Brief des sterbenden Bildungsbürgers vom Krankenbett herab, dass kein Ausweg sei

Lieber stationärer Buchhandel!

Ich schreibe Dir diesen Brief sozusagen von Krankenbett zu Krankenbett. Wenn wir ehrlich sind zu uns selber: von Sterbebett zu Sterbebett. Denn wir liegen beide im Sterben. Dem eignet eine gewisse romantische Schönheit, denn wir sind zusammen gross geworden und werden nun zusammen sterben.

Es gab eine Zeit, da gab es Dich nicht und da gab es mich nicht. Der Verleger war zugleich der Drucker und der Händler seiner Bücher. Zur Buchmesse reiste er, um mit andern Druckern-Verlegern-Händlern seine Produkte zu tauschen. Autoren hatten an so einer Messe so wenig verloren, wie das Publikum. Das bestand aus ein paar Gelehrten, und war kaum der Rede wert. Dann wurden wir beide geboren: Du, indem die heilige Dreieinigkeit Drucker-Verleger-Händler sich aufspaltete als Reaktion darauf, dass ich, der Leser-Käufer, immer immer mehr lesen wollte, weil ich ja unterdessen längst nicht mehr nur Gelehrter war, und weil ich immer weniger Verständnis dafür zeigte, dass der Drucker-Verleger-Händler mühsam Produkte eines Kollegen bestellen musste, ja eventuell erst von der nächsten Messe in einem Jahr mitbringen konnte.

"Goethe's Werke. Erste illustrite Ausgabe, mit erläuternden Einleitungen", Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung 1874 - Foto (c) Gesine von Prittwitz

Goethe’s Werke. Erste illustrite Ausgabe, Berlin, G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung 1874 © GvP

Noch vor 100 Jahren war der Besitz von Büchern nicht selbstverständlich, sondern ein Statussymbol. Wer Wert auf sich und seine Stellung in der Gesellschaft legte, hatte einen Bücherschrank vorzuweisen. Da drin standen dann Klassiker in repräsentativ gebundenen Ausgaben. Man musste diese Ausgaben nicht gelesen haben. Um sich im Small Talk unter Geschäftsfreunden darüber zu unterhalten, ob das „weite Feld“ nun von Stifter oder von Fontane stammte, und ob es nun ein „weites Feld“ der ein „zu weites Feld“ sei, genügte es ja, den Büchmann zu konsultieren. Darin fand man alle Klassikerzitate nachgewiesen. In den Auflagen nach den 1960ern findet sich im Büchmann nur noch Schrott. Aber unter Geschäftsfreunden wird ja auch nicht mehr über Stifter und Fontane diskutiert, und eine Bibliothek besitzen heute nur noch ein paar Freaks.

Heute zählt Effizienz, und Bücher sind nicht effizient. Seit Bologna (oder war es Modena?) ist eine breit gefächerte Bildung, zu deren Erwerb man sich Zeit lässt, obsolet. Selbst der Geisteswissenschafter wird durch sein Studium gepeitscht und lernt bestenfalls die feministische Rolle der Alice Schwarzer diskutieren oder Derrida’schen Nonsense nachplappern, aber nicht ein Gedicht von C. F. Meyer analysieren.

Der technische Fortschritt hat uns beiden dann den Rest gegeben. Ich rede nicht vom E-Book, das ist nur die letzte Ausblühung an einer längst modernden Holzwand. Ich rede auch nicht von Buchhandelsketten und jenem Handelsriesen, der sich (ich weiss nicht warum) nach einem riesigen Strom genannt hat. Auch das sind nur Blüten, die eine Pflanze produziert, wenn sie im Sterben liegt und hofft, wenigstens in ihren Früchten irgendwann einmal wieder auferstehen zu können. Mittlerweile sind einige dieser Blüten bereits am Verwelken und Früchte scheinen sie nicht zu tragen. Wir haben es seinerzeit beide nicht gemerkt, aber die tödliche Krankheit, an der wir nun sterben werden, haben wir uns mit der Erfindung der Rotationspresse zugezogen, und mit der Einführung der Klebebindung. Plötzlich wurden Bücher für jedermann erschwinglich. Der arrivierte Geschäftsmann musste sich andere Statussymbole suchen, und fand sie in seinem Automobil, in seiner Yacht und Ähnlichem. Das war der Anfang vom Ende; aber wir merkten es beide nicht.

Die unheilige Allianz von Käufer, der seine Ware so billig wie möglich zu kriegen wünscht, und Produzent, der des Käufers Wünsche erfüllen möchte oder dies wenigstens vorgibt, wird als erstes Dich, lieber Freund, töten, dann den Produzenten, dann mich. Ich höre immer wieder mantra-artig die Buchpreisbindung loben; ich habe keine Ahnung, was man sich davon verspricht. Die Preisbindung ist kein Palliativ, keine lebensverlängernde Massnahme. In Deutschland existiert sie nach wie vor. Dennoch faulen Deinem Körper immer mehr Teile ab. In der Schweiz existiert sie nicht mehr. Es geht dem Buchhandel deswegen nicht schlechter. Auch nicht besser.

A propos „besser“: Früher war nicht alles besser, keineswegs. Schon Goethe musste erleben, dass sein Schwager Vulpius mit seiner Schwarte „Rinaldo Rinaldini“ ein Mehrfaches an Auflagen erzielte, als er selber mit seinen Werken. Klassiker und/oder Lyriker „gingen“ schon immer schwer. Aber wenn ich heute in einer Buchhandlung den neuesten Andreas Brandhorst bestelle, und nicht mehr erlebe, dass die Buchhandlung gleich ein Exemplar für sich mitbestellt hat, das sie ins Regal stellt, finde ich es bedenklich. Es beunruhigt mich wirklich: Selbst Science Fiction, die nie elitär war, führt mittlerweile ein Schattendasein im deutschsprachigen Buchhandel und Verlagswesen. Wo sind die Zeiten, als Jeschke bei Heyne SF-Klassiker im Minutentakt ausstossen durfte? Und meine Buchhandlung die Hälfte eines nicht kleinen Raums voller Science Fiction damit füllte? Heute stehen gut versteckt ein oder zwei Regalmeter SF – oder was halt gerade dafür gilt.

Dafür ist heute der Autor kein Autor mehr, sondern eine Marke, ein Produkt. Und wie jedes Produkt von Zeit zu Zeit mit Werbung auf sich aufmerksam macht, jede Marke von Zeit zu Zeit Neuerungen auf den Markt bringt, von denen dann die meisten binnen Kurzem wieder verschwinden, so sondert unterdessen jeder Autor einmal im Jahr – pünktlich zur Messe, wenn’s geht – einen neuen Roman ab. Ich bedaure ihn, habe mich aber mittlerweile von diesem, eigentlich unserm vierten, Bruder völlig losgesagt. Ich weiss, dass Du, Bruder Buchhandel, ebenso wie der Bruder Verlag krampfhaft an ihm festhaltet, ja ihn zu diesem Verhalten nachgerade zwingt, weil ihr glaubt, mich so bei der Stange und Euch so am Leben zu erhalten. Das ist ein Irrtum: Überfütterung erzeugt Brechreiz, nicht Wolllust. Und unsere Körper werden dadurch noch mehr geschwächt.

Die Ärzte versuchen, unsere Situation schön zu reden. Und manchmal fallen wir selber darauf hinein und reden uns die Situation selber schön. Wir halten für Medizin, was Placebo ist. Um zu vertuschen, wie billig heutzutage Bücher fabriziert sind, hat man den Begriff der „gebundenen Ausgabe“, die ursprünglich eine meinte mit Fadenheftung, über Bord geworfen zugunsten des amerikanisch und deshalb hip klingenden „Hardcover“. Ein Begriff, der versteckt, dass unter dem billigen Pappdeckel ebenso billige Klebebindung verwendet wird. Man zelebriert heute, „Indie“ zu sein, Indie-Autor und Indie-Verlag. „Indie“ – das klingt nach Freiheit und nach Abenteuer. Und wie die Zigaretten-Werbung kaschiert der Begriff einfach, dass wir uns schon lange den tödlichen Krebs zugezogen haben.

Wir waren einst drei Brüder, die ihren Lebensweg gemeinsam begonnen haben: Verleger, Händler, Leser. (Meinethalben auch vier, nehmen wir Bruder Autor wieder ins Boot.) Nun neigt sich dieser Zyklus seinem Ende zu. Wir wollen unserm Tod tapfer entgegen gehen und nicht jammern. Und nicht gegenseitig übereinander her fallen.

In Liebe

Dein Bruder, der Bildungsbürger

(Nach Diktat zur Reanimation auf die Intensivstation verlegt.)

© Herr Sandhofer, einer der beiden Köpfe, die hinter litteratur.ch stecken

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Im Rahmen der losen Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” hatte ich vorgeschlagen, dass Ihr Gastbeiträge beisteuern könntet. Schilderungen aus dem Buchhändleralltag oder, was auch immer… Erfahrungsberichte zum Beispiel: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen? Den Anfang bestritt Stefan Möller aka @Hedoniker mit seiner Polemik „Lieber stationärer Buchhandel, wir müssen reden!“, die reichlich Wind machte.

Steglitz stellt Bettina Schnerr-Laube mit „Bleisatz“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir etwas mehr über Bettina und ihr Blog Bleisatz erfahren sollte, hatten die Herren sandhofer und scheichsbeutel vorgeschlagen, die gemeinsam litteratur.ch betreiben.

Dein Steckbrief in Stichworten …

# Mutter, Fachjournalistin, Leseratte (in unterschiedlicher Reihenfolge)

# Badenerin, die seit Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet

# Vielleserin, aber keine Allesleserin

Seit wann, warum und wo  bloggst du?

Seit 1999 treibe ich mich mit einer Website im Netz herum, aus der sich im Januar 2008 die auf Bücher fokussierte Website Bleisatz entwickelte. Bleisatz ist eine komplette Eigenentwicklung: Ich kümmere mich um die Inhalte, html und css, mein Mann erledigt die php-Programmierung, von der ich schlicht keinen Schimmer habe.

Deine Themenschwerpunkte …

© Bettina Schnerr-Laube

© Bettina Schnerr-Laube

Wie sandhofer schon anmerkte, kümmere ich mich besonders um Krimis. Sicher 60% meiner Lektüre fallen in dieses Genre. Seit einiger Zeit bin ich zusätzlich auf literarischer Weltreise und versuche, jedes Land dieser Welt mit je einem Buch zu besuchen. Ursprünglich sollten es „nur“ 25 Bücher werden, aber mich faszinieren die Neuentdeckungen inzwischen so sehr, dass sich die Idee verselbständigt hat. Irgendwo zwischen Land 70 und Land 80 stecke ich gerade.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wirklich umtreiben tut mich wenig, da ich nicht im eigentlichen Literaturbetrieb drinstecke. Eher amüsiert beobachte ich allerdings Autoren, die über Leser und deren Meinungen herziehen (und davon kommt ja hin und wieder was hoch), weil die Autoren in der Regel sehr viel mehr über sich dabei verraten als – wie gemutmaßt – über die geschmähten Rezensenten.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Damit habe ich erst im Sommer 2010 angefangen. Ich wurde bei Facebook aktiv, später auch bei G+ und Twitter. Wie stark die Aktivität dort etwas für die Bekanntheit leistet, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen. Auf allen drei Kanälen bin ich mittlerweile auch deshalb gerne unterwegs, weil ich viel für mich selbst dort entdecke.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Nichts. Ich verstehe Blogs als Spiegel persönlicher Meinungen und Interessen, den jeder Blogger in einer frei wählbaren Form umsetzt. Per Bild, Video, mit Link, ohne Link, langem oder kurzem Text. Ein Leser wird grundsätzlich nach seinen eigenen Vorstellungen den einen oder anderen Blog lieber besuchen als einen anderen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Die größte Aktivierungsenergie benötigt man vermutlich für den Blogstart. Technische Probleme sind dank vieler kostenfreier Angebote in der Regel aus dem Weg geräumt. Also bleibt nur eines: Anfangen (… und ein bisschen dranbleiben).

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Das war der Moment, als ich bei meinen ersten zaghaften Anfragen nach Rezensionsexemplaren ohne Zögern die Zusage von allen damals angeschriebenen Verlagen gleichzeitig erhielt. Es ging um ein kleines Argentinien-Special zur Buchmesse und ich hatte einen ganz erheblichen Anteil von Absagen eingerechnet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Zwei oder drei Verlage wissen gut um meine Schwerpunkte und fragen sehr gezielt an. Interessieren mich die Titel, sage ich abhängig von meinen Terminmöglichkeiten zu. Mit meinem Beruf und einer lebhaften Familie an der Seite sind zeitnahe Lektüren eine waghalsige Angelegenheit, sodass auch bei interessanten Krimis schon das ein oder andere Nein sein musste.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Selfpublisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Anfragen von Selfpublishern erhalte ich fast nie. Zugesagt habe ich in diesen Fällen auch noch nicht. Ein wenig Skepsis ist vorhanden, da meine bisherigen Versuche mit BoD und Eigenverlagen nicht alle begeisternd waren. Daher belasse ich es bei Selbstversuchen, die ich nach gusto einstreuen kann.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ganz positiv, seit ich einen Reader habe und den erfolgreich ausprobiert habe. Ich werde jubeln, sobald eine einheitliche Regelung für Dateiformate gefunden ist, sodass ich alle Bücher bei allen Anbietern kaufen kann – wie bei mp3-files für Musik auch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Da sandhofer schon so offen den Ball einer Krimibegeisterten zugeworfen hat, bleibe ich in diesem Genre. Erst vor kurzem habe ich Janet Rudolph mit ihrer Mystery Fanfare entdeckt, die offensichtlich gute Krimilisten zu bestimmten Themen zusammenstellt. Auch die Kriminalakte ist eine Anlaufstelle, zumal sich der Macher auch um Film und Verfilmungen kümmert.

Die zwei nächsten Blogs haben abgesehen vom Krimi noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie haben – jeder für sich – eigene grafische Stile entwickelt und dafür habe ich eine kleine Schwäche. Die Krimikiste bietet jede Rezension als Podcast an. Und den Krimiblog(ger)  möchte ich gerne als neuen Interviewpartner vorschlagen. Was mich an diesem Blog fasziniert ist, dass der Krimiblogger und ich meist recht wenig Überschnitt in der Lektüre haben: Genau das ist der Grund, warum ich dort immer neue Anregungen und Perspektiven entdecke.

Danke sehr, Bettina. Eine feine Idee zudem, dass wir etwas mehr über den Krimiblogger erfahren sollten.

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Zuletzt stellten sich Anne-Kathrin und Jessica mit lesErLeben vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerinnen waren die Betreiberin von jungesbuch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt die Herren sandhofer und scheichsbeutel mit „litteratur.ch“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Es dauerte ein ganzes Weilchen, bis ich die Köpfe ausfindig machen konnte, die hinter litteratur.ch stehen. Der Vorschlag, dass wir sie etwas näher kennenlernen sollten, kam von Giesbert Damaschke , der u.a. die Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe pflegt.

Euer Steckbrief in Stichworten …

sandhofer: Zuerst vielen Dank für die Einladung zum Interview. Wie Du siehst, gibt es uns durchaus…

sandhofer erblickte das Licht der Welt vor ca. einem Dutzend Jahren als e-mail-Adresse. (Weshalb sandhofer bis heute Wert darauf legt, dass sein Name mit kleinem ’s‘ beginnt!) Zwei oder drei Jahre später mutierte sandhofer zum nom de plume (oder nom de guerre – wie man will) in verschiedenen Foren, seit kurzem auch in einem sog. Blog. Der Mensch hinter „sandhofer“ ist der Meinung, genügend uninteressant zu sein, dass sein Name und sein Werdegang weggelassen werden können. Außerdem ist er der Meinung, dass es das Recht jedes Menschen sein sollte, im Internet unter Pseudonym unterwegs sein zu dürfen. Dabei ist er allerdings auch nicht so verbissen wie z.B. der Mann, der hinter „Atze Schröder“ steckt. Er weiß durchaus, dass sich sein Klarname finden lässt, so man sucht.

scheichsbeutel: Österreicher mit Hang zur Anonymität, im Grunde dadurch motiviert, dass – wie mein Vorredner bereits bemerkte – der Name hinter den Beiträgen von nachrangiger Bedeutung ist.

Seit wann, warum und wo bloggt ihr?

sandhofer: sandhofer hat sich jahrelang in Foren herumgetrieben. Als Mitglied, als Moderator, als Administrator – bis eines Tages bei zwei weiteren und ihm das Bedürfnis entstand, ein eigenes Forum zu verwirklichen, wo nach unsern Vorstellungen diskutiert werden konnte. Erste Versuche bei einem Forenhoster waren wegen dessen Unzuverlässigkeit im Erbringen seiner Dienstleistungen recht unbefriedigend. Also kam der Gedanke auf, auf einer eigenen Domain ein eigenes Forum zu betreiben. Dass dies dann in der Schweiz geschehen sollte, war reiner Zufall, da wir alle drei aus verschiedenen Ländern stammen. Allerdings fand sandhofer einen guten und trotzdem nicht teuren Anbieter, der auch schon unsere Lieblings-Forensoftware vorinstalliert hatte, SMF. Mittlerweile haben wir die Dritte im Bunde, die einzige Frau, verloren. Ganz einfach verloren. Eines Tages war sie weg, so, wie eines Tages Herkules plötzlich aus dem Kreise der Argonauten verschwunden war. Ich hoffe, dass sie wirklich einfach wie Herkules zu eigenen Heldentaten unterwegs ist. Wir zwei verbleibenden Argonauten schiffen unterdessen alleine weiter.

der Lesevogel © litteratur.ch

der „Lesevogel“ © litteratur.ch

Schon bald kam bei den Betreibern von litteratur.ch der Gedanke auf, dass die eine oder die andere Notiz auch etwas hervorgehobener erscheinen sollte, als dies in einem Forum möglich ist. Die Frage der technischen Möglichkeit behinderte uns allerdings etwa zwei Jahre lang. Ich weiß nicht mehr, wie viele Datenbanken ich installiert und deinstalliert habe, wie viele CMS wir getestet haben. Selbst an den Aufbau einer eigenen Datenbank dachten wir. Für mich war von Anfang an klar: Kein Blog, ich will kein Blog. Als ich dann endlich begriff, dass eine Blogging-Software auch nur eine Spezialform eines CMS ist, war mein Widerstand allerdings gebrochen. WordPress war bei meinem Host ebenfalls vorinstalliert; als einfachstes in Bezug aufs Handling wurde es dann aktiviert. So haben wir nun vor kurzem das Ein-Jahres-Jubiliäum des Blogs gefeiert. Dennoch lässt sich der Fori nicht verdrängen und bis heute fasst sandhofer sich nicht als Blogger auf. Die Antwort-Funktion in unserm Blog war zuerst komplett deaktiviert, und noch immer muss man angemeldet sein, um einen Kommentar hinterlassen zu können. Ich bin auch der Meinung, dass die Blogging-Software keine Diskussionen ermöglicht in der Art, wie dies ein Forum tut.

scheichsbeutel: Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Außer, dass ich früher auf antville auf ein eher privates Blog mit eingeschränktem Zugang unterhalten habe.

Eure Themenschwerpunkte …

sandhofer: Ich zitiere der Einfachheit halber von unserer Startseite. „Wir lesen alles – aber erfahrungsgemäß sind nicht alle Texte gleichermaßen in der Lage, interessante Diskussionen zu entfachen. Daher das “falsche” ‘t’ in „Litteratur“, ein Hinweis auf das Faible für Klassiker, oder besser gesagt ein Faible für jene Zeit, in der in Anlehnung an das lateinische “littera = Alles Geschriebene” dieses zweite ‘t’ noch verwendet wurde.“

scheichsbeutel: Tatsächlich alles, denn über Einfältiges lässt sich Intelligentes sagen (und vice versa). Wobei mein Interesse sehr stark in Richtung Philosophie geht …

Was treibt euch in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

sandhofer: Umtreiben … umtreiben … Ich denke, das ist das falsche Wort, denn das würde bedeuten, dass ich wegen einer Sache schlaflose Nächte verbringe. Dem ist mitnichten so, aber ich verfolge interessiert die Bemühungen von SteglitzMind so etwas wie einen Verhaltenscodex der mit literarischen Texten beschäftigten Blogs zu definieren. Ebenfalls fasziniert mich im Moment der „Shitstorm“ um ein paar Wörter, die ein Verlag in einem alten Kinderbuch geändert hat. Und last but not least (und à propos „Shitstorm“) die immer wieder aufflackernden Flame-Wars, wenn mal wieder ein Blogger sich traut, ein Buch zu besprechen, das er bekennender Weise nicht zu Ende gelesen hat.

scheichsbeutel: Mich treibt kaum etwas um – im Gegenteil: Ich bin froh, in keinster Weise in den Literaturbetrieb involviert zu sein.

Wie macht ihr das Blog und eure Beiträge bekannt?

sandhofer: Kaum. Hin und wieder ein Eintrag bei Google+. Noch seltener einer bei Facebook. Ich bin kein genuiner Blogger, und mein Ziel sind nicht möglichst viele „Follower“ oder Blogger, die auf litteratur.ch Kommentare hinterlassen. Viel interessanter finde ich, dass wir – je nach Ländereinstellung – bei gewissen Suchbegriffen für Google unterdessen auf der ersten Seite auftauchen. Dafür braucht es eine gewisse Regelmäßigkeit im Publizieren, vielleicht sogar eine gewisse Qualität der Beiträge – und geschickt gewählte Tags in WordPress.

scheichsbeutel: Gar nicht. Ich bin ein schlechter Apostel meiner selbst.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

sandhofer: Nichts. Nichts in doppeltem Sinn: Einerseits kann ich mir nichts vorstellen, das ein Blogger sein lassen müsste. Es gibt sicher Dinge, die machen, dass ich das Blog nicht lese – aber das ist ein kleiner Teil der Welt, den der Blogger deshalb verliert.

Nichts tun andererseits bedeutet den Tod eines jeden Blogs. Wenn längere Zeit nichts Neues erscheint, wird der Leser (und wird Google!) das Interesse verlieren. Wie viele Blogs gibt es nicht, die voll Enthusiasmus begonnen wurden, und die nun seit Monaten, Jahren brach liegen.

scheichsbeutel: Wenn ihm an mir als Leser gelegen ist: Keine Videos oder Fotoserien. Ich bin an Texten interessiert, nicht an visuellem Allerlei.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

sandhofer: Ich blogge in meiner Freizeit und aus Spaß. Hürdenlauf würde mir keinen Spaß machen. Insofern habe ich beim Bloggen offenbar keine Hürden gefunden …

scheichsbeutel: Dem kann ich nur zustimmen. Die Freude am Schreiben und Lesen ist der alles bestimmende Antrieb. Wenn dieser nicht mehr vorhanden wäre, würde ich alles Bloggen sofort sein lassen.

Euer schönstes Erlebnis als Blogger …

sandhofer: Als ich das erste Mal realisierte, dass Google uns prominent zur Kenntnis nimmt. Und natürlich das Lob, das uns Giesbert Damaschke erteilte, als er litteratur.ch zu seinem Nachfolger in deiner Interview-Reihe erkor.

scheichsbeutel: In meinem ersten Blog eine kurze Antwort, die aber ein tiefes Verständnis für das Geschriebene vermuten ließ. Mit Recht, wie sich herausstelle. Derlei ist selten.

Wie geht ihr damit um, wenn euch Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

sandhofer: Das ist bisher erst einmal passiert. Und leider waren es E-books – die ich nicht lesen kann und will. Also habe ich die Anfrage ignoriert, da sich der betreffende Kleinverlag offenbar nicht die Mühe genommen hat, mein Profil sorgfältig genug zu erstellen.

scheichsbeutel: Ist früher einige Male passiert. Ich warne dann die Betreffenden vor den zu verfassenden Rezensionen.

Und wie würdet ihr damit umgehen, wenn euch Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

sandhofer: Self-Publisher? Das hieß früher „Eigen-Verlag“, ja? Keine Ahnung – so etwas ist bisher noch nicht passiert.

Wie haltet ihr es mit dem E-Book?

sandhofer: Gar nicht. Erstens stört mich der aktuell immer noch herrschende Formate-Wirrwarr. Zweitens mag ich nicht, dass ich einen elektronisch aufbereiteten Text offenbar nur zur Verfügung gestellt bekomme und nicht besitze. Drittens finde ich die theoretische Möglichkeit, dass der Zur-Verfügung-Steller den Text jederzeit wieder auf meinem Lesegerät löschen kann, gelinde gesagt, störend. Man stelle sich so etwas bei einem Papierbuch vor! Viertens sind alle Lesegeräte, die ich bis jetzt gesehen habe, Ausbünde an Hässlichkeit. Mit so etwas in der Hand würde ich mich nie in der Öffentlichkeit sehen lassen. Nicht einmal im Schlafzimmer vor meiner Frau…

scheichsbeutel: Reizvoll der vielen alten, nicht wieder aufgelegten Bücher wegen (etwa Philosophen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts). Solange allerdings die Geräte weitgehend proprietäre Formate darstellen, warte ich mit der Anschaffung. Für die Zukunft aber sicher ein wertvoller Zusatz.

Welche anderen Blogs empfehlt ihr (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

sandhofer: Drei der meiner Meinung nach wichtigsten Blogs zur Literatur sind hier ja bereits zu Wort gekommen: die von Christian Köllerer, Marius Fränzel und Giesbert Damaschke. Die muss ich nicht mehr empfehlen, die Drei haben sich hier ja bereits vorgestellt. Das „Leipziger Bücherlei“ auch nicht, es wurde bereits empfohlen. So, wie es aktuell aussieht, hat es Kolbeck aber mal wieder vom Netz genommen. Nun, wird schon wieder…

Zu den Empfehlungen also: Da ist einmal das ziemlich junge Blog Alles nicht so wichtig von Papyrus. Wie ihr Pseudonym sagt, sind ihre Themenschwerpunkte das Buch und Ägypten. Das einzige Blog, zu dem wir von unserm her verlinken (außer Damaschke und Köllerer) ist Literatur mit mArtinus. Er schreibt mittlerweile lieber selber, als über Texte zu schreiben. Zwischen den Seiten von BigBen wäre sehr interessant, wenn der Kerl nur nicht zu faul wäre, um regelmäßig zu posten. Ich weiß nämlich, dass er nach wie vor regelmäßig liest und auch regelmäßig sehr interessante Texte liest. yeRainbow and its world and its world leidet unterm selben Defizit.

Blog N° 5, das ich empfehle, ist Bleisatz. Zwar liest die Betreiberin dieser Seite praktisch nur Krimis, und ich praktisch selten welche, aber sie gehört zu den wenigen Bloggern + Foris, die korrektes und gutes Deutsch schreiben können. (Mein eigenes ist mehr oder minder korrekt, aber nicht gut!) Das ist auch die Seite (bzw. das Blog, sie hat eines dort!), von der ich möchte, dass du sie mal vorstellst – und sei es nur, weil sie sich diebisch gefreut hat, dass ich mich hier bei Dir outen soll…

scheichsbeutel: Erinnert mich eigentlich nur daran, dass ich kaum noch Blogs lese. Das letzte war vague., das ich häufiger besucht habe. Scheint aber den Weg alles Irdischen gegangen zu sein; dass ausgerechnet der letzte Eintrag ein youtube-Link war, ist angesichts meiner diesbezüglichen Abneigung paradigmatisch.

Danke sehr, die Herren. Stoff genug, um neuerlich über einen „Verhaltenskodex der mit literarischen Texten beschäftigten Blogs“ zu sinnieren … Und: im Übrigen, Bettina von Bleisatz hakte auch bei mir nach, wo denn euer Porträt bliebe.

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Zuletzt stellte sich Sophie mit Literaturen vor. Ihr Wunsch-Interviewpartner war der Betreiber von Muromez. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz stellt Giesbert Damaschke vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Giesbert Damaschke vor. Der Vorschlag kam von Marius Fränzel, der sein Blog Bonaventura – Lektüren eines Nachtwächters seit 2005 betreibt. Er hatte uns Damschkes Echtzeit-Blogs zum Schiller-Goethe-Briefwechsel und zu Eckermanns Gesprächen mit Goethe ans Herz gelegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Jahrgang 1961, Studium der Germanistik, Philosophie und Historischer Geographie (ich brauchte halt ein drittes Fach …) in Bonn. Abschluss mit einer Arbeit über Wilhelm Raabe. Seit 1989 Computerjournalist in München, seit 1997 selbstständiger Autor und Trainer zu Internet-/Computerthemen, Schwerpunkt: Apple.

Seit wann, warum und wo  bloggst du?

Angefangen habe ich mit einer handgestrickten Homepage 1997 (frühe Formen kann sich, wer will, bei archive.org ansehen), zu Beginn bei AOL, sehr schnell dann auf eigenem Server. Warum? Weil ich es ganz reizvoll fand, „einfach so“ und ohne allzu großen Aufwand publizieren zu können.

Die Blogform habe ich mit Der große Mülleimer ab Anfang 2004 auf blogger.com ausprobiert, bin da aber rasch an die Grenzen gestoßen. 2005 habe ich dann auf damaschke.de WordPress installiert und bin bis heute dabei geblieben.

Überzeugt hat mich bei WordPress der angenehm schlanke Ansatz, inzwischen ist das System ja auch erheblich aufgebläht, aber ein Umzug zu einer anderen Plattform wäre mit zu viel Mühen versehen – ich bin ein fauler Mensch.

Deine Themenschwerpunkte …

Alles, was mich interessiert oder soweit ärgert, dass ich dazu kurz oder auch weniger kurz etwas schreibe. Die Notizen nutze ich auch als Ablagestelle für Glossen und Kommentare, die ich aus verschiedenen Anlässen für verschiedene Auftraggeber geschrieben habe. Thematisch geht es da wild durcheinander: Internet, Technik,  Kommentare zum alltäglichen Unfug, der über einen so hinwegschwappt, Klassik, Comics, Bob Dylan – der einzige gemeinsame Nenner aller Beiträge bin wohl ich: „that’s me“.

Giesbert Damaschke © Kerstin Groh

Thematisch strenger geht es im Arno-Schmidt-Blog zu, das ich Mitte 2005 ergänzend zu meiner 1997 gegründeten Arno-Schmidt-Mailingliste aufgesetzt habe. Hier dreht sich ausschließlich alles um Arno Schmidt & Umfeld. Leider hat mir der Brotberuf in den letzten Monaten keine Zeit gelassen, mich darum zu kümmern und das Blog ist ein wenig verwaist. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Seit Mitte 2009 veröffentliche ich den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog, d.h. die einzelnen Briefe werden um 215 Jahre versetzt an dem Datum veröffentlicht, an dem sie geschrieben wurden.

Ähnlich funktionieren die Gespräche mit Goethe, wo ich Eckermanns Einträge an dem Datum veröffentliche, das er ihnen in seinen Aufzeichnungen gegeben hat. Hier funktioniert die Sache aber nicht so gut, es gibt einfach zu viele, oft monatelange Pausen zwischen den Beiträgen.

Kein Blog ist mare-crisium.de, eine Website, die sich ausschließlich dem Roman “Kaff auch Mare Crisium” von Arno Schmidt widmet.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Nicht sehr viel, eigentlich gar nichts. Der Literaturbetrieb ist ein mir fremdes Paralleluniversum. Manchmal tun sich Wurmlöcher auf, und es dringt etwas zu mir durch. Bei manchen Themen werde ich gelegentlich neugierig (Arno Schmidt, Ror Wolf, Klassiker, eBooks), aber das Interesse hält nie wirklich lange an. Das war nicht immer so, früher habe ich etwa zur Buchmesse alles gelesen, was mir in die Finger fiel, heute interessiert mich das alles nur noch sehr am Rand – wenn überhaupt.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Gar nicht. Manchmal weise ich bei Twitter auf einen neuen Beitrag hin, meistens allerdings nicht.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Das muss jeder selbst ausprobieren. Ich maße mir nicht an, hier irgendwelche Regeln aufzustellen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

An erster Stelle ist sicherlich Ausdauer zu nennen. Bloggen ist ein Marathon, kein Sprint. Man sollte sich auch nicht selbst unter Druck setzen und glauben, man müsse nun jeden Tag etwas posten. Das muss man nicht.

Danach kommt die vermaledeite Technik. Das ist zwar alles sehr viel einfacher als vor – sagen wir mal 10 Jahren, aber wenn man (wie es mir letztens passiert ist) durch den Ausfall eines Spamfilters plötzlich 3.500 Spam-Kommentare im Blog hat, die man dann noch nicht einmal en bloc löschen kann, dann stößt man schon sehr deutlich an die Grenzen der Technik.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Das erstaunliche Interesse, auf das das Schiller/Goethe-Blog gestoßen ist.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Sie bieten mir keine an.

Wie hältst du es mit dem eBook?

EBooks interessieren mich, seit ich mich mit Computern beschäftige. Das sind nun immerhin auch schon gut 30 Jahre. Ich gehöre zu den Leuten, die sich seinerzeit das Rocket eBook gekauft haben. Das war aber eher nichts, viel zu schwer, zu kurze Akkulaufzeit, matschiger Bildschirm, krude Software zum Befüllen und so weiter. Dann habe ich meinen Palm V als eBook-Reader eingesetzt und darauf unter anderem Karl Mays monströsen 2.500-Seiten-Roman “Waldröschen” gelesen (was überraschend gut funktioniert hat).

Als der erste Kindle auf den Markt kam, war ich enttäuscht, das Gerät war mir entschieden zu hässlich und viel zu langsam. Glücklicherweise hat Amazon da kräftig nachgebessert. Meinen Kindle habe ich immer dabei und möchte ihn auf gar keinen Fall mehr missen.

Es hat zwar etwas gedauert, aber das eBook ist nicht mehr aufzuhalten. Ich vermute, dass zukünftige Generationen unter “Buch” ganz selbstverständlich ein eBook verstehen und die heutigen Bücher als “P-Book” oder dergleichen bezeichnet werden.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Bonaventura, Der Umblätterer und Christian Koellerer wurden ja schon genannt oder vorgestellt. Ich möchte noch litteratur.ch ergänzen, ein Blog mit immer lesenswerten Rezensionen und Kommentaren zu Literatur, über die zu reden sich auch wirklich lohnt. Wünschenswert wäre, dass du mit dem Betreiber ein Gespräch suchst.

Danke, Giesbert. Dann werde ich mich in der Schweiz auf die Suche nach dem Betreiber machen …

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Zuletzt stellt sich Ada Textkrieg mit text krieg vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war @Anousch mit ihrem Blog Anousch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier