„Man kehrt einem Beruf, den man mit Leidenschaft ausübt, nicht einfach den Rücken, weil die Bedingungen schwieriger geworden sind.“ – SteglitzMind stellt Brigitte Gode von der Gollenstein Buchhandlung vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir die Gollenstein Buchhandlung kennenlernen sollten, die in Blieskastel (nahe Homburg und Saarbrücken) ansässig ist, hatte Blogleserin arise vorgeschlagen. – Ich freue mich sehr, dass Brigitte Gode der Einladung gefolgt ist und sich und ihren Buchladen heute vorstellt.

Eine Skizze vom Laden…

Die Gollenstein Buchhandlung wurde von mir im Jahr 2005 gegründet. Mit mir zusammen arbeitet meine Tochter Annabelle. Wir repräsentieren also zwei Generationen, was von den Kunden sehr geschätzt wird. Auf 70 qm in der historischen Altstadt von Blieskastel bieten wir ein allgemeines Sortiment. Unser Schwerpunkt liegt auf der Belletristik und dem Kinder- und Jugendbuch. Letzterem räumen wir einen besonderen Platz ein, ergänzt durch hochwertige Spiele der Firma Haba.

Warum sind Sie Buchhändlerin geworden?

Brigitte Gode  © privat

Brigitte Gode © privat

Weil ich mich schon immer in Geschichten verlieren konnte, weil ich gerne über das, was ich gelesen habe, rede und gerne Umgang mit anderen Menschen habe. Wahrscheinlich habe ich dadurch in Sachen Literatur ein gewisses Sendungsbewusstsein entwickelt. Auf den Punkt gebracht: weil ich mir ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen kann.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Aus heutiger Sicht ist es natürlich schwer zu entscheiden, wie ich mich als Berufseinsteigerin entscheiden würde. Aber nach fast 40 Jahren im Buchhandel und dem unerschütterlichen Optimismus, mit dem ich ausgestattet bin, kann ich die Frage nur mit Ja beantworten. Außerdem, siehe oben, was könnte man mit solchen Veranlagungen Besseres tun? Man kehrt einem Beruf, den man mit Leidenschaft ausübt, nicht einfach den Rücken, weil die Bedingungen schwieriger geworden sind. Ich würde einem Berufsanfänger heute aber raten, sich diesen Schritt sehr genau zu überlegen und empfehlen, seine Motivation für diesen Beruf sehr genau zu hinterfragen.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Ich gehöre der Generation an, die das Bibliographieren anhand von dickleibigen Katalogen gelernt und mit Buchlaufkarten hantiert hat. Elektronisches Bibliographieren, Warenwirtschaftssysteme, Online-Shops und E-Books haben unseren Alltag grundlegend verändert, in vielen Bereichen auch leichter gemacht. Andererseits stehen wir heute einem ganz anderen Kundentypus gegenüber. Viele Kunden sind vorinformiert, haben schon „bei Amazon nachgesehen“, Internetrezensionen gelesen und stellen daher höhere Anforderungen an die Beratung.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir betreiben einen Online-Shop über unser Barsortiment und bewerben diesen auch. Wir verzeichnen zunehmende Frequenz über diesen Bestellweg, sowohl von Stammkunden, die die Bequemlichkeit zu schätzen wissen, als auch von Neukunden, die wir dann sehen, wenn sie ihre Bücher abholen. Wir machen die Erfahrung, dass die Online-Kunden selten den Versandweg wählen, sondern ihre Bestellung in der Buchhandlung abholen. Ein Zeichen dafür, dass der persönliche Kontakt nach wie vor geschätzt wird. Wenn wir die Stimme gegen Amazon erheben, müssen wir etwas entgegensetzen. Deshalb sollte heute jeder Buchhändler diese Bestellmöglichkeit anbieten.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

hereinspaziert... © Gollenstein Buchhandlung

hereinspaziert… © Gollenstein Buchhandlung

Wir sind eine typische Kleinstadtbuchhandlung und außerdem konkurrenzlos. Insofern haben wir keine Standortprobleme. Wenngleich die Situation in Kleinstädten eine eigene Problematik besitzt: Unvollständiger Branchenmix, unterschiedliche Öffnungszeiten und dadurch weniger Kundenfrequenz. Ich engagiere mich in meiner Stadt, habe angeregt und in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung auch erreicht, dass Blieskastel, eine schöne kleine Barockresidenz, Città slow geworden ist. Weil ich es für überlebenswichtig halte, dass Kleinstädte ihre Qualitäten verstärkt bewusst machen, mit ihrer einzigartigen Atmosphäre punkten.

Die größte Gefahr lauert nach meiner Einschätzung im Internet. Wenn es uns nicht gelingt, gerade die jüngere internetaffine Generation aufzurütteln und sie zum Nachdenken über die Folgen ihrer Bequemlichkeit zu bringen, dann hat das nicht nur für den Buchhandel verheerende Folgen. Eine Stadt ohne lebendigen Handel ist eine tote Stadt, ohne Lebensqualität. Die Buy local-Initiative zielt genau in die richtige Richtung. Wirklich nachhaltigen Erfolg kann die Initiative nur erreichen, wenn es gelingt, vor allem die Kommunalpolitiker ins Boot zu holen und zum Umdenken zu bringen.

Was nützt die schönste Kampagne, wenn Stadträte weiterhin in den besten Innenstadtlagen überdimensionierte Shopping-Center genehmigen?

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Nun, ich betreibe eine Buchhandlung, kein Elektronik-Fachgeschäft. Ich bin nicht bereit, meine Energie in etwas zu investieren, von dem wir genau wissen, dass es uns nie ein wirtschaftliches Auskommen sichern wird. Was haben wir davon, wenn wir uns mühsam die technischen Kenntnisse unterschiedlicher Reader aneignen, um dann mit einer lächerlich geringen Gewinnspanne alle paar Monate einen Reader zu verkaufen? In der Liga derjenigen, die mit diesem Geschäft Gewinne machen, können wir Kleinen nicht mitspielen. Nachdem sich die Tolino-Verhandlungen des Börsenvereins zerschlagen haben, sehe ich kaum noch Chancen in diesem Geschäft nennenswert mitzumischen. Ich sehe unsere Aufgabe darin, den elektronischen Content zur Verfügung zu stellen. Wir bieten in unserem Web-Shop die Möglichkeit E-Books herunterzuladen. Wir klären unsere Kunden auch darüber auf. Die Diskussionen um Amazon haben dazu geführt, dass verstärkt nach alternativen Download-Möglichkeiten gefragt wird.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Ein klares Nein, ausgenommen vielleicht Autoren aus dem regionalen Umfeld. Ich vertraue  lieber der professionellen Selektion durch die Verlage. Wir wollen uns nichts vormachen, das meiste was auf dem Gebiet entsteht, ist aus dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung entstanden. Es mag Ausnahmen geben, aber in aller Regel lassen diese Machwerke qualitativ zu wünschen übrig. Ich möchte mit gutem Gewissen hinter dem stehen, was ich meinen Kunden empfehle. Das erwartet man auch von mir.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Vorleseaktion mit der Patenschule  © privat

Vorleseaktion mit der Patenschule © privat

Da nenne ich jetzt die beiden „abgedroschensten“ Phrasen aus dem „angestaubten“ Buchhändlervokabular: Atmosphäre und Beratungskompetenz. Aber es ist nun mal so. Bei uns ist es bunt und gemütlich und wir sind zwei gestandene Buchhändlerinnen, die wissen, was sie tun.

Was soll ich sonst dazu sagen? Wir arbeiten keine Bestsellerlisten ab, sondern setzen uns für die Bücher ein, von denen wir überzeugt sind. Wir werten uns und unsere Bücher auch nicht mit MA vor der Tür ab. Außerdem engagieren wir uns sehr für den Lesenachwuchs. Wir sind eine Lesepatenschaft mit einer weiterführenden Schule eingegangen, das heißt, wir unterstützen die Schülerbibliothek, sponsern Lesungen und helfen mit, die Schüler auf den Vorlesewettbewerb vorzubereiten.

Unser bester Werbeträger hängt an der Decke, ist bunt, leuchtet 24 Stunden und heißt Kronleuchter. Das Ding besitzt magische Kräfte.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Zuallererst: vertraut auf euer angestammtes Produkt. Das Buch hat schließlich auch die Erfindung des Fernsehens und des Internets überlebt. Neuerdings wird kolportiert, dass in den USA der E-Book Umsatz stagniert und das Hardcover zulegt. Na also!

Und dann: Sucht sorgfältiger aus, strafft die Programme. Das gäbe dem Buch eine größere Wertigkeit. Nicht alles, was gedruckt werden kann, muss auch gedruckt werden.

Und drittens: Kümmert euch mit dem Marketing mehr um die kleineren und mittleren Buchhandlungen. Schnürt Pakete, die zu unserer Größe passen. Stellt uns auch bei kleineren Bestellmengen Werbematerial und Leseexemplare zur Verfügung. Wir, die Indis, sind diejenigen, die sich auch für die Bücher einsetzen, die nicht auf den Bestsellerlisten landen.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Ich bin selbst seit vielen Jahren im Ehrenamt engagiert und deshalb sicherlich voreingenommen. Es wird ja immer wieder unter Kollegen diskutiert, ob man den Börsenverein wirklich braucht und ob man sich den Beitrag nicht sparen könnte. Ich halte ihn für enorm wichtig, weil wir eine sehr sensible Branche sind und daher eine starke Branchenvertretung brauchen. Das kann nur der Börsenverein leisten. Ich wünsche mir, dass die Kampagne „Vorsicht Buch“ noch mehr Fahrt aufnimmt und dass es den Verantwortlichen gelingt, noch mehr Kollegen dafür zu begeistern.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wir hatten einen fantastischen Bücherherbst mit so vielen guten Büchern wie selten. Die Frühjahrsvorschauen sind inzwischen eingetrudelt und müssen noch gesichtet werden. Wäre schön, wenn auch im Frühjahr die literarischen Quellen so ergiebig sprudeln würden.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Weil sie uns vermissen werden, wenn wir nicht mehr da sind!

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Für mich als Vertreterin der saarländischen Buchhändler ist das jetzt ein bisschen heikel. Ich schätze die Arbeit aller Kollegen, deshalb nenne ich jetzt eine Buchhandlung aus Cochem, die sehr engagierte Cornelia Layaa-Laulhé.

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Eine Übersicht über die Empfehlungen, die im Rahmen der Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen seit Juli 2013 zusammengekommen sind, findet sich hier

„Der tägliche Kampf gegen Verblödung und Konzentration im Buchhandel kann auch sehr unterhaltsam sein.“ – SteglitzMind stellt Torsten Meinicke vom Buchladen Osterstraße vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir Torsten Meinicke vom Hamburger Buchladen Osterstraße etwas näher kennenlernen sollten, das hatte Jörg Braunsdorf von der Berliner Tucholsky-Buchhandlung vorgeschlagen.

Eine Skizze vom Laden …

Der „Buchladen in der Osterstraße“ wurde eben dort, im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, 1978 als politische Stadtteilbuchhandlung in Selbstverwaltung gegründet. Das ist der Laden – nach diversen Veränderungen wie Umzug auf die andere Straßenseite und Vergrößerung auf ca. 80 qm – immer noch. Zurzeit wird der Laden von drei Menschen betrieben.

Warum sind Sie Buchhändler geworden?

Torsten Meinicke © Buchladen Osterstraße

Torsten Meinicke © Buchladen Osterstraße

Weil mir nach einem (abgebrochenen) Geschichtsstudium und einer Umschulung zum Buchhändler, die Möglichkeit vor die Füße fiel, in der Osterstrasse weitgehend selbst bestimmt und politisch voreingenommen meine Brötchen zu verdienen. Und ja, lesen tue ich auch gerne…

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Angestellt, womöglich noch bei einer der großen Ketten, sicherlich nicht. Wenn der Freiraum zum selbst bestimmten Arbeiten vorhanden ist wie bei uns, jederzeit wieder, denn der tägliche Kampf gegen Verblödung und Konzentration im Buchhandel kann auch sehr unterhaltsam sein.

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Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

1. Längere Ladenöffnungszeiten. 2. Serviceleistungen (Einpacken, liefern, zur Ansicht bestellen etc.) nimmt seit Jahren zu.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Unser Online-Shop hat seit wenigen Tagen geöffnet. Was die Großen können und die Fiesen mit dem a am Anfang, können wir auch. Ob es genügend Menschen merken, werden wir sehen.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Dass die Menschen, die lesen (Bücher meine ich), bald aussterben. Unsere Stammkundschaft ist im Schnitt deutlich jenseits der 50, dafür aber treu, klug und politisch interessiert. Wenn der Rest nur noch den Kaffeesatz ihres Galao liest und Nichtigkeiten auf dem Smartphone entziffert, dann wird für uns irgendwann Schluss sein.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

E-Books können bei uns bestellt werden, die Anzahl der Verkäufe ist jedoch absolut marginal. Und ich denke, das bleibt auch so, denn meiner Meinung nach werden E-Books und stationärer Buchhandel nie wirklich zusammen finden.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Nein, das liegt jedoch auch daran, dass ich diesen Markt nicht wirklich überblicke.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Viele Abende verbringen wir mit Büchertischen auf mehr oder weniger spannenden literarischen und politischen Abendveranstaltungen. Persönliche Empfehlungen von wirklich gelesenen und für gut befundenen Büchern sind der wesentliche Verkaufsmotor. Abseitig-Spannendes macht neugieriger als die Präsentation der ewig austauschbaren Stapelware.

so schaut's Innen aus © Buchladen Osterstraße

so schaut’s Innen aus © Buchladen Osterstraße

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

1. Faire Rabatte. 2. Übernahme eines Teils der Kosten bei Lesungen, denn schließlich machen wir mit unseren Lesungen Werbung für das jeweilige Buch. 3. Produziert endlich weniger Bücher!!!

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Weiter eine feste Haltung im beständigen Kampf für die Ladenpreisbindung.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Die intellektuell und politisch hoch anregende Debatte, die um den Stand der Kriminalliteratur geführt wird von kompetenten Menschen wie Thomas Wörtche, Tobias Gohlis und nicht zuletzt Else Laudan von ariadne, mit der wir gerade unsere Reihe „Der Krimi wird politisch“ über die Bühne gebracht haben

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Zum Beispiel, um solch spannende Lesungen nicht zu verpassen. Und weil ständiges Galaotrinken auf die Dauer nur dick macht.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Bin ich in Berlin, bin ich immer wieder beim Kollegen Koch in der Kreuzberger Hammett-Krimibuchhandlung. Mehr krimineller Sachverstand ist in diesem Land auf so wenigen Quadratmetern nicht zu finden. Zu Wort kommen sollten aber auch die Gartmann-Sisters, die mit ihrer Schatulle seit vielen Jahren in Osterholz-Scharmbek die Provinz rocken.

Danke sehr! Und nun weiß ich auch, dass Galao in Hamburg offenbar sehr angesagt ist…

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Eine Übersicht über die Empfehlungen, die im Rahmen der Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen seit Juli 2013 zusammengekommen sind, findet sich hier

Weiter geht’s mit der Gesprächsreihe wieder Mitte Januar…

„Das Internet nimmt uns schon gehörig Umsatz weg.“ SteglitzMind stellt Rosemarie Reif-Ruppert von der Gostenhofer Buchhandlung vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir die Gostenhofer Buchhandlung, die in Nürnberg ansässig ist, kennenlernen sollten, das hatte sich MacG gewünscht.

Eine Skizze vom Laden…

Rosi Reif-Ruppert © Rainer Kradisch

Rosi Reif-Ruppert © Rainer Kradisch

Die Gostenhofer Buchhandlung gibt es seit 1985 in einem Nürnberger Stadtteil unweit des Altstadtrings. Als wir sie gründeten war der Stadtteil verrufen als ehemaliges „Glasscherben-Viertel“. Inzwischen hat sich viel geändert, aus dem Arbeiter und Handwerker-Viertel wurde ein Stadtteil, in dem viele Künstler ihre Ateliers haben – in den aufgelassenen Handwerks- und Industriebetrieben gibt es viel Raum für wenig Geld. Seit den ersten „Gastarbeitern“ in den 60iger Jahren leben hier auch viele Migranten, die den Stadtteil bunt und vielseitig machen, für die Buchhandlung allerdings nur bedingt Kunden bringen.

Auf ca. 60 qm bieten wir vor allem Belletristik (Krimis!) und Kinderbücher. Seit zwei Jahren sind wir auch Partnerbuchhandlung der Büchergilde Gutenberg. Wir legen großen Wert darauf, Bücher abseits des Mainstreams anzubieten.

Außer mir arbeiten noch eine Vollzeit-Buchhändlerin und drei Minijob-Buchhändlerinnen.

Warum sind Sie Buchhändlerin geworden?

Ich bin der typische Quereinsteiger: Nach zwei anderen Berufen habe ich meinen Traum verwirklichen können und – damals zusammen mit einem Freund – die Buchhandlung eröffnet, was angesichts unserer eher versteckten Lage und dem geringen finanziellen Spielraum ziemlich abenteuerlich war.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Ja, sofort und unbedingt würde ich wieder eine Buchhandlung aufmachen! Gibt es denn etwas Abwechslungsreicheres als Bücher? Als Buchhändlerin in einem abhängigen Arbeitsverhältnis würde ich wohl nicht so gerne arbeiten.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Einiges: Es gibt immer mehr Verwaltungsarbeiten, Verordnungen und Gesetze, die zu beachten sind. Man denke nur an all die gesetzlichen Regelungen in Zusammenhang mit der Website. Dafür ist es viel einfacher geworden, Titel zu bibliografieren, selbst solche, die nicht im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) und in Barsortimentskatalogen auftauchen.

Wir besorgen sehr viel mehr antiquarische Titel als früher, insgesamt bieten wir viel mehr Service, um die Kunden bei Laune zu halten (das geht so weit, dass wir für Stammkunden deren Lieblings-Karamellen bereithalten)

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben seit Jahren eine individuelle Website mit Buchtipps, Veranstaltungsinformationen u.a., in die wir den Shop von KNV eingebunden haben. Der wird vor allem von unseren Stammkunden benutzt, die abends noch schnell etwas bestellen wollen. – Facebook ist momentan kein Thema.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

hereinspaziert... © Rainer Kradisch

hereinspaziert… © Rainer Kradisch

Leider muss auch ich sagen, das Internet nimmt uns schon gehörig Umsatz weg. Wir steuern mit all unseren stationären Aktivitäten dagegen. Nischen zwischen Buchkaufhaus und Internetanbieter gibt es auch heute noch genug.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Reader verkaufen wir nicht. Der E-Book-Verkauf im Laden ist im letzten Jahr ziemlich gewachsen, vor allem bei Viellesern, die gerne zusätzlich noch „richtige“ Bücher kaufen, aber z.B. für lange Zugreisen lieber das leichte Lesegerät mitnehmen.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Unbeliebtes Thema Self-Publisher. Grundsätzlich habe ich keine Einwände – vorausgesetzt die (Text-)Qualität stimmt. Ja, liebe Self-Publisher, auch Druck, Schriftbild, Papierqualität, Covergestaltung… beeinflussen die Kaufentscheidung! In der Praxis gibt’s jedoch jede Menge Ärger: fehlende Einträge im VLB und oft auch via Internet schlecht oder gar nicht zu bibliografieren. Fehlerhafte Rechnungsstellung, unorthodoxe Liefermethoden, fehlendes Wissen der Usancen im Buchhandel, nicht zu reden von Rechtschreibfehlern im oft genug miserablen Text.

Und ja, es ist ja schön, wenn der Autor von seinem Werk begeistert ist, aber wir wollen auch unsere Kunden im Laden bedienen und nicht so gerne umständlichen Inhaltsangaben am Telefon lauschen.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Unserer eher ungünstigen Geschäftslage geschuldet, bieten wir unseren Kunden eine ganze Palette von Leistungen und Veranstaltungen an: In unserem Literarischen Wohnzimmer stellt eine Kollegin Bücher im Wohnzimmer einer Kundin vor, die dann bestellt werden können. Kunden können sich nach Geschäftsschluss bei uns einschließen lassen und ganz in Ruhe stöbern. In der „Perlen“-Reihe gibt es jeweils in Frühjahr und Herbst Buchvorstellungen für Kinderbücher bzw. Belletristik. Die Bücher-Lounge ist als Gesprächskreis mit Kunden gedacht. Bei einem Glas Wein dürfen auch unsere Kunden Bücher vorstellen und sich darüber austauschen. Unsere Themen-Abende bieten neben Lesungen ausgewählter Literatur passend dazu auch ein vier-gängiges Menue.

Unser Jugendclub für 8- bis 15-Jährige trifft sich einmal im Monat. Im Moment dümpelt er etwas vor sich hin – da brauchen wir eine neue Idee. Zum Welttag des Buches haben wir Schulklassen zu Gast, denen wir ein einstündiges Programm bieten. Kürzlich haben wir für den Stadtteil in Vernetzung mit Kindergärten und Horten eine ganze Woche mit Veranstaltungen rund ums Buch organisiert. Und Büchertische zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen sind ja eh’ klar.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Sind leider mehr als drei.

Na, denn los…

Türchen auf... © Rainer Kradisch

Türchen auf… © Rainer Kradisch

Liebe Verlage, bitte macht Bücher nicht so billig! Wenn die Qualität stimmt, darf ein Taschenbuch auch 14,99 kosten und nicht nur 8.99. Achtet doch bitte wieder mehr auf das Preis-Leistungsverhältnis: für 800 Seiten mit schmucken Cover sind 10 € zu wenig, für 80 Seiten, auf schlechtes Papier gedruckt, sind € 12,90 zu viel.

Übernehmt die Versandkosten, denn dann bekomme ich keine Rechnungen mehr, auf denen statt der billigeren Büchersendung exorbitante Versandkosten im zweistelligen Bereich ausgewiesen werden.

Reduziert die vielen austauschbaren Titel und blast Bücher nicht künstlich auf: in unsere Regale passt halt nur eine begrenzte Zahl von Titeln. Ein Buch mit den Ausmaßen eines Backsteins nimmt uns einfach zu viel Platz weg wenn man den Text auch – ohne Einbußen an guter Lesbarkeit – auf ein Drittel der Seiten unterbringen könnte.

Das gleiche gilt für die Vorschauen: Es bringt mir nichts, einen umworbenen Bestseller einmal von hinten, von vorne, auf einem Stapel, in einen kunstvollen Aufbau oder sonstwie auf jeweils einer ganzen Seite abgebildet bestaunen zu können. Dagegen hätte ich gerne Vorschauen oder Leseproben, die Informationen über Text und Autor bieten. Ja, auch wie die Geschichte ausgeht und wer der Täter ist, darf gerne verraten werden…

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Weiterhin für den Erhalt des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes und natürlich die Preisbindung zu kämpfen (Gefahrenquelle Freihandelsabkommen mit den USA)

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Aktuell gerade nichts. Nach der Buchmesse hat sich bei uns hier eine gewisse Frustration breit gemacht, was den Messebesuch betraf. Irgendwie hatten wir uns in den letzten Jahren an den Ständen der Verlage zunehmend als Störfaktor gefühlt, nicht als interessierten und möglicherweise sogar interessanten Partner der Verlage. Klar gilt das nicht für alle, wir hatten auch sehr nette Messegespräche, aber wenn mir gesagt wird, ich solle doch von zu Hause aus bestellen, man habe gerade keine Zeit zum Aufnehmen einer Bestellung, dann komme ich schon ins Grübeln…

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Nun, den Kontakt zu richtigen Menschen, die zuhören und Empfehlungen punktgenau auf den Kunden abgestimmt geben können, kann keine noch so gute Maschine ersetzen. Eine Buchhandlung ist immer auch ein Treffpunkt, ein Ort, an dem ich (nicht nur literarische) Anregungen bekomme und der einfach alle Sinne anspricht.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Doris Müller-Höreth von der Buchhandlung Pelzner in Nürnberg-Eibach ist eine enorm engagierte und ideenreiche Buchhändlerin. Und die sehr schöne Regensburger Buchhandlung Dombrowsky, die viele tolle Veranstaltungen organisiert.

Danke sehr, ich freue mich, dass Sie dabei sind.

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Eine Übersicht über die Empfehlungen, die im Rahmen der Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen seit Juli 2013 zusammengekommen sind, findet sich hier

„Gebt tollen Titeln mehr Zeit sich zu entwickeln.“ – SteglitzMind stellt Heike Röminger und Ingo Herrmann von der Buchhandlung „Moby Dick“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir ein wenig mehr über Ingo Herrmann und Heike Röminger von der Buchhandlung Moby Dick erfahren sollten, die im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ansässig ist, hatten sich Beate und Mischa Klemm von der Berliner Buchhandlung lesen und lesen lassen gewünscht.

Eine Skizze vom Laden …

Wir haben Moby Dick vor gut 2 Jahren in der sehr lebendigen Stargarder Straße im Prenzlauer Berg gegründet. Wir wollen eine Adresse für die Bewohner dieses Viertels sein und bieten daher ein allgemeines Sortiment an; d.h. neben unseren Schwerpunkten (Belletristik, Kinder- und Jugendbuch und Kriminalromane) findet man bei uns auch Sachbücher zu verschiedenen Themen sowie Berlin-Literatur. Außerdem bekennen wir uns sichtbar zu unserem Faible für Klassiker und für schöne Bücher.

Warum sind Sie Buchhändler geworden?

Ingo Herrmann & Heike Röminger  © Ingo Herrmann

Ingo Herrmann & Heike Röminger © Ingo Herrmann

Ingo Herrmann: Vor mehr als 30 Jahren wollte ich Buchhändler werden und ich hatte bislang auch das Glück nichts anderes sein zu müssen.

Heike Röminger: Ich bin Buchhändlerin geworden, weil ich viel gelesen habe und mich schon sehr früh für eine Ausbildung entscheiden musste. Dass dieser Beruf für mich eine glückliche Wahl sein würde, hat sich erst später herausgestellt.

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Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Ingo Herrmann: Ja – und solange Buchhändler noch gebraucht werden auch immer wieder. Ich wäre aber auch ein guter Gärtner…

Heike Röminger: Nein, bei einem zweiten Versuch würde ich lieber ein Handwerk lernen. Dann kann ich auch jederzeit lesen, was ich will.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Im Grunde nicht so viel. Gut, es gibt mehr Technik, vieles geht einfacher und schneller, die Kunden sind, dank Internet, im Bereich Recherche informierter und kompetenter; letztlich möchte der Kunde im Buchhandel aber nach wie vor sehr guten Service von ausgebildeten Fachkräften, gute und individuelle Beratung und auch mal über ein Buch reden, das er gelesen hat oder noch lesen möchte. – Persönliche Tipps jenseits der Bestsellerlisten sind zunehmend gefragt.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir werden im kommenden Jahr über einen Online-Shop verfügen – so können unsere Kunden (und alle, die es noch werden möchten) vom PC aus bequem über das Internet einkaufen und zugleich den stationären Buchhandel vor Ort, die Buchhandlung ihres Vertrauens  unterstützen. Via Internet einkaufen heißt ja nicht automatisch: via Amazonien. Außerdem wollen wir unsere Homepage intensiver nutzen und auch auf unserer Facebook-Seite etwas aktiver werden. Das Herz von Moby Dick schlägt aber in der Stargarder Straße…

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Das größte Problem für den Handel vor Ort sind die steigenden Kosten insbesondere der Mieten und die Bedrohung der gesetzlich festgeschriebenen Preisbindung für das Medium Buch.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Wir werden sie im Shop anbieten (ca. 800.000 Titel), ich habe gerade einen Reader geschenkt bekommen und bin dabei mich schlau zu spielen…

Natürlich ist es praktisch, die Schrift den eigenen Seh- und Lesegewohnheiten anpassen zu können und weniger Platz für seine Bibliothek zu benötigen. Mein Herz hängt nicht daran – vielleicht weil es eben „nur“ eine Datei ist und kein Buch? Ich persönlich habe es lieber haptisch – ich wohne gerne mit meinen Büchern und besitze sie auch gerne. Aber das ist eine persönliche  Entscheidung.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Wir haben die Möglichkeit so genannte Books on Demand über unseren Händler zu bestellen, darüber hinaus spielt das Thema bei uns keine Rolle.

Meist ist es ja so, dass jemand kommt und einen eigenen Titel anbietet; in der Regel stellt sich dann heraus, dass er/sie sich noch keine Gedanken über Konditionen, Preisgestaltung, Mehrwertsteuer, Vertrieb u. ä. gemacht hat. Von der Gestaltung ganz zu schweigen.

Es gibt natürlich Ausnahmen, eigentlich sind wir aber ganz zufrieden mit dem Filter „Verlag“.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Das Besondere an jeder (inhabergeführten!) Buchhandlung ist die Auswahl des im Geschäft präsentierten Sortiments. Wir haben zweimal im Jahr mehrere Regalmeter Verlagsvorschauen gesichtet und ausgewählt, was wir haben müssen und was wir haben wollen. Da ist viel Persönliches dabei und wir führen auch Bücher und Titel, die nicht im Scheinwerferlicht des Literaturbetriebes stehen.

Wir teilen eben gern, was wir mögen, und unsere Kunden wissen das inzwischen zu schätzen und freuen sich über ihre Trouvaillen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

stöbern und schmökern  © Ingo Herrmann

stöbern und schmökern © Ingo Herrmann

Mit vielen Verlagen arbeiten wir sehr gut zusammen aber manchmal hakt es eben doch und ich glaube, das hat oft mit falschen Vorstellungen von der Arbeit des jeweils anderen zu tun – also bitte mehr Kommunikation wie z. B. Händlerbeiräte.

Wenn ich mich dann auf drei Wünsche beschränken soll (Kommunikation zählt nicht als Wunsch weil das in dieser Branche eigentlich selbstverständlich sein sollte…):

  • Es wäre schön, wenn man nicht als Bittsteller sondern als Handelspartner mit gemeinsamem Interesse (Handel mit Kultur UND Ware, nämlich Buch) gesehen würde.
  • Wenn, wie die Verlage gerne betonen, der Buchhandel als Vertriebsweg so wichtig ist: Wieso gibt es dann Bücher in Supermärkten und wieso verkaufen sie, die laut über nicht rentable Einzellieferungen an die Buchhändler wettern, ihre Bücher direkt an Endkunden?
  • Und bitte reduziert die Produktion und gebt damit tollen Titeln mehr Zeit sich zu entwickeln; die Regale der Buchhändler sind nicht unendlich groß und Rezensenten sind auch nur Menschen – immer öfter erscheinen Rezensionen ja erst wenn der Titel „durch“ ist und es ja schon wieder ganz viele neue Bücher gibt…

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Ich wünsche mir weniger Event und mehr Information; mich erschreckt immer wieder, wie wenig Kunden um z. B. die gesetzliche Buchpreisbindung in Deutschland wissen und darum, dass die (auch kostenlose!) Lieferung auf den nächsten Tag zwar etwas Besonderes  st (im Vergleich zum europäischen Ausland), aber keine Erfindung der Eingeborenen von Amazonien. – Mit diesem Wissen relativiert sich der „Vorteil“  der Bestellung bei Amazon doch erheblich.

Und wenn ich schon mal beim Wünschen bin, wünsche ich mir von den Kollegen Buchhändlern weniger gehobene Brauen, wenn ein Kunde sich beispielsweise eine schöne, saftige, triviale Schmonzette o. ä.  kauft…schließlich hat uns niemand zum Richter über den Geschmack anderer gemacht. –  Man hört und liest da so manches – gerade auch im Netz (!!!) …und dann ist unsere Aufregung jedes Jahr  groß, wenn der Beruf Buchhändler auf der Beliebtheitsskala mal wieder gleich hinter Gerichtsvollzieher ganz hinten steht und die Leser lieber im Internet einkaufen, weil sie da nicht angemault werden und niemandem Rechenschaft über ihren Geschmack schulden.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

  • Das Jammern über den Untergang der Buchhandlungen (auch in der Branchenpresse)
  • Lieblose und uninspirierte Klappentexte und Rezensionen
  • Menschen in Verlagen, die den Unterschied zwischen Kultur und Handel wertend betonen – ich finde als begleitender Verlagsmensch darf man bei einer Buchpräsentation oder einer Autorenlesung durchaus darauf hinweisen, dass das Buch dort käuflich zu erwerben ist.  iemand findet das anrüchig und Autoren, Buchhändler und ja, auch Verleger leben davon.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

  • Weil das dazu beiträgt, dass es Buchhandlungen weiterhin gibt
  • Weil Gespräche, Meinungs- und Gedankenaustausch zu Buch und Lesen Kunden und Buchhändler freundlich verbindet, interessant sind und einfach dazu gehören
  • Weil es Spaß macht (bzw. machen kann)?

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Wir schlagen den Kollegen Kurt von Hammerstein von der Buchhandlung Hundt Hammer Stein in Berlin vor.

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Eine Übersicht über die Empfehlungen, die im Rahmen der Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen seit Juli 2013 zusammengekommen sind, findet sich hier

„Independents, Kleinstverlag und Selfpublisher sollten bessere Vertriebsmöglichkeiten erhalten.“ – SteglitzMind stellt das Team von „Pro qm“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir das Team von der Buchhandlung Pro qm etwas näher kennenlernen, die sich auf die Themen Stadt, Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Kunst  und Theorie spezialisiert hat und in Berlins Mitte zu finden ist, hatte sich eine Leserin von SteglitzMind gewünscht, die sich arise nennt.

Eine Skizze vom Laden…

hier geht's hoch  ©  Katja Eydel

hier geht’s hoch © Katja Eydel

Pro qm wurde als thematische Buchhandlung 1999 in Berlin-Mitte gegründet und beschäftigt sich vor allem mit Stadt und deren Schnittstellen zu Politik, Pop, Ökonomiekritik, Architektur, Design, Mode und Kunst. Das Projekt ist interdisziplinär: Neben der Buchhandlung veranstalten wir regelmäßig Vorträge, Diskussionen und Buchpräsentationen im Laden, arbeiten an Ausstellungen und Konferenzen mit, haben Büchertische und temporäre Dependancen.

Ungefähr die Hälfte unseres Bestandes ist nicht-deutschsprachig, wir importieren sehr viel vor allem aus dem englischsprachigen Raum, aber auch aus allen anderen Gegenden der Welt. Daneben bieten wir auch eine große Reihe an internationalen Magazinen bei uns an.

Wie kam es zu Pro qm?

Wir sind inzwischen ein Team aus zehn Leuten mit den verschiedensten Hintergründen: Kunst, Architektur, Design, Kunst-, Kultur-, Filmwissenschaften – nur nicht aus dem Buchhandel. Pro qm ist aus einer theoretischen Auseinandersetzung mit Stadtpolitik heraus erstanden und einer Diskussion um alternative Räume der kulturellen Produktion, als sozialer Ort, um die Beschäftigung mit solchen Fragestellungen zu ermöglichen. Die Funktionalität der Buchhandlung ist vor allem eine spezifische Form der Verhandlung, die gleichzeitig die Ökonomie des Ladens sichert. Sie ermöglicht eine vernetzte Beschäftigung mit Theorien und deren Distribution, mit eigener wissenschaftlicher Arbeit und mit künstlerischen Projekten.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Weg entscheiden?

Unbedingt! Aber die Mischung macht’s, wir sind alle noch in weiteren Bereichen aktiv, schreiben, forschen, kuratieren, dozieren, pendeln und/ oder erziehen. Diese Erfahrungen und das Wissen werden dann wieder in den Buchladen importiert in Gestalt von neuen thematischen Schwerpunkten oder von Veranstaltungen, die sich aus diesen Netzwerken speisen.

Auftritt des Musikers Dan Bodan  © Pro qm

Auftritt des Musikers Dan Bodan © Pro qm

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Vermutlich ist die Antwort quer zu allen Berufssparten mit Computernutzung ähnlich: das Ringen mit den anschwellenden E-Mail-Halden.
Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben eine Website mit einem selbstprogrammierten Webshop, dort bieten wir ausgewählte Neuheiten an, kündigen in einem Blog unsere Veranstaltungen an, die wir auch noch gesondert per Mail verschicken. Facebook nutzen wir auch als Plattform.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Wir sehen für uns derzeit noch keine Bedrohung. Wir sind so spezialisiert, dass unsere KundInnen aus aller Welt gezielt zu uns kommen, weil sie sich mit ihren spezifischen fachlichen Anliegen bei uns ernst genommen wissen oder einfach von unserem thematischen Sortiment angesprochen fühlen

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Bisher gab es vor zwei Jahren mal eine einzige eher als Witz gemeinte Nachfrage dazu. Via Barsortiment sind wir freigeschaltet für den Verkauf von E-Books, wir warten entspannt auf den Ansturm. Da wir einen großen Anteil an Publikationen führen, bei denen Gestaltung und Materialität, Art der Bindung, Papier, Bildqualität, Farbigkeit oder ähnliches von zentraler Bedeutung sind, sehen wir in diesem Bereich auf absehbare Zeit auch noch nicht die Gefahr einer Ablösung durch elektronische Datenträger.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Das machen wir schon immer bei Pro qm. Im Eigenverlag herausgegebene Publikationen – aus dem In- und Ausland – in Form von Heften, Büchern, Zeitschriften, Platten, CDs und DVDs gehören bei uns zentral zum Sortiment, sofern sie sich thematisch mit unseren Fragestellungen überschneiden. Die Verwaltung ist  zugegebenermaßen etwas aufwändiger, aber manchmal kommen gerade die wertvollsten Kommentare zu einer Thematik aus den verwinkeltsten Kanälen.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

so schaut's Innen aus  ©  Katja Eydel

so schaut’s Innen aus © Katja Eydel

Sicher trifft die These von der Nische auch auf unseren Ansatz zu: die Spezifik der Auswahl und der thematischen Sortierung, das Angebot der gezielten Recherche und der Bestellung von Büchern aus aller Welt, ihr Versand überallhin, nicht zuletzt aber auch die Möglichkeit des Zufallsfundes im Laden. Die regelmäßigen Veranstaltungen in unseren Räumen sowie die aushäusigen Engagements bei Konferenzen, Ausstellungen und Messen betten die Literatur in ihr jeweiliges diskursives und soziales Umfeld ein.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Ein Wunsch ginge eher in Richtung Vertriebsstrukturen: Independents, Kleinstverlage, Selfpublisher sollten bessere Vertriebsmöglichkeiten erhalten, dass sich so womöglich auch das Angebot anderer unabhängiger Buchläden diversifizieren kann. Vielleicht ließen sich ja so etwas wie solidarische Finanzierungsmodelle denken, wo Major-Verlage einen kleinen Anteil in die Vertriebsstruktur der unterversorgten Indies investieren?

Ein weiterer Wunsch wäre die Optimierung der Vertriebskanäle, innereuropäisch wie weltweit. Es ist manchmal ein zähes Projekt, einen Titel alleine schon aus einem unserer Nachbarländer zu nachvollziehbaren Konditionen nach Berlin zu bekommen. In dem Maße, in dem sich unsere Städte internationalisieren und sich die Nachfrage entsprechend auffächert, sollte dem ja eigentlich auch die Vertriebsgeschwindigkeit und Vielfalt des Buches entsprechen.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?


Der Börsenverein könnte Impulse geben in Richtung der oben erwähnten Vertriebsthematik.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Suhrkamp lässt ja keinen kalt.

eine Ausstellung der Architekturzeitschrift OASE  © Pro qm

eine Ausstellung der Architekturzeitschrift OASE © Pro qm

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Mit Belustigung beobachten wir alleine schon die verdichtete Verkehrssituation vor unserem Laden, wenn die diversen Versanddienstleister ihre Lastwagen in zweiter Reihe stapeln, und im Anschluss die Nachbarn mit den Benachrichtigungszettelchen durch die Läden ziehen, um ihre Päckchen einzusammeln. Und etliche Anbieter verschicken übrigens nicht an die vielbemühte Packstation.

Und wir sind natürlich mit unserem Stadtschwerpunkt auch echte Fans von lebhafter Innenstadt, deren Lokalspezifik sich in der Buntheit, Schrägheit und Vielfalt ihrer Geschäfte und Märkte ausdrückt, und wünschenswerterweise auch in ökonomischem Zusammenhang mit ihren BewohnerInnen steht, deren Einkommen sich teilweise ja durchaus auch aus lokalen Ökonomien speisen könnte – jetzt mal im Gegensatz zu den Monopolen an der Autobahn und in Shoppingmalls.

In Berlin haben wir, was den Buchhandel betrifft, sicher einen privilegierten Status, hier gab es etliche Neugründungen in letzter Zeit, was wir natürlich super finden, denn so kann auf lokaler Ebene ein immer diverseres und spezifischeres Angebot ausgebreitet werden.


Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

 Zuallererst unsere Freunde von der Buchhandlung & Verlag b_books in Kreuzberg, mit denen wir 2007 zusammen den Buchladen der documenta 12 in Kassel organisiert haben, und deren verlegerische Projekte für unseren Laden sehr wichtig sind. Auch ganz wichtig, gleich um die Ecke von denen, sind Motto Berlin, Buchhandlung und Vertrieb für Kunst und Independents. In Charlottenburg ist die erste Adresse für Kunst, Architektur, Design natürlich der wohlsortierte Bücherbogen! Eine wichtige linke Institution in Berlin, auch als Verlag, ist der Buchladen Schwarze Risse im Mehringhof. Und vor kurzem neugegründet im Wedding hat sich Echo Bücher, spezialisiert auf elektronische Musik, eine Mischung aus Veranstaltungsort, Buchladen und Café. Man könnte jetzt seitenweise weiterlisten…

Feine Empfehlungen. Neben der Website und Facebook ist Pro qm auch anderweitig im Netz präsent…

Ja, Designers & Books ist eine amerikanische Website mit Buchempfehlungen aus den Bereichen Design und Architektur, auf der wir ein „gefeatured bookshop“ sind, und wo wir monatlich einige unserer Bestseller auflisten. Stil in Berlin bewegt sich in den Straßen und im Alltag Berlins und Hipshops gibt Emfehlungen aus für „concept stores from around the world“.

Vielen Dank, dass Pro qm diese Gesprächsreihe bereichert.

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Eine Übersicht über die Empfehlungen, die im Rahmen der Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen seit Juli 2013 zusammengekommen sind, findet sich hier

Die empfohlenen Buchhandlungen – in der Überschau

Die 150 ist fast erreicht. Deshalb möchte ich Euch einen Überblick über die empfohlenen Buchhandlungen geben, die seit Juli 2013 im Rahmen der Gesprächsreihe “SteglitzMind stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” zusammengekommen sind.

Mit 144 Buchhandlungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wartet die Liste mit einem doch recht stattlichen Ergebnis auf. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass nur ein knappes Drittel aller eingeladenen Buchhändler und Buchhändlerinnen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, sich und ihren Buchladen hier zu präsentieren. Die Mehrheit reagierte auf meine persönliche Einladung via E-Mail leider überhaupt nicht; ein gutes Dutzend sagte mit der Begründung ab, für die Beantwortung der Fragen keine Zeit erübrigen zu können.

Ich bin traurig darüber, dass die Initiative, die erfreulich erfolgreich startete, aufgrund einer mangelnden Beteiligung inzwischen ins Stocken geraten ist. Meine Skepsis, dass Buchhändler/innen anderes zu tun haben, als Fragen einer Bloggerin zu beantworten, scheint sich bestätigt zu haben. Möglicherweise sind aber einige von denen, die meine Anfrage ignoriert haben, wenig internetaffin und infolgedessen auch nicht daran interessiert, sich und ihre Buchhandlung im Netz  vorzustellen? In diese Kerbe schlug jedenfalls der neue Vorsteher des Börsenvereins, Heinrich Riethmüller, als er vor wenigen Tagen in seiner Begrüßungsrede zum 13. Branchenparlament u.a. ausführte, dass sich die Sortimenter mit dem digitalen Geschäft noch schwer tun.

81 Empfehlungen stammen von den Buchhändlerinnen und Buchhändlern, die bislang Rede und Antwort standen, 52 von Lesern, die die Aktion verfolgt haben. Es wären einige mehr gewesen, so ich ebenfalls den Aufwand hätte leisten können, auch jene Vorschläge zu berücksichtigen, die in diversen sozialen Netzwerke genannt wurden. Elf Buchhandlungen habe ich ins Spiel gebracht. – Im Übrigen glaube ich fest daran, dass die Gesprächsreihe lediglich ins Stocken, aber nicht an ihr Ende gekommen ist. So Ihr noch Empfehlungen habt, ich bleibe am Ball. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge (nebst Link zur Buchhandlung) hier als Kommentar.

Buchreihe3

Falls Ihr eine Eurer Nominierungen in der Liste vermissen solltet: Empfohlene Buchhandlungen, die keine Online-Präsenz haben, berücksichtigt die Übersicht nur dann, wenn der Vorschlag von einem Interviewpartner aus dem Buchhandel stammt. Ebenfalls durchs Raster fallen mussten leider jene Buchhandlungen, zu denen ich keine E-Mail-Alias habe recherchieren können.

Die Empfehlungen von den Buchhändler/innen, die mir Rede und Antwort standen:

andere buchhandlung in Rostock

AnkerBuch in Anderbuch

Anna Jeller Buchhandlung in Wien (mehrfach nominiert)

buch|bund in Berlin/Neukölln

Buch Greuter in Singen

Bücherbutze in Nienburg (keine Online-Präsenz)

Bücherinsel Dieburg in Dieburg

Bücherinsel in Frauenaurach in Frauenaurach bei Erlangen (mehrfach nominiert)

Bücherladen Marianne Sax in Frauenfeld/Schweiz

Bücherstube in Bielefeld (keine Online-Präsenz)

Buchhandlung a.punkt in Wien (mehrfach nominiert)

Buchhandlung am Amtshaus in Dortmund

Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Buchhandlung Anakoluth in Berlin/Prenzlauerberg

Buchhandlung & Verlag b_books in Berlin/Kreuzberg

Buchhandlung Bornhofen in Gernsheim

Buchhandlung Bücherwurm in Hannover

Buchhandlung Dombrowsky in Regensburg

Buchhandlung Dust in Warstein (keine Online-Präsenz)

Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg

Buchhandlung Gralla in Berlin am Hindenburgdamm

Buchhandlung Hirslanden in Zürich (Schweiz)

Buchhandlung Hoffmann in Eutin

Buchhandlung Hundt Hammer Stein in Berlin/Mitte

Buchhandlung Jünemann in Delmenhorst

Buchhandlung Klio in Zürich

Buchhandlung Layaa-Laulhé in Cochem

Buchhandlung Lesebär in Großkrotzenburg

Buchhandlung Lesekatze in Schöllkrippen

Buchhandlung LeseZeichen in Germering

Buchhandlung Lesezeit in Düsseldorf

Buchhandlung Lüders in Hamburg

Buchhandlung Mascha Kascha in Hannover

Buchhandlung Moby Dick in Berlin/Prenzlauer Berg

Buchhandlung Pelzner in Nürnberg-Eibach

Buchhandlung Peterknecht in Erfurt

Buchhandlung Quichotte in Tübingen

Buchhandlung Riemann in Coburg

Buchhandlung Roth in Offenburg

Buchhandlung Schmitz in Essen

Buchhandlung Taube in Marbach am Neckar

Buchhandlung Universitas in Chemnitz

Buchhandlung Vaternahm inWiesbaden

Buchhandlung Wolgast in Wolgast

Buchhandlung zur Rose in St. Gallen (Schweiz)

Buchhandlung & Antiquariat Schöbel in Heidelberg

Buchhaus Loschwitz in Dresden

Buchkontor in Wien

Buchladen Alte Lahnbrücke in Wetzlar

Buchladen Neusser Strasse in Köln

Buchladen Osterstraße in Hamburg

Bücherbogen in Berlin am Savignyplatz

Calligramme in Zürich

cohen + dobbernigg in Hamburg

Czuly Barbarzynca in Warschau

der buchladen in Seeligenstadt

Echo Bücher in Berlin/Wedding

Franz-Mehring-Buchhandlung in Berlin/Friedrichshain

Friedrich-Wagner-Buchhandlung in Ueckermünde

Gudberg in Hamburg

Hammett-Krimibuchhandlung in Berlin/Kreuzberg

H.P. Willi Buchhandlung in Tübingen

liber wiederin in Innsbruck

Kinderbuchhandlung Mundo Azul in der Choriner Straße, Berlin

Köndgen in Wuppertal (mehrfach nominiert)

Lesen und lesen lassen in Berlin/Friedrichshain (mehrfach nominiert)

Lia Wolf in Wien (mehrfach nominiert)

Libelle in Berlin/Friedrichshain

Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Motto Berlin, Buchhandlung und Vertrieb für Kunst und Independents in Berlin

Mrs.Books in Lank

Reisebuchladen in Heidelberg

Rittersche Buch- und Kunsthandlung in Soest

schatulle in Osterholz-Scharmbek

Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Schmitz-Buchhandlungen in Essen-Werden

Schroppsche Buchhandlung in Berlin, Am Steinplatz

Schwarze Risse in Berlin im Mehringhof

Shakespeare und So in Mainz (keine Online-Präsenz)

Stöppel in Weilheim

tiempo nuevo in Wien

Buchreihe3

Blog-Leser, die die Initiative auf SteglitzMind verfolgt haben, brachten diese Vorschläge ein:

Barbaras Bücherstube – die Schafhüterin

Buch & Bohne in München – Dirk Spannhaus

BücherKeuck in Geldern – Christiane aka Texthaseonline

Buch in der Au in München – Karla Paul

Buchhandlung artes liberales in Heidelberg – Giovanni Belmonte

Buchhandlung Christiansen in Hamburg – Cornelie Müller-Gödecke

Buchhandlung Die Insel in BerlinPrenzlauer Berg – die Brunnenwaechterin

Buchhandlung Falderstraße in Köln – Eva Hehemann

Buchhandlung Findus in Tharandt – Barbara Miklaw

Buchhandlung Herold & Kramer in Hermsdorf – Ina Schulze

Buchhandlung Hoffmann in Hamburg

Buchhandlung Klaus Bittner in Köln – Eva Hehemann

Buchhandlung Krüger in Versmold – Twixibuch

Buchhandlung Pusteblume in Dresden – Barbara Miklaw

Buchhandlung Schöningh in Würzburg – Wolfgang Walz

Buchhandlung Schopf in Brunsbüttel – KSW

Buchhandlung Wortreich in Kerpen – Andrea

Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg – Mme Winterberg

Buchkantine in Berlin/Moabit – Berlinbewohner

Buchladen Neusser Straße in Köln – Frauke Ehlers

Buch-Zeiten in Berlin/Prenzlauer Berg – Twixibuch

Die Buchkönigin in Berlin/Neukölln – Barbara Miklaw

Die Wendeltreppe in Frankfurt – Nomadenseele

dreimann Buchhandlung in Olpe – Ulla Buthe

ebertundweber in Berlin/Kreuzberg – Snoopylife und Barbara Miklaw

Eulenspiegel in Bielefeld – Folkert Roggenkamp

Findorffer Bücherfenster in Bremen – Mara Giese

Frau Bergmann in Borgholzhausen – Jost Renner

Gollenstein Buchhandlung in Blieskastel – arise

Gostenhofer Buchhandlung in Nürnberg – MacG

Gute Morgen Buchladen & Büchergilde in Braunschweig – Jeanine

Hartliebs Bücher in Wien – Frauke Ehlers

Isarflimmern in München – Karla Paul

Köndgen in Wuppertal – Wolfgang Walz und Rainer Zenz

Krammel & Meier in München am Nordbad – Folkert Roggenkamp

Kriminalbuchhandlung Glatteis in München – Karla Paul

Lehmkuhl in München – Folkert Roggenkamp

Lengfeld’sche Buchhandlung in Köln – Twixibuch

Lessing und Kompanie in Chemnitz – Barbara Miklaw

Lindemann’s Fotobuch in Stuttgart – Frauke Ehlers

litera Weinkultur und schöne Bücher in Kiel – Timo Off

Literaturhandlung Müller & Böhm in Düsseldorf – Twixibuch

Meißener Buchhandlung in Meißen – MacG

Mila Becker Buch & Präsent in Voerde – Eva Hehemann

Obergass Bücher in Winterthur/Schweiz – Bettina Schnerr-Laube

ocelot in Berlin/Mitte – Mme Winterberg und Daniel Bräuer

Pro qm in Berlin/Prenzlauer Berg – arise

proust WÖRTER + TÖNE in Essen – Gesine Schulz

Roter Stern in Marburg – Buchpost

Schröersche Buchhandlung in Berlin/Schöneberg – Meinolf Reul

stories! in Hamburg – Frauke Ehlers

Tucholsky-Buchhandlung in Berlin/Mitte – Barbara Miklaw

Diese zwölf Buchhändler und Buchhändlerinnen habe ich gebeten, mitzutun:

Buchhandlung Lutz Heimhalt in Hamburg/Fuhlsbüttel

Bücherwurm Borken in Borken

Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental (Schweiz)

Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Taschenbuchladen im sächsischen Freiberg

Wein-Lese-Handlung Förster in Ganderkesee

Buchhandlung Buchfinger in Berlin

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Ich habe mich bemüht, diese Übersicht mit größter Sorgfalt zusammenzutragen. Sollte etwas fehlen oder eine Verlinkung nicht klappen, bitte ich um Eure Hinweise. – Danke sehr.

Aktualisiert: 27. März 2015

„Wissen Sie was? Ihr Sortiment macht wirklich Sinn!“ – SteglitzMind stellt Thomas Bleitner von der „Buchhandlung Lüders“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir heute etwas mehr von Thomas Bleitner und der Hamburger Buchhandlung Lüders erfahren, haben wir John Cohen von cohen + dobernigg zu danken, einem Buchladen, der ebenfalls in Hamburg ansässig ist.

Eine Skizze vom Laden…

Die Buchhandlung Lüders befindet sich seit ihrer Gründung 1956 im Herzen von Hamburg-Eimsbüttel am Heußweg – westlich der Alster in einem lebendigen und schönen Stadtteil mit einem sehr angenehmen und aufgeschlossenen Publikum. Wir sind eine allgemeine Sortimentsbuchhandlung und Antiquariat, unsere Schwerpunkte sind Kinder-, Kunst- und Sachbuch und vor allem die Literatur.

Thomas Bleitner © Buchhandlung Lüders

Thomas Bleitner © Buchhandlung Lüders

Warum sind Sie Buchhändler geworden?

Weil das Buch ein Medium ist, das Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen hat, und es ungeheure Freude bereitet, sich mit ihm zu beschäftigen!

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Na klar! Die heutigen Bedingungen bieten uns doch sehr viele Chancen.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Natürlich ist die Welt digitaler geworden und sie wird’s weiter. Sich einerseits darauf einzustellen und mitzuziehen, andererseits aber eben den Gegenpol zu bilden, den man zu Recht von uns erwartet, das ist eine so spannende wie knifflige Herausforderung.

Konkret und auf den beruflichen Alltag bezogen bedeutet dies, per Mail, Homepage, Newsletter, Internetverkaufsplattform und sozialen Netzwerken stets ebenso präsent zu sein, wie „vor Ort“ im Laden, leibhaftig, in Fleisch und Blut und Ruhe ausstrahlend. Da kommt es schon mal vor, dass man fünf Dinge gleichzeitig erledigen muss, das war vor ein paar Jahren noch nicht so extrem.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Das können Sie auf unserer Homepage finden. Bei Facebook sind wir ebenfalls präsent.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Die Formel ist, glauben wir, ebenso wahr wie sie abgedroschen klingt: Bleibt die Preisbindung, bleibt auch jener Buchhandel, der Besonderes, Ausgewähltes und Schönes anzubieten hat. Bleibt sie nicht, bleibt er wohl auch nicht. Nicht so verbreitet jedenfalls…

hereinspaziert... © Buchhandlung Lüders

hereinspaziert… © Buchhandlung Lüders

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Wir bieten E-Books über die Homepage und jetzt auch im Laden an, da gibt es keine Berührungsängste. Papier ist uns freilich weitaus lieber und welches digitale Buch kann in Sachen Attraktivität und Sinnlichkeit etwa mit einer leinengebundenen, fadengehefteten Dünndruckausgabe mithalten? Eben dies (und den daraus resultierenden höheren Preis) müssen wir allerdings vermitteln, ohne dabei das E-Book zu brandmarken.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Ja klar, das tun wir schon.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Viele unserer Kunden erwarten von uns, dass wir eine gewisse Vorauswahl für sie treffen, die ihnen im Endeffekt etwas bietet, was sie so weder im Netz noch in Buchkaufhäusern finden. Das Treffen dieser besonderen Auswahl ist eine Herausforderung, die unglaublichen Spaß bringt und auch Raum zum experimentieren lässt. Wenn sich dies für die Kunden erkennbar in unserem Sortiment widerspiegelt, haben wir viel erreicht. Neulich sagte uns ein Neukunde: „Wissen Sie was? Ihr Sortiment macht wirklich Sinn!“ Das haben wir als großes Kompliment empfunden.

lesen, lesen, lesen... © Buchhandlung Lüders

lesen, lesen, lesen… © Buchhandlung Lüders

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Ein Wunsch reicht: So schöne und schön gestaltete Bücher herstellen, wie es von vielen kleineren und einigen größeren Verlagen gerade schon gemacht wird – Stichwort „Naturkunden“.

.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Eine noch viel eindeutigere Positionierung den Erhalt der Buchpreisbindung betreffend.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das Erstaunen darüber, was einige Verlage mit vergleichsweise geringen Mitteln in jüngster Zeit für tolle Programme auf die Beine gestellt haben.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Um Freude zu haben!

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die Buchhandlung Mrs.Books in Lank.

Ich freue mich, dass Sie dabei sind. Herzlichen Dank für Ihr Mittun!

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Fünf Fragen vom Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zur Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen beantworte ich hier

Zu Wort gekommen sind bislang:

Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Edda Braun mit ihrer Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Margarete Haimberger mit ihrer Schröersche Buchhandlung in Berlin/Schöneberg

Sonja Lehmann vom Bücherwurm Borken im Nordhessischen

Martina Bergmann mit der Buchhandlung Frau Bergmann in Borgholzhausen

Thomas Calliebe mit seiner Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Mila Becker mit Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Trix Niederhauser aus der Schweiz von der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental

Simone Dalbert von der der Buchhandlung Schöningh in Würzburg

Klaus Kowalke von der Stadtteilbuchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Beate Laufer-Johannes von der der BücherInsel in Frauenaurach bei Erlangen

Petra Hartlieb von der Wiener Buchhandlung Hartliebs Bücher

Nicole Jünger aka Kata Butterblume vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Jörg Braunsdorf von der Berliner Tucholsky-Buchhandlung

Stefanie Diez und ihre Buchhandlung Die Insel im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg

Britta Beecken von der Berliner Buchkantine

Heike Wenige mit dem Taschenbuchladen, der im sächsischen Freiberg ansässig ist

Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz in Dresden

Jessica Ebert und Katja Weber von der Berliner Buchhandlung ebertundweber

Anna Jeller mit ihrer Buchhandlung Anna Jeller in Wien

Holger Brandstädt von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung, die in Ueckermünde ansässig ist

Bettina Haenitsch mit der Buchhandlung der buchladen in Seligenstadt

Gustav Förster mit der Wein-Lese-Handlung Förster, die in Ganderkesee zwischen Oldenburg und Bremen zu finden ist

John Cohen von der Hamburger Buchhandlung cohen + dobernigg

Beate und Mischa Klemm mit der Buchhandlung lesen und lesen lassen, die ihren Sitz in Berlin/Friedrichhain hat

Maria Glusgold-Drews mit ihrem Buchladen MaschaKascha – Schöne Bücher in Hannover

Hannah Wiesehöfer und Nina Wehner mit ihrer Buchhandlung Die Buchkönigin, die in Berlin-Neukölln zu finden ist

Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus ans Herz gelegt, die in sächsischen Tharandt ansässig ist

Gaby Kellner mit Barbaras Bücherstube in Moosburg

Quo vadis „SteglitzMind stellt Buchhändler/innen vor“?

Da ich in den vergangenen Tagen verschiedentlich zum Fortgang der Interviewreihe mit Buchhändlerinnen und Buchhändlern befragt wurde, informiere ich euch kurz zum Stand der Dinge. Gedauert hat das ein wenig, weil ich infolge einer Meniskusoperation – auch zum Leid von Lotta-Filipa – schlecht zu Fuß war.

das arme Knie - der arme Hund © Sabine Münch

das arme Knie – der arme Hund… © Sabine Münch

Die Reihe ging Anfang Juli erfreulich erfolgreich an den Start. Ziel der Gespräche ist es, unabhängigen Buchhandlungen eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu bieten, und den Lesern von SteglitzMind Einblicke in die aktuellen Probleme des stationären Buchhandels zu geben. Im Rahmen der Aktion haben die Interviewpartner und die Blog-Leser die Möglichkeit, Buchhandlungen, die sie besonders schätzen, für ein Gespräch vorzuschlagen.

Die Chance, sich und ihren Buchladen zu präsentieren, haben in den vergangenen drei Monaten bereits 31 unabhängige Sortimenter genutzt. Auch das Prinzip der Reihe, dass Blog-Leser und diejenigen, die Rede und Antwort standen, Gesprächspartner für zukünftige Interviews empfehlen, fand Resonanz. Dadurch kamen bislang immerhin 98 Buchhandlungen zusammen, die für Wert befunden wurden, sich ebenfalls vorzustellen. An alle Empfehlungen erging eine persönliche Einladung mit der Bitte, bei der Aktion mit zu tun.

Leider reagierten 37 darauf überhaupt nicht. Einige wenige sagten ab, weil sie das Tagesgeschäft im Buchladen vom Mitmachen abhält. Offen sind derzeit 21 Zusagen, die ich nach meiner Rückkehr an den Schreibtisch daran erinnert habe.

Ich bin zuversichtlich und meine: Ja, es geht weiter!

„Ich denke, soziale Netzwerke sind für uns wichtig.“ SteglitzMind stellt Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Barbara Miklaw, die 2012 ihren Mirabilis Verlag gegründet hat, hatte mir Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus ans Herz gelegt, die in sächsischen Tharandt ansässig ist. Ich sage Barbara danke für die Empfehlung, und freue mich sehr, dass Frau Erler meiner Einladung gefolgt ist.

Eine Skizze vom Laden…

Die Buchhandlung Findus besteht seit 1993 in dem kleinen Städtchen Tharandt. Der Größe des Ortes (1.500 Einwohner) angepasst hatte ich mich zunächst auf 35 Quadratmetern eingerichtet. Heute befindet sich meine Buchhandlung in eigenen Räumen in einer Gründerzeitvilla am Markt auf 150 Quadratmetern. Ich führe ein allgemeines Sortiment, ein großes Angebot an Naturfachbüchern und Jagdliteratur und edle Weine aus Österreich.

Annaluise Erler © Julius Erler

Annaluise Erler © Julius Erler

Von Anfang an versuche ich, mit Lesungen eine Lanze für die Kultur in der Region zu brechen. Das wird toll angenommen, heute biete ich im Jahr über zehn Veranstaltungen für Kinder und rund 20 Lesungen für Erwachsene. Und monatlich trifft sich der Leseclub des örtlichen Gymnasiums in meinen Geschäftsräumen.

Warum sind Sie Buchhändlerin geworden?

Weil ich schon als Schülerin mit Begeisterung in Büchern versunken bin. Das ist bis heute so geblieben.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Was gibt es schöneres, als täglich neue Perlen auf dem Büchermarkt entdecken zu können und anderen davon erzählen zu dürfen?!

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Eigentlich gar nicht so viel. Vielleicht muss man heute schneller reagieren, sich vielseitiger informieren. Der Kunde erwartet, dass er just in time bedient wird und der Händler auf unterschiedlichsten Kanälen unterwegs ist. Aber im Grunde möchte der Kunde, dass ich mir Zeit für ihn nehme und kompetent bin. Das war schon immer so.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Meine Buchhandlung bietet schon seit rund 10 Jahren einen Online-Shop an. Es gibt einige Kunden, die dieses Angebot sehr regelmäßig nutzen und dann das bestellte Buch bei mir persönlich abholen. Das finde ich sehr schön. Anfangs bin ich auch auf Betrüger reingefallen, da musste ich das Medium erst einmal kennenlernen. Insgesamt aber ist der Online-Shop nicht sonderlich wichtig für mich.

Daneben nutze ich das Netz für regelmäßige Mailings, mit denen ich zu Lesungen einlade oder andere Informationen verteile. Mein Verteiler umfasst mehrere hundert Adressen und erreicht den Großteil meiner Stammkunden.

so schauts drinnen aus © Julius Erler

so schauts drinnen aus © Julius Erler

Seit rund zwei Jahren habe ich auch noch einen Facebook-Account, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zwar habe ich noch kein Buch über Facebook verkauft, wie auch?, aber hier bildet sich eine ganz andere, frische Kundschaft heraus. Für mich ist es immer wieder überraschend, wer da so „vorbeischaut“ und Kommentare abgibt. Ich denke, diese Art der Kommunikation ist wichtig für uns Einzelhändler, aber wir müssen auch etwas bieten.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Verzeihen Sie: Die größte Gefahr sehe ich in der Ignoranz mancher Kunden. Es gibt doch tatsächlich immer wieder Kunden, die mir standhaft erklären, dass sie Bücher im Internet billiger und schneller bekommen. Das Geschäft mit Kunden, die von vornherein wissen, was sie haben wollen, wird nachlassen – dafür habe ich sogar volles Verständnis. Aber die Chance des örtlichen Buchhändlers liegt in der Beratung und darin, dem Kunden ein Kauferlebnis zu schenken. Er muss sich so wohl fühlen, dass er den Buchkauf im Geschäft mindestens so angenehm empfindet wie das Klicken auf dem heimischen Sofa.

Damit werden auch die Innenstädte attraktiv gemacht. Der Ansatz „buy local“ ist eine wichtige Initiative.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

hereinspaziert! © Julius Erler

hereinspaziert! © Julius Erler

Da sind wir dabei, aber bei meinen Kunden spielt das Thema E-Book keine große Rolle. Viele bestätigen auch mein eigenes Gefühl: Ein Buch will ich in der Hand haben. Ich will es weglegen können und mich einfach an der Möglichkeit, es jederzeit wieder aufschlagen zu können, freuen. Spätestens wenn man ein E-Book gelesen hat, ist es vollkommen wertlos. Ein gern gelesenes Buch im Bücherschrank behält seinen Wert.

Und Bücher sind immer ein gutes Geschenk. Haben Sie schon einmal versucht, einen USB-Stick hübsch einzupacken?

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Hm, ja, habe ich schon ab und zu gemacht. Es handelte sich dann um Autoren aus dem Ort. Da war es durchaus auch für andere interessant zu erfahren, was ihr Freund oder Nachbar zu sagen hatte. Auch wenn nicht immer die Qualität dem entsprach, was ich normalerweise empfehle. Es gibt aber immer wieder Überraschungen, eines dieser Bücher war sogar ein richtiger Renner.

Wie verkauft man heutzutage Bücher? Was bieten Sie Besonderes?

Ich biete persönliche Ansprache, Beratung und Atmosphäre. Ich lese sehr viel und kann damit aktuell auf Wünsche des Kunden eingehen. Und ich kenne einen Großteil meiner Kunden so gut, dass ich beim Einkauf gezielt für den einen oder anderen etwas besorge. Ich glaube, dass das genau die Nische ist, die nicht von den Großen besetzt werden kann und in der unsere Leistung von Kunden auch wahrgenommen und geschätzt wird. Meine kleine Buchhandlung hat mit diesem Konzept 2007 und 2012 bundesweite Preise bekommen – das bestätigt mir, dass andere Buchhändler ähnlich denken wie ich.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Ich möchte auch weiterhin vom Vertreter besucht werden.

Wir Buchhändler sind das Schaufenster für die Verlage. Falls wir die Produkte dann trotz Bemühungen doch mal nicht verkaufen können, möchten wir nicht auch noch mit Remi-Kosten bestraft werden.

Und ich fände es fair, wenn sich die Verlage bei Lesungen und anderen Veranstaltungen, bei denen ihr Verlag in vorderster Front präsentiert wird, auch an den Kosten beteiligen würden.

bei Findus fündig werden © Julius Erler

bei Findus fündig werden © Julius Erler

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den Deutschen Buchhandel wünschen?

Dass er sich weiterhin für die Preisbindung einsetzt. Die Preisbindung hält uns den Rücken frei, uns mit Qualität neben den großen Anbietern zu behaupten.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das unwürdige Gezerre um einen so wichtigen Verlag wie Suhrkamp. Ein gewisses Unverständnis für die Entscheidungen der Jurys bei der Verleihung von Literaturpreisen.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Eine Buchhandlung sollte kein Warenhaus sein. Der Kunde, der in eine Buchhandlung geht, will in die Welt der Bücher eintauchen. Er will neugierig gemacht werden, sich beim Stöbern wohlfühlen und gute Gespräche führen.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg, die in Brake ebenfalls einen Buchladen unterhält.

Danke sehr. Und Glückwünsche zum 20-jährigen Jubiläum, das Sie erst jüngst gefeiert haben.

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Fünf Fragen vom Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zur Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen beantworte ich hier

Zu Wort gekommen sind bislang:

Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Edda Braun mit ihrer Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Margarete Haimberger mit ihrer Schröersche Buchhandlung in Berlin/Schöneberg

Sonja Lehmann vom Bücherwurm Borken im Nordhessischen

Martina Bergmann mit der Buchhandlung Frau Bergmann in Borgholzhausen

Thomas Calliebe mit seiner Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Mila Becker mit Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Trix Niederhauser aus der Schweiz von der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental

Simone Dalbert von der der Buchhandlung Schöningh in Würzburg

Klaus Kowalke von der Stadtteilbuchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Beate Laufer-Johannes von der der BücherInsel in Frauenaurach bei Erlangen

Petra Hartlieb von der Wiener Buchhandlung Hartliebs Bücher

Nicole Jünger aka Kata Butterblume vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Jörg Braunsdorf von der Berliner Tucholsky-Buchhandlung

Stefanie Diez und ihre Buchhandlung Die Insel im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg

Britta Beecken von der Berliner Buchkantine

Heike Wenige mit dem Taschenbuchladen, der im sächsischen Freiberg ansässig ist

Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz in Dresden

Jessica Ebert und Katja Weber von der Berliner Buchhandlung ebertundweber

Anna Jeller mit ihrer Buchhandlung Anna Jeller in Wien

Holger Brandstädt von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung, die in Ueckermünde ansässig ist

Bettina Haenitsch mit der Buchhandlung der buchladen in Seligenstadt

Gustav Förster mit der Wein-Lese-Handlung Förster, die in Ganderkesee zwischen Oldenburg und Bremen zu finden ist

John Cohen von der Hamburger Buchhandlung cohen + dobernigg

Beate und Mischa Klemm mit der Buchhandlung lesen und lesen lassen, die ihren Sitz in Berlin/Friedrichhain hat

Maria Glusgold-Drews mit ihrem Buchladen MaschaKascha – Schöne Bücher in Hannover

Hannah Wiesehöfer und Nina Wehner mit ihrer Buchhandlung Die Buchkönigin, die in Berlin-Neukölln zu finden ist

„Auch Ungewöhnliches muss nicht konträr zu wirtschaftlicher Machbarkeit stehen.“ – SteglitzMind stellt Hannah Wiesehöfer und Nina Wehner von der Buchhandlung „Die Buchkönigin“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Dass wir heute Hannah Wiesehöfer und Nina Wehner mit ihrer Buchhandlung Die Buchkönigin kennenlernen, die in Berlin-Neukölln zu finden ist, hatte Barbara Miklaw vom Mirabilis Verlag vorgeschlagen.

Eine Skizze vom Laden…

Die Buchkönigin haben wir vor drei Jahren, im September 2010 gegründet. Wir liegen in Neukölln, mitten im Reuterkiez, in der Nähe des Hermannplatzes. Unser Sortiment hat keinen eigentlichen Schwerpunkt; wir sind bemüht ein kleines aber gut durchdachtes und ausgewähltes Programm zu führen. Eine Besonderheit ist aber sicherlich, dass etwa ein Viertel unseres Angebots aus einem antiquarischen Teil besteht.

Warum sind Sie Buchhändler/in geworden?

Hannah und Nina © die Buchkönigin

Hannah und Nina © die Buchkönigin

Die Eröffnung einer Buchhandlung in Neukölln bot sich in unseren Augen an. Kennengelernt haben wir uns über eine Anzeige, in der Hannah eine Mitstreiterin zur Gründung einer Buchhandlung suchte. Nina ist gelernte Buchhändlerin und zusammen konnten wir uns das Projekt gut vorstellen.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Der Buchhandel hat es im Moment sicher nicht leicht und wird auch in Zukunft noch einige Hürden nehmen müssen (E-Books, Amazon). – Gerade in Berlin jedoch etablieren sich seit einigen Jahren wieder eine Reihe kleiner, unabhängiger Buchhandlungen. Unser Eindruck ist, hier funktioniert was in anderen – vielleicht auch kleineren Städten – immer schwieriger wird: ein individuelles, sorgfältig zusammengestelltes Angebot, die persönliche Beratung und der jeweilige Flair eines Ladens werden von einer Kundschaft gesucht, die sich bewusst gegen einen Einkauf bei großen Ketten oder im Internet entscheiden, und denen der Erhalt kommunaler Einzelhandelsstrukturen erstrebenswert erscheint.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Für Nina, die seit fast zehn Jahren im Buchhandel arbeitet, hat sich vor allem verändert, dass sie nun selbstständig ist und nicht mehr als Angestellte arbeitet. Hannah war vorher nicht im Buchhandel tätig.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben natürlich einen Internetauftritt, über ein Formular auf unserer Webseite kann man Bücher bestellen, in unserem Blog schreiben wir Rezensionen oder kommentieren aktuelle, für uns relevante Ereignisse. Auch mit unserer Facebook-Seite sind wir aktiv und ab und zu versenden wir Nachrichten (Veranstaltungen, Aktionen) über Twitter.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Die größte Gefahr, das Ende, wäre das Fallen der Buchpreisbindung. Natürlich ist auch die Zunahme des Internethandels gefährlich, zudem die großen Anbieter wie Amazon bereits gezielt die Buchpreisbindung unterwandern und teilweise auch Novitäten schon kurz nach Erscheinen zu günstigeren Preisen anbieten.

Auch das E-Book wird es dem klassischen Buchhandel in der Zukunft schwer machen. Es ist wahrscheinlich eine Illusion zu glauben, dass Buchhandlungen an diesem Geschäft partizipieren können. Die meisten Menschen werden sich ihre E-Books direkt aus dem Internet ziehen und nicht den Weg über eine Buchhandlung nehmen. Zudem sind die Margen natürlich auch extrem gering.

Der Buchhandel sollte sich auf seine Kernkompetenz besinnen – Beratung und genaue Kenntnis des angebotenen Sortiments – und nicht versuchen, hektisch einem vermeintlichen Puls der Zeit hinterherzueilen.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

der Buchladen  © die Buchkönigin

der Buchladen © die Buchkönigin

Verkaufen wir nicht.

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Das tun wir im Grunde schon, indem wir immer wieder Bücher ins Sortiment nehmen, die uns von privater Seite – zumeist von den AutorInnen – angeboten werden. Wenn uns die Titel gefallen, nehmen wir sie gerne ins Sortiment auf, allerdings auf Kommission.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Wir versuchen, Bücher anzubieten, die uns gefallen, die wir dementsprechend empfehlen und vorstellen können.

Mit der Zeit haben wir auch gemerkt, dass bestimmte Themengebiete in unserem Einzugsgebiet wichtig sind, zum Beispiel Bücher zu Queer Studies oder Transgender, zu Netzpolitik, Radsport etc. Da versuchen wir natürlich die relevanten Titel vorrätig zu haben und uns die Neuerscheinungen nicht entgehen zu lassen.

Wichtig ist es also sowohl das eigenen Sortiment als auch sein Publikum zu kennen. Lesen, lesen, lesen und sich gut über die Neuerscheinungen auf dem Markt informieren und mit der eigenen Kundschaft zu sprechen, was gemocht und gewünscht wird.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Keine Riesenkampagnen für einzelne Titel, die mit aller Macht auf die Bestsellerlisten gewuppt werden sollen.

Keine Pakete mit Leseexemplaren pauschal versenden.

Den Büchern eine längere Halbwertzeit zugestehen.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Dass die Lobbyarbeit des Börsenvereins gezielt auch darauf gerichtet ist, kleineren und ungewöhnlichen Projekte (siehe unten) – Verlage, Buchhandlungen – einen Raum zu geben und zu fördern.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

so schaut's drinnen aus  © die Buchkönigin

so schaut’s drinnen aus © die Buchkönigin

Schön ist, dass auch im Literaturbetrieb immer noch neue Konzepte erdacht werden und funktionieren. Zum Beispiel der neue Berliner Verlag Metrolit – ein Projekt verschiedener Akteure des Literatur- und Medienbetriebs (Aufbau, Walde + Graf, Flux Fm). Sie haben ein innovatives Programm aufgestellt, das sich sowohl am Zeitgeist orientiert als auch auf klassisch verlegerische Arbeit setzt.

Weiterhin ist es erfreulich zu sehen, dass auch kleine ambitionierte Projekte wie zum Beispiel der Binooki Verlag oder Kookbooks eine Chance haben, sich zu etablieren. Auch Ungewöhnliches oder scheinbar Abseitiges muss nicht konträr zu wirtschaftlicher Machbarkeit stehen, und trägt zu einer lebendigen literarischen Szene abseits des Mainstreams bei.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Um sich inspirieren zu lassen. Um sich mit Anderen auszutauschen über ihre Leseerfahrungen, Lesefreuden, Büchersuche. Um sich zu entspannen und sich in angenehmer Atmosphäre eine kleine Pause zu gönnen. Um neue Bücher zu finden. Um sich beraten zu lassen von den BuchhändlerInnen ihres Vertrauens.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Die Rittersche Buch- und Kunsthandlung in Soest, Shakespeare und So in Mainz, die leider im Netz nicht präsent sind.

Herzlichen Dank, schön, dass Sie hier dabei sind.

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Fünf Fragen vom Börsenblatt für den deutschen Buchhandel zur Gesprächsreihe mit Buchhändler/innen beantworte ich hier

Zu Wort gekommen sind bislang:

Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Edda Braun mit ihrer Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt

Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Margarete Haimberger mit ihrer Schröersche Buchhandlung in Berlin/Schöneberg

Sonja Lehmann vom Bücherwurm Borken im Nordhessischen

Martina Bergmann mit der Buchhandlung Frau Bergmann in Borgholzhausen

Thomas Calliebe mit seiner Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Mila Becker mit Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Trix Niederhauser aus der Schweiz von der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental

Simone Dalbert von der der Buchhandlung Schöningh in Würzburg

Klaus Kowalke von der Stadtteilbuchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Beate Laufer-Johannes von der der BücherInsel in Frauenaurach bei Erlangen

Petra Hartlieb von der Wiener Buchhandlung Hartliebs Bücher

Nicole Jünger aka Kata Butterblume vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Jörg Braunsdorf von der Berliner Tucholsky-Buchhandlung

Stefanie Diez und ihre Buchhandlung Die Insel im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg

Britta Beecken von der Berliner Buchkantine

Heike Wenige mit dem Taschenbuchladen, der im sächsischen Freiberg ansässig ist

Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz in Dresden

Jessica Ebert und Katja Weber von der Berliner Buchhandlung ebertundweber

Anna Jeller mit ihrer Buchhandlung Anna Jeller in Wien

Holger Brandstädt von der Friedrich-Wagner-Buchhandlung, die in Ueckermünde ansässig ist

Bettina Haenitsch mit der Buchhandlung der buchladen in Seligenstadt

Gustav Förster mit der Wein-Lese-Handlung Förster, die in Ganderkesee zwischen Oldenburg und Bremen zu finden ist

John Cohen von der Hamburger Buchhandlung cohen + dobernigg

Beate und Mischa Klemm mit der Buchhandlung lesen und lesen lassen, die ihren Sitz in Berlin/Friedrichhain hat

Maria Glusgold-Drews mit ihrem Buchladen MaschaKascha – Schöne Bücher in Hannover