Steglitz stellt Bianka Boyke mit „jungesbuch“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Von Anne-Kathrin und Jessica, die lesErLeben verantworten, kam der Vorschlag, dass wir mehr über Bianka Boyke erfahren sollten, die jungesbuch pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Bianka Boyke (30), selbständige Journalistin und Kinderbuchliebhaberin seit … immer. Studierte Kulturjournalismus, Rechtswissenschaften und Sozialethik in Bern und Marburg. Volontariat beim Medienhaus Lensing. Selbständig seit 2010, u.a. als Gerichtsberichterstatterin, Reporterin für sozialkritische Straßenmagazine und Rezensentin für das Fachmagazin Eselsohr. Kopf ist immer voll mit neuen Projekt-Ideen, die meist nachts zu Papier gebracht und weitergedacht werden, wenn meine beiden Töchter schlafen …

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Mit jungesbuch.de bin ich 2010 online gegangen, um dort vor allem Kinderbücher zu rezensieren. Ich habe immer gehofft, daraus irgendwann ein Online-Magazin für alle Kinder- und Jugendbuchbegeisterten machen zu können und probiere noch immer fleißig herum. Recht neu habe ich zum Beispiel eine Jugendredaktion ins Leben gerufen, die Novitäten aus den Bereichen Dystopie, Romantasy, Fantasy, … bespricht. Ein „Ehrenamt“ sollte es allerdings nie werden, weshalb ich meinen Arbeitsenthusiasmus nahezu täglich bremsen muss. Ich nutze WordPress, weil mir das vorgeschlagene Layout gefiel.

Deine Themenschwerpunkte …

der Kopf dahinter © René Boyke

der Kopf dahinter © René Boyke

… sind derzeit durch die noch recht neue Jugendredaktion vor allem Jugendromane. Ich selbst widme mich seit rund einem halben Jahr vor allem Illustratoren und präsentiere die dann mit Galerien und individuellen Portraits. Es liegt wohl am Alter meiner Töchter, dass ich mich derzeit vor allem sehr für Bilderbücher interessiere. Und die Steckbriefe vieler Autoren und Illustratoren fand‘ ich schon immer recht langweilig, versuche da durch individuelle Fragen auch die Persönlichkeit der einzelnen Illustratoren – bzw. sind es bisher hauptsächlich Illustratorinnen – einzufangen und den Lesern Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Wenn ich genügend Zeit habe, gelingt mir das ganz gut. Zudem gibt es immer ein Thema des Monats, weil ich mir zu verschiedenen Themen gerne einen Überblick verschaffe. Das kann ernst sein, wie etwa Depressionen im Bilder- und Kinderbuch, ein Messebericht oder auch einfach nur ein Blick auf die Novitäten unter einem Oberthema, etwa: Tierische Weihnachten, Detektive im Kinderbuch oder Serienheldinnen, die ich vergleiche. Solche Sammler veröffentliche ich dann immer auch im Eselsohr. Aktuell habe ich mich mit Magersucht und Bulimie im Jugendbuch bzw. in Büchern, die für Jugendliche geeignet sind, beschäftigt. Dazu gibt es in diesem Monat ein Interview auf jungesbuch.de.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das wenige bzw. ungerecht „verteilte“ Geld auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt. Wie schon gesagt, wollte ich aus jungesbuch.de mal ein Magazin machen und zusätzlich versuchen, mich in verschiedenen Projekten für Leseförderung starkzumachen. Zahlen schwirren mir ständig durch den Kopf. 500 bis 1000 Euro für den Illustrator eines ganzen Bilderbuchs, mehr als 95 Prozent der Branche sind kinderlos, vor allem unter den Lektorinnen und den Illustratorinnen, deren Arbeitspensum sich nur Selbständige vorstellen können. 2000 Euro „Gewinn“ am Jahresende für einen 40-Wochenstunden-Job, den Frau als eine Art „Hobby“ betreibt, weil der Ehemann ja Geld nach Hause bringt … Und immer wieder der Satz von verschiedenen Köpfen: „Kinderbücher machen hat nichts mit Kindern haben zu tun.“ Warum eigentlich nicht?! Vielleicht, weil es finanziell nicht möglich ist?

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Erst recht neu auf Facebook und – für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe – in meiner Kinderbuchkolumne in der Tageszeitung Ruhr Nachrichten. Zu meinem Buchtipps gibt es immer auch den Hinweis auf meine Seite.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Zu viel Privates preiszugeben. Ein Mal im Netz, immer im Netz. Vor allem Fotos der Kinder, die jetzt oder später jeder dank digitaler Gesichtserkennung suchen kann, gehören nicht der ganzen Welt präsentiert.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Vor allem die rechtlichen Hürden sind hoch und für (junge) Blogger undurchsichtig und auch riskant – wenn etwa Produkte abgebildet oder Zitate übernommen werden, …

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Da gibt es zwei ganz Aktuelle: Als ich vor wenigen Monaten auf der Suche nach einer Jugendredaktion war, um auf jungesbuch.de mehr Jugendbücher besprechen zu lassen, habe ich 5 Bloggerinnen angeschrieben und alle 5 haben sich sofort zurückgemeldet, weil Ihnen jungesbuch.de gefiel. Und dann freut es mich, dass die Illustratoren für „Meine Galerie“ auf jungesbuch.de mir immerhin pdfs ihrer Werke zukommen lassen und damit Vertrauen schenken und meine Arbeit anerkennen.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich habe bereits als Studentin als Rezensentin gearbeitet, damals – passend zum Studium – ging es um neuere deutsche Literatur, etwa für das Internetmagazin literaturkritik.de. Später rezensierte ich für Tageszeitungen und inzwischen auch schon seit mehreren Jahren für das Fachmagazin Eselsohr. Darum ist es für mich nichts besonders – auch wenn das jetzt blöd klingt – jedes Jahr hunderte von Büchern geschickt zu bekommen. Zugegeben: ganz am Anfang hat mich das schon beeinflusst, jedes Paket war wie ein kleines Weihnachtsfest. Inzwischen trudelt aber täglich mindestens ein Buch ein und selbst meine 2-Jährige sagt: „Mama, Bucha“, wenn der Postbote klingelt. Verrisse schreibe ich selten, Bücher, die mir nicht gefallen, werden von mir schlichtweg nicht besprochen. Kritik gibt es hingegen oft, nichts ist perfekt, aber auch das kann ein gutes Buch ausmachen. Natürlich treffe ich nach der Durchsicht der Vorschauen selbst eine Vorauswahl. Was ich dann bestelle, oder zu welchen Themen ich Sammler schreibe, entscheide ich immer selbst.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Aufmachung anschauen, Inhaltsangabe und Leseprobe lesen, und mich dann für eine Zu- oder Absage entscheiden. Im Grunde wie bei jeder Mail aus dem Verteiler eines großen Verlages. Ein Buchtipps eines Selfpublishers oder eines ganz kleinen Verlages wäre an dieser Stelle doch ganz nett 😉

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Vielleicht werde ich mein erstes E-Book lesen, wenn ich mehr reise. Wenn ich meinen Kindern oder auch im Kindergarten vorlese, wollen die Kids anfassen, am Buch zerren, umblättern und dabei auch mal klebrige Obst- oder Kekshände haben können.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Da empfehle ich – natürlich – die Blogs meiner Mädels, „meiner“ Jugendredaktion. Weil es allerdings sechs sind, MUSS ich alle nennen. Den Stab nur an eine weiterzugeben, ist ohnehin schwer genug. Das wären also: Lea (13) mit Meine Bücherwelt, Noelle (16) mit maybeweforgot, Elisa (16) mit mybookbubble, Filo (16) mit Filos Bücheruniversum, Evelyn (19) mit Dreaming till Midnight und Jessica (19) mit Jessis Bücherkiste.

Falls einer minderjährigen Gesprächsteilnehmerin nichts entgegensteht, entscheide ich mich für Filo, weil sie mir schlichtweg bei meiner Suche nach Rezensentinnen für die Jugendredaktion von jungesbuch.de zuerst aufgefallen ist – wegen ihr hübschen Seite und ihrer Rezensionen. – Zweite Wunschkandidatin ist Evelyn, die ihren Blog gemeinsam mit ihrer Schwester betreibt. Evelyn rezensiert alles, was ihr in die Finger kommt, ihre Schwester zeichnet bekannte Autoren.

Danke sehr Bianka. Und da du bereits über das zulässige Maß hinausgegangen bist, indem du 6 statt 5 Empfehlungen nennst, wollen wir auch bei den Interviewpartnerinnen ein Auge zudrücken und beide zum Gespräch bitten. Ausnahmen im Sinne der Blogger-Nachwuchsförderung sozusagen… Und womöglich zeichnet Evelyns‘ Schwester Miriam gelegentlich etwas für SteglitzMind 😉

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Zuletzt stellte sich Peter Hetzler mit seiner Comickunst vor. Seine Wunsch-Interviewpartnerin war Myriel mit ihrer Bücherzeit. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Anne-Kathrin Weber und Jessica Wilzek mit „lesErLeben“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Der Vorschlag, mehr über Anne-Kathrin und Jessica und deren Literaturclub /-blog lesErLeben zu erfahren, kommt von Christiane Nowak, die vorgelesen pflegt.

Euer Steckbrief in Stichworten …

lesErLeben ist ein Literaturclub mitsamt Blog. Unsere Themen sind Literatur und Engagement sowie die Verknüpfung dieser beiden Themen. Wir sind zurzeit acht Mädels, die sich regelmäßig treffen und über Bücher diskutieren – und einige von uns bloggen auch aktiv auf lesErLeben.

Seit wann, warum und wo  bloggt ihr?

Wir bloggen seit Mai 2011 mit blogspot. Das schien uns damals am einfachsten und machbarsten. Der Blog sollte zunächst eine Ergänzung zu unseren Literaturclub-Treffen sein. Wer nicht teilnehmen kann oder weit weg wohnt, sollte so über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden bleiben und die Möglichkeit zum Mitdiskutieren bekommen. Mittlerweile hat sich der Blog aber auch weiterentwickelt. Wir veröffentlichen beispielsweise auch Rezensionen zu Werken, die wir nicht im LitClub gemeinsam lesen, interviewen unsere Blog-LeserInnen – und vor allem teilen wir unsere Gedanken zu Engagement und Literatur.

Eure Themenschwerpunkte …

Wir verbinden mit lesErLeben Engagement und Literatur. Das geschieht auf ganz unterschiedliche Weise, z.B. lesen wir im Literaturclub engagierte Literatur – zurzeit mit dem Schwerpunkt Europa, aber das kann sich noch ausweiten. Außerdem engagieren wir uns mit und für Literatur: Wir haben in einem Seniorenheim vorgelesen und mehrere Diskussionen zu unterschiedlichen Büchern oder literarischen Themen in Gießen veranstaltet. Diese Aktionen reflektieren wir dann wieder auf dem Blog.

Was treibt euch in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Da wir im lesErLeben-Literaturclub europäische engagierte Literatur lesen, beschäftigt uns das Problem, an gute Übersetzungen zu kommen. Bei vielen kleineren Nationalliteraturen ist es generell schwierig, Übersetzungen ins Deutsche zu finden. Bei der größeren mangelt es manchmal an der Qualität. In der Auswahl der Bücher, die übersetzt werden, steckt letztendlich auch ein ökonomisches Kalkül: Übersetzungen werden finanziert, wenn die Bücher den vermeintlichen Erwartungen der LeserInnen entsprechen. Das schränkt die Auswahl an Büchern – gerade auch für Literaturen außerhalb Europas, z.B. arabischsprachigen Ländern – extrem ein. Und es vermittelt den LeserInnen ein verzerrtes Bild der jeweiligen Literaturen, die in den übersetzten Büchern nur ihre eigenen Erwartungen an das jeweilige Land bestätigt finden. Wir wünschen uns eine sehr viel breitere Förderung von Übersetzungen!

© LeserLeben

© LeserLeben

Ganz gespannt verfolgen wir außerdem zurzeit die Entwicklungen zum Einfluss der LeserInnen bei der Entstehung eines Buches! Projekte, bei denen AutorInnen ihren Schreibprozess offenlegen und die LeserInnen daran beteiligen, z.B. bei der Figurenauswahl, eröffnen eine ganz neue Perspektive auf den Schreib- und Leseprozess.

Ein aktuelles Thema, mit dem wir uns erst kürzlich auseinandergesetzt haben, ist die Debatte um Rassismen in Kinder- und Jugendbüchern. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie man damit umgehen kann, ohne die Texte zu zensieren, aber sie gleichzeitig auch den veränderten gesellschaftlichen Realitäten anzupassen.

Wie machst ihr euer Blog und eure Beiträge bekannt?

Durch unsere Veranstaltungen kommen wir mit vielen Leuten in Kontakt und so wird natürlich auch der Blog bekannter. Wir haben außerdem Postkarten mit unserem Logo und dem Link in unserer Stadt verteilt.

Eine Zeit lang hatten wir auch die für viele Blogs übliche Facebook-Seite, mit der wir regelmäßig auf die Beiträge aufmerksam gemacht haben. Allerdings konnten wir beobachten, dass wir über Facebook nicht viel Zulauf zum Blog hatten; im Gegensatz zu vielen anderen Blogs hatten wir auf lesErLeben sehr viel mehr Klicks am Tag als „Likes“ auf unserer Facebook-Seite. Das war der eine Grund, die Seite wieder zu schließen. Der andere Grund war der, dass wir einfach Prioritäten setzen mussten – da wir nur in unserer spärlichen Freizeit bloggen. Ohne großen Mehrwert der Facebook-Seite haben wir die freigewonnene Energie dann lieber wieder in den Blog reinvestiert.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Das ist eine schwierige Frage, weil der eigene Blog es einem ja erlauben soll, sich kreativ sehr frei zu entfalten. Ansonsten gilt für uns: Wer Angst vor „Shitstorms“ hat, der sollte polarisierende Meinungen unterlassen; wer keine Lust auf rechtliche Konsequenzen hat, sollte sich auch als juristischer Laie gut mit dem Urheberrechtsschutz auskennen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Für uns war es eine große Hürde, tatsächlich online zu gehen und sichtbar zu werden. Wir hatten schon einige Zeit vor unserem ersten Post mit dem Gedanken gespielt, unsere Ideen auch zu veröffentlichen. Allerdings kannten wir uns überhaupt nicht mit dem Bloggen aus – und so war es für uns wirklich ein großes Abenteuer, uns eines Abends gemeinsam hinzusetzen und den Blog zu designen. Und dann tatsächlich auf „Veröffentlichen“ zu klicken! Heute ist das fast gar nicht mehr nachvollziehbar, weil das Bloggen sehr einfach zu machen ist. Um anderen die Angst vorm Bloggen zu nehmen, bieten wir im Frühjahr an der Volkshochschule Gießen übrigens einen Kurs an, mit dem Titel „Der erste eigene Blog!“ …

Euer schönstes Erlebnis beim Bloggen…

Auf jeden Fall das positive Feedback der LeserInnen und die stetig wachsende Zahl an LeserInnen. Was uns auch immer sehr freut, sind Klicks aus anderen Ländern. Wir haben viele LeserInnen in Frankreich, den USA und Georgien, obwohl wir ja nur auf Deutsch posten.

Wie gehst ihr damit um, wenn euch Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

In der Regel fragen wir bei Verlagen nach Rezensionsexemplaren von Büchern, die wir auch wirklich gern rezensieren wollen. Unser Blog ist kein rein literaturkritisches Forum. Rezensionen sind nur ein Teil dessen, was wir veröffentlichen. Daher werden wir immer eine Auswahl treffen und nicht alles Angebotene rezensieren können.

Und wie würdest ihr damit umgehen, wenn euch Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Das ist bislang noch nicht vorgekommen. Wenn wir denken, dass der Self-Publisher-Titel zu unserem Profil passt, hätten wir nichts dagegen einen zur Rezension anzunehmen. Allerdings bilden Rezensionen nur einen Teil unserer Posts und wir müssen daher immer eine Auswahl treffen.

Wie haltet ihr es mit dem E-Book?

Wenn wir ehrlich sind, hat bisher kein lesErLeben-Mitglied einen E-Book-Reader… Aber das soll nun nicht heißen, dass wir diese Geräte generell ablehnen. Die Vorteile – insbesondere für VielleserInnen – sind bekannt: Man kann unglaubliche viele Bücher auf einmal mitnehmen, wenn man viel unterwegs ist und auch in sekundenschnelle ein neues Buch kaufen. Angebote wie Online-Bibliotheken oder der kostenlose Download von Klassikern sind auch ein dickes Plus. Der E-Book-Reader sollte allerdings nicht an einzelne Online-Buchläden gebunden sein. Und die E-Books sollten legal „ausgeliehen“ werden können. Großer Nachteil des E-Books: Es fehlt das Knistern der Seiten beim Umblättern…

Welche anderen Blogs empfehlt ihr(max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Als Literaturblogs lesen wir gern mit vorgelesen von Christiane Nowak, die sich hier ja bereits vorgestellt und uns netterweise auch für dieses Interview vorgeschlagen hat! Eine weitere sehr gute Seite für Kinder- und Jugendbücher ist jungesbuch. Außerdem empfehlen wir noch lesewelle von Buechermaniac , die hier bereits auch schon zu Wort gekommen ist, und die Seite der Initiative Gefangenes Wort, die auf die Situation von SchriftstellerInnen weltweit aufmerksam machen will. Weitere Lieblingsblogs, die nicht primär mit Literatur zu tun haben, sind Mädchenmannschaft und Denkschablone, die einen Austausch über aktuelle Themen der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften anregen .

Da dir unsere LieblingsbloggerInnen bereits Rede und Antwort gestanden haben, würden wir dir für ein Interview gern die Aktiven von jungesbuch.de vorschlagen.

Danke euch beiden, auch für die interessanten Blogpreziosen, da ist ja manche Perle dabei, die in der Gesprächsreihe bisher keine Erwähnung fand.

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Zuletzt stellte sich Kid37 mit Das hermetische Café vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war der Betreiber von coderwelsh/sychron. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Christiane Nowak mit „vorgelesen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Christiane Nowak mit vorgelesen vor. Den Vorschlag hatte Ada Mitsou gemacht, die Ada Mitsou liest… pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Zuerst einmal herzlichen Dank an Ada Mitsou, dass sie meinen Blog vorgeschlagen hat.   Es freut mich sehr, das Interview beantworten zu können. Ich bin 34 Jahre alt, habe Neuere deutsche Literatur, Deutsch als Fremdsprache, Politik und Publizistik studiert und bis vor einem Jahr in Neuere deutsche Literatur promoviert. Meinem Sohn, der 2008 geboren wurde, ist mein Blog gewidmet. Beim Bloggen begleitet mich eine Holzpuppe, ein kleiner Pinocchio, der viele Dummheiten macht und lernt, ein Mensch zu werden.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Im September 2011 habe ich vorgelesen bei wordpress eingerichtet. Einige Monate lang war vorher die Lektüre von Blogs meine liebste Ablenkung beim Schreiben meiner Doktorarbeit gewesen. WordPress schien mir die am häufigsten benutzte Plattform und da ich nicht sehr technikaffin bin, habe ich mich auf das verlassen, was andere auch benutzen.

Und nach der Promotion?

Das Bloggen hat sich für mich dann als Ersatz zum Schreiben an der Doktorarbeit entwickelt. So konnte ich fortsetzen, was einige Jahre lang meine tägliche Beschäftigung war. Und es erlaubt mir, noch anderen Leidenschaften nachzugehen: Ich liebe es, Dinge, die ein Leben dokumentieren, zu sammeln und zu archivieren. Leider gibt es aus meiner Kindheit nicht so viele Dokumente, so dass ich meinem Sohn gerne mehr Erinnerungen mitgeben möchte.

Während meines Studiums und der Doktorarbeit habe ich zudem viel Wissen über Literatur angehäuft. Mit diesem Wissen im Kopf konnte ich die Kinderbücher meines Sohnes nicht unbefangen lesen. Beim Vorlesen machte ich mir ständig Gedanken über Erzählperspektiven, Raumgestaltungen, literaturgeschichtliche Einordnungen, Gesellschaftsbilder, Interpretationen und Text-Bild-Interaktionen. Diese Beobachtungen und Überlegungen mussten irgendwie raus.

Deine Themenschwerpunkte …

der Blogbegleiter © Christiane Nowak

der Blogbegleiter © Christiane Nowak

Ich rezensiere Bilderbücher für Kinder von 0 bis 6 Jahren und Kinderbuchklassiker, die man gut Kindern vorlesen kann. Mein Sohn ist jetzt fast 5 Jahre, vielleicht weitet sich das Spektrum bald auf Kinderbücher zum Selbstlesen aus. Daneben berichte ich von Lesungen oder Kinderliteraturveranstaltungen, die wir besucht haben, und ich stelle Autoren vor, die mir am Herzen liegen. Außerdem schreibe ich meine Gedanken zu allem auf, was das Vorlesen betreffen könnte und wo unser Alltag sich mit Büchern verknüpft. Ich versuche literaturwissenschaftliches Hintergrundwissen zu einzelnen Büchern in klare, verständliche und gut lesbare Texte zu verpacken. Apps und kommerziellen Reihen stehe ich sehr kritisch gegenüber.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Im Bereich Kinder- und Jugendbuch nervt mich, dass sehr stark dem Prinzip der Reihen gefolgt wird und dass die Vermarktung von Kinderbuchfiguren immer mehr ausgeweitet wird. Meiner Meinung nach wird da zu sehr die Unmündigkeit und Verführbarkeit von Kindern ausgenutzt. Wenn ein Kind eine Figur lieb gewonnen hat, müssen Eltern dann ständig entscheiden, ob nun auch noch das Hörbuch, das Kuscheltier und die Brotdose gekauft werden können. Manchmal wird da mit ganz schön perfiden Mitteln gearbeitet, finde ich.

Wir hatten schon eine CD, in der ein kleines Pflaster als Geschenk mit der Figur eingelegt war, was meinen Sohn total begeistert hat. Beim nächsten Aua war dann die Enttäuschung groß, dass es nicht mehr von diesen tollen Pflastern gab. Solchen Ärger möchte ich ungern mit Kinderbuchfiguren verknüpfen. Es handelt sich hierbei um kein sehr aktuelles Phänomen, sondern um eine langfristige Entwicklung. Im Kinder- und Jugendbuchbereich hat meiner Meinung nach die Kommerzialisierung stark zugenommen.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Ich habe eine Facebookseite, bin mit einigen Literaturblogs und Elternblogs verlinkt, wurde auf der Seite der Elternzeitschrift nido sowie auf der Seite von Brigitte Mom vorgestellt und habe an der Jury des Preises „Urzeitroboter – Das lustigste Bilderbuch 2012“ teilgenommen. Die Eintragung in Blogverzeichnisse und Listen steht immer mal auf meiner To-Do-Liste, rutscht aber immer wieder nach hinten.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich finde es ganz schön fies, wenn ein Blogger, dem man eine Zeit lang gerne gefolgt ist, plötzlich gar nichts mehr von sich hören lässt, und die Leser im Unklaren darüber lässt, ob es weiter geht oder nicht. Eine kleine Nachricht darüber, was passiert, sollte immer drin sein.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Als berufstätige Mutter ist Zeit natürlich ein knappes Gut. Dafür sind Bilderbücher aber nicht so umfangreich wie erwachsene Bücher, so dass die Lektüre viel schneller geht. Mir fehlen ein paar Software-Kompetenzen, z.B. in der Bildbearbeitung, und ich habe auch keine Geduld, mir diese anzueignen, so dass ich manchmal nicht ganz so zufrieden mit der Darstellung von Bildern im Blog bin.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Im November 2012 habe ich über meine Kindheitserinnerungen an Märchen auf Diarollfilmen berichtet, die meine Eltern uns Kindern immer vorgelesen haben. Daraufhin meldeten sich Schulfreundinnen, die das Medium auch kannten und wir konnten die Erinnerungen an solche Kinoabende teilen. Wir haben eine kleine Tauschbörse veranstaltet und wiederholen diese Tradition des Heimkinos jetzt mit unseren eigenen Kindern.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Der Bereich Bilder- und Kinderbuch unterscheidet sich da etwas von der Erwachsenenliteratur, so scheint es mir. Es gibt nicht so viele Blogs und die Verlage nehmen das Medium noch nicht so ernst. Ich bekomme daher kaum Rezensionsexemplare angeboten und wurde von einem großen deutschen Verlag sogar schon einmal abgewiesen mit meiner Bitte um ein Buch. Da ich aber auch gerne und öfters ältere Bücher vorstelle, die nur noch antiquarisch erhältlich sind, brauche ich gar nicht oft neue Werke. Außerdem muss ich eh immer aufpassen, dass die Büchermenge nicht überhandnimmt – ein großes Bibliothekszimmer wird wohl noch sehr lange einer meiner unerfüllten Träume bleiben. So bin ich ganz zufrieden, dass ich noch nicht so oft mit Angeboten konfrontiert war und bisher nicht viele Absagen schreiben musste.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Es gibt kaum Self-Publisher, die Kinder- und Jugendbücher herausbringen, denn Illustrationen sind sehr aufwändig in der Herstellung.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich kenne mich damit noch gar nicht aus, spiele im Moment aber mit dem Gedanken, mir einen E-Book-Reader anzuschaffen. Ich finde sie für Fachpublikationen sehr sinnvoll. Es grenzt an ein Wunder, dass ich noch keinen Bandscheibenvorfall hatte, so viele Bücher habe ich schon aus Bibliotheken heraus und wieder hinein getragen. Da sind E-Books eine große Erleichterung.

Bei Kinderbüchern und beim Vorlesen kann ich mir aber nicht vorstellen, auf das Medium Computer umzusteigen. Mein Sohn ist immer so neugierig, dass er sich mehr auf die Funktionen des E-Book-Readers (Tasten, Schaltflächen) konzentrieren würde und ich Angst hätte, der Inhalt der Bücher würde gar nicht mehr richtig ankommen. Außerdem ist das Blättern in Büchern sehr wichtig für die Strukturierung des Vorlesens. Mit einem E-Book könnte ich gar nicht mehr sagen: „Und nun nur noch eine Seite!“ Außerdem sind Bücher viel robuster und man muss nicht vor der Zerbrechlichkeit des Mediums warnen. Und man muss sich keine Gedanken um die Stromversorgung machen. Ich versuche generell, meinen Sohn zu einem bewussten, kritischen und zielgerichteten Medienkonsum zu erziehen. Reale Begegnungen und Erfahrungen sind für Kinder elementar.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Märchensammler, Papillionis liest, jungesbuch und lesErLeben. An den Literaturclub lesErLeben möchte ich auch die Stafette weiterreichen.

Danke, Christiane, auch dafür, dass du unser Augenmerk auf Kinder- und Jugendbücher lenkst.

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Zuletzt stellte sich Richard Norden mit Writers Workshop vor. Sein Wunsch-Interviewpartner war Stephan Waldscheidt, der schriftzeit betreibt. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier