Steglitz stellt Oliver Gassner mit „Literaturwelt“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass sich heute Oliver Gassner mit seiner Literaturwelt vorstellt, hatte Marius Fränzel vorgeschlagen, der Bonaventura betreibt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Germanist, Anglist, 2 Staatsexamina, 8 Jahre Gymnasiallehrer, jetzt Journalist, Publizist, Kommunikationsberatung. Lebe wieder nahe des Bodensees in Hegau, da wo ich herkomme.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Angefangen hab ich bei Blogger.com und auf Greymatter, weil es damals kaum anderes gab. Dann twoday.net, Textpattern, Typepad, WordPress, Expression Engine, eigentlich fast alles, schließlich Serendipity. Und an sich steht jetzt der Umzug zu Bloggfer.com an. Warum jeweils, das wäre ein Buch 😉 Kurz gesagt: Ich benutze immer, was am besten funktioniert. Das Literaturweltblog läuft auf WordPress.

Deine Themenschwerpunkte …

Uff, auf dem persönlichen Blog: Social Web. Literaturbloggen tu ich selbst nicht mehr so viel, ich verstehe mich da eher als Koordinator.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Dass ich lokal hier wieder in der Autorenszene verwurzelt bin, dass ich vorhabe, eine Lesereihe zu starten, und dass ich selbst wieder schreibe – Gedichte. Und vielleicht auch wieder Experimentelles mache, mal sehen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

XING, Facebook, Twitter, Google+; insgesamt sind es fast 17.000 Kontaktschnittstellen.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Langweilig werden, das Experimentieren aufhören.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Hm, irgendwann lernt man, Abmahnungen zu vermeiden oder abzuschlagen. Sonst eigentlich keine. Problem ist eher, Bloggerteams zu motivieren. Außer Geld hab ich hier noch keine funktionierende Methode.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Oliver Gassner ©  Oliver Gassner

Oliver Gassner © Oliver Gassner

Puh, schwer, aber: immer wieder andere Blogger zu treffen, bei Bloggertreffen, Webmontagen, Plogbars, Barcamps.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Aktuell leite ich die Anfrage an das Team weiter, wer eins will, meldet sich dann direkt beim Verlag, oder ich melde mich. Aber ich schaffe es nicht immer, auch zu lesen und zu rezensieren. Ich halte das für normal, das tun Verlage bei Journalisten ja auch. Was mich ärgert sind unaufgefordert zugesandte Bücher. Was soll ich mit denen anfangen?

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Genau gleich wie bei den anderen Büchern: Ich reiche sie an das Team durch. Entscheidend ist, ob sich ein Rezensent dafür interessiert. Aber: es passiert in der Regel nicht….

Generell sollte man halt beachten: „Shades of Grey“ war auch self-published 😉

Du hast …

Nein, ich habe es nicht gelesen und habe es auch nicht in Planung. Habe noch genug Ungelesenes 😉

Wie hältst du es mit dem eBook?

Ich lese seit ewiger Zeit auf dem PDA oder dem Handy. Ebook-Reader habe ich keinen. Ich besitze ein kleines 5 Zoll Tab, darauf lesen sich manche Texte besser (Faksimiles). Ich lese vor allem Klassiker. U.a. zuletzt Frankenstein von Mary Shelly. Oder letztes Jahr zu Weihnachten endlich mal das „Christmas Carol“ von Dickens.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Zu Wort kommen sollte Markus Kolbeck mit Bücherlei. Da ich aktuell keine anderen Literaturblogs lese, tu ich mich mit Empfehlungen schwer. – Noch eine Anmerkung zu deiner Gesprächsreihe. Eine gute Frage fände ich: Was liest du gerade?

Danke Oliver. Auch für den Tipp zu fragen: Was liest du gerade?

„Pattern Recognition“ von William Gibson und den Kindern lese ich von William Goldman die „Brautprinzessin“ vor.

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Zuletzt stellte sich Simone Finkenwirth mit ihrem Blog Klappentexterin vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war die Betreiberin von Ada Mitsou liest… Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Harald Sack mit „Biblionomicon“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute erfahren wir mehr über Harald Sack, der Biblionomicon betreibt. Dass sich der Kopf vorstellt, der dahinter steht, hatte sich die Durchleserin gewünscht, die Durchleser’s Blog pflegt.

 Dein Steckbrief in Stichworten …

Informatiker, Wissenschaftler und Nerd der ersten Stunde, bibliophil (ok… wahrscheinlich eher biblioman), Teetrinker, Blog- und Buchautor, Vordenker (von Berufswegen) und Querdenker (aus Leidenschaft), Läufer, Genussmensch, aktuell in Potsdam, aber ursprünglich aus Franken (auch wenn man es nicht gleich hört).

Seit wann, warum und wo bloggst du?

der Kopf hinter Biblionomicon © Harald Sack

2005 begann ich mit meinem wissenschaftlichen Blog …more semantic!, in dem sich aber zusehends Buchrezensionen und literarische Beiträge sammelten. Seit 2007 gibt es daher das Biblionomicon zu den Themen Bücher, Rezensionen, Buchkritik und Büchergeschichte(n).

Das Bloggen begann ich 2005, da ich neue Wege und Möglichkeiten des wissenschaftlichen Publizierens ausloten wollte. Da ich schon immer viel gelesen habe und in meinem Umfeld nicht gerade viele Menschen meinen – manchmal etwas exzentrischen – Lesegeschmack teilen, schreibe ich seit 2007 Rezensionen zu allerlei Gelesenem. Daneben gibt es auch noch diverse Beiträge zur Mediengeschichte, in denen Interessantes und Unerhörtes aus meiner Recherchearbeit zu Vorlesungen und Büchern quasi als „Abfallprodukt“ weiterverwertet wird. Aus Bequemlichkeit nutze ich schon immer blogspot.com. Würde ich heute mit dem Bloggen anfangen, wäre ich wahrscheinlich (aus dem gleichen Grund) bei tumblr.

Deine Themenschwerpunkte …

Ganz einfach: Bücher, Rezensionen, Buchkritik und Büchergeschichte(n). Die Auswahl der Bücher ist meinem eigenen speziellen Geschmack geschuldet und sicherlich „nichts für jedermann“ (wie es schon im Steppenwolf heißt). Daneben gibt es auch immer wieder einmal Mediengeschichte.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das allgemeine Gejammer bzw. der ebenso bestehende Hype zum Thema eBook, dem damit verbundenen Niedergang des Abendlandes, des Druckgewerbes, der Literatur und der Kultur überhaupt, das geht mir ziemlich auf die Nerven. Warum müssen Bücher so teuer sein und warum haben die Autoren so wenig davon? Eskapismus schön und gut, aber warum muss man sich die aktuelle Vampirgrütze und Sachen wie Urban Fantasy antun? Warum hat Trivialpornografie zwischen zwei Buchdeckeln aktuell so viel Erfolg? Warum liest kaum jemand mehr Gedichte?

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Twitter, insbesondere mit Bezügen zur Literaturgeschichte, natürlich auch Facebook über meine eigene Seite bzw. über diverse Lese- und Literaturgruppen und google+. Als letztes habe ich blogzug ausprobiert, bin davon aber nicht gerade überzeugt, da 95% der dort vertretenen Buchblogs eher der „rosa Sorte“ zugerechnet werden können.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Kommt darauf an, ob ich persönlich das Blog gut finden soll, oder ob es den Massengeschmack treffen soll. Oft schließt sich das natürlich aus. Daher freue ich mich über all die Bücherblogs, die nicht dem Mainstream folgen und in denen man auch die eigenen Gedanken der Blogautoren finden kann.

Ich hasse blinkende und völlig überladene Blogs, in denen nichts als Werbung zu finden ist. Ich hasse ebenfalls alphabetisch geordnete Rezensionslisten, die nach dem Titel des Buches (100 Bücher, deren Titel mit „Der“ beginnt) bzw. nach dem Vornamen des Autors sortiert sind. Buchblogs sind Buchblogs, die sich mit Gelesenem und Dingen, die damit zu tun haben beschäftigen. Mich interessieren daher keine Ausflüge in die Mode- und Beautyindustrie. Auch sollte man es als Blogautor nicht mit der Selbstdarstellung übertreiben.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Hürden sehe ich keine, wenn man einmal vom nötigen Zeitaufwand absieht. Für eine Rezension benötige ich 1-2 Stunden volle Konzentration. Soviel muss ich erst einmal erübrigen können.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Die Anfrage einer Zeitung, ob sie einen meiner Artikel zur „Kulturgeschichte des Lesens“ abdrucken dürfte, war schon eine tolle Sache, da ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Ich finde es auch immer wieder toll, wenn ich einmal eine Rezension zu einem Buch, das ich selbst schon besprochen habe, in einem anderen Blog finde. Gibt mir die Rezension dann einen Denkanstoß, kommentiere und diskutiere ich auch gerne.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Naja, mein Eklektizismus in Sachen Buchgeschmack scheint bei den Verlagen nicht gefragt zu sein. Daher habe ich noch keine Rezensionsexemplare angeboten bekommen. Ehrlich gesagt, ich würde Rezensionsexemplare, die mich nicht interessieren auch zurückschicken bzw. weiterverschenken.

Im wissenschaftlichen Bereich ist das anders. Dort frage ich explizit nach Rezensionsexemplaren nach, die ich dann allerdings nicht für das Blog, sondern direkt für den jeweiligen Verlag nach dessen Vorgaben rezensiere. Da geht es dann meist um Fragen der fachlichen Genauigkeit, Vollständigkeit und der Darstellung des Stoffes.

Wie hältst du es mit dem eBook?

Als Early Adopter habe ich schon vor einigen Jahren die ersten Erfahrungen in Sachen eBooks gemacht, die man im Biblionomicon nachlesen kann. Leider musste ich das Gerät damals wieder an unser Institut zurückgeben. Allerdings bin ich selbst bislang noch nicht in die Verlegenheit gekommen, mir einen eigenen eBook-Reader zu kaufen, auch wenn ich manchmal unter der Last der mitgeschleppten Seiten stöhne.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Natürlich sind bereits einige meiner Favoriten in dieser Interviewreihe erwähnt worden. Ich lese gerne im Bonaventura, lasse mich von aus.gelesen inspirieren oder von Boylevard. Darüber hinaus möchte ich noch Lebe lieber literarisch sowie Markus Trapps Text & Blog, das ich schon seit einer Ewigkeit lese, empfehlen.

Als Interviewvorschlag wünsche ich mir die beiden unermüdlichen und schwerproduktiven Urheberinnen von leselink.de.

Danke, Harald. Ich habe nachgelesen: Das war 2008 als du erstmals ein Lesegerät zur Hand hattest. Und dein „biblioman“, eine nette Neuschöpfung …

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Zuletzt stellte sich Gisbert Damaschke u.a. mit seinen Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war der Betreiber von litteratur.ch, der sich doch bitte bei mir melden möge. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier

Steglitz stellt Giesbert Damaschke vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Giesbert Damaschke vor. Der Vorschlag kam von Marius Fränzel, der sein Blog Bonaventura – Lektüren eines Nachtwächters seit 2005 betreibt. Er hatte uns Damschkes Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe ans Herz gelegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Jahrgang 1961, Studium der Germanistik, Philosophie und Historischer Geographie (ich brauchte halt ein drittes Fach …) in Bonn. Abschluss mit einer Arbeit über Wilhelm Raabe. Seit 1989 Computerjournalist in München, seit 1997 selbstständiger Autor und Trainer zu Internet-/Computerthemen, Schwerpunkt: Apple.

Seit wann, warum und wo  bloggst du?

Angefangen habe ich mit einer handgestrickten Homepage 1997 (frühe Formen kann sich, wer will, bei archive.org ansehen), zu Beginn bei AOL, sehr schnell dann auf eigenem Server. Warum? Weil ich es ganz reizvoll fand, „einfach so“ und ohne allzu großen Aufwand publizieren zu können.

Die Blogform habe ich mit Der große Mülleimer ab Anfang 2004 auf blogger.com ausprobiert, bin da aber rasch an die Grenzen gestoßen. 2005 habe ich dann auf damaschke.de WordPress installiert und bin bis heute dabei geblieben.

Überzeugt hat mich bei WordPress der angenehm schlanke Ansatz, inzwischen ist das System ja auch erheblich aufgebläht, aber ein Umzug zu einer anderen Plattform wäre mit zu viel Mühen versehen – ich bin ein fauler Mensch.

Deine Themenschwerpunkte …

Alles, was mich interessiert oder soweit ärgert, dass ich dazu kurz oder auch weniger kurz etwas schreibe. Die Notizen nutze ich auch als Ablagestelle für Glossen und Kommentare, die ich aus verschiedenen Anlässen für verschiedene Auftraggeber geschrieben habe. Thematisch geht es da wild durcheinander: Internet, Technik,  Kommentare zum alltäglichen Unfug, der über einen so hinwegschwappt, Klassik, Comics, Bob Dylan – der einzige gemeinsame Nenner aller Beiträge bin wohl ich: „that’s me“.

Giesbert Damaschke © Kerstin Groh

Thematisch strenger geht es im Arno-Schmidt-Blog zu, das ich Mitte 2005 ergänzend zu meiner 1997 gegründeten Arno-Schmidt-Mailingliste aufgesetzt habe. Hier dreht sich ausschließlich alles um Arno Schmidt & Umfeld. Leider hat mir der Brotberuf in den letzten Monaten keine Zeit gelassen, mich darum zu kümmern und das Blog ist ein wenig verwaist. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Seit Mitte 2009 veröffentliche ich den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog, d.h. die einzelnen Briefe werden um 215 Jahre versetzt an dem Datum veröffentlicht, an dem sie geschrieben wurden.

Ähnlich funktionieren die Gespräche mit Goethe, wo ich Eckermanns Einträge an dem Datum veröffentliche, das er ihnen in seinen Aufzeichnungen gegeben hat. Hier funktioniert die Sache aber nicht so gut, es gibt einfach zu viele, oft monatelange Pausen zwischen den Beiträgen.

Kein Blog ist mare-crisium.de, eine Website, die sich ausschließlich dem Roman “Kaff auch Mare Crisium” von Arno Schmidt widmet.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Nicht sehr viel, eigentlich gar nichts. Der Literaturbetrieb ist ein mir fremdes Paralleluniversum. Manchmal tun sich Wurmlöcher auf, und es dringt etwas zu mir durch. Bei manchen Themen werde ich gelegentlich neugierig (Arno Schmidt, Ror Wolf, Klassiker, eBooks), aber das Interesse hält nie wirklich lange an. Das war nicht immer so, früher habe ich etwa zur Buchmesse alles gelesen, was mir in die Finger fiel, heute interessiert mich das alles nur noch sehr am Rand – wenn überhaupt.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Gar nicht. Manchmal weise ich bei Twitter auf einen neuen Beitrag hin, meistens allerdings nicht.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Das muss jeder selbst ausprobieren. Ich maße mir nicht an, hier irgendwelche Regeln aufzustellen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

An erster Stelle ist sicherlich Ausdauer zu nennen. Bloggen ist ein Marathon, kein Sprint. Man sollte sich auch nicht selbst unter Druck setzen und glauben, man müsse nun jeden Tag etwas posten. Das muss man nicht.

Danach kommt die vermaledeite Technik. Das ist zwar alles sehr viel einfacher als vor – sagen wir mal 10 Jahren, aber wenn man (wie es mir letztens passiert ist) durch den Ausfall eines Spamfilters plötzlich 3.500 Spam-Kommentare im Blog hat, die man dann noch nicht einmal en bloc löschen kann, dann stößt man schon sehr deutlich an die Grenzen der Technik.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Das erstaunliche Interesse, auf das das Schiller/Goethe-Blog gestoßen ist.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Sie bieten mir keine an.

Wie hältst du es mit dem eBook?

EBooks interessieren mich, seit ich mich mit Computern beschäftige. Das sind nun immerhin auch schon gut 30 Jahre. Ich gehöre zu den Leuten, die sich seinerzeit das Rocket eBook gekauft haben. Das war aber eher nichts, viel zu schwer, zu kurze Akkulaufzeit, matschiger Bildschirm, krude Software zum Befüllen und so weiter. Dann habe ich meinen Palm V als eBook-Reader eingesetzt und darauf unter anderem Karl Mays monströsen 2.500-Seiten-Roman “Waldröschen” gelesen (was überraschend gut funktioniert hat).

Als der erste Kindle auf den Markt kam, war ich enttäuscht, das Gerät war mir entschieden zu hässlich und viel zu langsam. Glücklicherweise hat Amazon da kräftig nachgebessert. Meinen Kindle habe ich immer dabei und möchte ihn auf gar keinen Fall mehr missen.

Es hat zwar etwas gedauert, aber das eBook ist nicht mehr aufzuhalten. Ich vermute, dass zukünftige Generationen unter “Buch” ganz selbstverständlich ein eBook verstehen und die heutigen Bücher als “P-Book” oder dergleichen bezeichnet werden.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Bonaventura, Der Umblätterer und Christian Koellerer wurden ja schon genannt oder vorgestellt. Ich möchte noch litteratur.ch ergänzen, ein Blog mit immer lesenswerten Rezensionen und Kommentaren zu Literatur, über die zu reden sich auch wirklich lohnt. Wünschenswert wäre, dass du mit dem Betreiber ein Gespräch suchst.

Danke, Giesbert. Dann werde ich mich in der Schweiz auf die Suche nach dem Betreiber machen …

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Zuletzt stellt sich Ada Textkrieg mit text krieg vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war @Anousch mit ihrem Blog Anousch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier

Steglitz stellt Gregor Keuschnig mit „Begleitschreiben“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts erläutert habe.

Heute stellt sich Lothar Struck alias Gregor Keuschnig vor, der Begleitschreiben seit 2006 betreibt. Der Vorschlag, dass er in der losen Interviewreihe Rede und Antwort stehen möge, kam von Benjamin Stein, der das literaische Weblog Turmsegler seit 2006 pflegt. Stein, der mit den Romanen „Das Alphabet des Juda Liva“ (1995), „Die Leinwand“ (2010) und „Replay“ (2012) reüssierte, hält das Begleitschreiben für „eine sehr wichtige, vom Mainstream-Feuilleton unabhängige Plattform für fundierte Literaturkritik“, mit der sich der Betreiber „nicht nur Freunde gemacht haben“ dürfte.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Geboren 1959 in Mönchengladbach, in Düsseldorf lebend; im Brotberuf im Büro sitzend.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich schreibe im Internet seit 2005, anfangs in einem inzwischen nicht mehr existierenden Forum. Seit 2006 gibt es den Blog Begleitschreiben und ich schreibe seit einigen Jahren bei Glanz & Elend.

Deine Themenschwerpunkte …

Zeitgenössische Literatur, Politisches und auch Medienkritik.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Durch mein Schreiben bei „Glanz & Elend“ bin ich ein bisschen mit den literarischen Aktualitäten befasst. Ansonsten steht der Literaturbetrieb den Onlinemedien bis auf Ausnahmen immer noch sehr skeptisch gegenüber. Man zitiert eher die griffige Formulierung im Feuilleton der „Kieler Nachrichten“ als aus einem Onlinetext.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Twitter und/oder Facebook. Manchmal wird ein Beitrag im Perlentaucher-Medienticker, seltener im Bildblog bei „6 vor 9“ verlinkt.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

1. Sensationalismus. – Hierunter leidet dann das gesamte Ansehen auch seriöser Blogger. 2. Sich selbst zum Nabel der Welt erklären. – Zwei der größten Fehler der Online-Aktivisten. Man vergisst leicht: Selbst 4000 oder 6000 Klicks auf einen Beitrag bedeuten nur die Zuschauerzahl eines Fußball-Drittligaspiels. Andererseits: Wie hätte man früher eine solche Reichweite erzielt?

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Zunächst einmal gibt es technische Hürden. Ich war viel zu lange aus Bequemlichkeit beim Anbieter twoday. Im Frühjahr 2011 hat Ralph Stenzel das alles auf eine eigene Seite gebracht und alle Beiträge nebst Kommentare herübergebeamt. Eine große Arbeit. Er wartet meinen Blog auch.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

so kennt man ihn bei Twitter © Lothar Struck

Verschiedene. Nicht unbedingt schön, aber interessant: Auf einen Beitrag über eine falsche Statistikeinblendung in der tagesschau meldete sich einige Wochen später der zuständige Redakteur. In einem Telefonat meinte er dann, warum ich nicht die Redaktion angeschrieben habe. Er empfand meinen Beitrag irgendwie als „shitstorm“, auch wenn er das nicht direkt ansprach.

Schönes: Einige Diskussionen auf dem Blog, die mich weitergebracht haben. Inzwischen werde ich auch insbesondere von der österreichischen Germanistik wahrgenommen. Malte Herwig hatte meinen Blog in seiner Handke-Biographie erwähnt. Und wenn jemand wie Benjamin Stein bei SteglitzMind aussagt, „Begleitschreiben“ sei eine „sehr wichtige“ Plattform, dann ist das schon toll.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich bekomme selten unaufgefordert Leseexemplare zugeschickt. Daher kann ich sie auch zumindest beginnen zu lesen. Häufig erhalte ich Bücher über „Glanz & Elend“ – Herr Debes beweist da zuweilen ein sehr gutes Händchen. Manchmal fordere ich sie auch direkt an. Dabei gibt es Verlage, die lieber die üblichen Feuilletonredaktionen mit unaufgeforderten Exemplaren zupflastern, die dann dort verrotten, statt einen seriösen Leseexemplar-Wunsch zu bearbeiten. Im Übrigen gilt: Wer glaubt, mich mit einem Rezensionsexemplar zu einer wohlwollenden Besprechung „überreden“ zu können, ist schief gewickelt.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich habe einen Amazon-Kindle. Da sind Klassiker drauf und Texte aus dem Netz; auch Zeitungsartikel oder eigene Texte, die ich transformiert habe. Erspart viel Papierkram. Einige Verlage schicken auch lieber Fahnen statt Bücher. Ich habe zwar keine Probleme mit dem E-Book-Lesen, bevorzuge jedoch immer noch das konventionelle Buch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Einige meiner Empfehlungen hast du hier bereits vorgestellt: Bonaventura und Turmsegler zum Beispiel. Unbedingt sollte man sich mit Alban Nikolai Herbsts Die Dschungel. Anderswelt mindestens einmal befasst haben, auch wenn das nicht ganz in die Kategorisierung „Bücherblogs“ passt. Das ist ja eher ein fiktionales Geflecht, das er dort ausbreitet. Herbsts Urteile über aktuelle Bücher und Autoren sind oft sehr luzide. Er hat neulich einen Hörspiel-Essay über Krausser gebracht, der ausgezeichnet war.

Auch nicht direkt in die Rubrik, aber unbedingt erwähnenswert ist Der Umblätterer – DAS deutschsprachige Online-Feuilleton überhaupt. Empfehlenswert ist Der Buecherblogger. Zwar stimme ich mit dessen Urteilen fast nie überein, aber die Mühe, die er sich macht, ist enorm. Seine Erfahrungen würden mich in deiner Gesprächsreihe besonders interessieren. Und der Jost Renner … Aber der hat ja seinen Rezensionsblog schon lange abgeschafft. Leider.

Herzlichen Dank und Glück auf mit deiner aktuellen Handke-Studie „Der mit seinem Jugoslawien„, die just bei Ille & Riemer erschienen ist. Schön finde ich, dass du hier auch Jost Renner erwähnst. Sehr bedauerlich ist, dass er sein ambitioniertes Rezensionsblog nicht mehr pflegt. Wohl ist Josts Lyrik, nachzulesen bei LiebesEnden, auch eine Empfehlung wert.

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Zuletzt stellte sich Manuela Hofstätter mit lesefieber.ch vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war die Betreiberin der Lesewelle. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier.

Steglitz stellt Kerstin Pistorius mit „Atalantes Historien“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass sich heute Kerstin Pistorius mit Atalantes Historien vorstellt, schlug Flatter Satz in seinem Beitrag hier auf SteglitzMind vor, der das Blog aus.gelesen pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Historikerin, die auch Archäologie studiert hat, so erklärt sich auch der Name meines Blogs. Da ich gerne über Gelesenes diskutiere, pflege ich seit langem den Austausch auf Literaturseiten im Internet.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Zunächst war ich im Diskussionsforum von Buchticket sehr aktiv. Diese Tauschbörse wurde leider zunehmend kommerzieller und mutierte schließlich zu Tauschticket. Auch die Diskussionen litten darunter und wurden für mich uninteressant. Da zudem mehrere Threads gelöscht wurden, unter anderem ein gemeinsames Leseprojekt zu Anna Karenina, wollte ich mir einen eigenen Literaturort schaffen. Seit April 2010 blogge ich auf Atalantes Historien. Ich verwende WordPress auf einer eigenen Domain. – Ein nettes Forum habe ich ebenfalls wieder gefunden, auf der Seite Die Leselust von Daniela Brezing.

Deine Themenschwerpunkte?

Ich lese vorwiegend deutsche Gegenwartsliteratur meist nicht mehr ganz so junger Autoren. Damit die Distanz zwischen gelesener und gelebter Erfahrung nicht so auseinanderklafft. Daneben berichte ich über die Lektüren eines Literaturkreises. Die entsprechenden Beiträge sind meine subjektiven Eindrücke, sie geben also nur bedingt die stattgefundenen Gespräche wieder. Der dritte Schwerpunkt liegt bei Proust. Aus einem Leseprojekt ist der Wunsch entstanden, alle Bände der Recherche zu lesen. Die einstigen Mitleser sind zwar perdu, aber ich lese weiter. – Außerdem schreibe ich regelmäßig zu Literaturereignissen wie dem Bachmann-Wettbewerb, Literatursendungen oder Preisen.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Kerstin Pistorius © Kerstin Pistorius

Kerstin Pistorius © Kerstin Pistorius

Die Marketing-Strategien der Buchbranche. Natürlich ist es mir bewusst, dass ich selbst daran teilnehme, wenn ich ein Rezensionsexemplar annehme, bei einer Aktion mitwirke oder eine Besprechung bei Amazon einstelle. Trotzdem wundere ich mich, wenn auf vielen bunten Seiten nicht viel mehr als Klappentexte abgetippt werden. Ob dies tatsächlich zum Erfolg führt?

Ebenso überrascht bin ich über Autoren, die in den sozialen Netzwerken nach potentiellen Jubelbloggern fischen. Verständlich mag es ja sein, aber auf mich wirkt es merkwürdig. Und wenn ich Literaturkritiken in den Feuilletons lese, frage ich mich manchmal, ob sie noch frei und unabhängig entstanden sind. – Vielleicht bin ich ein wenig misstrauisch geworden mit den Jahren?

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Ich twittere, schreibe im Forum von Die Leselust, vereinzelt poste ich Rezensionen bei Amazon, wenn mir ein Buch besonders gut gefällt und es dort noch keine oder nur negative Bewertungen gibt. Außerdem diskutiere ich gerne mit anderen Bloggern.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Zuviel Harmonie! Mir gefällt es, wenn ein Blogger seine eigene Meinung vertritt und auch kritische Gedanken zur Lektüre formuliert. Ich lese gerne mal einen schönen Verriss, wie er sich beispielsweise auf der Seite von Stephan Maus findet.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Bloggen mit WordPress bietet eine relativ einfache Technik, um ein Lesetagebuch zu führen und mit anderen in Kontakt zu treten. So wie Mara Giese und einige andere es hier bereits geschildert haben, stelle auch ich mir manchmal die Sinnfrage. Ich hoffe immer noch auf mehr Diskussionen. Kurioserweise gibt es Leser, die mir E-Mails zu den Beiträgen schreiben, aber nicht kommentieren wollen. Auch besteht mein Literaturkreis, über den ich auf der Seite berichte, eher aus Lesern denn aus Schreibern. – Umso mehr freue ich mich über die Kommentare, die trotzdem bei mir landen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Als ich mich in der Blogroll von Mara entdeckte und die Lesewelle mich mit einer ganzen Welle von Kommentaren überrollte, habe ich mich sehr gefreut. Ebenso als ich aufgrund einer Rezension vom Berlin Verlag das Angebot zur Auswahl von Leseexemplaren erhielt.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist bisher, abgesehen von dem oben geschilderten Fall, erst wenige Male geschehen. Wenn mich eine spezielle Neuerscheinung interessiert, schreibe ich die Verlage an, in den meisten Fällen erhalte ich ein Exemplar. Allerdings fühle ich mich dann weder zu Lobhudelei aufgerufen, noch empfinde ich, wie Flatter Satz es in dem Gespräch mit dir formulierte, besondere Beißlust.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Zweimal habe ich bisher ein Buch in dieser Form gelesen. Es ist sicher eine nützliche Sache für unterwegs, aber für mich entbehrlich. Ich lese lieber altmodisch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

Einige Blogs, die ich gerne besuche, haben sich hier in deiner Interviewreihe ja bereits vorgestellt: So Bonaventura,  Buzzaldrins Bücher und aus.gelesen. Ebenso gerne lese ich die kreativen Beiträge der Lesewelle, die Rezensionen und literarischen Informationen auf der Lesemond, die ungeschönten, herrlich klaren Meinungen bei Buchrezension sowie die amüsanten Beiträge auf walk-the-line s. – Und: Als nächste Interviewpartnerin möchte ich Catarina mit ihrem Blog SchöneSeiten vorschlagen.

Herzlichen Dank, Kerstin. Und zudem: Viel Erfolg und Vergnügen beim Projekt des Berlin Verlages „Gordimer Lesen“ Blogger lesen gemeinsam Nadine Gordimers „Keine Zeit wie diese“, das du gemeinsam mit sechs bibliophilen Bloggern ab heute angehst. Einige von ihnen haben wir hier ja bereits etwas näher kennen gelernt.

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Zuletzt stellte Dieter Wunderlich vor, der seine Webseite Dieter Wunderlich: Buchtipps und Filmtipps seit zehn Jahren pflegt. Seine Wunsch-Interviewpartnerin ist Manuela Hofstätter mit mit ihrem Blog lesefieber.ch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier.

Im Überblick: Bibliophile Blogger stellen sich vor

Am 5. September eröffnete Petra Gust-Kazakos die lose Gesprächsreihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, in der sich buchaffine Blogger im Kurz-Interview präsentieren, ihre bevorzugten Bücher- bzw. Autorenblogs empfehlen und Vorschläge machen, wer in der Reihe auch zu Wort kommen sollte. Mit Petras Beitrag kam ein Stein ins Rollen: Seither haben wir 23 Blogs, deren Betreiber und Intentionen näher kennengelernt. Und da es absehbar so fortgeht, dass sich bibliophile Blogger hier vorstellen, sehe ich mich in der Pflicht, ein fortlaufend zu ergänzendes Register zu erstellen, dem ich einige Bemerkungen voranstellen möchte:

Dass das Projekt so viel Beistand und auch Beifall bekommt, zeugt davon, dass das Bedürfnis nach Orientierung, Vernetzung und Austausch im Netz unter buchaffinen Gleichgesinnten groß ist. Und genau dieses Anliegen war es auch, das mich persönlich veranlasste, eine lose Blogger-Interviewreihe auf SteglitzMind anzustoßen. Allerdings habe ich ir nicht träumen lassen, dass das Vorhaben im Anfangsstadium so rasant Fahrt aufnehmen würde. So viele Porträts binnen kurzer Zeit – das spricht für sich. Zu danken ist das euch! Und zwar nicht nur denen, die hier bereitwillig Rede und Antwort stehen, um uns an ihren Bloggererfahrungen teilhaben zu lassen. Auch jenen gebührt Dank, die Kommentare beisteuern und einzelnen Beiträgen oder gar dem gesamten Vorhaben Anerkennung zollen.

Außer dem Engagement der jeweiligen Gesprächspartner und dem Echo, das das Projekt findet, erfreut mich besonders, dass mir bislang kein vorgeschlagener Kandidat absagte, wenn ich darum bat, den Ball aufzugreifen, um sich ebenfalls im Interview zu präsentieren und persönliche Blog-Empfehlungen auszusprechen. Im Gegenteil! Vielfach entwickelte sich ein Austausch, der über die Interviewfragen weit hinausging. Auch dafür möchte ich danken.

Was mich erstaunt, ist der Sachverhalt, dass sich in der Gesprächsreihe bislang mehrheitlich Männer präsentiert haben, die keine Jünglinge sind. Dieser Tatbestand widerspricht der allgemeinen Rede, dass die buchaffine Klientel, die sich im Netz tummelt, überwiegend weiblich und jüngeren Alters ist. Man mag darüber spekulieren, warum das bei SteglitzMind (noch?) anders ist. Ich bin jedenfalls gespannt, ob sich das Geschlechterverhältnis absehbar verändert …

Dass die Bloggerinnen in der vergangenen Zeit aufgeholt haben und manche andere Überlegung zur Gesprächsreihe mit Buchbloggern führe ich an anderer Stelle aus

Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Benjamin Stein mit „Turmsegler“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute präsentiert sich der Autor Benjamin Stein, der das Weblog Turmsegler seit 2006 pflegt. Vorgeschlagen hatte ihn Marius Fränzel, der sein Blog Bonaventura 2005 ins Leben rief.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Geboren 1970 in der DDR. Ich bin selbständiger IT-Unternehmensberater und Autor. Begonnen habe ich als Teenager mit Lyrik und Kurzprosa. Der erste veröffentlichte Roman, „Das Alphabet des Juda Liva“, erschien 1995. Nach einer langen Schreibpause folgten 2008 „Ein anderes Blau. Prosa für 7 Stimmen“ (übrigens im Turmsegler in einer Blog-Version in parallelen RSS-Feeds vorveröffentlicht), 2010 der Roman „Die Leinwand“ und 2012 der Roman „Replay“, beide erschienen bei C.H.Beck. „Die Leinwand“ wurde unterdessen in mehrere Sprachen übersetzt. Die US-Ausgabe ist in diesen Tagen unter dem Titel „The Canvas“ erschienen. Für 2013 ist eine überarbeitete Neuausgabe des „Alphabet des Juda Liva“ als eBook bei C.H.Beck geplant.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Den Turmsegler gibt es seit November 2006. Unterdessen sind 1.350 Artikel dort veröffentlicht. Das Blog lief von Anfang an auf meinem eigenen Server unter WordPress, da es mir wichtig war, dass die Inhalte erhalten bleiben. Ich wollte mich nicht von einer Blog-Plattform abhängig machen, die irgendwann möglicherweise den Betrieb einstellt. Begonnen habe ich mit dem Bloggen nach einer über zehnjährigen Schreibpause, um mit täglichen Artikeln (das war die Maßgabe) wieder in eine Schreibroutine zu kommen. Die braucht es, um neben einem Hauptberuf auch wieder Bücher schreiben zu können. Das hat funktioniert.

Deine Themenschwerpunkte …

Benjamin Stein © Chris Janik / Bildquelle: Wikipedia

Es ging zunächst konsequent um die Kunst anderer, vornehmlich Literatur, aber auch Musik, Malerei und Fotografie. Der Turmsegler war eine öffentliche Erinnerungshilfe: Was hat meine künstlerische Sozialisation bestimmt, welche Autoren und andere Künstler waren bestimmend? Als ich dann 2008 mit der Arbeit an dem Roman „Die Leinwand“ begann, wurde der Turmsegler auch Werkstatt-Weblog. Ich habe von den Recherchereisen berichtet, Textauszüge veröffentlicht und die Leser am Prozess der Buchentstehung teilhaben lassen: Lektorat, Gestaltung, Korrekturen, Buchpremiere, Lesungen, Preisverleihungen. Den täglichen Rhythmus habe ich viele Jahre durchgehalten. Erst 2010, nachdem „Die Leinwand“ erschienen war, musste ich kürzer treten. Neben dem Hauptberuf, den Veranstaltungen und der Arbeit am nächsten Roman „Replay“ war immer weniger Zeit. Heute schreibe ich nur noch im Turmsegler, wenn mich ein Thema wirklich umtreibt oder es etwas Neues zu annoncieren gibt.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wenig. Ich verfolge die aktuellen Neuerscheinungen kaum. Gelegentlich reizt mich eine aktuelle Debatte zur Einmischung. Aber es waren und bleiben Entdeckungen aus allen Epochen und Ländern, die mich künstlerisch interessieren. Der Turmsegler ist keine Tageszeitung. Das Motto »Erinnern und Entdecken« gilt nach wie vor.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Unterdessen habe ich eine recht stabile Stammleserschaft. Man kann den Turmsegler per RSS und Mail abonnieren. Es gibt Hinweise auf neue Beiträge in Facebook und auf Twitter. Außerdem kann man die Beiträge auf litblogs.net lesen, einer Site, die Beiträge aus vielen interessanten Litblogs zusammenführt.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Sich über das Weblog zu definieren, also Identität daraus schöpfen zu wollen. Meine ich. Es geht nicht um Leserzahlen und Klick-Quoten, sondern allein um den Inhalt. Man kann sich fragen: Möchte ich diesen Beitrag irgendwann später nochmals lesen, wird er mir später noch wichtig sein? Dann lohnt es, ihn zu schreiben und ins Blog zu setzen. Und dann finden sich auch Leser. Wie viele das am Ende sind, ist unwichtig.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Hürden? Es zwingt uns doch niemand zum Bloggen. Man kann jederzeit aufhören. Dank der freien Blog-Plattformen ist der Einstieg kinderleicht. Dann kommt es nur noch darauf an, was das Blog eventuellen Lesern und einem selbst zu geben vermag. Ich habe allerdings auch nie mit dem Bloggen Geld verdienen wollen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Eine zeitlang hatte ich Gastkolumnen von befreundeten Schriftstellern. Sie haben über ihre prägenden Lektüreerlebnisse berichtet oder auch längere Strecken mit sehr spannenden eigenen Werken bestritten. Es gab im Blog regen Austausch über Kommentare oder auch Beiträge, die aufeinander Bezug nahmen. Das fand ich ungemein bereichernd und würde ich jederzeit wieder machen.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich schreibe im Turmsegler prinzipiell nicht auf Wunsch. Wenn mich ein angebotenes Werk interessiert, will ich selbst entscheiden, wann ich es lese und ob ich dann darüber schreibe.

Wie hältst du es mit dem eBook?

Seit etwa einem Jahr lese ich auf dem iPad und dem iPhone auch eBooks. „Krieg und Frieden“ beispielsweise hätte ich in Papierform wohl nie gelesen, weil ich solche Ziegelsteine nicht ständig mit mir herumtragen möchte. Allerdings ärgere ich mich permanent über die DRM-Praktiken bei eBooks. Wenn ich ein eBook kaufe, will ich es auch vollumfänglich nutzen dürfen – egal auf welchem meiner Geräte und in welchem Format. Es ist absurd, ein eBook zu besitzen, daraus aber nicht kopieren zu dürfen, sondern den Text abtippen zu müssen, wenn man etwas zitieren oder sich merken möchte.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

In all den Jahren habe ich Alban Nikolai Herbsts Die Dschungel. Anderswelt als das schwergewichtigste unter den deutschsprachigen Weblogs empfunden. Für ihn ist das Weblog zu einem integralen Bestandteil seines Werkes und seiner Poetik geworden. Man mag Herbst kaum noch ohne sein Weblog denken. Das Begleitschreiben von Lothar Struck hat sich zu einer sehr wichtigen, vom Mainstream-Feuilleton unabhängigen Plattform für fundierte Literaturkritik entwickelt. Damit dürfte er sich nicht nur Freunde gemacht haben, und seinen Erfahrungen würden mich in dieser Rubrik hier besonders interessieren.

Darüber hinaus muss man unbedingt auf litblogs.net hinweisen. Die Herausgeber dieses Zusammenschluss engagierter Litblogs, nämlich Christiane Zintzen und Hartmut Abendschein, haben viel geleistet für das deutschsprachige Litblog, praktisch, theoretisch und poetologisch.

Eine feine Idee, meine ich auch, Lothar Struck alias Gregor Keuschnig zum Gespräch zu bitten. Danke sehr, Benjamin, dass du den Ball von Marius aufgegriffen hast, um uns von deinen Bloggererfahrungen wissen zu lassen.

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Zuletzt präsentierte sich in der Gesprächsreihe Flatter Satz mit aus.gelesen. Als Gesprächspartnerin für SteglitzMind schlug er die Betreiberin von Atalantes Historien vor.

Steglitz stellt Klausbernd Vollmar mit „kbvollmarblog“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Klausbernd Vollmar vor, der kbvollmarblog meist vom idyllischen Künstlerdorf Norfolk/England aus betreibt. Dass er hier zu Wort kommt, haben wir Mila von den Seitenspinnerinnen zu verdanken, die Klausbernd um Blog-Preziosen bat. Als Gesprächspartner für SteglitzMind schlägt er den Betreiber von Jargs Blog und Dieter Wunderlich vor, der über Buch und Film bloggt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ursprünglich komme ich aus dem universitären Bereich (Germanistik, Nordistik, Linguistik) und arbeitete für das Goethe Institut. Nebenbei habe ich dies und das geschrieben, aber als mein erstes Buch, eine Jugendsünde, ein Bestseller wurde, wechselte ich von der Theorie zur Praxis des Schreibens. Zwei Jahre lang führte ich mit Freunden eine Buchhandlung in Köln, ehe ich nach England zog, wo ich in skurriler Umgebung Sachbücher und Romane schreibe, ab und an an Expeditionen in Arktis teilnehme, meinen Garten pflege – und blogge.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Regelmäßig blogge ich seit etwas über einem Jahr, aber das Bloggen hatte mich bereits. Davor führte ich eine Website (die ich weiterbetreibe) mit Freundesbriefen (per E-Mail), die mir aber auf die Dauer zu statisch erschienen. Die einseitige Kommunikation einer Website liegt mir nicht als kommunikativer Rheinländer, der noch dazu Berliner Eltern hat. Neben dem Austausch mit Gleichgesinnten wollte ich Ideen, die nicht in meine Bücher passen, zur Diskussion stellen und dazu für meine Freunde und alle England-Fans von meinem Leben auf dem Lande in einem idyllischen Künstlerdorf am Meer berichten. Außerdem lese ich viel. Mir scheint es, wer viel liest, muss auch darüber schreiben, sonst wird er verrückt – naja, sagen wir mal „zu abgehoben“ …

Ich blogge bei WordPress, da mir das die Plattform zu sein scheint, die am einfachsten zu bedienen ist. Ich wollte ja bloggen und mir nicht bei technischen Problemen die Haare raufen.

Deine Themenschwerpunkte …

Literatur – hauptsächlich skandinavische und englische Literatur, aber nicht nur. Ich schrieb auch über Karl May :-)und das Bild des Piraten und der Piratin in der Literatur. Das idyllische Landleben in England – ich liebe meine Wahlheimat, die Küste von Nord-Norfolk, die eine lange literarische Tradition besitzt. Meistens versuche ich, meine Eindrücke mit literarischen Themen zu verbinden. Aber hallo, ich bin kein Rosamundus Pilcher 🙂

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Mich interessiert der Einfluss der „neuen“ Medien auf die Literatur, wie z.B. Autoren bloggen und wie sie ein Image für sich und ihre Bücher zu erzeugen suchen, und wie durch E-Mail, SMS und weniger durch den Blog die Sprache sich verändert. Was ich bisweilen bedaure.

Ein beachtenswertes Experiment fand ich den Blog von irgendlink während seiner Nordsee-Umradelung, der literarische Texte, Beschreibungen, Infos und Bild interessant miteinander verband.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Indem ich andere Blogs besuche und dort kommentiere. Allerdings erwähne ich auch bei jedem Medienauftritt meinen Blog. Außerdem habe ich mich mit dem Blog von Dina zusammengeschlossen, d.h. ich schreibe dort auch und sie macht die Fotos und Collagen auch für meinen Blog. Da ich weder Lust noch Zeit habe, in Deutsch und Englisch zu schreiben, halte ich die grafische Gestaltung für wichtig. Ich versuche, meine Beiträge so zu gestalten, dass auch einer, der kein Deutsch versteht, mit Freude meine Seite betrachtet. Bloggen ist ein weltoffenes Medium und so sollte ein Beitrag auf der Text- wie auf der Bildebene lesbar sein. Nur so erreicht man eine internationale Bekanntheit – will man nicht mehrsprachig bloggen (das mache ich dann mit 80, wenn ich alle Zeit der Welt habe). Ein gutes Beispiel finde ich Philea’s Blog, der gediegene Information bringt und zugleich stets dem Auge schmeichelt. – Sie hat sich bei dir hier ja bereits vorgestellt.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Klausbernd Vollmar © Hanne Siebers

Bloggen ist kein Solomedium, Bloggen ist Austausch. Keinen Kontakt zu anderen Bloggern zu pflegen ist falsch. Außerdem glaube ich, dass Qualität beim Bloggen wichtiger ist als Quantität. Einige Blogs sind – sorry – dahingeschludert. Also lieber weniger bloggen, aber dafür jeden Beitrag auf seine Wirkung hin reflektieren.

Zu viel Ego tut auch nicht gut. Ich war kürzlich auf dem Blog einer mir unbekannten Autorin, die nur über ihr Buch schrieb und es peinlicherweise dazu noch selbst in höchsten Tönen lobte und es von Freunden aufdringlichst feiern ließ. Man sollte bloggend das Mantra laufen lassen: Schreiben ist eine Dienstleistung für andere. Ich besuche Blogs nur einmal und nie wieder, in denen sich die Leute gegenseitig lediglich beweihräuchern. Diese in USamerikanischen Blogs verbreitete Sitte hat auf deutsche Blogs abgefärbt. Natürlich freut sich jeder über Lob, aber Kommentare zu Blogbeiträgen sollten nicht inhaltsfrei sein. Ich meine, Blogger sollten sich über Widersprüche freuen. Ein Advocatus Diaboli befördert doch stets die Auseinandersetzung; sein Kommentar sollte nicht gelöscht werden.

Hat man sich als Blogger eine bestimmte Bekanntheit erarbeitet, muss man darauf achten, nicht seinem eigenen Narzissmus zu verfallen, der häufig von unbekannteren Bloggern ausgenutzt wird, indem sie einen für die eigenen Ziele einspannen. Bei Einladungen zu Aktionen auf anderen Blogs heißt es cool zu bleiben und genau abzuwägen, ob der zeitliche Aufwand auch dem eigenen Blog nutzt.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ich bin ehrgeizig. Das führte dazu, dass ich mindestens dreimal pro Tag aufgeregt meine Klicks abrief, die Statistik der Suchbegriffe schwitzend analysierte, geil auf Like-its und Kommentare war. Mehr oder weniger geht es vielen Bloggern zu Beginn so. Das erzeugt einen bösen Druck, der einem den Spaß am Bloggen nehmen kann. Wird der Blog zum Druck, sollte man bloß nicht das Handtuch werfen, sondern sich überlegen, was einem eigentlich am Bloggen wichtig ist. Meist hilft es weniger zu bloggen. Ich poste bestenfalls zweimal pro Woche und das passt so in mein Leben. Letztendlich ist mein größtes Problem, mir angenehme Zeiträume für das Bloggen zu schaffen. Von Maricopa lernte ich einen festen Zeitraum für das Bloggen – bei mir zwei Stunden tgl. von 11h bis 13h – einzuräumen und dann ist Schluss. Ein Blogger muss lernen, effektiv in Bezug auf seine Zeit zu bloggen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Mein schönstes Erlebnis – eine Frage wie beim Schulaufsatz 🙂 – war die Zusammenarbeit mit drei anderen Bloggern bei einem Gemeinschaftsprojekt auf Dinas Seite. Das Thema war die Farbe Blau. Von Fotobloggern bekamen wir die Bilder, ein anderer Blogger schrieb einen Text dazu und ich führte diesen Text fort, einige andere Blogger gingen sofort spontan darauf ein – es wurde ein Gemeinsames. Die Betreiberin des Blogs arrangierte das Ganze publikumswirksam und zum ersten Mal bekamen wir über 100 Kommentare und über 50 Like-its für einen Beitrag … Huch, ich widerspreche mir gerade, schon fahre ich auf Quantität ab. – Du siehst, das ist eine heimtückische Gefahr beim Bloggen.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich freue mich darüber 🙂 Falls ich das Buch lese, wenn es in mein Interessengebiet fällt, werde ich etwas darüber schreiben – aber nur das, was ich davon halte. Da ich Bücher sammele, stelle ich Erstauflagen in meine Bibliothek, andere Bücher verschenke ich an Interessierte. Da ich in einem AONB (EU-Rating für Area of Outstanding Natural Beauty) lebe, habe ich viele Gäste und für sie habe ich stets Bücherstapel, von dem sie sich bedienen können.

Wie hältst du es mit E-Book?

In Deutschland und den USA habe ich je ein E-Book auf dem Markt. Um ein erfolgreicher Autor zu sein, muss ich ökonomisch denken, was heißt, dass ich alle Verwertungsmöglichkeiten nutze. So wie ich früher die Rechte für das Taschenbuch, foreign rights, Sonderausgaben und Buchklubausgaben regelte, so gehört heute die E-Book-Vermarktung auch dazu. Die Standardverträge der Publikumsverlage enthalten bereits seit einigen Jahren einen Paragrafen über diese Verwertung des Copyrights. Mein neustes Buch bei Droemer-Knaur „Das große Praxisbuch der Traumdeutung“ ist sowohl in der Print-Version als auch als E-Book erhältlich, wobei die Umsätze des E-Books deutlich unter denen der Print-Version liegen. Ist man nicht gerade Stephen Leather, der zurzeit erfolgreichste Autor bei der Vermarktung von E-Books, sollte man sich als Autor nicht zu hohe Gewinne von der E-Book-Vermarktung versprechen – noch nicht. Ich denke mir jedoch, dass dieses Buchmarktsegment zunehmend wichtiger wird. Allerdings muss ich zugeben, dass ich ein konservativer Leser bin. Ich ziehe das „gute alte Buch“ dem E-Book vor.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Der mir liebste Blog ist jener von Dieter Wunderlich. Ich würde hier gerne ein Interview von Dieter lesen, zumal sein Blog ungewöhnlich ist, da er keine Rückmeldungsmöglichkeit aufweist. Vorbildlich ist die Ordnung auf seinem Blog, auf dem man auch ältere Beiträge mühelos findet. Ferner gefällt mir Rumgekritzelt von Dr. Martin Haeusler gut, da er witzig, zugleich klug und originell bestimmte Themen aus seiner Sicht als Germanist darstellt, die er mit Fotos von Roswitha Mecke würzt. Seine Geschichten findet man als Martinsche Geschichten auch auf Dinas Blog. Außerdem lese ich Jargs Blog auch stets gerne, den ich auch vorschlagen würde, dass er hier vorgestellt wird.

Von englischsprachigen Blogs spricht mich der Blog des irischen Autors Arran Q. Henderson wegen seiner unterhaltsamen Mischung von Literatur und Beschreibung Irlands, speziell Dublins, an. Naja und alles Weitere kann man ja zumindest bei WordPress unter „Books“ aus seinem Reader ziehen;  deswegen nur noch zwei Hinweise auf englischsprachige Buchseiten: Book Rhapsody und At the BookShelf.

Danke, Klausbernd für geballte und nutzwertige Informationen. Danke, dass du deine Blog-Preziosen mit uns teilst und: Natürlich auch dafür danke, dass du meiner Einladung zu dieser Gesprächsreihe gefolgt bist 😉

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In der losen Interview-Reihe präsentierte sich zuletzt Marius Fränzel mit Bonaventura. Empfehlungen von ihm gingen an den Umblätterer von Frank Fischer, die beiden Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe von Giesbert Damaschke, an den Turmsegler von Benjamin Stein und an Oliver Gassner mit seiner Literaturwelt

Steglitz stellt Marius Fränzel mit „Bonaventura“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Dr. Marius Fränzel vor, der sein Blog Bonaventura – Lektüren eines Nachtwächters seit 2005 pflegt. Vorgeschlagen hatte ihn hier Christian Köllerer, der Dr. Christian Köllerers Notizen betreibt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

50 Jahre alt, Studium der Philosophie, Neueren deutschen Literatur und Rhetorik in Tübingen, Promotion über Arno Schmidts erzählerisches Werk, gelernter Buchhändler, verschiedene Berufe und Selbstständigkeit, arbeite heute als Bürokaufmann. Nebenberuflich literarhistorische Vorträge und Rezitationen. Schachspieler (leidenschaftlich und schlecht).

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Angefangen habe ich im September 2005, damals noch auf einem von meinem Hoster vorinstallierten Blogsystem (Nucleus CMS). Nach gut einem Jahr bin ich auf WordPress umgestiegen, wobei ich mir zusammen mit der Plattform auch ein wenig php und MySQL angeeignet habe, so dass ich inzwischen auch einige Webseiten und Blogs für andere unter WordPress realisiert habe.

Warum auf dieser Plattform?

Die Frage nach dem Warum ist deutlich schwerer zu beantworten, weil dem wahrscheinlich ein Gemisch ganz verschiedener Motivationen zugrunde liegt. Angefangen hat es ganz pragmatisch während des Studiums mit einem Lektüretagebuch, das ich einige Zeit lang geführt habe. Auch noch während des Studiums habe ich angefangen, regelmäßig über Arno Schmidt zu veröffentlichen. Der nächste Schritt war dann Ende der 90er Jahre die sehr intensive Teilnahme an der Newsgroup de.rec.buecher, die allerdings mehr diskussionsorientiert war, und zu der ich mehr als 10 Jahre regelmäßig beigetragen habe. 2003 kam dann meine erste eigene Webseite www.musagetes.de hinzu, auf der dann 2005 auf einer Subdomain Bonaventura gestartet wurde.

Oh! Ein Pionier der deutschen bibliophilen Blogosphäre …

Ich schreibe schon seit langer Zeit in unterschiedlichen Kontexten über Literatur, so dass das Aufsetzen eines Blogs äußerlich nur als eine weitere Drehung derselben Schraube erscheint. Schreiben über die eigene Lektüre fokussiert die Wahrnehmung des Gelesenen und erlaubt es zugleich, auf die eigene Lesehistorie zurückzublicken. Überhaupt hat mit dem Bloggen meine Aufmerksamkeit für das nicht-wissenschaftliche, empathische Lesen (das sicherlich nicht immer gelingt; aber auch das gehört zur Lesehistorie), für den unmittelbar kommunikativen Anteil des Schreibens und Lesens deutlich zugenommen.

Deine Themenschwerpunkte …

Aha. Da fällt doch der Groschen! Fundort: zvab.com

Deutsch- und englischsprachige Hochliteratur (ich weiß, dass das ein böses Wort ist) seit 1750. Darüber hinaus besteht eine immer wieder erneute Beschäftigung mit der Literatur der Antike. Und ich hätte gerne mehr Zeit für die Literatur des deutschen Mittelalters und für Herder. Aber man muss Geduld haben; die Zeit dafür kommt vielleicht noch.

Insgesamt bin ich ein anspruchsvoller Mainstream-Leser. Ich investiere kaum Zeit in den Bereich der grauen Literatur, der Kleinstauflagen und Privatdrucke, obwohl mir bewusst ist, dass da sicherlich der eine oder andere Fund zu machen wäre. Aber es gibt sowieso zu viel Gutes zu lesen, dass man in seiner begrenzten Lesezeit nicht fertig wird.

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Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Nichts, oder fast nichts. Ich muss gestehen, dass ich die Literaturszene oder den -betrieb immer nur zufällig und fragmentarisch wahrnehme und mich das allermeiste von dem, was ich dann wahrnehme, kaum interessiert. Ich habe gerade auf Philip Roth’ offenen Brief im New Yorker über seine Erfahrung mit der Wikipedia reagiert, aber das ist eher eine Ausnahme. Außerdem habe ich kurz überlegt, ob ich etwas zum Kanon-Entwurf der ZEIT schreiben sollte, aber dann fand ich ihn alles in allem zu wenig kontrovers, als dass sich das gelohnt hätte.

Doch in der Hauptsache spiegelt mein Blog meine eigene Lesehistorie wider, ohne sich um den allgemeinen Literaturbetrieb groß zu kümmern.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Das Erscheinen eines neuen Artikels zeige ich auf Twitter und Facebook an, sonst kümmere ich mich nicht viel darum. Wer mein Blog finden will, braucht ja nur zu googeln.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Dazu habe ich keine Meinung.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ich vermute, dass das größte Problem der meisten Blogger die Kontinuität ist, nachdem die Anfangseuphorie einmal verflogen ist. Einige Monate überlebt fast jedes Blog, danach trennt sich die Spreu vom Weizen. Aber das ist auch nicht weiter schlimm: Das Internet ist ein sehr bewegliches, stets im Fluss befindliches Medium, in dem jede und jeder ausprobieren kann, was für sie oder ihn geeignet ist und was nicht.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Mich freut es immer sehr, wenn ich eine positive Rückmeldung von jemanden erhalte, der gerade Bonaventura entdeckt hat und es als eine Fundgrube nutzt.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das kommt sehr darauf an, um was es sich handelt. Ich hatte zwischenzeitlich eine Phase, wo ich mich regelmäßig aktiv um Leseexemplare bemüht habe, aber ich musste feststellen, dass das die Freiheit meiner Lektüre unangenehm beschränkt, weil ich dann den Stapel der Neuerscheinungen abzuarbeiten habe. Inzwischen bitte ich nur noch selten und dann immer sehr gezielt um Rezensionsexemplare. Die mir ungefragt angedienten Bücher interessieren mich zum allergrößten Teil einfach nicht oder zu wenig. Zuletzt hat mir aber ein renommierter wissenschaftlicher Verlag als Reaktion auf eine meiner Besprechungen von sich aus angeboten, mich bei Gelegenheit mit Leseexemplaren zu versorgen; das hat mich als Anerkennung dann wieder gefreut.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich freue mich, immer etwas zu lesen dabei haben zu können. Ich habe 2009 damit begonnen, systematisch alle Romane von Zolas Zyklus der Rougon-Macquart auf einem E-Book-Reader zu lesen, zuerst auf einem Sony PRS-600, inzwischen auf dem Kindle. E-Book-reader sind für mich kein Ersatz für Bücher, sondern eine nützliche Ergänzung. Leider verschlafen die großen deutschen Verlage und Verleger gerade die hier entstandenen Möglichkeiten oder verschenken sie durch ein unprofessionelles Management. Ich bin enttäuscht über die derzeit langsame und bewusst verschleppte Entwicklung auf dem deutschen Markt.

Es treibt dich also doch etwas im Literaturbetrieb um: das E-Book …

Das E-Book wird wohl seine Stärken auf lange Sicht in den Bereichen ausspielen, wo entweder das zu erwartende geringe Interesse des Marktes ein gedrucktes Buch unkalkulierbar macht, oder dort, wo niemand auf eine zweite Lektüre wert legt, also im Bereich der reinen Unterhaltungsliteratur.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Den Herrn Doktor Köllerer aus Wien hast du hier ja schon vorgestellt. Anschauen sollte man sich auf jeden Fall den Umblätterer von Frank Fischer und die Blogs von Giesbert Damaschke, der mit seinen Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe die Form wieder ganz anders ausfüllt. Hoch interessant ist natürlich auch der Turmsegler von Benjamin Stein, der inzwischen auch als Schriftsteller Erfolge feiert. Und zum Urgestein des Literaturbloggens gehört natürlich Oliver Gassner mit seiner Literaturwelt, die auch mal ein frisches Design vertragen könnte. – Wer hier zu Wort kommen sollte? Jeder dieser Blogger wäre sicher ein interessanter Gesprächspartner für SteglitzMind.

Danke sehr, Marius! Womöglich unterhalten wir uns anderenorts einmal über unsere Studienerfahrungen, die wir ja gemeinsam haben …

Steglitz stellt Christian Köllerer mit „Dr. Christian Köllerers Notizen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Christian Köllerer vor, der Dr. Christian Köllerers Notizen meist von Wien aus betreibt. Er greift den Vorschlag von Petra Gust-Kazakos auf, die hinter Philea’s Blog steht. Sie hatte sich in unserem Gespräch gewünscht, dass Christian hier ebenfalls zu Wort kommen sollte.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Promovierter Literaturwissenschaftler & ”Philosoph”, Kulturpublizist, Skeptiker aus Wien / Reisender / Mobilfunk & Telekommunikation als Broterwerb.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Begonnen habe ich im April 2001 mit einer „normalen“ Webseite. Auf das Blogformat WordPress stieg ich erst im Januar 2009 um. Bis dahin war mein Selbstverständnis in erster Linie, ein Literaturprojekt im Internet zu betreiben. Viele Aspekte der Blogszene sind mir nach wie vor suspekt.

Deine Themenschwerpunkte …

Klassiker der Weltliteratur, Rezensionen aus dem Wiener Kulturleben, Reiseberichte.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wie die meisten finde ich die Entwicklung in Richtung E-Books interessant. Obwohl ich eine ansehnliche Bibliothek mit 5500 Büchern zuhause habe, lese ich vor allem unterwegs zunehmend auf meinen Kindle.

Was mich ferner verblüfft, ist, wie billig Bücher inzwischen geworden sind. In unserer Gesellschaft ist ja Wert immer mit dem Preis verknüpft. Wenn die besten Bücher der Geistesgeschichte für ein paar Cent zu haben sind, ist das einerseits bildungspolitisch erfreulich, andererseits ein deutliches Signal, welchen geringen Wert die Gesellschaft diesen Werken heutzutage beimisst.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Die Notizen gibt es seit mehr als 10 Jahren, weshalb ich viele regelmäßige Leser habe. Ansonsten schreibe ich auch für Zeitschriften, was ebenfalls den Bekanntheitsgrad fördert. Twitter, und in geringerem Maße Facebook sind ebenfalls wichtig.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Über Themen schreiben, von denen er nichts versteht.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ich finde die technischen Hürden am lästigsten. Man muss entweder WordPress-Experte sein und braucht regelmäßig Unterstützung.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

…ist Anerkennung durch renommierte Medien, etwa wenn man von der NZZ lobend erwähnt wird, oder der ORF zum Interview bittet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich ignoriere viele dieser Anfragen. Wenn mich Bücher interessieren, lasse ich mir Rezensionsexemplare schicken. Die meisten bespreche ich dann auch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du. Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Auch wenn ich mit ihm nicht immer übereinstimme: Einer der besten Literaturkenner im Netz ist zweifellos Marius Fränzel, der hinter Bonaventura steht.

Danke, Christian. Womöglich sollten wir noch kurz erläutern, warum dein Beitrag ohne Konterfei oder Illustration daherkommt …

Eine Illustration kann es schon deshalb nicht geben, weil mein Blog aus konzeptuellen Gründen völlig bildfrei ist.

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In der losen Interview-Reihe präsentierte sich zuletzt Mara Giese mit Buzzaldrins Bücher. Ihre Blog-Preziosen sind die Klappentexterin, Syn-ästhetisch, SchöneSeiten von Caterina, Ruth liest, Lesewelle von Buechermaniac und aus.gelesen von Flatter Satz, von dem sie sich wünscht, dass er hier in einem Interview zu Wort kommt.