Lieber buchaffine Blogger, wie hältst du es mit Selbst-Verlegtem?

Statements zur Frage „Wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten“

Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich die klassischen Medien und das traditionelle Feuilleton nicht auf Publikationen von Self-Publishern einlassen. Und da Self Publisher vielfach eine starke Affinität zum Netz haben, bleibt ihnen meist gar nichts anderes übrig, als ihr Buchmarketing auf eben diese Kanäle zu konzentrieren. Ein eigenes Blog nebst Homepage gehören inzwischen zum Standard, bisweilen sogar ein Youtube-Kanal. Da wird getwittert, gegoogeltplust oder gepinterestet. Autorenforen und Communities sind ebenfalls ein Mittel zum Zweck. Neben Rezensionen auf Amazon, für die gegebenfalls auch Freunde und der Bekanntenkreis herhalten müssen, rückt die buchaffine Bloggerszene ins Visier, von der man sich Reichweite und Unterstützung bei der Vermarktung erhofft.

Doch wie stehen buchaffine Blogger zu Publikationen von Selbstverlegern? Da ich das etwas genauer wissen wollte, habe ich einige von ihnen um ein kurzes Statement dazu gebeten.– Der Form halber sei angemerkt, dass die Aussagen von 15 bibliophilen Bloggern selbstverständlich nicht repräsentativ sind und Schlussfolgerungen jedweder Art entsprechend fernliegen.

Wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Das kommt gelegentlich vor. Bisher war jedoch noch nichts dabei, was mich angesprochen und zur weitergehenden Lektüre gereizt hat. – Klingt vielleicht ein bisschen arrogant, ist aber so. GregorKeuschnig, Begleitschreiben

Eine schwierige Frage. Wenn ich den Self Publisher persönlich kenne, ist es schwer, da ich befangen bin. Ich bin ein eher kritischer Leser und möchte eine mir bekannte Person nicht verletzen. Das könnte für mich zu einem Konflikt führen. Ich würde mir den Vorbehalt herausnehmen, keine Rezension zu schreiben, wenn ich mich dazu nicht in der Lage sehe (aus welchen Gründen auch immer). Diesen Vorbehalt hätte ich aber auch bei unbekannten Autoren. Ich hadere noch mit mir, wirkliche „Verrisse“ zu schreiben, dann schreibe ich lieber gar nichts. Auf der einen Seite steht viel Arbeit und Herzblut eines Autors dahinter, auf der anderen Seite hat er das auch an die Öffentlichkeit gebracht, müsste die Kritik also annehmen können. Schwer ist es doch meistens und ich habe die wirkliche Lösung noch nicht gefunden. Das fiel mir auf wissenschaftlicher Ebene leichter, irgendwie war damals das Werk näher als der Autor, ich merke da eine Verschiebung. Sandra Matteotti, Denkzeiten und Bücherwelten

Die Self Publisher sind diesbezüglich – verständlicherweise – wesentlich aktiver als klassische Verlage. Sprich: Mir werden öfter Bücher angeboten. Allerdings selten meinen Interessen entsprechend, weswegen ich meist ablehne. Das hat nichts mit der möglichen Qualität zu tun, mich interessieren bestimmte Genres einfach weniger als andere. Insgesamt suche ich mir am liebsten selbst meine Lektüre aus, da kommt schon genug zusammen. Und ich fühle mich freier, als wenn ich einen Stapel Bücher hätte, den ich eher lesen „muss“ als will. Petra Gust-Kazakos, Philea’s Blog

Ich gehe mit Titel von Self Publisher genauso um, wie mit Verlagen oder Agenturen, die mir Rezensionsexemplare anbieten. Es gibt für mich da keinen Unterschied! D.h. Wer dem „Durchleser“ per Mail oder auch per Post unverlangt ein Leseexemplar anbietet, wird sich zu hundert Prozent sofort in der Ablage P wie Papierkorb wiederfinden. Durchleserin, Durchleser’s Blog

Ignorieren. Christian Köllerer, Dr. Christian Köllerers Notizen

Es ist erst ein paar Mal passiert, dass ich Mails in meinem Posteingang vorgefunden habe, wo mir Self Publisher ihre Titel angeboten haben. Bis jetzt habe ich diese Angebote nicht angenommen. Nicht aus dem Grund, weil sie selbstverlegt sind, sondern weil mich die Titel oder auch der Inhalt nicht angesprochen haben. Meine Lesezeit ist begrenzt, so dass ich mir gerne ganz bewusst die Lektüre suche, die mich interessiert. Selfpublished Büchern stehe ich jedoch nicht grundsätzlich skeptisch gegenüber. Die Möglichkeit des Self Publishing wird auf lange Sicht sicherlich dazu führen, dass Texte und Autoren erfolgreich werden, die es sonst vielleicht nicht geschafft hätten. Ich glaube, dass das eine große Möglichkeit für viele Autoren sein kann, aber auch zu einem Problem werden kann, wenn Autoren und Autorinnen inflationär ihre Texte herausbringen können. Mara Giese, Buzzaldrins Bücher:

Wenn mich das Thema des Romans und die Leseprobe ansprechen würden, hätte ich nichts dagegen auch den Titel eines Self Publishers zu lesen. Kerstin Pistorius, Atalantes Historien

Rezensionswünsche lehne ich grundsätzlich ab, denn ich müsste alle zwei Tage ein ZUSÄTZLICHES Buch lesen, um allen Anfragen nachzukommen. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um Bücher aus Verlagen, BoD oder eBooks im Selfpublishing handelt. Allerdings neige ich zu Skepsis gegenüber Büchern, die nicht die Verlagshürde genommen haben. Da entgehen mir gewiss Perlen, aber – Achtung Vorurteil! – noch weniger als bei den Verlagsprodukten. Dazu kommt, dass den Texten oft ein Lektorat fehlt und man deshalb über Stilblüten, Grammatik- und Orthografie-Fehler stolpert. – Allerdings werden auch einige Verlagslektorate immer nachlässiger. Dieter Wunderlich, Dieter Wunderlich: Buchtipps und Filmtipps

Ich arbeite ja in der Buchbranche, beobachte das Phänomen Self Publishing also aus beruflichem Interesse und sehe das Potential, das darin steckt. Daher müsste ich eigentlich sagen: Ich halte es mit selbstverlegten Büchern genauso wie mit den “traditionell” bzw. “professionell” verlegten, d.h. ich informiere mich umfassend über den Titel und entscheide dann, ob er in das Profil von SchöneSeiten passt. Doch die Wahrheit ist, dass ich auf ein solches Rezensionsangebot sehr skeptisch reagieren würde, um nicht zu sagen: Ich würde es vermutlich aus Prinzip ablehnen.

Wirklich begründen, warum ich so verfahren würde, begründen kann ich es nicht; es liegt wohl daran, dass es in meinem Kopf (noch!) eine Art Schranke gibt: Ich verbinde Self Publishing nicht mit Qualität und glaube nach wie vor an die Rolle der Verlage, sprich der Lektoren, der Hersteller, der Graphiker usw., denn wenn dem nicht so wäre, dann müsste ich dringend meinen Berufswunsch überdenken. Gleichzeitig bin ich mir aber sehr wohl darüber bewusst, dass auch die traditionellen Buchverlage schon längst keine Garantie mehr für Qualität sind. Ein Dilemma… Caterina, SchöneSeiten

Diesbezüglich kommen bei mir nur ganz seltene Angebote. Ich gehe damit ähnlich um wie mit allen anderen Angeboten: Falls das Buch mich interessiert, bitte ich nach Möglichkeit um ein eBook, weise allerdings darauf hin, dass ich mich nicht zur Rezension verpflichten mag. – Bislang habe ich auch kein Buch aus diesem Bereich besprochen, wenn ich mich recht erinnere. Marius Fränzel, Bonaventura

Wenn mir Selbstpublisher ihre Bücher anbieten würden, würde ich die genauso behandeln, wie jene von Großverlagen. Allerdings hat mir in all den Jahren nie ein Selbstpublisher ein Buch zur Besprechung geschickt. Ein Buch von einem Selbstpublisher würde mich besonders neugierig machen. Klausbernd Vollmar, kbvollmarblog

In der Regel stehe ich Selbstverlegtem, egal ob Print oder E-paper, was die Qualität betrifft, ziemlich skeptisch gegenüber. Das beträfe auch ein eigenes Werk. Allerdings ist der überwiegende Teil des Verlegten oft auch nicht besser und bloß marktgerecht herausgeputzt. Ich würde mich also nur damit befassen, wenn es mich vom Sprachniveau her anspricht und keinen allzu esoterischen Charakter hat. Sonst reagiere ich einfach nicht und eine dementsprechende Email landet als Werbung im elektronischen Papierkorb. Der Kopf hinter dem Buecherblogger 

Ich glaube, das ist mir noch nicht so oft untergekommen. Ab und an fragt ein Autor um eine Besprechung an, ob der jetzt aber nur „Werbung“ machen will oder Self Publisher ist, keine Ahnung, da ich meistens ablehne und mich nicht drum kümmere. Nicht aus Prinzip, aber ich habe so viel zu lesen, das reicht mir, da brauche ich nicht noch zusätzlichen Stoff. Ausnahmen mache ich allenfalls, wenn es ein Stoff ist der mich wirklich interessiert… Ist vielleicht ein-/zweimal vorgekommen bis jetzt.

In gewisser Weise stimme ich allerdings auch Caterina zu. Mag ein Vorurteil sein…. 😉 Bei einem Publikumsverlag gehe ich von einer gewissen Mindestqualität aus, weil da schon mal kritische Augen drüber gehuscht sind. Nichts finde ich ärgerlicher als einen Text, über den man sich ärgern muss, weil man über Ecken und Kanten stolpert.  Aber das mag, wie gesagt, ein Vorurteil sein, in beiden Richtungen… Flatter Satz, aus.gelesen

Ich habe einmal eine Anfrage erhalten, aber das Genre hat mir überhaupt nicht zugesagt und ich habe abgelehnt. Danach hat es noch einige unschöne Mails gegeben, weil ich mich vielleicht im Antwortschreiben falsch ausgedrückt habe. Das fand ich dann etwas weniger toll. Kurz und gut, gehe ich nicht anders mit einer Anfrage um, als von Verlagen. Das Thema müsste mich schon sehr interessieren, denn zu lesen habe ich wahrlich sonst noch genug. Buechermaniac, lesewelle

Da gilt die gleiche Antwort wie bei unverlangt angebotenen Rezensionsexemplaren oder Bitten um eine Besprechung: aus Prinzip würde ich ablehnen, da ich die Auswahl für meinen Blog selbst zusammenstelle und mich dabei neben den üblichen Quellen, aus denen ich meine Anregungen zur Lektüre oder zum Film- und Musikgenuss bekomme, auch auf Empfehlungen von Freunden, Bekannten oder Bloggern verlasse, auf deren Urteil ich vertrauen kann. Sofern ich jemanden persönlich gut kenne, der etwas geschrieben oder herausgegeben hat, mag das dann nochmal eine andere Sache sein: aber auch da würde ich nur rezensieren, wenn es mir gefällt und zu Jargsblog passt – oder aber schweigen. Jarg, Jargs Blog

Auch die 15 Blogger sind sich einig: Überzeugen müssen Self Publisher durch Qualität. Was es demnach dringend bräuchte, wäre eine Art Gütesiegel, das Lesern und Multiplikatoren hilft, Spreu vom Weizen zu trennen. Allerdings legen die Antworten auch nahe, dass hohe Qualitätsstandards nicht nur für die Publikation selbst gelten. Sie betreffen auch die Präsentation nach außen. Wofür freilich mehr als „nur“ ein zugkräftige Cover, ein gehaltvoller Klappentext und ggf. eine ansprechende Gestaltung der U4 (=Umschlagseite 4 beim gedruckten Buch) in die Waage fällt.

© M. v. Seydlitz

Was denn noch? Eine auf die Publikation exakt zugeschnittene Kommunikationsstrategie, deren einzelne Bausteine professionell erarbeitet sind. Die Statements führen nämlich deutlich vor Augen, dass man über Zielgruppen und potentielle Multiplikatoren möglichst genau Bescheid wissen sollte. Letzteres bedeutet wiederum, dass man sich im Vorfeld eingehend mit den Profilen und Interessengebieten von Blogger auseinandersetzt. Erst danach kann man überhaupt abwägen, ob und welche Blogs als Multiplikatoren in Frage kommen. Daran schließt sich eine weitere Hürde: Ein Rezensionsangebot in Form eines Anschreibens, aus dem deutlich hervorgeht, welche Alleinstellungsmerkmale, Besonderheiten und Qualitäten die Publikation hat und warum sie so gut zum Profil des Adressaten passt.

Dass der immense Aufwand kein Erfolgsgarant ist, sollte niemanden davon abhalten, sich die Mühe zu machen. Schließlich belegt das Stimmungsbild auch, dass Blogger Publikationen von Selbstverlegern zwar kritisch, aber nicht ablehnend gegenüber stehen.

Dieser Beitrag ist ein Nachtrag zur Gesprächsreihe mit bibliophilen Bloggern, wo die Fragestellung „Wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?“ bis zum 5. November nicht berücksichtigt wurde.

Zu weiteren 15 Stellungnahmen zu der Frage geht es hier

Ein Sturm im Wasserglas. Zum Sommertheater Steinfeld und Co

Vor gut zehn Jahren kam mir der Gedanke, dass Bücher unkonventionell inszeniert werden müssten. Was ich einst mit einem damaligen Stiefkind des Buchmarktes, nämlich dem Ratgeber vorhatte, ist heute quer durch alle Genres und Warengruppen gängige Praxis. Ohne Spektakel bzw. Kasperle- und Affentheater geht im Literaturbetrieb offensichtlich nichts mehr.

Das zumindest scheinen jene zu meinen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sich ein Buch an den Käufer bringen lässt. Dafür wird auf Teufel kommt raus und ungeachtet dessen, was zwischen den Buchdeckeln steht, geklimpert und getrommelt. Und zwar frei nach der Devise: Je schriller, desto besser! Und sollte sich einmal kein Aufhänger finden lassen, der zum Skandälchen taugt, dann kann man ja noch auf eine einstweilige Verfügung hoffen, die sich öffentlich ausschlachten lässt. In jedem Fall wissen sich die Verlage mit den sensationsgierigen Medien in einem Boot. Dass sich ein gutes Buch deshalb durchsetzt, weil es gut ist, daran scheint längst auch nicht mehr das seriöse Feuilleton zu glauben …

Das jedenfalls legt der jüngste Aufreger nahe, nämlich das Sommertheater, das derzeit rund um den Schwedenkrimi „Der Sturm“ veranstaltet wird. Mir führt der stilisierte Skandal, der sich an einem vermeintlichen Mord an einem Feuilletonchef entzündet hat, allerdings anderes vor Augen: Nämlich das Dilemma, in das sich der Literaturbetrieb mit seiner zwanghaften Haltung manövriert hat, möglichst viel Zirkus um Bücher zu veranstalten. Den Schaden davon tragen Autor(en), Verlag(e) und Feuilleton inzwischen zu gleichen Teilen.

Rekapitulieren wir kurz den Fall, d.h. die Vorab-Geschichte eines Krimis mit dem Titel „Der Sturm“ aus der Feder eines vermeintlichen Per Johansson, der am kommenden Donnerstag, den 23. August bei S. Fischer erscheint:

Kindsmord? Missbrauch? Viel Raum für Spekulationen ... Foto (c) Gesine von Prittwitz

Kindsmord? Missbrauch? Viel Raum für Spekulationen … Foto (c) Gesine von Prittwitz

Tatsächlich versuchte sich nicht Per Johansson, sondern der Kulturchef der Süddeutschen Zeitung Thomas Steinfeld, der bislang standesgemäß Sachbücher zu anspruchsvolleren Themen vorlegte, an einem literarischen Genre, das Intellektuellen offensichtlich nicht perfekt zu Gesicht steht. Und zwar nach allen Regeln der Handwerkkunst und gemeinsam mit einem Münchner Freund, der ein intimer Kenner der Materie sein soll, wie Steinfeld im Interview im Deutschlandradio am Samstagmorgen versicherte. Man habe lediglich ein Experiment gestartet, mit dem man herausfinden wollte, ob man befähigt sei, einen guten Krimi zu schreiben, so der Feuilletonchef der SZ über sein neues Buch.

Ins Gerede kam der Krimi von Steinfeld & Co allerdings nicht, weil das Experiment gelungen ist, sondern weil ein findiger Redakteur der WELT die Idee hatte, die Leiche zu sezieren. Nachdem sein Befund feststand, nämlich dass das Mordopfer der Feuilletonchef der FAZ, sprich: Frank Schirrmacher sei, begann in den Gazetten eine Hetzjagd. Und zwar nicht nach dem Mörder, sondern nach dem Autor, der seine Identität hinter dem Pseudonym Per Johansson verborgen hatte. Nachdem sich Thomas Steinfeld schließlich als Co-Autor des Krimis geoutet hatte, wurde wiederum der Verlag öffentlich angeprangert, weil er die Autorenschaft getarnt und einen deutschen Fall als Schwedenkrimi deklariert hatte.

So weit ist die Geschichte eigentlich reichlich banal. Ein Sturm im Wasserglas, der keinen Aufreger wert ist. Dass der Verlag für das Experiment des Feuilletonchefs ein Pseudonym aus der Taufe hob und aus dem Plot einen Schwedenkrimi machte, ist in der Branche üblich. Thomas Steinfelds Name ist unter Krimianhängern nicht zugkräftig genug (Feuilletonleser, so heißt es, bevorzugen andere Genres) und Schwedenkrimis sind en vogue. Dass der Verlag auf dieser Welle mitreiten wollte, ist ebenso legitim wie die Entscheidung für ein Pseudonym. Dumm gelaufen ist die Angelegenheit allerdings deshalb, weil der Fall dank kräftigen Zutuns sensationslüsterner Medien aus dem Ruder lief. Und das – ohne jegliches Mittun des Verlages, der sich von der Entwicklung überrascht sah und am Ende hilflos zurückruderte. Allerdings gilt auch hier: Die Geister, die ich rief …

Hätte man im Krimi des Feuilletonchefs der SZ keine Leiche ausgemacht, die dem Feuilletonchef der FAZ ähnlich sehen soll, dann wäre die Trickserei des Verlages mit Pseudonym und Mogelpackung „Schwedenkrimi“ vermutlich nie ans Licht gekommen. Aus strategischer Sicht ist der Fall jedenfalls gründlich misslungen. Wenn der Krimi Donnerstag dieser Woche in den Handel kommt, dann kräht im Medienwald kein Hahn mehr nach ihm. Dann treibt man dort längst die nächste Sau durchs Dorf. Und auch für Steinfeld & Co ist das Experiment nicht geglückt. Ob der Krimi etwas taugt, interessiert nach diesem Theater nicht einmal mehr Backstage. – Und die potenziellen Käufer und Leser? Die lassen sich ungerne ein X für ein U vormachen!

Und was bleibt vom Sturm im Wasserglas? Ein allseitiger Glaubwürdigkeitsverlust, aus dem die Beteiligten Lehren ziehen könnten. Und Frank Schirrmacher? Der ist quicklebendig und lacht sich vermutlich ins Fäustchen …

Zu Teil 2 geht es hier: Gezielte Irreführung? Ein Nachtrag zum Sommertheater um Steinfeld und Co