„Meine Fangemeinde ist ein ganz wichtiger Teil meines Autorendaseins!“ – SteglitzMind fragt bei Jando nach (Teil 2)

Jando, mit dem ich vor gut drei Jahren ein längeres Gespräch für SteglitzMind führen konnte, stand mir abermals Rede und Antwort. Im ersten Teil haben wir über seine künstlerische Entwicklung gesprochen; heute geht es vorrangig um seine Präsenz und Erfahrungen im Netz.

Inzwischen ist es gang und gäbe, dass Autoren in den sozialen Netzwerken, und allen voran bei Facebook, Präsenz zeigen. Du bist quasi ein Pionier, da schon seit 2007 dabei. Wie passt das zusammen – das laute, marktschreierische Netz und deine eher leisen Geschichten und besinnlichen Botschaften?

Jando beim Schreiben © Mandy Vollmer

Jando beim Schreiben © Mandy Vollmer

Ich habe mich von Anfang an als Autor so präsentiert, wie ich bin. Und da ich moderne Märchen mit zeitlosen Botschaften schreibe, stelle ich diese auch so ein. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Fans einfach auf meine Autorenseite gehen, um mal etwas anderes als die lauten, marktschreierischen Postings zu lesen.

Bei deinem Einstieg 2007 hatte Facebook gerade einmal eine Million deutsche Nutzer. Mittlerweile sind es rund 28 Millionen, weltweit knapp 1,4 Milliarden. Hast du mit dieser rasanten Entwicklung gerechnet?

Ja. Nachdem sich Netzwerke wie Schüler VZ, MySpace etc. vom Markt verabschiedeten, war abzusehen, dass Facebook weiter wachsen würde.

War es früher einfacher oder womöglich sogar schwieriger Fans anzusprechen?

Das kann ich schwer beantworten, weil ich meinen Fans nicht anders gegenübertrete als anfangs. Seitdem ich bei Facebook unterwegs bin, versuche ich täglich etwas zu posten. Was ich aber bemerke ist, dass die Fan-Seiten stärker frequentiert werden als das Autoren-Profil. Ich höre zwar immer von einigen selbst ernannten „PR-Profis“ oder „Social-Media-Beratern“, dass es schwierig geworden sein soll, Fans anzusprechen, aber diesen Behauptungen konnte ich noch nie so richtig folgen. Fans kommen zu einem, wenn sie die Person mögen oder die Bücher, die Inhalte der Aussagen etc. Sie entscheiden – niemand anders.

Hast du den Eindruck, dass sich die Kommunikation in den sozialen Netzwerken in den vergangenen Jahren verändert hat?

Klaro. Je mehr Nutzer, desto unterschiedlicher die Menschen und natürlich auch die Kommunikation. Was natürlich auch vielen Randgruppen eine Möglichkeit gibt, ihre Meinung kundzutun. Leider oft sehr sinnfrei.

Du konntest dir eine riesige Fangemeinde aufbauen. Welchen Anteil misst du ihr an deinem Erfolg bei?

Einen großen Anteil! Ohne meine Fans, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Sie haben es mir ermöglicht, meinen Traum vom Schreiben zu leben und geben mir positives wie negatives Feedback. Lesen meine Bücher und empfehlen sie weiter. Meine Fangemeinde ist ein ganz wichtiger Teil meines Autorendaseins!

Inwieweit nimmst du bei deinen Projekten auf das Feedback deiner Fans Rücksicht?

Soweit wie möglich. Zum Beispiel bin ich der Bitte einiger Fans nachgekommen, in meinem neuen Buch „Traumflieger“ die Briefe von Lena an Gott aufzunehmen. Diesen Part im Buch habe ich ihnen gewidmet. Ursprünglich waren die Briefe lediglich für mein Blog gedacht.

Wie kommen die Abenteuer von Lena und Lasse, die du in deiner Neuerscheinung „Traumflieger“ erzählst, bei deinen Lesern an?

Gut. Wobei ich sagen muss, dass ich mir mit dem Untertitel „Lena schreibt Briefe an Gott“ nicht unbedingt einen Gefallen getan habe. Manche Leser schrecken bei dem Untertitel zurück, weil sie meinen, sie bekommen ein religiöse Buch vorgesetzt. Zwar wird das Thema durch Lenas Briefe angerissen, aber die eigentliche Geschichte handelt von zwei Kindern und ihren Freunden, die gemeinsam Abenteuer bestehen, um die Welt ein wenig besser zu machen. Sie vor Unheil zu retten…

Stichwort Kollaboration. Für die Hörbuchproduktion des „Traumfliegers“, die Ende September erschienen ist, hast du die Community gebeten, sich mit Songideen einzubringen. Was ist dabei herausgekommen?

Jando, Isgaard mit dem Produzenten Jens Lueck im Studio © Oriana Lai

Jando, Isgaard mit dem Produzenten Jens Lueck im Studio © Oriana Lai

Super Songs wurden eingereicht. Eigentlich hätte man alle Beiträge einspielen müssen. Das ging leider nicht. Ich hatte eine Jury, die aus der Echo- Preisträgerin Isgaard und dem Produzenten Jens Lueck bestand. Da ich kein Musikfachmann bin, lag es auf der Hand, dass sie die Entscheidung treffen. Ihre Wahl fiel auf die zwölfjährige Annika Schröder von den Musical Kids Hamburg, Alaska Shining und Synrix Call. Als ich das fertige Hörbuch hören konnte, war ich begeistert. Auch vom Schauspieler Christopher Groß, der die Geschichte liest. Die Traumflieger sind großartiges Kino für die Ohren geworden.

Die Erkenntnis, dass Bücherblogger wichtige Multiplikatoren sein können, verfestigte sich erst in jüngerer Zeit allgemein. Warum hast du von Anfang an auch auf diese Kanäle gesetzt?

Weil ich meine, dass ein jeder, der Bücher liest, auch die Möglichkeit bekommen sollte, öffentlich darüber zu sprechen und zu schreiben. Jeder hat eine Meinung und warum diese nicht vertreten? Das muss nicht zwingend der studierte Literaturwissenschaftler sein, die „Literaturpäpstin“, der „Literaturpapst“ oder das Feuilleton. Durch Klüngelei werden hier schon genügend Titel hin- und hergeschoben, um ihnen eine noch breitere Aufmerksamkeit zu verschaffen. – Ähnlich verhält es sich auch bei den Preisverleihungen; wobei sich die Buchbranche diesbezüglich nicht von der Musik- und Filmbranche unterscheidet. Es gibt viele Schätze, die keine Chance haben, bekannt zu werden. Buchblogger sind für solche Bücher offener.

Kannst du bestätigen, dass Rezensionen auf Buchblogs den Verkauf befördern. Oder würdest du sagen, dass sie eher dem Bekanntheitsgrad zutragen?

Schwierig zu beantworten, weil ich kein Selfpublisher bin und daher nicht zeitnah auf die Verkaufszahlen zurückgreifen kann. Aber meine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren reflektierend, würde ich meinen, dass Buchblogs eher den Bekanntheitsgrad fördern und Rezensionen in den klassischen Medien eher die Verkaufszahlen ansteigen lassen.

Und natürlich die obligatorische Schlussfrage: Hast du neue Buchprojekte in Arbeit?

Japp. Ich habe mich jüngst wieder für einige Zeit auf eine ostfriesische Insel zurückgezogen, um an meinem neuen Buchprojekt zu arbeiten. Verraten möchte ich noch nicht viel. Nur das: es wird wieder ein typisches Jando-Buch sein. Ein modernes Märchen, indem alles möglich ist…

Danke, dass ich nachfragen durfte. Ich melde mich bestimmt einmal wieder bei dir.

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