„Mir imponiert sehr, wie freundlich die Community von LovelyBooks mit Neuautoren umgeht.“ SteglitzMind fragt bei Gabriele Schmid nach

Bei Gabriele Schmid habe ich nachgehakt, weil die Autorin eine erstaunliche Entwicklung nahm, die ohne die Umwälzungen auf dem Buchmarkt so schwerlich möglich gewesen wäre. Der erste Teil unseres Gespräches drehte sich um Schreibschulen und Autoren-Coaching, dann ging es um ihre Erfahrungen als Newcomerin, die den Eigenverlag PCSbooks ins Leben gerufen hat. Heute will ich von ihr wissen, was sie dafür tut, um als Autorin Fuß zu fassen.

Der Zwang zum Selbst-Marketing gilt heute für alle Autoren. Was tun Sie, um Ihre Bücher bekannt zu machen?

Werbung (lacht). Spaß beiseite: Ich versuche regelmäßig jeden zweiten Tag bei Facebook zu posten, halte meine Homepage so aktuell wie möglich und habe seit neuestem einen Blog, der aber erst noch seine Anhänger finden muss. Ansonsten versuche ich bei Veranstaltungen in meiner Heimatgemeinde präsent zu sein. Zum Beispiel darf ich am kommenden Freitag, den 11. Juli, gemeinsam mit Joanne St. Lucas zum zweiten Mal im Froggy in Münchingen lesen. Eine weitere Lesung bei den Landfrauen in Münchingen ist bereits für Dezember geplant.

Welche Aktivitäten kamen besonders gut an?

Lesung im Froggy © Nicole Geck

Lesung im Froggy © OOOGrafik

Die Lesungen sind gut besucht. Wobei wir hier nur von kleinen Veranstaltungen sprechen, nicht von Sälen, die ich fülle. Aber die Resonanz ist toll.

Und was floppte?

Erfolglos waren meine Bemühungen, bei einer der regionalen Zeitungen einen Bericht über mich und meine Bücher unterzubringen. Da kam nicht einmal eine Rückmeldung.

Im Social Web setzen Sie auf Facebook. Sie pflegen eine Autorenseite, eine PCSbooks-Seite und für Ihre Publikationen Fanseiten. Was versprechen Sie sich von den unterschiedlichen Auftritten?

Anfangs schwebte mir vor, mit meiner Fanseite für „Gleichklang“ auch Menschen erreichen zu können, die mit Hämophilie irgendwie verbunden sind.

Der Bluterkrankheit ihres Sohnes, die im Roman ja auch eine Rolle spielt…

Ja. Leider ist mir das bisher nicht gelungen. Gleiches gilt für meine Kurzromane, die im fiktiven Örtchen Mittsingen spielen. Auch hierfür hätte ich gerne eine eigene kleine Fangemeinde gewonnen. Letztlich ist es aber so, dass immer dieselben Leute meine Seiten besuchen. Das meiste läuft wohl über meine eigene Chronik, die ich ursprünglich gar nicht pflegen wollte und anfangs dementsprechend vernachlässigt habe.

Was kommt bei Facebook besser an: Ihre Autorenpräsenz oder die Fanseiten?

Meine Autorenpräsenz, obwohl ich alle meine Seiten gezielt bespiele.

Worauf achten Sie bei Ihrer Kommunikation im Web besonders?

Das Privatleben bleibt außen vor. Fotos nur von mir, keine von meiner Familie. Das ist absolut tabu!

Wo verorten Sie im Social Web besondere Risiken?

Das „Ausgeliefert-Sein“ fürchte ich am meisten. Man hört ja immer wieder von verbalen Angriffen. Menschen, die einem nicht wohlgesonnen sind, oder Neider. Das lässt sich im Netz schon gar nicht steuern.

Marketing übers Pricing ist im Selfpublishing-Bereich eine gängige Methode, um Publikationen „an den Mann“ zu bringen. Anfang Mai lief eine Preisaktion für die E-Bookversion von „Gleichklang“, Mitte Juni gab es eine Mittsingen-Sonder-E-Book-Edition für 0,99 Cent. Rechnen sich solche Aktionen?

Auf jeden Fall! Die Verkaufszahlen sprechen für sich. Durch die vermehrten Verkäufe rutscht man im Ranking nach oben und man ist in den Bestenlisten präsenter.

Was halten Sie von Kostenlos-Aktionen?

Davon halte ich gar nichts. Es ist harte Arbeit, ein gutes Buch zu schreiben und herauszubringen. Das kann es nicht für umsonst geben.

Es hat sich inzwischen eingebürgert, Testleser ins Boot zu holen…

der Stadtplan  © PCSbooks

der Stadtplan © PCSbooks

Das halte ich ebenso. Sobald ein Manuskript erstmals lesereif ist, geht es an mindestens fünf Testleser, die nur lesen. Obwohl es keine Profis sind, kommen von ihnen wertvolle Rückmeldungen, die in meine Überarbeitungen einfließen. Und sie haben tolle Ideen. Als ich die Mittsingen-Reihe „Aus Träumen werden Geschichten“ entwickelte, machte eine Testleserin zum Beispiel den famosen Vorschlag, dass ich eine Karte von Mittsingen entwerfen sollte. Gesagt – getan. Mithilfe eines jungen Bekannten entstand der Stadtplan von Mittsingen, der von Band zu Band ergänzt wird.

Wie rekrutieren Sie Ihre Testleser?

Die Ersten habe ich direkt angesprochen. Inzwischen kommen Menschen auf mich zu, um sich als Testleser anzubieten.

Was hat ein Testleser davon, wenn er Ihre Manuskripte kritisch unter die Lupe nimmt?

Spaß (lacht). Nach Erscheinen erhält jeder ein handsigniertes Exemplar des entsprechenden Buches.

Leserunden bei der Holtzbrinck-Community LovelyBooks sind bei Autoren und Lesern ausgesprochen beliebt. Wie waren Ihre Erfahrungen, als Sie „Gleichklang“ und die Mittsingen-Kurzromane auf Deutschlands beliebtester Social-Reading-Plattform vorgestellt haben?

Zunächst war ich sehr überrascht, dass so viele meinen Debütroman lesen wollten. Es kam zu einer regelrechten Rangelei um die Freiexemplare von „Gleichklang“. Riesig gefreut habe ich mich über die durchweg positiven Rezensionen und schließlich auch darüber, dass die ersten beiden Bände meiner Mittsingen-Kurzromanreihe „Herbststürme“ und „Sternschnuppen-Regen“ ebenso gut aufgenommen wurden wie der Liebesroman „Gleichklang“. Mir imponiert sehr, wie freundlich die Community von LovelyBooks mit Neuautoren umgeht und vor allem wie ausgereift und detailliert die einzelnen Rezensionen sind. Man erkennt auf Anhieb, dass die Leser nicht nur eine starke Affinität zu Büchern, sondern auch Ahnung davon haben.

Es gibt aber sehr wohl auch schwarze Schafe…

Ja, leider gibt es die auch, die Bücher zwar kassieren, aber nie eine Rückmeldung oder Rezension posten. Ich achte inzwischen sehr sorgfältig darauf, ob die jeweiligen Interessenten auch Rezensionen anfertigen. Sollte dem nicht so sein, fällt die betreffende Person aus meinem Lostopf raus.

Haben Sie infolge der Leserunde auch Bücher verkauft?

Bezüglich „Gleichklang“ kann ich darauf leider keine Antwort geben, da ich die Verkaufszahlen bislang nicht kenne. Was meine Kurzromane anbetrifft, sind in diesem Zeitraum kaum mehr verkauft worden. Was die Verkaufszahlen generell anbetrifft, da beobachte ich ein Phänomen: Geht ein Buch weg, dann folgen in den nächsten Tagen viele nach. Geht ein paar Tage nichts, dann steigt der Verkauf prompt wieder an, wenn das Erste gekauft wurde. Die Verkaufszahlen, meine Mittsingen-Reihe betreffend, kann ich schmunzelnd als Wellenbewegungen bezeichnen. Aber, damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin hoch zufrieden!

 Vielfach wird ja behauptet, dass die Beschäftigung mit Büchern im Internet substanzlos ist. Bücher werden gelikt, gerankt oder allenfalls in stümperhaften Rezensionen wiedergegeben, die vielfach nicht mehr sind als der Klappentext. Wie sehen Sie das?

Meine Erfahrungen mit der Community von LovelyBooks bestätigen das nicht. Die Rezensionen zu meinen Büchern sind allesamt detailliert und urteilssicher. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass abgeschrieben wird. Auch nicht von einander. Zu meinen Leserunden, die durchweg gut besucht waren, wurden ebenfalls kompetente Beiträge beigesteuert.

Herzlichen Dank, dass Sie mir so ausführlich Rede und Antwort standen. Viel Erfolg mit PCSbooks und Glück auf bei den Projekten, die Sie derzeit gemeinsam mit Ulrike Dietmann und Lea Korte angehen.

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In der losen Interview-Reihe “Steglitz fragt … bei Autoren nach” standen bereits Rede und Antwort:  Jando, Petra van Cronenburg, Petra Röder, Nicole Sowade aka Miss Januar, Jan-Uwe Fitz aka Vergraemer, die Sachbuch-Autorin Sonya Winterberg, der Berner Shooting-Star Patric Marino, Wilhelm Ruprecht Frieling, im Social Web als Prinz Rupi bekannt, der Selfpublisher Michael Meisheit und der Lyriker Jost Renner. –  Stets geht es darum, wie die befragten Autoren die Entwicklungen infolge der Digitalisierung einschätzen, welche neuen Wege sie nutzen und wo sie Chancen und Risiken sehen.

„Wer hat denn alles einen Buchblog?“

Steglitz stellt bibliophile Blogger vor

Allen Unkenrufen zum Trotz: Im Netz sind Bücher, egal in welchem Format, quicklebendig! Autoren bloggen, Buchliebhaber betrieben Communitys und Freizeit-Rezensenten pflegen Buchblogs oder -foren. Und die Player im Buchgeschäft haben ihre anfänglichen Berührungsängste inzwischen auch überwunden.

Doch wo findet man einen Kompass, der durch den Buchtrubel im Netz führt? Die Buchhandels- und Verlagsrankings, die Leander Wattig ab 2009 mit Blick auf Facebook führte, hat er aus guten Gründen im Oktober 2011 eingestellt. Für Google+ listet Wenke Bönisch seit November 2011 Verlags- und Buchhandlungsseiten.

Und was ist mit den zahllosen Blogbetreibern, die sich mit Autoren, Büchern, der Literaturszene oder dem Schreiben beschäftigen? „Wer hat denn alles einen Buchblog?“, fragte im Juli 2012 eine Besucherin bei LovelyBooks etwas ratlos in die Runde, womit sie eine Kommentarflut lostrat, die bis heute anhält. Dass es inzwischen auch Blog-Wegweiser gibt, die sich explizit an Indie-Autoren wenden, die auf der Suche nach potenziellen Rezensenten sind, davon mag man halten, was man will. – Jedenfalls ist das Bedürfnis nach Sichtung und Sammlung augenscheinlich groß.

Auch ich frage mich: Wie gewinne ich einen Überblick, wo finde ich Geistesverwandte und Kleinode, wie vernetze ich mich mit dem buchaffinen Teil der Blogosphäre? Blogroll ist zwar eine nette Sitte, aber nur bedingt hilfreich. Nicht immer sind die Listen aktuell und – wer klickt sich schon gerne durch ellenlange Linksammlungen? Und hat man erst einmal einen Link geöffnet, weil ein Name viel versprechend scheint, dann erkennt man selten auf den ersten Blick, wessen geistiges Kind das Blog ist.

Um ein wenig Licht in dieses Netzdickicht zu bringen, starte ich die Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“. In loser Folge werden dabei buchaffine Blogbetreiber zu Wort kommen, die mir standardisierte Fragen beantworten. Neu ist der Ansatz nicht. So manche Initiative, die leider vielfach wieder ins Stocken kam, hat sich bereits daran versucht, die bibliophile Bloggerszene zu sichten.

Ein „SUB“ von vielen – Foto (c) Gesine von Prittwitz

So weiß ich, dass Ada Mitsou im Mai 2011 die lose Folge „Zu Besuch bei …“ an den Start brachte, in der sie Blogs vorstellt, die sie persönlich gerne besucht.  Um den Menschen, der hinter dem Blog steht, geht es in der Interview-Reihe „Blog-Gesichter“, die Nicole im Februar 2012 ins Leben rief. Und auf der „Phantastikinsel“, die Katja Lehmann u.a. seit Januar 2012 betreibt, findet sich der Bereich „Blogger im Gespräch“. Eine Möglichkeit, sich zu präsentieren, haben Buch-Blogger auch bei Andrea Koßmann, die in ihrer Rubrik „Bücher-Blog des Monats“ seit April 2010 solche Blogs vorstellt, die ihr im Vormonat persönlich besonders aufgefallen sind.

Was bezwecke ich mit meiner Interviewreihe? Sicher keinen enzyklopädischen Anspruch! Und meine persönlichen Vorlieben und literarischen Interessen sollen die losen Gesprächsfolgen möglichst auch nicht widerspiegeln. Nach dem Start ziehe ich mich weitestgehend auf neutralen Posten zurück. Was heißt: Nicht ich entscheide zukünftig, welche Blogs und Blogbetreiber vorgestellt werden, sondern die, die sich bei „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“ jeweils selbst im Kurz-Interview präsentieren. Ihre Empfehlungen greife ich für die weiteren Gespräche auf. Dadurch erhoffe ich mir, dass die Blütenlese langfristig ein möglichst breites Spektrum abdeckt, das von allgemeinerem Interesse ist. Und darüber hinaus? Wir lernen Blogs und Blogger kennen und profitieren von ihren Erfahrungen für unsere eigenen Wege im Netz …

Ich freue mich auf den Austausch mit euch und eure Vorschläge, mit wem ich ein Gespräch suchen sollte. Den Anfang meiner losen Interview-Reihe werden Petra Gust-Kazakos, die Schweizerin Sandra Matteotti und der Türke Selçuk Caydi ab kommender Woche machen.

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Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

Steglitz fragt bei Petra Röder nach (Teil 2)

„Einen echten Flopp habe ich noch nicht erlebt. Das darf gerne so bleiben.“

In diesem Beitrag erfahren wir, was Petra Röder für ihr Buchmarketing tut, welche Maßnahmen erfolgreich waren, welche floppten und wo sie im Social Web Chancen und Risiken verortet. Im ersten Teil unseres Gesprächs berichtete die Autorin über ihre Erfahrungen mit einem BOD-Verlag, welche Anforderungen für Selbstverleger gelten, weshalb sie unter die Self Publisher ging und warum sie daran glaubt, dass dem E-Book die Zukunft gehört.

Dem Buchmarketing in Eigenregie kommt immer größerer Stellenwert zu. Was unternimmst du in dieser Richtung?

Wenn ich ehrlich bin gar nicht so viel. Außer dass ich bei Twitter und Facebook meine Bücher promote, unternehme ich sehr wenig. Offline-Aktivitäten gibt es bislang keine. In dem Bereich gibt es noch deutliches Verbesserungspotential und es steht auf meiner Agenda, auch diesbezüglich aktiv zu werden.

Seit wann bist du im Social Web aktiv?

Seit etwa zwei Jahren. Anfangs habe ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, Twitter oder Facebook zu nutzen. Mittlerweile möchte ich das nicht mehr missen. Der direkte Kontakt zu meinen Lesern ist mir sehr wichtig. Ich erhalte darüber auch konstruktive Kritik, die ich sehr ernst nehme.

Bist du bei deinen ersten Schritten im Social Web planvoll vorgegangen? Setzt du (inzwischen) auf eine Social-Media-Strategie?

Natürlich nutze ich die Plattformen, um für meine Bücher zu werben, aber eine 100% durchorganisierte Strategie habe ich nicht. Vieles geschieht aus dem Bauch heraus. Ich glaube, das ist es auch, was meine Leser an mir schätzen. Ich bin spontan und habe null Plan (lacht). Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Aber neben den Standards wie Vorankündigung und Verlosung bei Neuveröffentlichungen und – ganz wichtig – im Gespräch bleiben, kann es durchaus passieren, dass ich unter der Dusche eine Idee habe, die ich dann sofort umsetze. Wenn man es bereits als Strategie ansieht, regelmäßig Updates zu posten, dann habe ich wohl doch eine …

Wo findet man dich und deine Bücher im Netz?

Petra Roeder (c) Michael Roeder

Die Bücher sind natürlich bei Amazon erhältlich, sowie in allen anderen großen Buchstores wie Libri, Thalia und Weltbild. Selbstverständlich kann man jedes Buch via ISBN-Nummer auch im Buchhandel bestellen.

Informationen über mich, meine Bücher und kommende Projekte gibt es auf meiner Webseite und bei Facebook. Bei Google+ findet man mich übrigens auch. Über meinen Twitter-Account gibt es zudem auch noch ein bisschen Smalltalk und Infos zum Restweltgeschehen. Zudem habe ich noch einen YouTube-Kanal, auf dem man die Trailer zu den einzelnen Büchern ansehen kann.

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Welche deiner Aktivitäten kamen besonders gut an, welche floppten?

Via Twitter, Facebook und über meine Homepage gibt es zu jeder Neuerscheinung ein Gewinnspiel, bei dem ich signierte Exemplare verlose. Die Resonanz darauf ist mittlerweile wirklich enorm. Beim letzten Mal musste ich, sehr zu meiner Freude, meine bisherige Lostrommel gegen ein größeres Gefäß austauschen.

Aktuell läuft bei Lovelybooks eine Leserunde zu Traumfänger. Für mich ist das eine Premiere, daher kann ich noch nichts dazu sagen. – Einen echten Flopp habe ich noch nicht erlebt. Das darf gerne so bleiben. Aber auch wenn so etwas irgendwann einmal eintritt, werde ich es wegstecken.

Hast du Erfahrungen mit Kostenlos-Aktionen gesammelt?

Nein, bisher nicht und ich denke das wird auch so bleiben. Hin und wieder gibt es Aktionen, bei denen ich eines meiner E-Books für einen bestimmten Zeitraum zu einem Sonderpreis anbiete. Dies wird von den Lesern sehr gerne angenommen. Ich habe damit durchweg positive Erfahrungen damit gemacht.

Worauf achtest du bei deiner Kommunikation im Social Web besonders?

Darauf, dass ich mich nicht verstelle, sondern so schreibe, wie ich bin. Ich denke dies schätzen meine Fans und Follower.

Social Media ist sehr zeitaufwändig. Wie sieht dein Pensum aus?

Ich habe kein festgelegtes Pensum. Ich nutze es, wenn mir danach ist. Das schwankt irgendwo zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden am Tag.

Kannst du dich ruhigen Gewissens ausloggen oder treibt es dich dann doch wieder zum Rechner bzw. Smartphone?

Mich treibt es grundsätzlich wieder an den Computer, wenn ich einige Zeit offline war. Ein Strom- oder DSL-Ausfall ist für mich ein Worst Case (lacht).

Wie regelst du Fragen der Erfolgskontrolle? Welche Tools nutzt du?

Das macht mein Mann, der ein wahrer Statistik-Fanatiker ist. Der Hauptteil ist aber eine (Excel-)Tabelle, in der die täglichen Verkaufszahlen der einzelnen Kindle-Bücher eingetragen werden. Daran

kann man sehr schön erkennen, welche Aktion positive Auswirkungen hatte. Außerdem motiviert es ungeheuer, wenn man aktuelle Zahlen mit denen aus den Vormonaten vergleicht und feststellt, dass es deutlichen Zuwachs gegeben hat.

Bei den gedruckten Büchern bekomme ich vom Verlag die Verkaufszahlen. Allerdings wird da nicht täglich aktualisiert und somit ist eine direkte Verknüpfung mit Werbeaktionen nur bedingt möglich.

Was sollte man als Autor/in im Social Web unterlassen? Wo verortest du Risiken?

Eigentlich muss jeder selbst wissen, was er tut, oder wie weit er gehen kann. Ich trete im Social Web so auf, wie ich auch privat bin, und nutze die Plattformen nicht nur, um laufend für meine Bücher zu werben. Lieber unterhalte ich mich etwas länger mit meinen Followern und habe meinen Spaß dabei.

Ein absolutes No-Go ist allerdings, auf negative Kritik unsachlich zu reagieren. Und sei sie noch so unbegründet. Ein sachliches Statement dazu ist in Ordnung. Im Notfall sollte man besser gründlich schlucken, tief Luft holen und sich dann um etwas anderes kümmern. Es dauert eine ganze Zeit, bis man sich seine Social Media-Kontakte aufgebaut hat. Das Ganze durch ein unüberlegtes und unnötig emotionales Posting über den Haufen zu werfen und dadurch einen Shitstorm auszulösen, ist das Dümmste, was einem passieren kann. Als Paradebeispiel hierfür dient wohl ein gewisser John Asht, der Anfang des Jahres einer Bloggerin wegen einer schlechten Rezension drohte. Ich denke, jeder, der sich im Netz mit Büchern beschäftigt, wird sich noch an diese üble Geschichte erinnern …

Dünnhäutig sollte man in Netz wirklich nicht sein. Danke, Petra, für das Gespräch.

Wer mehr über Petra Röder erfahren möchte, findet die Autorin hier im Netz:

http://www.petra-roeder.com

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Petra Röder bei YouTube

Petra Röder bei Amazon

Petra Röder bei Lovelybooks

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Vorschläge, wer in der losen Interview-Reihe “Steglitz fragt … bei Autoren nach” auch zu Wort kommen könnte, nehme ich gerne entgegen. Mich interessiert: Wie gehen Autoren mit den Entwicklungen infolge der Digitalisierung um? Welche neuen Wege nutzen sie, wo sehen sie Chancen und Risiken?

Demnächst steht hier Nicole Sowade Rede und Antwort, die mit ihrem Roman „Miss Januar“ bei derneuebuchpreis.de dabei ist.