SteglitzMind stellt Andreas Dutter mit „brivideo libro“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „SteglitzMind stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe. – Eine Übersicht, wer bereits Rede und Antwort stand, und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden findet Ihr hier.

Heute erfahren wir mehr über den BookTuber („brivideo libro“), Blogger und Autor Andreas Dutter. Vorgeschlagen hatte das Stefan Mesch, der auf Stefan Mesch bloggt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Andreas Dutter, 1992, geboren und aufgewachsen im Burgenland – Österreich. An der Universität Wien studiere ich Kultur- und Sozialanthropologie und bin Autor, BookTuber sowie Blogger.

Ich denke, dass nicht alle wissen, was BookTuber so machen. Magst du uns das etwas näher erläutern?

Andreas Dutter © privat

Andreas Dutter © privat

BookTube ist eine Zusammensetzung der Worte „Book“ und „YouTube“. Das bedeutet genauer gesagt, dass es sich um Videos handelt, die auf der Plattform YouTube online gestellt werden. Diese Videos beinhalten dann die Themen Bücher, Literatur, Lesen etc. Jedoch steht dabei die emotionale Ebene im Vordergrund. Die Leser und Leserinnen versuchen zu erklären, warum sie ein Buch gefesselt hat oder warum es ihnen nicht gefallen hat. Dabei geht es nicht darum, ein Buch zu analysieren oder es kritisch zu beleuchten, sondern um die Gefühle, die es ausgelöst hat. Wir versuchen, den ZuschauerInnen eine kurzweilige Unterhaltung zu bieten.

Buchblogs waren gestern. Angesagt sind BookTuber. Wie schätzt du das ein?

Ich denke nicht, dass Buchblogs nicht mehr „angesagt“ sind. Booktubing ist eine wohlwollende Ergänzung zu Blogs. Bücherblogs bieten eine Plattform, die es einem ermöglicht, seine Gedanken zu Büchern aufzuschreiben, diese festzuhalten und mit anderen zu teilen. Auf Blogs findet dies – meiner Meinung nach – oftmals intensiver und länger statt. BookTuberInnen geht es darum, aufzuzeigen, was die Geschichte, die Charaktere, der Schreibstil und das Ende in uns ausgelöst haben. Kurz und unterhaltsam. – Ich kann hier immer nur für mich sprechen. Auf meiner Autorenwebsite habe ich auch einen Autoren- & Bücherblog. Dort schreibe ich meine Gedanken zu Buchthemen oder zu Rezensionen viel detaillierter auf.

BookTubing ist in Amerika und Mexiko schon seit längerem angesagt. Hast du eine Erklärung dafür, warum die Bewegung den deutschsprachigen Raum erst relativ spät erreicht hat?

Wenn es BookTuberInnen in Amerika und Mexiko schon länger gibt, dann liegt der Grund hierfür auch bei den Büchern. Jene Bücher wie: „Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“, „Die Bestimmung“ usw., die weltweit für einen gewissen Hype sorgten, gab es in Amerika früher. Weswegen die Menschen dort eher das Medium YouTube genutzt haben, um ihre Liebe zu Büchern auszudrücken.

Bisweilen bläst BookTubern scharfer Wind ins Gesicht. Wie gehst du mit Vorurteilen, etwa dass BookTuber Literatur auf den niedrigsten gemeinsamen Massengeschmack reduzieren, um?

Als diese Diskussion begonnen hat, konnte ich das für mich nicht nachvollziehen. Ich persönlich habe BookTuberInnen nie als LiteraturkritikerInnen gesehen. Es gab da eigentlich von Anfang an diese stillschweigende Übereinkunft, dass wir mit unseren Videos nur zeigen wollen, dass uns das Lesen Spaß macht. Mit unseren Videos wollten wir dies auch auf unsere ZuschauerInnen übertragen.

Warum hauptsächlich „Mainstream“ gelesen wird? Ich glaube, dass das auch zu einem gewissen Grad daran liegt, dass wir ein eher jüngeres Publikum ansprechen. Sie interessieren sich eben eher für Jugend- und Fantasybücher. Das wäre genauso, wenn man eine/n LiteraturkritikerIn fragt, warum er/sie nicht z.B. „Selection“ vorstellt. Da wäre die Antwort wahrscheinlich auch, dass sich viele seiner/ihrer LeserInnen einfach nicht dafür interessieren würden. (Abgesehen davon, dass es ihn/sie selbst nicht interessiert).

Ich persönlich lese aber nicht nur Jugend- & Fantasybücher. Ich bin auch ein großer Liebhaber von historischen Romanen, habe auch viele Klassiker bereits gelesen und lese generell auch öfter außerhalb des „Mainstreams“.

Seit wann und warum pflegst du das BookTubing?

Ich mache das jetzt seit Juni 2012 und habe damit begonnen, weil ich in meinem Freundeskreis niemanden hatte, der/die Bücher liest. Deswegen habe ich mich oft im Internet umgesehen, wenn ich ein Buch beendet hatte. So bin ich auf ein Büchervideo auf YouTube gestoßen und habe mir daraufhin gedacht, dass ich das auch machen will.

Deine Themenschwerpunkte …

Meine Themenschwerpunkte sind Bücher, mein Leben als Autor und Serien. Bei Büchern ist es für mich essentiell, dass ich nicht nur Rezensionen biete, sondern auch andere Formate. Lesemonate – was habe ich im Monat gelesen. Top 5/10 Beiträge – Zum Beispiel „Die 5 besten Mütter in Büchern“. Bei Videos/Beiträgen, die sich mit meinem Leben als Autor beschäftigen, gebe ich Auskünfte darüber, wie ich meine Verlage finde, welche Erfahrungen ich mache, wie es mir während des Schreibens eines Buches geht. Dabei interagiere ich mit meinen ZuschauerInnen.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Die Diskussion VerlagsautorInnen versus SelfpublisherInnen. Die finde ich schon sehr ermüdend. Es gibt schwarze Schafe unter SelfpublisherInnen, aber genauso gibt es auch unter VerlagsautorInnen Menschen, die eher durch fragwürdige Methoden bei einem Verlag untergekommen sind.

Wie machst du deine Beiträge bekannt?

Natürlich über YouTube, aber auch über Twitter, Facebook, Instagram und über meine Website.

Ein gewisses Talent zur Selbstinszenierung braucht man als BookTuber, oder?

Es kommt darauf an, wie man Selbstinszenierung definiert. Anfang September 2015 stand ich für mein Buch und meinen BookTube Kanal auch vor der Fernsehkamera. Da habe ich gemerkt, dass es zwar Spaß macht, aber es für mich angenehmer ist, wenn ich alles selbst unter Kontrolle habe. Dann weiß ich, dass die Leute mich so sehen, wie ich bin und nicht so, wie es andere Menschen wollen.

Und darüber hinaus: Was macht in deinen Augen einen guten BookTuber aus?

Ein/e gute/r BookTuberIn sollte eine große Leidenschaft für Bücher haben, gepaart mit Charisma und einer angenehmen Präsenz vor der Kamera. Das bedeutet nicht, dass man sich zum Affen machen muss.

Was sollte ein BookTuber besser sein lassen?

Falsche Bewertungen – Bücher betreffend. Außerdem sollte man auch nicht unbedingt gekünstelt wirken, sondern authentisch und natürlich.

Welche Hürden muss ein BookTuber nehmen?

Die Hürde beginnt beim Gedanken darüber, was man sich erwartet. Will man einen kleinen Kreis von Menschen finden, mit denen man sich über Bücher unterhält, oder will man die breite Masse von Leseratten ansprechen? Ich wollte zunächst ersteres, später wurde ich ehrgeiziger. Und hier liegt der Ursprung der Hürde. Bücher sind immer noch ein Thema, das auf YouTube nicht das gefragteste ist. Deswegen darf man sich nicht mit Comedy- oder Beauty-Menschen messen. Andere haben nach vier Jahren oftmals eine Million Abonnenten. In der Bücherszene kann man das einfach nicht erwarten. Deswegen muss man Spaß an der Sache haben und darf sich nicht ärgern, wenn es länger dauert, bis ZuschauerInnen zu einem finden.

Dein schönstes Erlebnis als BookTuber …

Meine ZuschauerInnen haben sich zu meinen LeserInnen entwickelt und schreiben mir Kommentare, Nachrichten und begleiten mich in meinem Bücher-Universum. Seien es Bücher, die ich lese oder Bücher, die ich schreibe. Ich mag den Austausch mit den Menschen, die mich sympathisch und interessant finden. Das ist Tag für Tag immer ein schönes Erlebnis.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Nach 3 ½ Jahren passiert es mir natürlich oft, dass mir Rezensionsexemplare angeboten werden. Ich nutze das aber nicht aus und wähle nur solche Bücher, die mich auch wirklich interessieren. Außerdem wäre es mir auch unmöglich, alle Bücher zu lesen, die mir angeboten werden.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Da gehe ich genauso vor.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Selbstverständlich geht nichts über ein Taschenbuch bzw. über ein gebundenes Buch, welches man in Händen hält. Dennoch bin ich mittlerweile genauso auch für E-Books zu begeistern.

Welche anderen Booktuber bzw. Buchblogger empfiehlst du? Und welche sollten in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich würde es interessant finden, wenn Kossi aka Andrea Koßmann („Kossi’s Welt“) hier zu Wort kommen würde.

Danke sehr, Andreas, ich freue mich, dass du in der Gesprächsreihe dabei bist.

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SteglitzMind stellt Frank Böhmert mit „Frank Böhmert“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir Frank Böhmert mit seinem gleichnamigen Blog näher kennenlernen sollten, hatte Frank Duwald vorgeschlagen, der das Blog dandelion | phantastische Literatur pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ich bin Autor und Übersetzer, Vater von zwei Söhnen und ansonsten natürlich ein schöner, grundgescheiter, gerade richtig dicker Mann in seinen besten Jahren!

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Frank Böhmert © Ben Eltschig

Frank Böhmert © Ben Eltschig

Oh, ich weiß gar nicht mehr genau, seit wann. Anfang der 2000er Jahre hatte ich mir eine Autorenhomepage eingerichtet; dort Neuigkeiten einzupflegen, war aber umständlich. Also bin ich irgendwann mit „Böhmerts Hasenbrot“ bei Blogspot gestartet – diese Plattform erschien mir am zugänglichsten, und tatsächlich dauerte es keine Stunde, bis ich mit dem ersten Beitrag und einem gefälligen Design online stand. Mit meinem aktuellen Blog Frank Böhmert bin ich seit Herbst 2008 im Netz. Wobei ich alle Beiträge, die älter als drei Jahre sind, lösche. Ich muss ja nicht das Netz vollmüllen.

Wieso, weshalb, warum ich blogge? Na, ich habe schon als Zwanzigjähriger fotokopierte Rundbriefe verschickt, an ein paar Dutzend Leute. In denen standen interessante Fundstücke, Gedanken zu Büchern, Musik, Filmen und Erlebnissen, hauptsächlich Eigenes, aber auch Beiträge von Freunden. Aus Lust am Mitteilen, sage ich also mal. Aus Lust, mein Netzwerk von fitten, frechen Leuten zusammenzuhalten.

Deine Themenschwerpunkte …

Eigentlich ist mein Blog schlicht meine Reklametafel als Autor und Übersetzer. Noch eigentlicher aber bin ich seit meinem fünften Lebensjahr eine Leseratte, und ich erzähle immer gern davon, wenn ich ein tolles Buch aufgetan habe. Dabei sind mir Genrezuordnungen und die Kategorien E und U völlig egal.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Derzeit – dieses Wort passt bei mir nicht. Ich gebe mir keine Mühe, aktuell zu sein. Die meisten Bücher, die ich vorstelle, haben schon Jahre oder Jahrzehnte auf dem Buckel. Mein Blog bildet einfach mein Leseverhalten ab.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Gar nicht. Ich bin still und schreibe meine zwei, drei Einträge pro Arbeitswoche. Der Rest ergibt sich von allein – oder eben nicht.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich halte nicht viel von Wutreden, von selbstdarstellerischer Schnappatmung, von Spott und Hohn. Die bringen zwar Klicks, aber sie machen die Welt zu einem schlechteren Ort. Ich übe mich lieber im Lob des Guten, wie die Buddhisten das nennen. Meistens gelingt mir das.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Keine spezifischen Hürden. Wie bei jedem Handwerk gilt es zu üben und dranzubleiben. Wie bei jeder geselligen Runde zuhause gilt es, für eine angenehme Stimmung zu sorgen und eventuell auch mal einen Gast, der sich nicht benehmen kann, hinauszuwerfen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Wenn sich plötzlich große Kollegen in den Kommentaren oder per Mail melden, ist das toll – Andreas Eschbach und Thor Kunkel fallen mir da ein. Oder wenn ich über einen halb vergessenen Autor schreibe, dass ich von dem definitiv noch mehr lesen werde – und wenig später bekomme ich ein paar Titel von einem Blogleser geschenkt, der sie schon lange in gute Hände abgeben wollte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Lehne ich ab. Nichts gegen geschenkte Bücher, siehe oben. Aber ich folge bei der Lektüre schlicht meiner Laune, und niemandem ist damit gedient, dass ich seine Neuerscheinung vielleicht nach anderthalb Jahren dann mal bespreche.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Lehne ich ebenso ab. Ich bin kein Rezensionsdienst, ich bin kein Bücherabstauber, ich bin höchstens ein Vergessene-Bücher-Entstauber …

 Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich besitze einen Reader, nämlich für diejenigen Titel, die nicht als Printbuch rauskommen. So viel Anpassung muss für dieses Papierfresserchen hier schon sein.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ein ganz, ganz feines Blog zu allgemeiner Fantastik und abseitigen Stoffen ist die molochronik. Der klassischen Fantastik widmet sich Frank Duwald mit seinem dandelion. Ein kleines, feines Blog. Jakob Schmidt, einer der Macher der Berliner Buchhandlung Otherland, bespricht in Jakobs Blog hauptsächlich Neuerscheinungen im Bereich Science Fiction und Fantasy. Und dann gibt es noch Anubis mit seinem Lake Hermanstadt. Ein ausdrücklich politisches Blog mit sehr ausführlichen, argumentativ starken Artikeln zur Fantastik in Buch und Film, unaufgeregt und immer wieder für einen neuen Gedanken gut. An Anubis möchte ich auch gern den Stab weiterreichen!

Danke sehr…

Na, Gesine, hab du auch vielen Dank für diese Einladung! Frank.

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Zuletzt stellte sich in der Gesprächsreihe mit bibliophilen Bloggern Wolfgang Schiffer mit Wortspiele vor. – Eine Übersicht über die 73 Blogger und Bloggerinnen, die bislang Rede und Antwort standen, und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

SteglitzMind stellt Leo mit „Leo’s Literarische Landkarten“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute lernen wir Leopold und dessen Blog Leo’s Literarische Landkarten etwas näher kennen. Vorgeschlagen hatte das Daniel Ludwig, der Mein Lesesessel pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

In der Kurpfalz geboren und dort jahrzehntelang gerne gelebt. Leidenschaftlicher Kaffeetrinker. Beruflich bin ich im kaufmännischen Bereich tätig (weshalb ich in meinen Beiträgen auch gerne aus dem Augenwinkel ökonomische Details anmerke).
Leopold ist übrigens ein Pseudonym nach meinem Großvater, dessen alte Bücher ich beim Entrümpeln übernehmen durfte.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Früher war ich eher Wenigleser (die Rechtschreibprüfung schlägt gerade statt Wenigleser das Wort Weingläser vor), also nochmal: früher war ich also eher Wenigleser.
Ursprünglich habe ich den Blog im September 2012 als Leseliste eröffnet. Als ich die Bücher bekam (darunter endlos viele vergriffene), wollte ich einfach dokumentieren, was ich schon in der Hand hatte. Dabei habe ich entdeckt, dass ich Spaß an der Perspektive habe, nach Schauplätzen zu strukturieren. Und so entstand die Idee mit den Landkarten, die sich im Laufe der Zeit als Markenzeichen für meinen Blog entwickelt hat.

Deine Themenschwerpunkte…

Leo's Sommerleseplätzchen © Leo

Leo’s Sommerleseplätzchen © Leo

Themenschwerpunkt ist es, mich Texten über ihre Schauplätze nähern. Das Medium Internet bietet auch die Möglichkeit, Landkarten einzubauen. Deswegen habe ich den Blog, der ursprünglich „Leo’s Leselampe“ hieß, vor ein paar Wochen auch in „Literarische Landkarten“ umbenannt. In der Textkategorie bin ich frei: Das können Romane, auch historische Romane sein, Kurzgeschichten oder Lyrik. Aber auch Sachbücher, Reiseberichte, und schließlich auch Musik.

Das Thema Geographie ist dabei viel weiter gefasst und vom Prinzip her mit den Karten nicht zu Ende. Landschaften prägen Mentalität. Es gibt Geschichten, die nur in einer ganz bestimmten Topographie möglich sind. Es gibt Landschaften, die die Menschen prägen und von ihnen geprägt werden. In engen Räumen bewegen sich Personen anders als in weiten und..und..und…

Das selbst gesetzte Thema schränkt mich andererseits ein: Texte, die an fiktiven Orten spielen, finden in meinem Blog nicht statt.

 Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Dazu kann ich nichts sagen, weil ich nicht nah genug dran bin. Aus der Ferne fallen mir das schnelle Hochpuschen von Büchern und die strenge Einordnung in Genres negativ auf.

 Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Zuerst mal: ich möchte regelmäßig Beiträge veröffentlichen und achte auf die Qualität der Beiträge. Darüber hinaus mache ich nicht viel dafür. Der Blog hat zwar eine eigene Facebook-Seite, aber die Pflege mit allem, was dazugehört, ist mir derzeit zu viel.

 Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Sich selbst gegenüber: Sich einbilden, dass es ohne ihn kein www gäbe. Das Gegenmittel: Öfters mal Pause machen. Sich fragen, ob das wirklich wichtig ist, was man gerade schreibt. Distanz zu den eigenen Beiträgen finden. Den Lesern gegenüber: nicht belehren, sondern erzählen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Vor jedem Beitrag muss ich entscheiden, ob ich die Karte auf Stepmap oder auf google maps erstelle. Stepmap bietet zwei Editoren, einen überregionalen Editor und einen Stadtplaneditor. Der überregionale Editor ist sehr gut: Es gibt unendlich viele individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, sowohl für den Kartenausschnitt, graphisch als auch bei der Beschriftung. Die Nachteile: Nebenflüsse, Sumpflandschaften, verzweigte Flussdeltas, also der Neckar in Baden-Württemberg, der Wey in Surrey, das Mississippi-Delta sind nicht gut abgebildet. Im Stadtplan-Editor von Stepmap fehlen die graphischen Gestaltungsmöglichkeiten. Und ein einmal gewählter Kartenausschnitt kann nicht mehr verändert werden. Bei Google Maps kann man die Karten kaum individuell gestalten und schon gar nicht beschriften. Dafür positiv: Es gibt die Funktion „Linien entlang von Straßen zeichnen“, die bei Stepmap fehlt.

Eine andere Hürde: Die Zeit einzuteilen. Da ich regelmäßige Beiträge veröffentlichen möchte, sollte ich irgendeinen Maßstab finden. Zwei Beiträge im Monat bekomme ich mit Sicherheit hin. Mehr könnte ich nicht regelmäßig leisten, weniger wäre mir zu wenig.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Als nach zwei Monaten Bloggen der erste Kommentar kam. Da habe ich gemerkt: Huch, das liest ja jemand.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ist noch nie passiert. Ein Verlag ginge bei mir – aufgrund meines speziellen Themas – ein gewisses Risiko ein: Gute Schauplätze können ein ansonsten schlechtes Buch nicht gut machen, nur die Perspektive verschönern. Und ein gutes Buch kann für meinen Blog ungeeignet sein.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Es gibt ja verschiedene Gründe, weshalb jemand als Self-publisher auftritt. Ich würde versuchen, nähere Informationen zu sammeln. Wenn die ok sind und mir der Text gefällt – warum nicht?

 Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ein Buch, das ausschließlich als E-Book erschienen ist, würde ich eher nicht anfassen. Ein Buch auf dem Reader lese ich nur unterwegs und selbst dann selten.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich würde mich freuen, wenn Wolfgang Schiffer mit Wortspiele – ein literarischer Blog zu Wort kommt. Aus bibliophiler Sicht empfehle ich noch das faszinierende Projekt Ein Jahrhundert lesen sowie das literaturblog günter keil. Außerdem lese ich gerne bei Lady Budd, die das Thema Flüsse aus allen Perspektiven beleuchtet, und bei Low, der Geschichten aus Südostasien erzählt.

Schön, dass du dabei bist, Leo. Vielen Dank, auch für die außergewöhnlichen Empfehlungen.

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Zuletzt stellte sich Daniel Ludwig mit Mein Lesesessel vor. – Eine Übersicht über die 71 Blogger und Bloggerinnen, die bislang Rede und Antwort standen, und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Hilke-Gesa Bußmann mit ihrem gleichnamigen Blog vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir Hilke-Gesa Bußmann mit ihrem gleichnamigen Blog näher kennenlernen sollten, hatte Jannis Plastargias vorgeschlagen, der schmerzwach pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ich liebe ja diese kleinen „Freundschaftsbücher“, die es früher immer gab, in denen man sich ein analoges Profil angelegt hat und alle immer die beliebtesten Schüler auf die erste Seite haben wollten. Ich imitiere das mal:

Name: Hilke-Gesa Bußmann

Geboren: 26.Januar 1990 – während Sturm Daria über Norddeutschland wütete und teilweise sogar für Stromausfälle verantwortlich war – aber zum Glück kennen wir in Norddeutschland auch Notstromgeneratoren.

Heimatort: Aurich – oder besser gesagt Moordorf, ein kleines Dorf im tiefsten Ostfriesland, ungefähr dreißig Kilometer von der Nordsee entfernt. Also quasi mit Blick auf Norderney und den anderen Inseln.

Wohnort: Im Moment Offenbach am Main, weil ich mein Studium in Frankfurt beende, aber möglicherweise ändert sich das zukünftig.

Ausbildung: Gymnasium Ulricianum Aurich, Abitur. Danach Studium an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Fachbereich Germanistik und Medienwissenschaft.

Traumjob: Was mit Digitalisierung. Was mit E-Books. Was mit innovativen Verlagen, die in die Zukunft denken und nicht nur trauern, sondern sich trauen nach vorne zu gehen. Und an dieser Stelle liegen die Worte trauern und trauen wirklich sehr nah beieinander.

Hilke-Gesa Bußmann © Hilke-Gesa Bußmann

Hilke-Gesa Bußmann © Hilke-Gesa Bußmann

Diesen ganzen Kram von wegen Lieblingsband (Flogging Molly – immer nur Flogging Molly (okay – und Nathen Maxwell, aber der ist Teil von Flogging Molly)), mein erster Moment mit Büchern (Struwwelpeter! Eindeutig der. Mit 4 Jahren konnte ich den auswendig rezitieren und meine unwissenden Großeltern hielten mich für ein Genie (aber meine Mutter hat es mir auch jeden Abend mindestens dreimal vorgelesen)), Lieblingssänger (habe ich doch schon gesagt, Nathen Maxwell! Na gut, Dave King und Bridget Regan sind auch lieblich), Lieblingsfächer (kurioser Weise tatsächlich nicht Deutsch sondern Latein und Geschichte – obwohl Latein in der Oberstufe und in meinem Leistungskurs dann irgendwann nicht mehr), Lieblingslehrer (Professor Dumbledore und natürlich Gandalf), Lieblingseis (Zitrone und Schokolade, bitte in diese Kombo) und Kaffee oder Tee (KAFFEE!) übergehe ich jetzt einfach. Es ist doch nicht wirklich von Interesse, oder? Vielleicht noch folgende Stichpunkte und dann sind auch schon die Seiten im Freundschaftsbuch voll:

Lieblingsbuch: Régis de Sá Moreira – Das geheime Leben der Bücher

Lieblingsautor: Ich kann nicht nur einen Autor mögen – ich bin Literaturwissenschaftlerin (zumindest meine eine Hälfte) – aber Tolkien, Ende, Zweig und Uwe Tellkamp stehen sehr nah beieinander.

Lieblingszitat: „Es gibt sehr viel Interessantes über die Eisberge zu erfahren“ Régis de Sá Moreira – Das geheime Leben der Bücher.

Motto: Literatur ist meine Leidenschaft

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge seit ungefähr 2011 auf verschiedenen Plattformen, aus verschiedenen Gründen und zu unterschiedlichen Themen. Begonnen habe ich mit einem Autorenblog auf einer kostenlosen WordPress-Seite, nachdem ich meinen Debüt-Roman „Lieb mich!“ im Herbst 2011 veröffentlicht hatte. Da ich es gerne seriös mag und unbedingt eine eigene Homepage haben wollte, stellte ich diesen kostenlosen Blog allerdings sehr schnell auf eine WordPressinstallation auf einem eigenen Server um. Seitdem blogge ich unter Hilke-Gesa Bußmann über meine Autorentätigkeiten, gebe Einblick in mein Schreiben, führe unterschiedliche Aktionen durch und versuche mich dort meinen Lesern vorzustellen. Dort kann man beispielsweise auch meinen momentanen Selbstversuch „Ein Jahr ohne Printbücher“ lesen und quasi hautnah mitbekommen wie leicht und gleichzeitig schwer es mir fällt, größtenteils auf das gedruckte Buch zu verzichten.

Für mein Haupt-Buchprojekt blogge ich auf Die Legenden der Weltentaucher. Obwohl ich zugeben muss, dass die Blogtätigkeit dort manchmal einschläft und oft nur mit den „neuesten“ Updates zum Buch bestückt sind. Ich versuche das zu ändern, aber leider fehlt oft die Zeit. – Ach und Zeit: Weil ich ja zu viel davon habe (nicht!), ich aber eigentlich schon immer einen Traum von einem informativen Blog hatte, bereite ich gerade den Blog Zukunft-Literatur vor, auf dem Neuigkeiten und Diskussionen rund um das Thema Zukunft der Literatur präsentiert werden sollen. Diesen Blog möchte ich nicht alleine führen – auf lange Sicht gesehen – sondern mit visionären Co-Autoren betreiben, die ebenfalls Spaß an einem Blick in die Zukunft haben.

Und irgendwann … Ja, irgendwann werde ich mich auch noch um einen Reiseblog kümmern. Zum Beispiel dann, wenn das Studium vorbei ist.

Deine Themenschwerpunkte …

Bücher. Literatur. Digitalisierung. E-Books. Geschichten. Storytelling. Buchbranche. Weltentaucher. Fantasy. Zukunft. Innovationen. Self-Publishing.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das Self-Publishing. Ich mag das verlagsunabhängige Publizieren. Nicht, dass ich was gegen Verlage hätte oder ihnen den Tod prophezeie, ich empfinde es  – als junger und dynamischer Typ, der ich bin – nur als sehr angenehm, wenn sich in einem Betrieb, der quasi hunderte Jahre lang Tradition und Bestand hat, etwas verändert. Das klingt jetzt ziemlich kurios, aber: Ja – der Literaturbetrieb hat sich seit vielen Jahrzehnten nicht wirklich verändert. Vielleicht im Detail, vielleicht in einigen Abschnitten, aber immer war der Verlag die oberste Instanz. Die Möglichkeiten, die uns Unternehmen wie Amazon und Apple beispielsweise liefern (auch wenn sie natürlich in einigen Bereichen nicht moralisch handeln und den Literaturbetrieb ziemlich umkrempeln), sind grandios. Sie haben Vorteile, die wir nur akzeptieren müssen. Die wir nutzen müssen. Ich glaube in diesem Zusammenhang fest an ein Nebeneinander und nicht an ein Entweder-Oder.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Soziale Netzwerke. Facebook, Twitter, ganz selten Xing, noch seltener Google+. Ich glaube, meine Leser sitzen auf Facebook, weil ich dort auch am aktivsten bin. Obwohl sich das möglicherweise auch mit der Zeit ändern könnte.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich mag es nicht, wenn Blogger immer nörgeln. Egal, ob es Autoren, Buchblogger oder sonst wer ist, der meint, sich in einem Blog verewigen zu müssen, was ich nicht mehr lesen kann sind Aussagen wie: „Ich bin nur auf dem Amazon-Rang 1234, ich möchte aber sooooo gerne unter die Top100, könnt ihr bitte mein Buch kaufen? *heul * * schluchz * + Link zu Amazon.“ Ich finde es gut, wenn man mit seinen Lesern kommuniziert, ich kann es aber nicht ausstehen, wenn man sie „bevormundet“. Für mein Verständnis ist das keine Autorenarbeit mehr, sondern Betteln um Anerkennung. Aber das machen nicht nur Autoren, sondern auch normale Blogger, normale Menschen, einfach alle, die irgendwie nicht weiterkommen. Ich würde da eher raten: Schaut euch an, wie ihr eure Blogs verändern und optimieren könnt, um mehr Leser zu erlangen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Für mich die allergrößte Hürde: Das regelmäßige Bloggen. Ich zähle mich selbst nicht zu den Bloggern, die „über alles“ bloggen. Mein(e) Blog(s) sind themenbezogen, d.h. es kann durchaus sein, dass ich mal eine Woche keine Themen finde, über die ich bloggen soll. Das soll nicht heißen, dass ich keine Lust habe, dass ich nichts zu sagen hätte … Ich möchte nur nicht „spamen“ und unnötige Dinge schreiben. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass meine Beiträge (oder die meisten zumindest) einen Mehrwert liefern und ein „Aha-Erlebnis“ hinterlassen. Dieses zu erzeugen ist wahrlich schwierig, aber irgendwie ist es das Resultat meines wissenschaftlichen Anspruchs.

Das soll nicht heißen, dass ich Blogger, die „über alles“ bloggen verachte. Ganz im Gegenteil, ich finde es sehr bemerkenswert, wenn man so etwas kann. Es hat etwas mit Authentizität zu tun: Ich möchte mich als die Person zeigen, die ich bin. Wenn jemand so persönlich offen ist, soll er das bitte zeigen. Ich charakterisiere mich eher als anders offen und liebe meine kritische Weise zu sehr, um sie gegen etwas „Aufgesetztes“ zu tauschen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Reaktionen auf meine Blogposts. Auf der Buchmesse Menschen zu begegnen, die mich wiedererkannt haben und sich an meine Beiträge erinnert haben. Das hat mich unglaublich glücklich gemacht – vor allem habe ich es nicht erwartet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich rezensiere nicht. Das mache ich jedem Autor, mit dem ich Umgang habe und jedem Verlag deutlich. Ich bin selbst Autor und somit kann ich nicht garantieren, dass ich neutral über andere Titel urteilen kann. Ich meine das nicht böse, nur empfinde ich meine Arbeit als Autorin wesentlich grundlegender als meine Arbeit als Rezensentin es jemals sein könnte und ich möchte vermeiden, dass Aussagen wie „Die schreibt ja nur Freundschaftsrezensionen“ oder im Gegenzug „Die macht ja nur alle nieder“ kommen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Da ich ja selbst Self-Publisherin bin und ich mir vorstellen kann, was ich machen würde, wenn ich rezensieren würde: Ich würde sie annehmen. Warum? Weil ich das Self-Publishing als sehr guten Parallelweg empfinde und ich die Autoren unterstützen würde. (Ich mache es ja jetzt auch, nur eben nicht auf Ebene von Rezensionen, sondern durch Vorstellungen, durch Beratungen usw.) Self-Publisher haben es im Vergleich zu Verlagen immer noch sehr viel schwerer, es ist aber keine schlechtere Literatur. Von daher möchte ich jeden bitten: Unterstützt die Self-Publisher, aber seit ehrlich und behandelt die Titel wie Verlagstitel!

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich liebe E-Books. Für dieses Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nur E-Books zu lesen. Okay: Nicht nur, um für meinen Studienabschluss zu lernen, habe ich mir erlaubt, auch Printbücher und Kopien zu benutzen, da es sehr viele Bücher einfach nicht digital gibt, aber privat und Belletristik lese ich ausschließlich E-Books. Ich habe mir hierfür zu meinem Apple iPad einen Kindle E-Reader zugelegt, der mich davon abhalten soll, nebenbei auf Facebook und so herumzugammeln. Das ist bei eInk-Readern halt einfach wesentlich weniger der Fall (oder eher gar nicht) als bei Tablet-PCs. Ich habe mich zudem wissenschaftlich sehr ausführlich mit dem Thema E-Books beschäftigt und denke, dass gerade die Verbindung aus Multimedialität und Literatur die Zukunft sein könnte. Natürlich wird es die – ich nenne sie „klassischen E-Books“ – Adaptionen eines analogen Textes ins Digitale noch geben, aber die multimediale Varianten, die werden überzeugen und haben mich schon überzeugt.

Und, um auf meinen Selbstversuch zurückzukommen: Bisher vermisse ich Printbücher nicht. Ich lese sogar mehr im Vergleich zum Vorjahr. Warum: Weil ich anfange, nicht mehr mit dem Smartphone auf sozialen Netzwerken zu chatten, sondern in der Zeit, z.B. beim Warten auf der Bahn, lese.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich empfehle insbesondere Blogger wie Jannis Plastargias (schmerzwach) und beispielsweise Steffen Meier (Meier-meint). Blogs wie ihre sind einfach unterhaltsam und gleichzeitig informativ. Aber ich denke, beide haben hier schon einmal vorsprechen dürfen? Ich möchte Euch auch noch Buchblogger Christina Mettge mit Pudelmützen Bücherwelten und Melanie Döring mit bookrecession ans Herz legen – beide sind in meinen Augen sehr wichtig in der Bloggerwelt!

Danke vielmals, Hilke. Ich freue mich sehr, dass du der Gesprächsreihe zu einem Revival verhilfst…

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Zuletzt stellte sich die Mützenfalterin mit muetzenfalterin vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war Réka Kinces mit ihrem Blog Hausdrachen. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Elke Engelhardt mit „muetzenfalterin“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Der Vorschlag, etwas mehr über Elke Engelhardt aka die Mützenfalterin zu erfahren, unterbreitete Andreas Wolf, der Sichten und Ordnen pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Wenn ich keine Mützen falte, oder Besprechungen für Fixpoetry schreibe, laufe ich neuerdings gerne mit meiner Kamera durch die Gegend, um mich überraschen zu lassen, wie viel Schönheit selbst der hässlichste Ort noch bergen kann.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Fenster mit Aussicht ©  isla volante

Fenster mit Aussicht © isla volante

Ich blogge vermutlich seit der Schulzeit, nur dass es damals noch kein Internet gab, und das Bloggen auf kleinen Zetteln, die durch die Schulreihen wanderten, vor sich ging. Im Internet war Twoday meine erste Heimat, „Es war einmal“ der erste Blog, den ich betrieben habe, das war 2008 und 2010 bin ich dann in das „Zeitnetz“ umgezogen, um dort meine Miniaturen zu spinnen. Beide Blogs hatten relativ klare Konzepte, einmal die Lyrik, das andere Mal Miniaturen, die einen ganz bestimmten Ton hatten, auf die Dauer, und da streife ich die Schwierigkeiten, Hürden und Fehler, die mir beim Bloggen widerfahren sind, hat mich das eingeengt und mehr Stress als Lust verursacht. Darum habe ich 2011 die Plattform gewechselt, und bin mit dem Mützenfalterin Blog zu WordPress gezogen. WordPress hat für mich zwei klare Vorteile, die Anwendung ist übersichtlich und einfach, und die Speicherkapazität um einiges größer als bei Twoday.

Deine Themenschwerpunkte …

Der Mützenfalterin Blog war von Anfang an so angelegt, dass alles, was mich beschäftigt, was mir mitteilenswert erschien, seinen Platz haben sollte, Kunst, Literatur, Fotos, Bilder, eigene Texte.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Je näher ich den „Literaturbetrieb“ kennen lerne, desto mehr habe ich das Gefühl, dass Literatur, wie ich sie verstehe und liebe, etwas grundsätzlich anderes ist, als die Dinge, die dort verhandelt werden. Das fängt an bei durch die Bank euphorischen Besprechungen von zutiefst mittelmäßigen Büchern in den großen Feuilletons und setzt sich fort in den Bachmann Tagen, die mit Ausnahme des letzten Jahres, als die großartige Olga Martynova dabei gewesen ist, seit Jahren in Mittelmäßigkeit versumpfen, während mutige kleine Verlage, die auf Qualität setzen, kaum wahrgenommen werden.

Wahrnehmung ist überhaupt so eine Sache, ich mache meine Beiträge nur sehr sporadisch auf Facebook bekannt, weil es mir im Grunde genommen (auch das war ein langer Lernprozess) weniger um die Quantität der Zugriffe geht, als vielmehr darum, zum Beispiel so einen schönen Satz wie den von Andreas Wolf zu lesen, als er die Staffel hier an mich weitergereicht hat.

Dein schönstes Erlebnis beim Bloggen…

Bloggen verändert das Schreiben, verändert auch die Wahrnehmung des eigenen Schreibens, wobei mir die Lobhudelei manchmal nicht gut tut, aber es sollte jetzt um das schönste Erlebnis gehen. DAS schönste Erlebnis kann ich nicht benennen, aber einige sehr schöne. Zum Beispiel die wunderbare Zusammenarbeit mit den Bildermachern der isla volante, die seit Ende letzten Jahres, Woche für Woche ihre Fortsetzung findet, und kürzlich vom Inselpreis gekrönt wurde, aber auch die Tatsache, dass ich den einen oder die andere Bloggerin mittlerweile persönlich kennen lernen durfte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Mir ist es tatsächlich erst zweimal passiert, dass Autoren mir Rezensionsexemplare angeboten haben, das war eine nicht angenehme, aber meinen Horizont erweiternde,  Erfahrung. Ich bespreche ja nicht nur Bücher, sondern schreibe auch selbst, so dass ich mit meinen Texten bei Literaturzeitschriften oder Verlagen schon so manches Mal in der Lage des Anbieters gewesen bin, mit den Angeboten hatte ich auf einmal die Seiten gewechselt und konnte selbst erfahren, was für ein ambivalentes Gefühl es ist, das Werk von jemanden, der seine Energie und sein Herzblut hinein gesteckt hat, abzulehnen. Da ich das große Glück habe für Fixpoetry rezensieren zu dürfen, nehme ich generell keine persönlich an mich herangetragenen Angebote an, wenn mich ein Buch neugierig macht, bestelle ich es lieber auf dem neutralen Weg über Julietta Fix, zu viel Nähe zum Autor würde mein Urteilsvermögen über die ohnehin gegebene subjektive Beschränkung hinaus, beeinflussen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Self Publishing ist nichts was für mich in Frage kommt. Auch wenn der Literaturbetrieb sicher nicht so funktioniert, wie ich mir das wünschen würde, denke ich doch, dass eine professionelle Vorauswahl notwendig und gut ist, damit der Markt nicht vollends überschwemmt wird. Bestimmt bleibt dabei die eine oder andere literarische Perle unentdeckt, aber ich habe weder die Zeit noch die Kraft, mich auf die Suche nach solchen Perlen zu machen.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Was das E-Book angeht, bin ich bekennende Nostalgikerin, ich mag es, wenn meine Tasche schwer ist, weil gewichtige Bücher darin liegen, ich mag meine überfüllten Regale und die Bücherstapel auf dem Boden und ich lese die großen unhandlichen Zeitungen nach wie vor auf Papier.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Viele sehr lesenswerte Blogs sind bereits vorgestellt worden, um so mehr freue ich mich, doch noch den einen oder anderen bisher unerwähnten Blog hinzufügen zu können. Als da wären: das zehn zeilen-Projekt der Piratin Sudabeh Mohafez, Ralph Pordziks „unmoralisches Angebot“, Pagophilas Cool Pains, die nicht müde wird, den Lesern immer wieder etwas Schönes zu zeigen, Jan Kuhlbrodts Postkultur und die Frau, von der ich gerne demnächst ein Kurz Interview in dieser Reihe lesen würde, die unvergleichliche Réka Kinces mit ihrem Blog Hausdrachen.

Danke, Elke, ich freue mich sehr, dass du dabei bist. – BTW: Das 65. Gespräch innerhalb dieser Reihe…

Danke für die Einladung, es hat mir großen Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten und noch mehr, die Staffel weiterzureichen. Das Foto mag ich übrigens sehr, weil darauf mein Fenster endlich die ersehnte Aussicht bereithält… Zusammengestellt haben es die Bildermacher von der isla volante.

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Zuletzt stellte sich Andreas Wolf mit Sichten und Ordnen vor. Seine Wunsch-Interviewpartnerin war – eben Elke Engelhardt aka die Mützenfalterin. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Andreas Wolf mit „Sichten und Ordnen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Der Vorschlag, etwas mehr über Andreas Wolf und dessen Blog Sichten und Ordnen zu erfahren, stammt von Norbert W. Schlinkert, der uns Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen kredenzt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Jahrgang 74, geboren und aufgewachsen in Bayern. Studium in München (Philosophie, Germanistik, Logik & Wissenschaftstheorie) und Frankfurt am Main (Dramaturgie). Lebt heute in West-Berlin, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

so sieht die 4-jährige Tochter den bloggenden Vater © Andreas Wolf

so sieht die 4-jährige Tochter den bloggenden Vater © Andreas Wolf

Vor ungefähr 20 Jahren schenkte mir ein Freund ein Buch mit leeren Seiten und meinte, ich solle da mal was reinschreiben. Ich fing sofort damit an, das Buch war bald gefüllt. Seitdem blogge ich solche Notizbücher voll, später dann Festplatten. 2005 sagte meine Freundin, da sie mich immer so tippen sah, es gebe im Internet was Neues, das nenne sich Blog, und wenn ich eh schon immer so vor mich hin schreiben würde, könne ich das doch vielleicht auch ins Netz stellen. Nachdem ich sieben Jahre darüber nachgedacht hatte, kam ich zu dem Befund, dass sie womöglich Recht haben könnte, und machte im Mai 2012 Sichten und Ordnen auf.

Das wäre also die Antwort auf die Warum-Frage: weil ich es sowieso mache. Andererseits ist das aber auch nicht ganz richtig: durch das Veröffentlichen im Blog hat sich mein Schreiben sehr verändert. Was ich früher täglich schnell ins Notizheft hinein improvisierte, bedenke ich heute viel länger, bevor ich überhaupt mit dem Schreiben anfange, und arbeite es dann noch umständlich um, lese und korrigiere es immer wieder, bis ich mich dazu durchringen kann, es freizugeben. Ich weiß nicht genau, ob das den Texten nur gut tut, dieses ewige Bedenken und Bearbeiten. Bei den Prä-Blog-Texten war vielleicht viel unnützes Geschwafel dabei, aber der Ton war freier, denke ich heute manchmal.

Dritter Grund, warum ich blogge, ist natürlich die Hoffnung, dass irgendwer mein Geschreibsel mal ganz toll finden könnte und mir die Taschen voller Geld stopft, damit ich das für seine Zeitung / seinen Verlag / sein Sonstwas mache.

Die Plattform meines Bloggens ist meistens das Sofa, manchmal auch der Schreibtisch, ganz selten das Bett. WordPress ist ein Service, den ich nutze. Ziemlich austauschbar eigentlich. Keine Plattform, keine Community, keine Antwort auf ein „Wo?“.

Deine Themenschwerpunkte …

Eigentlich keine. In meiner unendlichen Großmütigkeit habe ich mir dereinst selbst die Lizenz erteilt, über alles zu bloggen, was immer mir einfiele, ohne Themenbeschränkung. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Themen Musik, Literatur und Philosophie meinen Horizont so begrenzen, dass ich jeden Alltagsschnipsel noch irgendwie vor dieser thematischen Leinwand zu positionieren versuche.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Nichts. Ich verfolge den Niedergang des Buchhandels, den Niedergang des gedruckten Buchs einigermaßen aufmerksam, aber auch apathisch. Der Fall Suhrkamp ist interessant: Siegfried Unseld konnte noch die widerstrebenden Interessen von Ökonomie und hoher Kultur in seiner Person vereinen. Nach seinem Tod spalteten sich diese Interessen auf verschiedene Personen auf und die bekämpfen sich jetzt vor Gericht. Dass die Ökonomie am Gericht Recht kriegt, wundert mich nicht.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Ich sende Links auf Twitter und Facebook aus. Angesichts meiner beschränkten Anzahl an Followern ist das aber eher ein Service für Freunde.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Da bin ich kein Experte. Ich habe manchmal den Verdacht, dass ich selber ständig Dinge tue, die ein Blogger besser bleiben lassen sollte.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Schwierig ist der Umgang mit den Kommentaren. Prinzipiell freue ich mich erstmal, dass jemandem zu meinem Zeug etwas einfällt und er sich die Mühe macht, das auch aufzuschreiben. Aber es hemmt einen auch. Anfangs hatte ich gar keine Kommentare, das war fürs Schreiben die totale Freiheit. Und plötzlich kamen dann welche und im Nu war ich in Diskussionen verstrickt, die ich nie wollte, die sich auch oft nur im Kreis drehten. Man redet aneinander vorbei und wird dabei sehr schnell müde. Vielleicht ist das auch meine persönliche Sozialspastik, aber ich weiß immer noch nicht, wie ich mit den Kommentaren eigentlich umgehen soll. In letzter Zeit ist es allerdings wieder stiller geworden in der Kommentarspalte, das ist eigentlich ganz angenehm.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

So richtige Erlebnisse hat mir das Bloggen bislang nicht eingebracht. Was aber auch völlig in Ordnung ist. Ich blogge ja nicht, um Erlebnisse zu kriegen, sondern umgekehrt erlebe ich halt meine Erlebnisse und blogge dann darüber.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ist noch nie vorgekommen, aber ich würde eh ablehnen. Ich will mir meine Lektüre selbst aussuchen, auch unabhängig sein in meinem Urteil. Das umgekehrte Modell fände ich erstrebenswert: Ich kaufe mir ein Buch, blogge dann darüber, und aus Freude darüber erstattet mir der Verlag den Kaufpreis zurück. Das fände ich toll.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Siehe vorige Frage. Ich habe allerdings eine gewisse Skepsis gegenüber dem Self-Publishing. Auf Twitter folgte ich mal einer, die twitterte eigentlich ganz lustig, bis sie dann ihr eigenes E-Book rausbrachte. Plötzlich war meine ganze Timeline verstopft von ihrer Eigenwerbung und den von ihr retweeteten Tweets hysterisch begeisterter Leser. Dieses Trommelfeuer der Selbstbewerbung machte mich völlig irre. Man kann viel Schlechtes über das Verlagswesen sagen, aber das Gute daran ist, dass der Verlag dem Autor die Werbung abnimmt und er nicht selber rumlaufen muss und schreien: Ich bin so toll, ich schreibe so phantastisch, kauft mich, kauft mich! Einem Autor, der so schreit, traue ich nicht. Kafka wollte, dass sein Werk verbrannt wird. Das ist mir als Haltung seltsamerweise sympathischer.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich besitze keinen E-Reader, plane auch nicht, mir einen anzuschaffen. Als ich mal einen Kindle in der Hand hielt, ließ mich das völlig kalt. Ich verdamme es aber auch nicht, für viele Leute ist das sicher total praktisch, und der Geruch eines gedruckten Buches, die Haptik und das Geräusch beim Umblättern sind mir auch eigentlich herzlich egal. Aber ich mag es, vor meinen Bücherregalen zu stehen und die Bücher materialiter vor mir zu sehen. Und es gefällt mir, dass weder Amazon noch irgendein Geheimdienst noch ich selbst mein Leseverhalten statistisch auswerten kann.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Viele der Blogs, die ich lese, wurden hier schon vorgestellt. Deshalb nenne ich nur solche, die hier noch nicht vorkamen: Billy Bob Thornhills next big ding, Andreas Glumms Glumm, Moritz von Sprachwitzens Denkmuff, Iris’ Blütenblätter und schlussendlich die Mützenfalterin. Ich weiß nicht, ob dies wirklich bibliophile Blogger sind oder was so ein bibliophiler Blogger überhaupt sein soll, aber in diesen (und anderen) Blogs wird wirklich, auf die unterschiedlichste Weise, Literatur produziert, und kaum einer kriegt das mit. Das muss sich ändern. Ich reiche also das Stöckchen weiter an die Mützenfalterin, die mit ihren poetischen Miniaturen oft einen Nerv bei mir trifft, obwohl ich sonst eigentlich gar kein großer Lyrik-Leser bin.

Danke sehr, Andreas. Eine schöne Idee übrigens, dass Verlage bei einer gefälligen Besprechung Bloggern den Verkaufspreis des Buches erstatten könnten…

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Zuletzt stellte sich Samy Wiltschek mit Jastrams Kulturblog vor. Seine Wunsch-Interviewpartnerin war Verena mit Verenas Welt der Jugendbücher. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Samy Wiltschek mit „Kulturblog der Buchhandlung Jastram“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm bloggt. Dass wir ihn mitsamt seinem Kulturblog ein wenig näher kennenlernen sollten, hatte JuneAutumn vorgeschlagen, die 1001 Bücher pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Lest Bücher nicht T-Shirts  © Samy Wiltschek

Lest Bücher nicht T-Shirts © Samy Wiltschek

Ein Silvesterkind aus dem Jahre 1958 mit einem Arbeitslosenstudium (Grundschullehrer) und seit 1983 Buchhändler in Ulm. Durch die beiden Kinder und dem Enkelkind nie den Kontakt zu Bild-, Kinder- und Jugendbüchern verloren, wobei ich gerne in neue Romane abtauche und mir die halbjährlichen Büchertsunamis schwer zu schaffen machen.

Ein Rettungsanker: Täglich vor dem Frühstück 10 Seiten in einem Klassiker lesen. Somit schaffe ich auch Tolstois Anna Karenina.

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Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich denke, es ist das dritte Jahr. Begonnen hat es mit Jastram Kulturblog, mit täglichen Verlinkungen auf facebook. Danach kam noch das Bilderblog der Jastramwelt dazu. Im Moment gibt es zu unserer Sommeraktion noch Jastrampixi.

Ich denke, das reicht. Uff!

Deine Themenschwerpunkte …

Ich bin Buchhändler, habe eine kleine, literarische Buchhandlung. Das genau ist der Inhalt dieser Blogs. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber: das reicht auch!

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich bin immer auf der Suche nach Neuem und sitze mitten drin in der Bücherwelt und habe meinen Lieblingsberuf. Mich interessieren nicht Querelen bei Suhrkamp, oder wer wo was wie und wann macht. Lieber lese ich Bücher und kann die dann auch verkaufen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Was ich gemerkt habe: Ich brauche einen langen Atem. Es spricht sich einfach rum.

Die Blogs sind eine Erweiterung des Buchlandens. Weitere Schaufenster, an denen Interessierte vorbeibummeln können. Ich bin auch nicht auf Freundesammeln bei facebook aus. Ich denke, wer Lust auf die Seiten hat, wem die Seiten gefallen, schaut immer wieder rein und findet die Buchhandlung auch hier wieder.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Oh je. Ich für mich passe auf, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne und dass die Blogs nicht zu einer Selbstinzensierung werden. Bücher sollen bei mir im Vordergrund stehen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Langer Atem. Und hin und wieder bei anderen Bloggern reinschauen (mach ich zu wenig, da ich keine Zeit dafür habe), dabei lerne ich so viel.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Ach! Z.B.wenn ein Verlag sich meldet und meinen Beitrag, den er gerade gegoogelt hat, prima findet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ist bei mir noch nie passiert. Ich fordere auch keine an und schicke den Verlagen auch keine Infos, wenn ich ein Buch von ihnen gebloggt habe. Wenn mir jemand etwas schicken sollte, prüfe ich erst ob es mir persönlich gefällt.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

s.o.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich habe seit Jahren selbst einen SONY-Reader, den ich immer wieder benutze. Auf Reisen, oder in letzter Zeit auch für Leseexemplare, oder Leseproben, die die Verlag verschicken. Das erspart mir das Entsorgen von Altpapier. Im Laden verkaufen wir Reader und bieten über unsere Plattformen E-Books an.

Aber das ist ein anderes, sehr heikles Thema, über das ich gar nicht groß nachdenken mag.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Da ich mich aus Zeitgründen nicht oft und lange im Netz bewege und meine Lieblingsblogs, denen ich folge, hier schon erwähnt worden sind, möchte ich zwei erwähnen, die ganz gut in die Reihe passen könnten.

Zum einen Verenas Welt der Jugendbücher. Verena (wir kennen uns nicht) arbeitet in der Buchhandlung Ravensbuch in Ravensburg und bespricht auf ihrem Blog Kinder- und Jugendbücher. Nicht, dass alles, was sie bespricht mir auch zusagt, aber die persönlichen Besprechungen helfen mir sehr in der Flut von Jugendbüchern, von den ich oft wenig Ahnung habe, wenn es dann auch um Fantasy und ähnliches geht. – Den Stab würde ich gerne an Verena weiterreichen.

Und: WordBrooklyn. Diese kleine und extrem rührige unabhängige Buchhandlung habe ich in Brooklyn kennengelernt, mehrfach besucht und auch schon im Buchmarkt darüber geschrieben. Same same but different. Ich habe einiges von den Mädels dort übernommen und bin begeistert, wie die sich in der Bücherwelt tummeln.

Danke sehr, Samy. Fein, dass ein Buchhändler zu Wort gekommen ist – eine Buchhändlerin haben wir hier ja bereits kennengelernt…

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Zuletzt haben sich Evelyn und Miriam mit Dreaming till Midnight vorgestellt. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Evelyn mit „Dreaming till Midnight“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Bianka Boyke pflegt jungesbuch; neuerdings gemeinsam mit einer Jugendredaktion, der auch Evelyn angehört. Bianka schlug vor, dass wir etwas mehr über die 19-Jährige erfahren sollten, die gemeinsam mit ihrer 16-jährigen Schwester Miriam Dreaming till Midnight pflegt.

Euer Steckbrief in Stichworten …

Evelyn (19), Hobbyschreiberin, bald Auszubildende im Verlagswesen, und Miriam (16), Künstlerin, noch Schülerin – Schwestern, die seit einer Weile gemeinsam bloggen.

Unser Blog heißt Dreaming till Midnight und verknüpft (Jugend-)Literatur und Kunst.

Seit wann, warum und wo bloggt Ihr?

Ich blogge seit November 2012. Einige Monate zuvor hatte ich die Büchercommunity Lovelybooks für mich entdeckt und vor allem durch Leserunden begonnen, regelmäßig zu rezensieren. Als es zunehmend mehr wurde, dachte ich mir: Warum nicht einen eigenen Blog eröffnen? – und holte mir meine Schwester ins Boot, um aus Dreaming till Midnight etwas Besonderes zu machen.

Wir sind bei Blogger, aus dem einfachen Grund, dass ich mich nicht auskannte und als erstes darauf gestoßen bin. Sind damit bisher auch immer gut zurechtgekommen.

der Blog-Header zeigt Evelyn und Miriam © Dreaming till Midnight

der Blog-Header zeigt Evelyn und Miriam © Dreaming till Midnight

Eure Themenschwerpunkte …

Auf Dreaming till Midnight erscheinen meine Buchrezensionen, insbesondere aus den Bereichen Fantasy/Romantasy, Dystopie und Jugendbuch. Miriam lädt ihre Kunstwerke hoch, hauptsächlich Porträts. Sie zeichnet Stars und Autorinnen, Buchcharaktere und auf Wunsch auch die Leser unseres Blogs.

Was treibt Euch in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich frage mich manchmal, ob das Marketing eine größere Rolle spielt als eine Geschichte selbst, wenn es darum geht, ein Buch an die Leser zu bringen. In letzter Zeit haben mich lange im Voraus angekündigte Spitzentitel oft eher mäßig begeistern können, während weniger beworbene Bücher sehr gut ankommen könnten, aber einfach nicht bekannt sind. So werden z.B. oft nur Teile brillanter Reihen übersetzt, nur weil die ersten Bände keine hohen Verkaufszahlen erreichen. Das ist sehr schade.

Interessant, aber auch ein wenig traurig, zu beobachten finde ich, dass es, wie fast überall, auch auf dem Büchermarkt starke Trends gibt – ein Vorteil, wenn man selbst etwas damit anfangen kann, aber nachteilig, wenn es um Vielfalt und individuellen Geschmack geht.

Wie macht Ihr Euer Blog und die Beiträge bekannt?

Wirklich geworben haben wir für unseren Blog eigentlich noch nie. Unsere (bisher dementsprechend eher kleine) Leserzahl setzt sich aus denen zusammen, die zufällig darauf gestoßen sind oder die über Bücher-/Kunstplattformen auf uns aufmerksam geworden sind, wo unsere Webadresse in unseren Profilen vermerkt ist.

Man kann uns über GFC und Blog-Connect folgen. Seit Kurzem informiere ich über neue Posts auch auf Facebook, was allerdings bisher weniger erfolgreich läuft.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Blogger sollten mit ihren Blogs nicht irgendwelche Profitgedanken verfolgen (z.B. nur bloggen, um kostenfreie Rezensionsexemplare zu bekommen, die sich dann stapeln und eher knapp und lieblos besprochen werden). Kreativität, Begeisterung für die Themen und Austausch stehen im Vordergrund – aber das ist für viele zum Glück genauso selbstverständlich wie für mich.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Große Hürden sind mir beim Bloggen eigentlich noch nicht begegnet. Seinen Blog bei der Vielzahl von Angeboten, die es zurzeit gibt, aus der Versenkung zu holen und Leser zu gewinnen, ohne sich marktschreiermäßig anzupreisen, ist manchmal nicht leicht, aber ich denke, wenn jemand aus Leidenschaft bloggt, zeigt sich das auch nach außen und weckt Interesse.

Euer schönstes Erlebnis als Blogger …

Eines meiner bisherigen Blogger-Highlights war Biankas Anfrage, ob ich für jungesbuch rezensieren wollen würde, weil ihr meine Rezensionen gefielen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ein schönes Erlebnis für Miriam war sicher, dass uns die Autorin Antje Wagner wenige Stunden, nachdem sie ein Porträt von ihr gepostet hatte, anschrieb und sich bei ihr bedankte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist bisher nicht direkt vorgekommen. Ich erhalte häufig Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden, Bloggeraktionen oder für Besprechungen auf jungesbuch, achte aber darauf, dass ich nicht zu viel auf einmal zu rezensieren habe und nehme nur an, was ich wirklich gern lesen möchte.

Rezensionsexemplare im Allgemeinen sind für mich als Schülerin bzw. bald Auszubildende eine gute Option, weil sie die Möglichkeit bieten, zu tun, was man gerne macht, ohne übermäßig viel Geld hinein investieren zu müssen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich würde mir auf jeden Fall ansehen, worum genau es sich handelt und dann entscheiden, ob es mich interessiert. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich was Self-Publisher angeht, meine Vorurteile habe. Häufig scheint einfach eine gewisse Professionalität zu fehlen, selbst wenn es nur um Rechtschreibung geht.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Das Thema E-Book hat für mich lange Zeit nicht zur Diskussion gestanden. Ich habe darauf bestanden, dass ein Buch nur dann ein Buch ist, wenn es Seiten aus Papier hat. Inzwischen denke ich, dass es eine gute Alternative für Vielleser sein kann, aus Geld- und ganz einfach auch aus Platzgründen. Dennoch wird es die „echten“ Bücher für mich nie ersetzen können und damit, auf einem Bildschirm zu lesen, habe ich mich bisher nicht anfreunden können.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5)?

Im Laufe der Zeit haben sich viele Blogs angesammelt, bei denen ich gerne reinschaue, größtenteils Jugendbuchblogs. Seit Bianka die Jugendredaktion ins Leben gerufen hat, folge ich den anderen Mitgliedern, aber wir wurden ja alle schon von ihr genannt 🙂

Hier also vier andere sehr empfehlenswerte Blogs, bei denen sich jeder Besuch lohnt:

Books a Week von Jessi, LEBENSWERT von Dagmar, Lilienlicht von Diana und last but not least Mandy mit Mandys Bücherecke.

Vielen Dank Evelyn – und weiterhin viel Spaß beim Bloggen und Glück auf als junge Auszubildende im Verlagswesen.

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Zuletzt stellte sich Norbert W. Schlinkert mit Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war Andreas Wolf mit seinem Sichten und Ordnen. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Norbert W. Schlinkert mit „Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir heute Norbert mitsamt dessen Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen näher kennenlernen, hatte Phyllies Kiehl aka Miss TT vorgeschlagen, die Tainted Talents pflegt.

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Ich darf mich vorstellen, mich und mein Blog! Das freut mich! Ich darf Fragen beantworten. Das tue ich gerne, wirklich! So habe ich zum Beispiel auf meinem Blog, der zugleich natürlich Website ist und allerlei Literarisches und Künstlerisches beinhaltet, nur für mich allein und die Welt den berühmten Fragebogen nach Marcel Proust durchgeackert – auf die Frage nach meinem Lieblingsvogel habe ich „Donald Duck“ geantwortet, was ich vollkommen ernst meine. Man sieht schon, ich komme womöglich ins Schwadronieren, doch da ich das angeblich laut Miss TT so gut kann und eben deswegen hier von mir sprechen darf, sehe ich auch keinen Grund, mich zu beherrschen. Selbstredend werde ich also all die Fragen brav und wie gesagt gerne beantworten, den gleich zu Beginn geforderten Steckbrief aber hefte ich lieber ganz unten an, nicht damit sich die Leute bücken müssen, sondern allein deswegen, damit die Faktenlage nicht den Blick vernebelt, wo ich mich denn schon einmal vor Sie und Euch alle hinstelle. Immanuel Kant wählte, wenn ich das einmal kurz anmerken darf, als Motto für seine Kritik der reinen Vernunft übrigens noch das „De nobis ipsis silemus“, „Was uns selbst angeht, so schweigen wir“, er übernahm diesen Vorsatz von Francis Bacon, doch eben dies beherzigen naturgemäß die wenigsten Blogger (um dieses häßliche Wort einmal zu benutzen), selbst ich nicht. Nun aber zu den Fragen, denn schließlich handelt es sich um ein Interview.

Seit wann und warum ich blogge? Nun, meine Website gibt es seit September 2009, dort habe ich zunächst fortlaufende Monatsbriefe geschrieben, die mit dem Ende des jeweiligen Monats beendet und fix und fertig waren. Die Resonanz war, da sich ja niemand auf meiner Seite äußern konnte, mathematisch genau gleich Null. Mit der Bloggerei (um dieses häßliche Wort einmal zu benutzen) begann ich dann am 11. Oktober 2011. Wie war noch mal die Frage? Ach ja, warum tue ich mir und der Welt das an? Imgrunde, weil ich, und das ist die Wahrheit, literarisch und also künstlerisch arbeite und mich weder von einer Null, und sei sie kugelrund, noch von sonstigen Umständen davon abhalten lassen will, der Welt die Möglichkeit zu geben, mich und meine Arbeit zu entdecken, und natürlich ist das Schreiben in einem Blog eben auch die Sache selbst und nicht nur deren Darstellung, die ich übrigens lieber „Fabulieren“ schimpfe, wenn man mir denn schon mit Fremdwörtern kommt. Damit wäre die Frage wohl eigentlich beantwortet, ist sie aber nicht, denn ich möchte mich in Sachen literarisches Weblog auf den vielleicht größten deutschsprachigen Essayisten und Romancier berufen, nämlich Robert Musil, der ein kleines Bändchen selbst herausgab, betitelt mit Nachlaß zu Lebzeiten. Im Vorwort schrieb er, ich darf zitieren: „Warum Nachlaß? Warum zu Lebzeiten? Es gibt dichterische Hinterlassenschaften, die große Geschenke sind; aber in der Regel haben Nachlässe eine verdächtige Ähnlichkeit mit Ausverkäufen wegen Auflösung des Geschäfts und mit Billigergeben. (…): ich habe jedenfalls beschlossen, die Herausgabe des meinen zu verhindern, ehe es soweit kommt, daß ich das nicht mehr tun kann. Und das verläßlichste Mittel dazu ist, daß man ihn selbst bei Lebzeiten herausgibt; mag das nun jedem einleuchten oder nicht.“ Eben dies, das im besten Fall sofortige, vor dem eigenen Ableben stattfindende Veröffentlichen literarischer Ergüsse scheint mir also das Wesen literarischer Weblogs ganz wesentlich auszumachen, wie ich das auch in einem bescheidenen kurzen Essay, in der Kürze liegt die Würze, nicht wahr!, darlegte.

Meine Themenschwerpunkte?

Warum „schwer“? Ich denke, es ist eine besondere und im deutschen Sprachraum nach wie vor eher unterbelichtete Kunst, das Schwere leichter zu machen, als es eigentlich ist – und auch dafür ist ein Weblog gut geeignet, denke ich, denn die Schwere, die Seriösität des gedruckten Werkes fehlt ihm, wohingegen die Leichtigkeit des Gesprächs ihm zu eigen sein kann, so wie wir hier ja jetzt auch locker plaudern. Wenn man so will, ist auf die Kritik des Sokrates am Buch, am gedruckten Wort, daß nämlich ein Buch nicht antworten kann, während auf der Agora wirkliche Gespräche geführt werden können, endlich eine adäquate Antwort gefunden worden, daß nämlich heute beides im öffentlichen Raum möglich ist, das Gespräch und auch das festgeschriebene Wort. Auch einem Heraklit mit seinem „Panta rhei“, „alles fließt“, ist entgegenzuhalten, wie sehr er recht hat, wenngleich zu bedenken ist, daß eben das Fließende auch etwas zu tragen vermag. Aber ich will nicht philosophieren, das liegt mir nicht. Mein Thema jedenfalls ist die Literatur im engeren Sinne als Erzähltes und im weiteren Sinne als die Kunst, über die ich mir am meisten Gedanken mache und mit der ich emotional aber sowas von eng verbunden bin! Nächste Frage bitte!

Ich darf mich hier tatsächlich einschalten, ja!? Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Gute Frage, denn das (Her)Umtreiben ist ja das Wesen der Literatur, siehe Sokrates und Heraklit. Mich treibt im Moment um, erstens meinen Roman in Kürze (ein vielbesuchter Ort, scheint mir, einige verschlägt es auch nach Bälde) zu vollenden, wobei das „erstens“ Quatsch ist, denn das ist das Einzige, was mich im Moment wirklich umtreibt, schon seit ich damals (2010) den noch im Stadium der Frühreife steckenden Text während eines Aufenthaltstipendiums in Schöppingen entscheidend vorantrieb. Es handelt sich, und da mag der Eine oder die Andere all die ganzen Vorurteile mal beiseitelassen, um einen historischen Roman, der Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts verzeitigt ist; geschrieben ist er, wenn man so will, ganz im Sinne Alfred Döblins, der für den modernen Roman „Tatsachenphantasie“ forderte, was wohl auch ein Halldór Laxness so gesehen hat, wenn ich das mal anmerken darf. Jedenfalls muß das Ding raus in die Welt, auch in die des Literaturbetriebs!!! Nächste Frage, bitte.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Vielleicht sollte ein Blogger eben dies unterlassen, nämlich sein Blog und seine Beiträge bekannt zu machen! Das wirkt so unbescheiden. Andererseits sind wir alle keine Bacons oder Kants, und ein bißchen trommeln schadet nicht, denn sonst kann man sich ja gleich den anonymen Bloggern anschließen. Ja, was tue ich also zum Bekanntwerden? Eigentlich tue ich nicht viel, wichtig aber war sicherlich, mich Litblogs.net angeschlossen zu haben, ich fragte bescheiden an und man bat mich herein, während ich ansonsten mit Klarnamen (und dementsprechender Verlinkung auf meine Seite) hier und da und auch mal recht ausführlich kommentiere, was natürlich Interesse zu wecken vermag.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ein Blogger muß sich trauen und jedes Wegducken vermeiden, denn es ist wie beim Hindernislauf, meistens muß man über die Hindernisse hinweg, drunterher zu kriechen gildet meist nicht! Eigentliche Schwierigkeiten sehe ich nicht, Gefahren allerdings schon, denn wer sich offen äußert ist anonymen Drunterherkriechern auch schon mal ein willkommenes Angriffsziel, aber da können andere Blogger ganz andere Liedchen singen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Da schließe ich mich ganz Alban Nikolai Herbst an, denn tatsächlich habe ich über das Bloggen und das dadurch angeregte Auftauchen im Schnittpunkt von Raum und Zeit Freundschaften schließen können, die ohne meine und der anderen Webpräsenz wohl nicht möglich gewesen wären, weil man einfach immer aneinander vorbei hätte laufen können – man stelle sich das vor, diese Lauferei!

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich habe ein Buch recht ausführlich auf meiner Website rezensiert, eine durchaus wichtige Wiederentdeckung einer vergessenen Autorin. Ein weiteres Buch eben dieses guten kleinen Verlages liegt hier noch, verbunden mit der eher lockeren Erwartung, etwas darüber zu schreiben, was aber noch dauern kann, denn wie gesagt, mein Roman fordert mich. Eigentlich aber würde ich eher keine Rezensionen schreiben wollen, das ist nicht so ganz mein Ding und ich weiß auch nicht, ob die Welt Rezensionen wirklich braucht – aber das kann man ja auf der Agora mal diskutieren, wenn man denn unbedingt will.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich würde es nicht tun, glaube ich, doch da das ohnehin niemand machen wird, sage ich noch einschränkend dazu, vielleicht täte ich es, käme nur, auch im Falle einer nicht so positiven Rezension, ordentlich Schotter dabei raus. Sicher aber wäre es besser, so ein Werk würde mir vorher gegen Knete zum Lektorieren vorgelegt, denn dann ist die Chance auf eine Win-Win-Situation sicher größer.

Und wie hältst du es mit dem E-Book?

Sagen wir mal so: ich beurteile seit Kindheitstagen nahezu alles nach ästhetischen Gesichtspunkten unter Einsatz aller Sinne, ich rieche etwa gute Zigarren oder Whiskys/Whiskeys ebenso gerne wie richtige Bücher, frische Ölbilder, noch warme Motorradmotoren, Wald und Wiese und … das führte jetzt zu weit, ich höre gerne wunderbare Musik, lausche dem Rauschen der Bäume, sehe gerne schöne Landschaften aller Art und so weiter und so weiter. Auch ein Text, bei dem sich mir Schönes auftut, ist eine ästhetische Offenbarung, und da ist es gleich, in welcher Form er daherkommt, aber eben, eigentlich, nur fast. Mir sind die E-Books und auch die anderen Lesedinger einfach zu häßlich und ja auch nach kurzem Gebrauch oft irgendwie unschön verdreckt, sollten aber parallel zum Buch durchaus ihren Platz haben, denn gewisse Vorteile liegen ja auf der Hand, wenn ich auch auf dem Bildschirm nicht blättern, sondern lesen will wie bei einer Schriftrolle, so wie das im Netz ja eigentlich (noch) üblich ist – vielleicht gibt es ja dafür bald so kleine Scrollrädchen an den E-Books, das fände ich stimmiger. (Oder gibt’s das schon?) Wichtig erscheint mir noch, und das finde ich sehr gut, daß das E-Book das Veröffentlichen von Texten wahrscheinlicher macht, die ansonsten etwa der „falschen“ Länge wegen nicht veröffentlicht würden.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Wer als nächstes hier zu Wort kommen soll, das war mir sofort klar, nämlich Andreas Wolf mit seinem Sichten und Ordnen , ein Blog, das ich sehr mag, weil dort Literatur unverkrampft und klar im besten Sinne des Wortes erscheint, mal als lesenswerte kleine Geschichte und mal gesprächsweise. Jetzt kann ich noch fünf Blogs empfehlen, oder? Oje. Auf meiner Website steht „Ich lese übrigens in den folgenden Blogs und empfehle sie ausdrücklich.“ Allesamt haben sich bei SteglitzMind bereits vorgestellt. Nämlich: Phyllies Kiehl aka Miss TT mit Tainted Talents, Alban Nikolai Herbst mit Die Dschungel. Anderswelt, Jutta S. Piveckova aka Melusine Barby mit Gleisbauarbeiten und Guido Rohm mit Guido Rohms gestammelte Notizen.

Sichten und Ordnen steht da natürlich auch noch. Jedenfalls bleibe ich bei diesen Empfehlungen und verweise einfach auf die Empfehlungen dieser Blogbetreiber:innen und möchte überhaupt sagen, daß das Selbersuchen oft lohnt. Sódele!

Nix mit sódele! Es fehlt noch dein Steckbrief…

Ach ja, hatte ich vollkommen vergessen. Okay, ich versuch’s. Voilà!

Steckbrief:

Geboren wurde Norbert W. Schlinkert in Schwerte im wunderbaren Jahr 1964; er vollbrachte in jungen Jahren eine Tischlerlehre und holte sich wenige Jahre darauf das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, studierte wiederum Jahre später Kulturwissenschaft / Ästhetik und Theaterwissenschaft / Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-Universität zu Berlin, veröffentlichte 2005 seine Studie Wanderer in Absurdistan. Novalis, Nietzsche, Beckett, Bernhard und der ganze Rest (Königshausen & Neumann) und wurde 2009 mit seiner Studie Das sich selbst erhellende Bewußtsein als poetisches Ich. Von Adam Bernd zu Karl Philipp Moritz, von Jean Paul zu Sören Kierkegaard promoviert; das Buch erschien Ende 2010 im Wehrhahn-Verlag. Hier und da kam es zu kleineren literarischen Veröffentlichungen, etwa story banal (1998) oder Das Wannenbad (Kurzgeschichte; in: SIC, Zeitschrift für Literatur Nr. 4, 2009). Im Jahr 2010 wurde ihm für sein Romanprojekt ein Aufenthaltsstipendium des Künstlerdorfes Schöppingen zugesprochen. Seit Oktober 2011 ist sein literarisches Weblog Nachrichten aus den Prenzlauer Bergen auf Sendung und Empfang gestellt.

So, da stecke ich also! Ich würde aber noch gerne, da ich ja auch lange intensiv als bildender Künstler unterwegs war, ein kleines Objekt präsentieren, das sozusagen am Schnittpunkt meiner Interessen und Leidenschaften entstanden ist und bis heute eines meiner liebsten Kunstwerke darstellt. Es heißt schlicht Poesie, und so sieht es aus.

Poesie, 1996, 20 x 30 x 10 cm, Holz, Papier, Streichholzschachteln, © Norbert W. Schlinkert

Poesie, 1996, 20 x 30 x 10 cm, Holz, Papier, Streichholzschachteln, © Norbert W. Schlinkert

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Wer auf Norberts Roman neugierig geworden ist, kann sich hier kundig machen.

Zuletzt stellte sich Sophia Mandelbaum mit Ze Zurrealism itzelf vor. Ihr Wunsch-Interviewpartner war Stefan Mensch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Sophia Mandelbaum mit „ZE ZURREALISM ITZELF“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass heute Sophia Mandelbaum mit Ze Zurrealism itzelf zu Wort kommt, haben wir Alban Nikolai Herbst zu danken, der das literarische Weblog Die Dschungel. Anderswelt pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ich bin ironisch gemeint.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Meine erste Internetheimat war jetzt.de; ich richtete mir eine kleine, gemütliche Seite ein, veröffentlichte meine ersten Texte und freute mich am regen Austausch mit anderen. Auch wenn es keine ganz „eigene“ Seite war, so markierte diese Zeit den Anfang meines Schreibens im Netz. Meine Texte sollten Erkennungsmerkmal sein: ich wollte Menschen begegnen, die mir ähnelten, und doch viel besser waren als ich. Klüger und schöner, in sich gekehrt, zurück genommen, sehr belesen und jenseits der „Normalität“ mit ihren Konkurrenz- und Partyprinzipien. Alle hätten sie harte Zeiten hinter sich, wirklich harte Zeiten, nicht die Erinnerung an den zu Kindertagen verstorbenen Goldhamster und ein paar kleine Sonntagsmelancholien. Sie hätten gelitten, und sie hätten daraus gelernt, sie wären besser geworden.

Sophia Mandelbaum © Schall und Schnabel

Sophia Mandelbaum © Schall und Schnabel

Deine Themenschwerpunkte …

Nicht ankommen können. Und die Sehnsucht (ich weiß: ein schlimmes, ein abgegriffenes Wort) nach Heimat.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Ich versuche, so wenig wie möglich Teil des Betriebs zu sein, denn ich glaube, dass er sehr gefräßig sein kann. Lesen hat für mich mit Intimität zu tun; ich habe nicht das Bedürfnis, einem Autor dabei zuzuschauen oder zuzuhören, wie er Textpassagen ins anonyme Publikum hinein vorträgt. Eine Freundin von mir sagte mal: „Dana geht auf keine Lesung, nicht mal auf ihre eigene.“

Eigentlich lese ich gern vor – aber ich wünsche mir dabei Intimität. Wer meine Texte anhören mag, kann das z.B. bei soundcloud tun: für sich, in seinem ganz privaten Raum. Zu wissen, dass sich jemand Zeit und Ruhe nimmt, um mir zuzuhören, bedeutet mir mehr, als zu festgesetzten Zeiten in einer Stadtteilbibliothek vor einer Horde Fremder zu sitzen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Wenn es Neues gibt, verweise ich bei twitter  oder auf facebook darauf.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich glaube, Kommerzialisierung wäre kein guter Schritt.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Man muss sich bewusst sein, dass die wenigsten Leser zwischen dem „Ich“ im Text und dem realen Ich unterscheiden. Und dass es Leser gibt, die glauben, ein Anrecht nicht nur auf Inhalte, sondern auch auf dieses reale Ich zu haben. Dieses Phänomen habe ich lange unterschätzt, bis ich an einen Stalker geraten bin, der jede meiner Äußerungen im Netz, ob es ein gepostetes Lied oder ein Text war, komplett auf sich bezogen hat: auf seine Idee, ich sei heimlich in ihn verliebt und würde ihm mit meinen Veröffentlichungen Zeichen geben – ein Mensch, den ich nicht kannte, dem ich nie begegnet war.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Am schönsten ist es, wenn mich Kommentare oder Mails erreichen von Menschen, für die meine Texte Bereicherung sein konnten. Unterschiedlichste Leser füllen die Leerstellen meiner Sprache mit ihrer eigenen Geschichte. Das ist, was ich mir wünsche: berühren zu können. Und man kann jemanden nicht berühren, wenn er nicht seinen Teil dazu beiträgt.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich arbeite ja u.a. als Rezensentin und bin immer offen für Vorschläge, die sich bei den Medien, für die ich tätig bin, unterbringen lassen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Siehe oben 🙂

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich glaube, dass es eine sinnvolle Zusatzoption darstellt, dass es auf Reisen sehr erleichternd sein kann, eine größere Auswahl von Herzbüchern mitnehmen zu können, ohne sich den Rücken zu ruinieren. Aber letztlich zähle ich zu den oldschool-Menschen, die auf die Haptik von Print nicht verzichten wollen.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die meisten fallen aus klassischen Blog-Definitionen heraus, sind aber nichtsdestotrotz ein großartiges Erlebnis:

–  Ann Cottens Glossarattrappen

– Annina Luzie Schmids Projekt Words on a watch

Andreas Louis Seyerlein: particles

Ron Winkler

Einer der lesewütigsten Menschen, die ich kenne, heißt Stefan Mesch. Der muss hier unbedingt zu Wort kommen!

Danke sehr, Sophia – und zudem eine feine Idee, Stefan zu bitten …

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Zuletzt stellte sich die 16-jährige Filo mit ihrem Blog Filos Bücheruniversum vor. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier