sich um echte Qualität kümmern, um ein eigenes Branding, Ihre Stärke muss die persönliche Betreuung und das Wissen um Ihre Kunden sein. So können Sie gegen “das Internet” punkten.«

      Das unterschreibe ich unbedingt, nur so geht es! Deshalb auch: „Buch pur“!

    • Ich denke auch, dass Spezialbuchhandlungen die Zukunft gehört, z.B. Jura-Fachhandlungen bei Unis oder Krimis wie Die Wendeltreppe in Frankfurt.

      Bei uns im Kreis gibt es drei Buchhandlungen, die einen Besitzer hatten, aber jeweils einen anderen Schwerpunkt. Wenn ich Reiseliteratur haben wollte, bin ich in eine andere gefahren, als wenn ich Belletristik habe wollte. Das Erfolgskonzept ist wohl Belletristik + X.

    • ————————————————————–
      Da habe ich mir gesagt: Handle, oder du wirst behandelt.
      (Andreas Möller über seinen Wechsel zu Schalke 04)
      ————————————————————–
      30.07.2013

      Lieber Tom Ruthemann,

      leider scheinen Sie so gut wie nichts verstanden zu haben von dem, was ich ausdrücken wollte, vor allem den ersten Teil nicht, aber auch nicht den letzten Absatz.

      Ich kritisiere Stefan Möller nicht, ich habe seiner Polemik eine entgegengesetzt – und mich dabei, genau wie ihn, für die Bequemlichkeit gescholten, die uns vom Schreibtisch aus einkaufen lässt. Er kommentiert das auf Facebook angeblich mit „Der Typ hat mich fett genannt!“ (ich find’s immer nett, wenn Polemiker selbst nichts einstecken können ;-).

      Und im letzten Absatz gebe ich klar zu erkennen, was des Pudels Kern ist. Wissen Sie, lieber Herr Ruthemann, was eine Ankerwickelei ist? Als kleiner Junge hatte ich mich im nähgarnfeinen Kupferdraht für den Selbstbaumotor des Elektrobaukastens schlimm verheddert. Aber nur ein paar Strassen entfernt gab’s in einem Hinterhof eine Ankerwickelei, und dort maß man mir die benötigten 10m ab für ein paar Pfennige. Damals wurden Elektromotoren, deren Rotor (=Anker) oder Stator durchgeschmort waren, noch repariert, also neu gewickelt. Heute wird das weggeschmissen und wir kaufen es neu – im Internet.

      Soll ich darüber jammern?

      Schräg gegenüber gab es einen „richtigen“ Schreibwarenladen. Dort habe ich noch Ende der 90er Jahren für eine Freundin, die nur von Hand schreiben mag, und auf keinen Fall mit dem Computer, echte Schreibfedern gekauft, einen schönen Holzhalter, Tusche dazu. Hatten die alten Schwestern einfach so in einer der tausend kleinen Schubladen, die den Laden wie ein Apotheke aussehen liessen. Wo kriegen Sie das heute noch? Richtig. Im Internet, stationär so gut wie nirgends mehr.

      Soll ich darüber jammern?

      In den 80ern habe ich in der Soziologie ein Seminar über die kommende „Informationsgesellschaft“ besucht – was für ein Käse, dachte ich damals, denn davon war noch nichts zu sehen. Aber heute sind wir dank Internet alle Superfachleute – fragen Sie mal die Ärzte, die können Ihnen ein Lied davon singen.

      Genau das hatte ich gemeint, als ich kurz und knapp schrieb: „Es gab kein Internet und Fachleute waren besser informiert als Laien.“

      Als Werbetexter, der Sie sind, müssten Sie solch verkürzte Botschaften doch eigentlich verstehen?

      Vor dem Internet hatten nur die Buchhändler Zugriff aufs Herrschaftswissen, also Neuerscheinungen (über die Verlagsvorschauen) und „Bibliographie“, also das Suchen und Finden eines Buches. Das hat sich völlig geändert.

      Soll ich darüber jammern?

      Stefan Möller trauert einer Zeit nach, in der er mit unklaren Beschwerden zum Arzt gegangen ist, und der ihm erklärt hat, daß er mehr Sport machen muss, oder was auch immer. Heute weiß er das selbst – dank Internet.

      Warum sollte er darüber jammern wollen?

      (Auch das war natürlich nur eine Metapher, muss ich ja offenbar dazu sagen).

      Von ca. 7 Mrd D-Mark, die der traditionelle Buchhandel Mitte der 90er umgesetzt hat in den vielen kleinen und mittleren Buchhandlungen (große gab’s nur sehr wenige) vereinen die seitdem entstandenen Ketten und amazon jetzt 3 Mrd Euro (5,5 Mrd DM) auf sich. Verstehen Sie jetzt, daß es die tradtionelle Stöberbuchhandlung kaum noch gibt? In der Titel auch mal 1-2 Jahre im Regal ruhen können, weil das Gesamtpaket noch stimmt?

      Hier mal ein Kundenzitat, das das ganze Dilemma in wenigen Worten beschreibt. Kunde stolpert auf dem Heimweg mit der großen Thalia-Tüte in die liebevoll gemachte Stadtteilbuchhandlung, er braucht noch ’ne Postkarte. Sieht den Harry-Potter-Stapel und ruft erstaunt:
      „Den Potter haben Sie ja auch? Und der kostet genauso dasselbe wie beim Thalia? Da hätte ich das schwere Buch ja nicht aus der Stadt mitschleppen brauchen“.

      Tja, und wenn der kleine Buchhändler die „Renner“ nicht mehr absetzen kann, weil die Kunden fälschlicherweise glauben, es gäbe sie beim Kaufhaus oder im Internet billiger (95% der Kudnen glauben das, und amazon und die Großketten tun alles, um diesen Eindruck zu befördern), dann, ja dann kann er auch die ‚Penner‘, also Schätzchen, die etwas länger brauchen, um sich zu verkaufen, nicht mehr finanzieren.

      Aber es gibt sie durchaus noch, Buchhändler, die Stefan Möllers Anspruch erfüllen würden, obwohl Möller inzwischen dank Internet ein superinformierter Kunde ist. Ein Kollege hat so ein Exemplar in seiner Buchhandlung. Der Mann hat alles gelesen, buchstäblich alles, kennt jedes Buch. Der könnte auch Stefan Möller noch was erzählen, auch wenn der alle Verlagswebsites rauf und runter gelesen hat. Und der Mann hat kein Telefon und keinen Fernseher und wohnt möbliert und allein. Und liest und liest und liest. Zum Glück empfindet er als Berufung, was andere heutzutage politisch korrekt Selbstausbeutung nennen würden.

      Das alles ist keine Kritik an Stefan Möller. Er hat einfach nur ein paar ökonomische und informationelle Gegebenheiten übersehen. Macht nix, als Kunde darf er das. Der Kunde darf alles.

      Beste Grüße, LB

      • „Er kommentiert das auf Facebook angeblich mit “Der Typ hat mich fett genannt!” (ich find’s immer nett, wenn Polemiker selbst nichts einstecken können 😉 .“ – Nicht nur angeblich, sondern dem ist so. Seien Sie aber versichert, dass dies nichts mit Nicht-Einstecken-Können zu tun, sondern als Überschrift dazu diente, mehr Klicks auf Ihren Beitrag zu provozieren, war wohl auch erfolgreich. Ich bin keinesfalls in irgendeiner Art und Weise beleidigt, Alder, ich schwör! Dass ich glaube, dass Sie mein Anliegen nicht ganz verstanden haben, ist eine andere Sache. Das Einzige, was ich übrigens beim nächsten Mal anders machen würde: Nicht zu einem Zeitpunkt veröffentlichen, zu dem ich mit schnöder Lohnarbeit bis zum Hals eingedeckt bin. Sehen Sie mir es also bitte nach, dass ich Ihnen erst zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich antworten werde.

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