„Weil wir aus dem Meer der Bücher die besten Perlen fischen.“ SteglitzMind stellt John Cohen von „cohen + dobernigg“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir John Cohen von der Hamburger Buchhandlung cohen + dobernigg kennenlernen sollten, hatten Jessica Ebert und Katja Weber vorgeschlagen, deren Buchhandlung ebertundweber in Berlin/Kreuzberg zu finden ist.

Eine Skizze vom Laden…

John Cohen © cohen + dobernigg

John Cohen © cohen + dobernigg

Uns gibt es jetzt seit elf Jahren auf 140 qm in Hamburg St.Pauli an der Schnittstelle zwischen Schanzen- und Karoviertel. Wir sind ein allgemeines Sortiment mit Schwerpunkten in der aktuellen Belletristik, Design und Kultur. Wir bedienen ein gut informiertes urbanes Publikum mit den Büchern, die es braucht.

Warum sind Sie Buchhändler geworden?

.

Weil Bücher ein tolles ausgereiftes Medium sind, das die Vielfalt des Lebens in allen Bereichen darstellt. Hier die Besten auszusuchen und zu verbreiten und fördern, macht jeden Tag wieder Spaß.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Ja, warum nicht?

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Erstaunlich wenig. OK, E-Books werden uns in Zukunft mehr beschäftigen, vor allem auch der technische Kram, der dabei anfällt.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben seit dem ersten Tag einen Online-Shop, wie bei den meisten Kollegen, ist es allerdings tastsächlich schwierig, diesen in die Köpfe der Kunden zu bekommen. Die Kollegen vom großen Fluss haben es da wirklich geschafft, allgegenwärtig zu sein.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Solange es die Preisbindung gibt und die buchhändlerische Infrastruktur mit guten Barsortimenten, guten Auslieferungen und fairen Konditionen gibt, sehen wir optimistisch in die Zukunft.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Wir verkaufen E-Books über unseren Web-Shop und seit neuestem sogar direkt im Laden. Allerdings sind die Verkaufszahlen zurzeit noch marginal.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Das tun wir seit Jahren ständig, nur wie so oft in Internetzeiten, wird das Ganze jetzt zum Modethema. Grundsätzlich müssen die Inhalte und Konditionen stimmen, dann ist uns egal, wo die Bücher herkommen.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Wir verbinden klassische Buchhändlertugenden wie gute Beratung, Besorgung – auch von schwierigen Titeln – und generell besten Service mit einem modernen Ambiente, das Bücher als das zeitgemäße Medium präsentiert, das sie sind. Wir veranstalten auch regelmäßig Lesungen und Verlagspräsentationen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

der buchladen © cohen + dobernigg

der buchladen © cohen + dobernigg

Insgesamt sind wir mit der Zusammenarbeit mit den Verlagen sehr zufrieden.

Aber ein paar Wünsche gibt es:

1. Keine Spiegel-Bestseller Aufkleber

2. Kein Aufdruck „Auch als E-Book erhältlich“

3. Weniger schlampiges Packen der Buchlieferungen

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Eine Werbe-Kampagne, für die Online-Präsenz und die schnellen Lieferungen des allgemeinen Buchhandels und für die Preisbindung.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das ist ein stetiger Fluss, an dem gerade wieder vor der Buchmesse viele spannende Bücher erscheinen. Kurz gesagt: das Lesen. Ach ja, Suhrkamp beschäftigt uns natürlich auch, wir hoffen sehr, das der Verlag das Gezerre gut überstehen wird.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Weil wir aus dem Meer der Bücher die besten Perlen fischen.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die Buchhandlung Lüders in Hamburg.

Danke sehr, ich freue mich, dass Sie dabei sind.

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Fünf Fragen vom Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zur Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen beantworte ich hier

Zu Wort gekommen sind bislang:

Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Edda Braun mit ihrer Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Margarete Haimberger mit ihrer Schröersche Buchhandlung in Berlin/Schöneberg

Sonja Lehmann vom Bücherwurm Borken im Nordhessischen

Martina Bergmann mit der Buchhandlung Frau Bergmann in Borgholzhausen

Thomas Calliebe mit seiner Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Mila Becker mit Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Trix Niederhauser aus der Schweiz von der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental

Simone Dalbert von der der Buchhandlung Schöningh in Würzburg

Klaus Kowalke von der Stadtteilbuchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Beate Laufer-Johannes von der der BücherInsel in Frauenaurach bei Erlangen

Petra Hartlieb von der Wiener Buchhandlung Hartliebs Bücher

Nicole Jünger aka Kata Butterblume vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Jörg Braunsdorf von der Berliner Tucholsky-Buchhandlung

Stefanie Diez und ihre Buchhandlung Die Insel im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg

Britta Beecken von der Berliner Buchkantine

Heike Wenige mit dem Taschenbuchladen, der im sächsischen Freiberg ansässig ist

Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz in Dresden

Jessica Ebert und Katja Weber von der Berliner Buchhandlung ebertundweber

Anna Jeller mit ihrer Buchhandlung Anna Jeller in Wien

Holger Brandstädt von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung, die in Ueckermünde ansässig ist

Bettina Haenitsch mit der Buchhandlung der buchladen in Seligenstadt

Gustav Förster mit der Wein-Lese-Handlung Förster, die in Ganderkesee zwischen Oldenburg und Bremen zu finden ist

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