Steglitz stellt Sophie mit „Literaturen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Der Vorschlag, dass wir etwas mehr über Sophie und ihr Blog Literaturen – ein Streifzug durch die Welt der Literatur und ein bisschen mehr – erfahren sollten, kam von Katarina Liest, die im literaturaffinen Netz als Die Bücherphilosophin bekannt ist.

Dein Steckbrief in Stichworten …

  • ziemlich chaotisch
  • Auszubildende im Buchhandel
  • leidenschaftliche Schreiberin/Zeichnerin
  • pathologischer Sherlock-Holmes-Fan
  • spiele sehr gern in (bisher) Mini-Rollen Theater
  • musikalisch in den 60ern hängengeblieben

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge seit Mai 2011, von Anfang an bei WordPress, weil die Bedienung auch für den Laien nahezu selbsterklärend ist. So ganz genau weiß ich gar nicht  mehr, wie das eigentlich begonnen hat und warum. Ich schätze, es lag daran, dass ich in meinem Umfeld wenige Menschen hatte, mit denen ich mich über Literatur austauschen konnte und ich hoffte einfach, dadurch mehr an literarischen Diskussionen teilhaben zu können. Das hat ja sogar geklappt. Außerdem wollte ich mir eine Möglichkeit schaffen, das Gelesene Revue passieren zu lassen, um es mir vielleicht auch ein paar Wochen später nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Deine Themenschwerpunkte …

Im Augenblick ist das vermutlich zeitgenössische Belletristik. Aufgrund meines Jobs muss ich mich einfach viel um das kümmern, was gerade neu auf dem Markt ist oder auf den Markt kommt. Klassiker verkaufen sich nicht mehr, hat man mir damals schon bei meinem Vorstellungsgespräch gesagt. Obwohl da durchaus meine Leidenschaft liegt. Außerdem bin ich ein großer Liebhaber von Graphic Novels und würde in diesem Bereich gern noch viel mehr schreiben, mich fasziniert einfach die Verschmelzung von Bild und Text, bei einigen Werken ist das wirklich enorm beeindruckend. Bei Will Eisner und Art Spiegelman, zum Beispiel.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Sophie © Literaturen

Sophie © Literaturen

Ich schätze, es ist das Gefühl, dass der Markt von so viel Belanglosigkeit überschwemmt wird. Ich will gar nicht behaupten, dass es keine guten Bücher mehr gibt, aber zwischen all dem Leichtverdaulichen finden sie oftmals gar keinen Platz mehr. Ich arbeite nun auch noch in einem Laden, der sehr auf die Bestsellerlisten ausgerichtet ist und so habe ich quasi jederzeit Zugang zu den neuen Zugpferden der Branche. Neulich erst habe ich gelesen, dass sich die Buchbranche immer mehr dahin entwickelt, dass ein Großteil des Umsatzes von ein paar wenigen Titeln gemacht wird, mit so etwas wie „Shades of Grey“ oder allem, was danach folgt und auf derselben Welle mitschwimmt. Wenn man sich wirklich für Literatur begeistert, tut es einem manchmal weh, was man da verkaufen muss. Und noch mehr tut es dann weh, zu sehen, wie gut es sich verkauft. Und da scheint es einem ein bisschen so als würde all das, was man selbst so an Literatur schätzt, zugunsten der literarischen Popcornunterhaltung im Meer der Neuerscheinungen über SMS von letzter Nacht verschwinden. Noch schlimmer ist es dann, wenn man feststellen muss, dass man es sich als Buchhandlung gar nicht leisten könnte, ein paar gehaltvolle Titel im Sortiment zu haben, wenn man nicht mit den anderen Sachen die Basis schafft. Ich bin nun seit 2010 – anfangs auf Praktikumsbasis – im Buchhandel beschäftigt und bisweilen kommt es schon jetzt vor, dass ich mich diesen Entwicklungen gegenüber sehr hilflos fühle.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Anfangs habe ich tatsächlich nur die Beiträge auf WordPress veröffentlicht, aber habe schnell bemerkt, dass das vermutlich nicht ausreicht, um Leben in die Bude zu bringen. Ich habe dann also eine Facebookseite für meinen Blog eingerichtet, nachdem ich sehr sehr lange mit mir gehadert habe. Es war mir irgendwie peinlich, so plakativ Werbung für etwas zu machen, was ich tue. Ich versuche, regelmäßig auf anderen Blogs präsent zu sein. Nebenbei schreibe ich eigene Texte, die ich gelegentlich auf blogexternen Seiten veröffentlichen kann. Neulich habe ich das erste Mal ein Video gedreht, ich probiere viel aus im Augenblick und strecke so ein bisschen meine Fühler aus.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Seinen Blog zu breit anzulegen (also nebenbei am besten noch Kochrezepte und Videos über Shoppingtouren veröffentlichen oder so, alles schon gesehen) und das Lesen als Tätigkeit zu dokumentieren, statt tatsächlich zu lesen. Ich finde es wichtig, dass man es irgendwie schafft, mit dem eigenen Blog etwas Individuelles auf die Beine zu stellen. Etwas, was andere wirklich animiert, wieder auf die Seite zu gehen und dort zu lesen. Wenn man sich mal durchs Internet klickt, finden sich zahllose Rezensionsblogs, sehr viele, die sich mit Fantasy und der sogenannten Chick-Lit beschäftigen. Zahllose Challenges werden da dokumentiert, SUBs und RUBs präsentiert und das Lesen, der Inhalt des Gelesenen, geraten völlig in den Hintergrund. Man sollte versuchen, sich ein Profil zu schaffen und gute Ideen einzubringen – warum mache ich das? Warum sollten die Leute lesen, was ich tue? Warum sollten sie wiederkommen? Dass man natürlich auch nicht bei anderen abschreibt, versteht sich von selbst.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Für sich allein zu bloggen, kann schon deprimierend sein. Das wurde hier in dieser Interviewreihe ja auch schon mehrfach erwähnt. Es bedarf also eines gewissen Durchhaltevermögens, dennoch weiterhin Rezensionen zu posten, auch wenn darauf wochenlang keiner reagiert. So erging es mir ja auch am Anfang, so ging es wahrscheinlich jedem. Sicherlich kann auch das (notwendige) Engagement eine Hürde sein. Bloggen ist zeitintensiv, jedenfalls, wenn man es regelmäßig und auch für andere Menschen tun will. Man sollte auf anderen Seiten präsent sein und kommentieren, man muss die eigenen Artikel schreiben, eventuell social-media-lastige Werbung machen, je nachdem, was man anstrebt. Da bin ich schon hier und da an meine Grenzen gestoßen bei einem Vollzeitjob. Ich kam auch ab und an nicht einmal zum Lesen, dementsprechend gab’s auch nichts zu rezensieren. Aus dieser Not heraus habe ich dann so einige rezensions“fremde“ Kategorien eingeführt, um den Blog nicht womöglich wochenlang brachliegen zu lassen, bloß weil ich zu kaputt zum Lesen bin.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Oh, ich glaube, die Anfrage für dieses Interview steht schon ganz weit oben. Schön war auch eine Rückmeldung eines Verlages via E-Mail, ohne, dass ich so etwas überhaupt beabsichtigt hatte. Generell summiert sich das aber. Nette Kommentare, Komplimente, überhaupt das Besuchen meines Blogs. Man muss ja immer bedenken, dass ich das alles ganz laienhaft und privat mache. Da ist es schon jedes Mal eine Freude, wenn ich sehe, dass andere Gefallen daran finden. Und da ich so ein ganz extremer Selbstzweifler bin, tut mir diese Resonanz einfach, ganz abgesehen davon, dass es inhaltlich sehr erfüllend ist, an manchen Tagen nochmal doppelt so gut.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist bisher nicht vorgekommen. Nun bin ich als Buchhändler natürlich auch noch in der speziellen Situation, ohnehin ständig Zugang zu Leseexemplaren zu haben, da würde ich mir also schon genau überlegen, was ich noch zusätzlich dazu annehme und was nicht. Und es gibt auch Themen/Bücher, die auf meinem Blog vermutlich nicht stattfinden werden. Kein Fantasy, keine halbseidenen Liebesromane, keine Historienschnulzen, das interessiert mich einfach nicht, auch nicht, wenn es mir von einem Verlag angeboten würde.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Ich schätze, das käme auf den Titel an. Für mich ist Self-Publishing ein sehr zweischneidiges Schwert. Ich habe in der Buchhandlung schon öfter Self-Publisher erlebt, die ihre Exemplare zur Ansicht gebracht haben und wenn man da einen Blick hineingeworfen hat, stellten sich einem sämtliche Nackenhaare auf. Und man sah sofort, weshalb die bei keinem Verlag untergekommen sind. Andererseits veröffentlichen viele Verlage trotz des entsprechenden Fachpersonals so viel – pardon – Müll, dass ich nicht grundsätzlich sagen möchte, alles, was im Self-Publishing-Bereich veröffentlicht wird, ist per se qualitativ minderwertig, während die Absegnung von einem Verlag eine gewisse Qualität garantiert. Ich würde mir genau ansehen, was mir da angeboten wird und dann entscheiden. Aber auch das ist noch nicht vorgekommen.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Gar nicht. Ich habe keinen Reader und ich habe auch nicht vor, mir in naher Zukunft einen anzuschaffen. Ich sehe die Vorteile, kann sie auch nachvollziehen, aber für mich wäre es einfach unnötig. Ich schleppe mich lieber mit Büchern ab als bloß so einen kleinen Minilesecomputer mit mir herumzutragen. Ich will die Seiten anfassen, ich will dran riechen, ich will drin blättern. Bisher unternehme ich auch keine Langstreckenreisen oder irgendwas sonst, wo eine Menge Bücher zu transportieren total unpraktisch wäre. Nö. Nichts für mich.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Puh, schwierig jetzt, hier jemanden zu erwähnen, der noch nicht genannt wurde. Ich lese regelmäßig bei buzzaldrin, der Bücherphilosophin, der Klappentexterin, Ada Mitsou und SchöneSeiten. Ich denke, ich gebe den Staffelstab an Muromez weiter. Der bloggt – so wie ich das gesehen habe – noch nicht so lange, aber sehr ambitioniert und interessant! Soll ja auch ein bisschen darum gehen, die kleineren Blogs ein Stück von ihrem Schattendasein zu befreien.

Kleinere Blogs aus ihrem Schattendasein zu befreien – eine Intention, die ich als Initiatorin dieser Gesprächsreihe dick unterstreichen möchte. Auch dafür danke, Sophie!

______________________________________________________________________________________________________________________

Zuletzt stellte Stephan Waldscheidt mit seiner Schriftzeit vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war Oliver Koch, der den Gedankenzirkus hütet. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Mareike Fallwickl mit „Bücherwurmloch“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass heute die Österreicherin Mareike Fallwickl aka Bücherwurm Mariki zu Wort kommt, die  das Bücherwurmloch pflegt, hatte Selçuk Caydi vorgeschlagen. Er betreibt u.a. sein Blog Konstantiniye notlari (Notizen aus Konstantinopel) meist von Istanbul und Izmit aus. – Das Gespräch mit ihm kann man übrigens auch in Selçuks Muttersprache nachlesen.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Bücherwurm Mariki © Mareike Fallwickl

Was Bücher und die Leseleidenschaft betrifft, bin ich ein wandelndes Klischee: Als Kind hab ich ganz klassisch mit der Taschenlampe unter der Buchdecke gelesen, und die Begeisterung für Bücher hat mich nie mehr verlassen. So sehr war und ist sie in mir verankert, dass es nie Zweifel an meiner Berufswahl gab: Studium der Linguistik, Ausbildung im Lektorat und seit fünf Jahren freie Lektorin und Werbetexterin. Seit Kurzem bin ich auch veröffentlichte Autorin.

Ich blogge seit mehr als drei Jahren im Bücherwurmloch auf WordPress (weil es einfach und übersichtlich und auch für Laien durchschaubar ist). Ich lese unheimlich viel, etwa 100 Bücher im Jahr, habe aber niemanden, mit dem ich über meine Leseeindrücke sprechen kann – meine Freunde lesen allesamt entweder nicht oder das „Falsche“. Oft brannten mir die Gedanken zu einem Buch, das mich berührt hatte, auf der Seele – und ich konnte damit nirgends hin. Deshalb habe ich, wie so viele heutzutage, das alles ins Netz gestellt und war relativ schnell in einen illustren Bloggerkreis aufgenommen, was mich sehr gefreut hat, weil ich hier all das Vermisste gefunden habe: Meinungsaustausch, Empfehlungen, die gemeinsame Liebe zur Literatur.

Deine Themenschwerpunkte …

Ich habe mich ausschließlich auf Rezensionen festgelegt und lese das, was man „gehobene Belletristik“ nennt, auch auf Englisch und (inzwischen aber seltener) auf Italienisch. Die Buchauswahl erfolgt sehr willkürlich nach rein subjektivem Interesse, wobei ich freilich immer auf der Suche nach dem besonderen Buch bin, das mich völlig überwältigt. Ich bewundere andere Blogger dafür, dass sie auch über Lesungen berichten, Autoren interviewen, allgemeine Gedanken zur Literaturwelt niederschreiben und Diskussionen führen – dazu fehlt mir tatsächlich die Zeit. Ich hinke schon mit meinen gelesenen unrezensierten Büchern immer wahnsinnig hinterher, momentan warten elf Bücher darauf, bebloggt zu werden.

 Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Die Frage, was werden wird. Ich weiß, dass es vielen Verlagen erschreckend schlecht geht, viel schlechter, als der Öffentlichkeit bekannt ist. Durch meine Lektoratskontakte bekomme ich viel mit – und frage mich immer öfter, wie es dem Literaturbetrieb ergehen wird, wie er aussehen wird in 20 oder 30 Jahren. Ob alles nur Panikmache ist oder ob das Buch, wie wir es kennen, nicht mehr existieren wird? Ich kann und will es mir nicht vorstellen. Aber als ich ein Kind war, konnte ich mir auch nicht ausmalen, dass ich dieses riesige Ding mit der Wählscheibe eines Tages auch im Auto benutzen würde, dass es winzig sein und mich gratis über Internet mit meiner Freundin in Paris verbinden würde …

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Viel zu wenig. Das ist ein Punkt, um den ich mich mehr kümmern sollte – aber das scheitert bei mir als berufstätiger Mama am Faktor Zeit. Ich bin bei Facebook mit einer eigenen Fanpage vertreten und liebe meine Büchergruppe dort mit unserem regen Austausch. Um mehr Kommentare zu bekommen, müsste ich selbst mehr kommentieren, da bin ich leider nachlässig. Und Twitter oder andere Portale habe ich bisher nie betreten. Trotzdem wünsche ich mir natürlich mehr Traffic auf meinem Blog … Ein Teufelskreis.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Sich verstellen. In jeder Hinsicht. Ich möchte nur Buchbesprechungen lesen, die ehrlich sind. Auch wenn der Blogger das Buch als Rezensionsexemplar geschenkt bekommen hat. Falsche Lobeshymnen gibt es genug. Und ich finde nicht, dass wir als Hobbyrezensenten den gleichen hochliterarischen, verschrobenen Stil pflegen sollten wie die professionellen Kritiker. Unsere Daseinsberechtigung und unsere Einzigartigkeit als meinungsfreie Blogger bestehen darin, auch das Wörtchen „ich“ verwenden zu dürfen: Ich mag das Buch, weil. Mich hat das Buch beeindruckt, weil. Ganz egal, was der Rest der Literaturwelt darüber denkt. Ich schätze es an Bloggern, dass sie für das eigene Lesegefühl einstehen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Man muss sich natürlich auszudrücken wissen. Ohne ein gewisses Maß an Talent, die eigene Meinung lesenswert darzustellen, geht es nicht – dann verlieren die Leser das Interesse. Und man muss sich vernetzen können, sonst steht man ganz allein auf weiter Flur im riesigen Internet. Jeder Blogger sollte außerdem fähig sein, Kritik auszuhalten und die eigene Meinung zu verteidigen. Wir wissen ja, dass der Umgangston im Netz beizeiten rau ist, wobei das meiner Beobachtung nach für die Buchblogger eigentlich nicht gilt. Wir haben uns scheinbar alle ziemlich lieb …

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Im Jahr 2011 hat mich das Buch „Mein sanfter Zwilling“ von Nino Haratischwili über die Maßen berührt. Ich war regelrecht erschüttert. Auf meine Rezension hin hat die Autorin mir auf Facebook geschrieben, und das hat mich sehr gefreut. Ich habe schon öfter Nachrichten von Autoren bekommen – auch sehr unfreundliche –, aber in diesem Fall hat es mir noch mehr bedeutet als sonst. Schön ist natürlich auch, wenn man von den Verlagen wertgeschätzt und mit Rezensionsexemplaren versorgt wird und wenn interessante Mailwechsel mit den Pressemenschen entstehen. Zudem freue ich mich immer wieder über jeden einzelnen Kommentar meiner lieben Bloggerfreunde, von denen ich einige inzwischen auch persönlich getroffen habe.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich frage oft selbst um Leseexemplare an und habe jedes Mal dieses tolle Weihnachtsgefühl, wenn sie tatsächlich im Briefkasten landen: Das sind für mich die besten Geschenke der Welt. Natürlich muss ich auch was dafür tun – die Bücher rezensieren – aber das mache ich ja gern, und ich fühle mich geehrt, dass die Verlage meine Meinung als wichtig empfinden. Bekomme ich selbst ein Rezensionsexemplar angeboten, sage ich ehrlich meine Meinung und nehme es an oder lehne es ab. Fast immer geschieht Letzteres. Bisher gab es da nie ein Problem.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Das ist schon vorgekommen. Bisher hab ich die Angebote abgelehnt, weil es sich dabei um Krimis und eine Biografie handelte, die mein Interesse nicht wecken konnten. Mal sehen, wie ich handeln werde, wenn mir mal etwas gut Klingendes angeboten wird … Ob ich dann mein eigenes Vorurteil, beim Self Publishing könne ja nichts Gutes rauskommen, überwinden werde? Ich könnte es ja hiermit beschließen und der Sache eine Chance geben!

Wie hältst du es mit dem eBook?

Ich halte mich davon fern. Ich erkenne es als praktisch, modern und – immerhin lesen die Menschen! – gut an, sehe aber für mich keinen persönlichen Nutzen. Ich will Bücher. Ich will sie angreifen, riechen, durchblättern, zerknicken, benutzen, auffressen. Bücher, Bücher, Bücher!

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Alle meine Lieblingsblogs wurden hier schon genannt bzw. haben sich bei SteglitzMind bereits vorgestellt, darunter aus.gelesen, SchöneSeiten, Syn-ästhetisch, buzzaldringsblog, Lesewelle … Sehr gern mag ich auch: Blauraum, derschoeneblog, stefanmesch, Ruth liest und Pinkfisch. – Ich wünsche mir, dass die Klappentexterin hier zu Wort kommt, die ich für ihre wunderbar persönlichen Worte, die sie zu ihren Leseperlen findet, sehr bewundere.

Danke sehr, Mareike! Ich freue mich auch darüber, dass du die Staffel an die literaturverliebte und schreibverrückte Klappentexterin weiterreichst, deren Blog seit Start der Gesprächsreihe ja verschiedentlich als besondere Preziose empfohlen wurde.

Eine Zusammenfassung des Beitrags kann man auf Selçuk Caydis Blog Konstantiniye notlari auf türkisch nachlesen

________________________________________________________________________________________________________

Zuletzt stellten sich Stefanie und Yvonne vor, die gemeinsam Leselink verantworten. Ihr Wunsch-Interview-Partner war Marcus Johanus. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier