Steglitz stellt Kerstin Pistorius mit „Atalantes Historien“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass sich heute Kerstin Pistorius mit Atalantes Historien vorstellt, schlug Flatter Satz in seinem Beitrag hier auf SteglitzMind vor, der das Blog aus.gelesen pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Historikerin, die auch Archäologie studiert hat, so erklärt sich auch der Name meines Blogs. Da ich gerne über Gelesenes diskutiere, pflege ich seit langem den Austausch auf Literaturseiten im Internet.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Zunächst war ich im Diskussionsforum von Buchticket sehr aktiv. Diese Tauschbörse wurde leider zunehmend kommerzieller und mutierte schließlich zu Tauschticket. Auch die Diskussionen litten darunter und wurden für mich uninteressant. Da zudem mehrere Threads gelöscht wurden, unter anderem ein gemeinsames Leseprojekt zu Anna Karenina, wollte ich mir einen eigenen Literaturort schaffen. Seit April 2010 blogge ich auf Atalantes Historien. Ich verwende WordPress auf einer eigenen Domain. – Ein nettes Forum habe ich ebenfalls wieder gefunden, auf der Seite Die Leselust von Daniela Brezing.

Deine Themenschwerpunkte?

Ich lese vorwiegend deutsche Gegenwartsliteratur meist nicht mehr ganz so junger Autoren. Damit die Distanz zwischen gelesener und gelebter Erfahrung nicht so auseinanderklafft. Daneben berichte ich über die Lektüren eines Literaturkreises. Die entsprechenden Beiträge sind meine subjektiven Eindrücke, sie geben also nur bedingt die stattgefundenen Gespräche wieder. Der dritte Schwerpunkt liegt bei Proust. Aus einem Leseprojekt ist der Wunsch entstanden, alle Bände der Recherche zu lesen. Die einstigen Mitleser sind zwar perdu, aber ich lese weiter. – Außerdem schreibe ich regelmäßig zu Literaturereignissen wie dem Bachmann-Wettbewerb, Literatursendungen oder Preisen.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Kerstin Pistorius © Kerstin Pistorius

Kerstin Pistorius © Kerstin Pistorius

Die Marketing-Strategien der Buchbranche. Natürlich ist es mir bewusst, dass ich selbst daran teilnehme, wenn ich ein Rezensionsexemplar annehme, bei einer Aktion mitwirke oder eine Besprechung bei Amazon einstelle. Trotzdem wundere ich mich, wenn auf vielen bunten Seiten nicht viel mehr als Klappentexte abgetippt werden. Ob dies tatsächlich zum Erfolg führt?

Ebenso überrascht bin ich über Autoren, die in den sozialen Netzwerken nach potentiellen Jubelbloggern fischen. Verständlich mag es ja sein, aber auf mich wirkt es merkwürdig. Und wenn ich Literaturkritiken in den Feuilletons lese, frage ich mich manchmal, ob sie noch frei und unabhängig entstanden sind. – Vielleicht bin ich ein wenig misstrauisch geworden mit den Jahren?

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Ich twittere, schreibe im Forum von Die Leselust, vereinzelt poste ich Rezensionen bei Amazon, wenn mir ein Buch besonders gut gefällt und es dort noch keine oder nur negative Bewertungen gibt. Außerdem diskutiere ich gerne mit anderen Bloggern.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Zuviel Harmonie! Mir gefällt es, wenn ein Blogger seine eigene Meinung vertritt und auch kritische Gedanken zur Lektüre formuliert. Ich lese gerne mal einen schönen Verriss, wie er sich beispielsweise auf der Seite von Stephan Maus findet.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Bloggen mit WordPress bietet eine relativ einfache Technik, um ein Lesetagebuch zu führen und mit anderen in Kontakt zu treten. So wie Mara Giese und einige andere es hier bereits geschildert haben, stelle auch ich mir manchmal die Sinnfrage. Ich hoffe immer noch auf mehr Diskussionen. Kurioserweise gibt es Leser, die mir E-Mails zu den Beiträgen schreiben, aber nicht kommentieren wollen. Auch besteht mein Literaturkreis, über den ich auf der Seite berichte, eher aus Lesern denn aus Schreibern. – Umso mehr freue ich mich über die Kommentare, die trotzdem bei mir landen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Als ich mich in der Blogroll von Mara entdeckte und die Lesewelle mich mit einer ganzen Welle von Kommentaren überrollte, habe ich mich sehr gefreut. Ebenso als ich aufgrund einer Rezension vom Berlin Verlag das Angebot zur Auswahl von Leseexemplaren erhielt.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Das ist bisher, abgesehen von dem oben geschilderten Fall, erst wenige Male geschehen. Wenn mich eine spezielle Neuerscheinung interessiert, schreibe ich die Verlage an, in den meisten Fällen erhalte ich ein Exemplar. Allerdings fühle ich mich dann weder zu Lobhudelei aufgerufen, noch empfinde ich, wie Flatter Satz es in dem Gespräch mit dir formulierte, besondere Beißlust.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Zweimal habe ich bisher ein Buch in dieser Form gelesen. Es ist sicher eine nützliche Sache für unterwegs, aber für mich entbehrlich. Ich lese lieber altmodisch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

Einige Blogs, die ich gerne besuche, haben sich hier in deiner Interviewreihe ja bereits vorgestellt: So Bonaventura,  Buzzaldrins Bücher und aus.gelesen. Ebenso gerne lese ich die kreativen Beiträge der Lesewelle, die Rezensionen und literarischen Informationen auf der Lesemond, die ungeschönten, herrlich klaren Meinungen bei Buchrezension sowie die amüsanten Beiträge auf walk-the-line s. – Und: Als nächste Interviewpartnerin möchte ich Catarina mit ihrem Blog SchöneSeiten vorschlagen.

Herzlichen Dank, Kerstin. Und zudem: Viel Erfolg und Vergnügen beim Projekt des Berlin Verlages „Gordimer Lesen“ Blogger lesen gemeinsam Nadine Gordimers „Keine Zeit wie diese“, das du gemeinsam mit sechs bibliophilen Bloggern ab heute angehst. Einige von ihnen haben wir hier ja bereits etwas näher kennen gelernt.

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Zuletzt stellte Dieter Wunderlich vor, der seine Webseite Dieter Wunderlich: Buchtipps und Filmtipps seit zehn Jahren pflegt. Seine Wunsch-Interviewpartnerin ist Manuela Hofstätter mit mit ihrem Blog lesefieber.ch. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand, findet sich hier.

Steglitz stellt Flatter Satz mit „aus.gelesen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Flatter Satz mit aus.gelesen vor. Dass er hier zu Wort kommt, hat Mara Giese vorgeschlagen, als sie ihr Blog Buzzaldrins Bücher hier präsentierte.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Männlich, in der zweiten Hälfte der 50er Jahre, Leser und Bücherbegeisterter von Kindesbeinen an, studiert habe ich vor langen Jahren Chemie. Was Literatur angeht, bin ich also absoluter Laie…

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge seit einigen Jahren. Mein erster Blog (ich weiß, üblich ist das Blog, aber das geht mir einfach nicht über die Lippen…) war auf blog.de, ein Allerweltsblog ohne festes Thema. Seit über vier Jahren betreibe ich den Bücher- und Literaturblog aus.gelesen auf WordPress.com. Wie ich zu WordPress gekommen bin, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, aber offensichtlich gefiel mir die Plattform am besten, denn ich weiß noch, dass ich zwischenzeitlich auch andere Blogsysteme durchprobiert habe.

Deine Themenschwerpunkte …

Grundsätzlich lese ich außer Vampir-, Werwolf- und Fantasygeschichten eigentlich alles. Bedingt durch mein ehrenamtliches Engagement liegt ein Schwerpunkt sicher bei Büchern über Sterben, Tod und Trauer, ein Thema, das ja sonst in Bücherblogs eher weniger vorgestellt wird. Manchmal macht mir mein Gemischtwarenladen auch Angst und Bange, aber ich lese aus Spaß an der Freude und habe halt an vielen Themen Freude und Interesse.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das ist eine Frage, zu der ich nur wenig sagen kann, da ich da einfach nicht „drin“ stecke. Als Leser interessiert mich natürlich, ob sich irgendwann das E-Book am Markt auch bei den normalen Verlagspublikationen so durchsetzen wird, dass keine Printausgaben mehr erscheinen. Für mich wäre das ein großer Verlust, für die nachwachsende Generation wohl nicht: „Wofür brauchen wir Bücher, man kann doch alles am Rechner lesen…“, das habe ich gerade erst letzte Woche gehört….

Obwohl ich im Moment eher die Altbestände meiner eigenen Regale und damit ältere Bücher lese, bekomme ich über andere Blogs mit, dass es eine Menge junger deutscher AutorInnen gibt, die offensichtlich „gute“ Bücher schreiben. Sicherlich werde ich mich auch wieder in solche interessanten Neuausgaben einklinken, denn ich finde es wichtig, gerade junge AutorInnen zu unterstützen, sich im Dickicht aller Neuerscheinungen hervorzuheben. Und natürlich bin ich auch neugierig, wer sich letztlich in der Szene durchsetzen wird.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Über entsprechende Tweets und Facebook-Beiträge, wobei über Twitter kaum Resonanz kommt. Was Twitter angeht, ist mir sogar schon einmal gesagt worden, wer nur so auf seinen Blog hinweist, sei so etwas wie ein Schmarotzer… Da ich nur wenig in anderen Blogs kommentiere, bekomme ich über diese Schiene kaum Kontakte, andererseits ist mein Blog in vielen Linklisten vertreten. Die meisten Besucher kommen aber über Suchmaschinen auf aus.gelesen oder haben meinen Blog über Feed-Systeme abonniert. Bei Facebook hat sich inzwischen eine Gruppe von Bloggern/-innen (überwiegend sind dies ja Frauen) gefunden, die nett miteinander in Kontakt stehen und sich über ihre Besprechungen informieren.

Bücherblogger bei Facebook …

Ja, die sind da sehr aktiv. Zum Beispiel bei Bücher und Buchvorstellungen werden von uns die Besprechungen gepostet, sonst nix. Zwischen den Zeilen ist eine geschlossene Gruppe, in der auch ab und angeplaudert wird. Aber  überwiegend ist die Gruppe mit Büchern und Lesen befasst. Wer mitmachen will, muss sich anmelden. Und dann wird es im Dezember wieder die Jahresgruppe geben, in der jeder seine drei Highlights des abgelaufenen Jahres vorstellen kann.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Das ist eine gute Frage, aber das sollte jeder für sich selbst wissen. Ich persönlich versuche, alles zu vermeiden, was kränkt, diskriminiert oder gar beleidigt. Ein wichtiges Kriterium für mich ist auch, nur das zu schreiben, was ich auch im „realen“ Leben von Person zu Person vertreten würde. Ansonsten bin ich – um einen alten Blogfreund zu zitieren – auf meinem Blog der König.

In Reih und Glied © Flatter Satz

Schreibt man, um damit auch Besucher auf seinen Blog zu bekommen und Kontakte zu knüpfen, sollte man vermeiden, nur Klappentexte wieder zu geben. Ein Beitrag, eine Buchvorstellung sollte meiner Meinung nach eine persönliche Note haben, die aufs Weiterlesen neugierig macht.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Eigentlich keine. Rein technisch ist bloggen ein einfaches Unterfangen und so die Beiträge eine gewisse Qualität aufweisen, kommen auch Besucher auf den Blog. Das lässt sich z.B. über Facebookaktivitäten stark beschleunigen, ansonsten braucht man etwas Geduld. Bevor man mit bloggen anfängt, sollte man sich im Klaren darüber sein, für was und wen man bloggen will. Wobei ich auf dem Standpunkt stehe, dass man einen Bücherblog so führen sollte, als ob man ihn für sich schriebe. Also tatsächlich wie ein Tagebuch oder ein Leseprotokoll. Das gibt einem unendlich viel Freiheit beim Schreiben, da man – mit den genannten kleinen Einschränkungen, die eigentlich keine sind – auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen muss und so ein Blog mit eigenem Charakter heranwächst

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Obwohl ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich nicht einem Fake aufsaß, ist der lobende Kommentar von Herta Müller zu der Besprechung ihres Buches des sich verneigenden Königs für mich das Highlight meines Blogs. Überhaupt freue ich mich immer, wenn sich ein Autor bei mir meldet. Diesbezüglich es haben sich auch schon ein paar nette Kontakte entwickelt. Generell freue ich mich auch immer, wenn sich eine Diskussion über ein Buch entwickelt. Dass dies viel zu selten geschieht, liegt wohl auch daran, dass ich selbst wenig in anderen Blogs kommentiere.

Was mir auch ein sehr schönes Gefühl gibt, ist, dass mir unter all meinen Besprechungen vielleicht eine Handvoll gelungen ist, auf die ich richtig stolz bin, weil ich sie – gemessen an meinen eigenen Kriterien – für wirklich gut halte.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Wenn mir da nicht gerade ein Buch über Baustatik (auch das ist schon passiert) zum Rezensieren angeboten wird, sage ich normalerweise zu, mache aber gegebenfalls Einschränkungen, dass ich auf diesem Gebiet, z.B. bei Reiseliteratur, keine Erfahrung habe. Meist hat es sich damit dann schon erledigt….

Aktiv auf Verlage etc. mit der Bitte um Rezensionsexemplar zuzugehen vermeide ich, da ich schon bei diesen wenigen anderen Rezensionsexemplaren merke, dass ich nicht ganz frei bin im Kopf beim Schreiben, und wenn es nur um Formulierungen geht. Mara hatte dies in dem Gespräch mit dir hier ja auch schon angedeutet. Dieses „nicht frei sein“ kann übrigens auch in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen: man ist beim Schreiben besonders kritisch und mäkelig, was dem Autoren gegenüber natürlich auch ein wenig unfair ist…

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich möchte es so ausdrücken: Wenn alle Leser meiner Ansicht wären, wäre das E-Book auf dem Markt chancenlos. Ich bin kein E-Book-Leser, ich brauche das Haptische eines Buches, das Umblättern, das Gefühl, über Papier zu streichen, das Gewicht in der Hand, das leichte Ärgern, wenn ich die Schrumpffolie mal wieder nicht schnell genug herunterziehen kann. Ein Buch ist eben ein Buch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Das ist eine „schlimme“ Frage, denn natürlich gibt es viel mehr als fünf Bücherblogs, die ich empfehlen könnte. Aus dem oben schon erwähnten Facebook-Kreis der Blogger käme sicherlich jeder in Frage. Wohl möchte ich die Gelegenheit hier nutzen diesen Kreis ein wenig erweitern, indem ich hier auch auf andere Blogs hinweise, die ich immer wieder gerne und mit Gewinn besuche:

Da wären zum Beispiel der Themenblog Japanliteratur von Friederike, die Historien von Atalante, die Buchbesprechungen der frankophilen Durchleserin oder das Biblionomicon von Harald zu nennen. Und last not least will ich hier auf Veras Glasperlenspiel verweisen. Und jetzt muss ich noch einen Blog nennen, den ich mir als nächsten Interviewpartner wünsche? 🙂 Dann, wenn es sein muss, entscheide ich mich für Atalante und bin sehr gespannt …

Na, ganz so schlimm waren die Fragen ja nun doch nicht 🙂 Danke sehr, Flatter Satz, dass du dich ihnen gestellt hast.

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Zuletzt stellte sich in der losen Gesprächsreihe Selçuk Caydi vor, der sein Blog Konstantiniye notlari (Notizen aus Konstantinopel) meist von Istanbul und Izmit aus betreibt. Er würde es gerne sehen, wenn sich die Österreicherin Mareike Fallwickl hier präsentiert, die das Bücherwurmloch pflegt.

Steglitz stellt Christian Köllerer mit „Dr. Christian Köllerers Notizen“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Christian Köllerer vor, der Dr. Christian Köllerers Notizen meist von Wien aus betreibt. Er greift den Vorschlag von Petra Gust-Kazakos auf, die hinter Philea’s Blog steht. Sie hatte sich in unserem Gespräch gewünscht, dass Christian hier ebenfalls zu Wort kommen sollte.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Promovierter Literaturwissenschaftler & ”Philosoph”, Kulturpublizist, Skeptiker aus Wien / Reisender / Mobilfunk & Telekommunikation als Broterwerb.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Begonnen habe ich im April 2001 mit einer „normalen“ Webseite. Auf das Blogformat WordPress stieg ich erst im Januar 2009 um. Bis dahin war mein Selbstverständnis in erster Linie, ein Literaturprojekt im Internet zu betreiben. Viele Aspekte der Blogszene sind mir nach wie vor suspekt.

Deine Themenschwerpunkte …

Klassiker der Weltliteratur, Rezensionen aus dem Wiener Kulturleben, Reiseberichte.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wie die meisten finde ich die Entwicklung in Richtung E-Books interessant. Obwohl ich eine ansehnliche Bibliothek mit 5500 Büchern zuhause habe, lese ich vor allem unterwegs zunehmend auf meinen Kindle.

Was mich ferner verblüfft, ist, wie billig Bücher inzwischen geworden sind. In unserer Gesellschaft ist ja Wert immer mit dem Preis verknüpft. Wenn die besten Bücher der Geistesgeschichte für ein paar Cent zu haben sind, ist das einerseits bildungspolitisch erfreulich, andererseits ein deutliches Signal, welchen geringen Wert die Gesellschaft diesen Werken heutzutage beimisst.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Die Notizen gibt es seit mehr als 10 Jahren, weshalb ich viele regelmäßige Leser habe. Ansonsten schreibe ich auch für Zeitschriften, was ebenfalls den Bekanntheitsgrad fördert. Twitter, und in geringerem Maße Facebook sind ebenfalls wichtig.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Über Themen schreiben, von denen er nichts versteht.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Ich finde die technischen Hürden am lästigsten. Man muss entweder WordPress-Experte sein und braucht regelmäßig Unterstützung.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

…ist Anerkennung durch renommierte Medien, etwa wenn man von der NZZ lobend erwähnt wird, oder der ORF zum Interview bittet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich ignoriere viele dieser Anfragen. Wenn mich Bücher interessieren, lasse ich mir Rezensionsexemplare schicken. Die meisten bespreche ich dann auch.

Welche anderen Blogs empfiehlst du. Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Auch wenn ich mit ihm nicht immer übereinstimme: Einer der besten Literaturkenner im Netz ist zweifellos Marius Fränzel, der hinter Bonaventura steht.

Danke, Christian. Womöglich sollten wir noch kurz erläutern, warum dein Beitrag ohne Konterfei oder Illustration daherkommt …

Eine Illustration kann es schon deshalb nicht geben, weil mein Blog aus konzeptuellen Gründen völlig bildfrei ist.

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In der losen Interview-Reihe präsentierte sich zuletzt Mara Giese mit Buzzaldrins Bücher. Ihre Blog-Preziosen sind die Klappentexterin, Syn-ästhetisch, SchöneSeiten von Caterina, Ruth liest, Lesewelle von Buechermaniac und aus.gelesen von Flatter Satz, von dem sie sich wünscht, dass er hier in einem Interview zu Wort kommt.

Steglitz stellt Mara Giese mit „Buzzaldrins Bücher“ vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Heute stellt sich Mara Giese vor, deren Blog Buzzaldrins Bücher morgen einjähriges Jubiläum feiert. – Sie regt an, dass Flatter Satz, der das Blog aus.gelesen betreibt, hier à la longue zu Wort kommen sollte.

Dein Steckbrief in wenigen Stichworten …

Literaturbegeistert war ich schon immer, so dass ich schließlich schon beinahe zwangsläufig Literatur- und Kulturwissenschaft studiert habe. Meinen Master habe ich vor zwei Jahren mit einer Arbeit über den Schriftsteller Uwe Tellkamp abgeschlossen. Lesen und Literatur prägen mein Leben, durch meinen Blog habe ich entdeckt, dass es mir dazu auch noch sehr viel Spaß macht, über Gelesenen zu schreiben.

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge seit fast einem Jahr – am 9. September feiere ich mein Blogjubiläum. Schon vor meinem Blog war ich über mehrere Jahre in einem großen Buchforum aktiv, habe dann jedoch gemerkt, dass ich mehr Raum und Platz brauche, um über die Bücher zu schreiben, die ich lese. All dieses habe ich auf meinem Blog gefunden, der buzzaldrins.wordpress.com heißt. Ich habe mich schon immer Buzz Aldrin genannt, da ich vor ganz vielen Jahren mit großer Begeisterung das Buch „Buzz Aldrin, wo warst du in all dem Durcheinander“ von Johan Harstad gelesen habe. Seitdem verfolgt mich dieser Name.

Bei WordPress habe ich von Beginn an gebloggt. Warum kann ich leider gar nicht genau sagen. Es war der erste Anbieter, über den ich gestolpert bin, es ist kostenlos und leicht zu bedienen. Die Möglichkeiten, die man mit WordPress hat, haben mir sofort gefallen, so dass ich mich gar nicht mehr über Alternativen informiert habe.

Der Austausch ist dir beim Bloggen wichtig …

Buzz Aldrin mit Hund und Buch © Mara Giese

Total! Natürlich schreibe ich auch für mich selbst und um das Gelesene reflektieren zu können. Doch freue ich mich immer sehr über Rückmeldungen, Nachfragen oder auch Lob auf meinem Blog. In den ersten Monaten meines Blogdaseins hatte ich drei Besucher und keine Kommentare. Mittlerweile habe ich nicht mehr das Gefühl, in einen luftleeren Raum hineinzuschreiben und freue mich immer wieder sehr über Kommentare der „üblichen Verdächtigen“.

Deine Themenschwerpunkte …

Mein Themenschwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Literatur mit Anspruch. Im Moment liegt mein Schwerpunkt besonders auch auf deutschsprachiger Literatur.

Was treibt dich in der Literatur-, Kulturszene derzeit besonders um?

Seit einiger Zeit habe ich auf meinem Blog die neue Kategorie „5 Fragen an …“, in der ich junge, deutschsprachige, zeitgenössische Autor/innen interviewe. Diese aufkommende junge Generation fasziniert mich sehr und ich freue mich, wenn ich einigen jungen neuen Stimmen Deutschlands mit meinem Blog eine Plattform bieten kann.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Ich bewerbe sie auf Twitter und seit einiger Zeit auch auf Facebook, nachdem ich dem Gruppenzwang gefolgt bin und mich auch dort angemeldet habe.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Diese Frage ist für mich nicht pauschal zu beantworten. Ich habe es nach relativ kurzer Zeit geschafft durch einige unvorsichtige Äußerungen eine Welle der Entrüstung loszutreten und habe mir das damals sehr zu Herzen genommen. Seitdem versuche ich noch bewusster darauf zu achten, was ich schreibe und wie ich etwas ausdrücke. Vermeiden möchte ich jedoch, dass diese Rücksichtnahme so weit geht, dass ich mich irgendwann selbst zensiere.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Für mich war meine Anfangszeit auf jeden Fall eine große Hürde: keine Besucher, kein Interesse, kein Austausch. Da habe ich zwischenzeitlich schon überlegt, warum ich das eigentlich mache. Diese Unsicherheit bin ich auch jetzt immer noch nicht ganz losgeworden. Das Wichtigste für mich ist einfach, dass ich Spaß habe an dem, was ich tue.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger …

Die ersten Kommentare und positiven Rückmeldungen – darüber habe ich mich sehr gefreut.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

In diese Verlegenheit bin ich noch nicht häufig gekommen. Bücher, die mich nicht ansprechen oder interessieren, lehne ich höflichst ab. Vor einiger Zeit habe ich ein Rezensionsexemplar gelesen, was mir gar nicht gefallen hat. Da ist es mir dann in meiner Rezension doch schwer gefallen, Kritik zu formulieren.

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich habe zwar einen E-Book-Reader geschenkt bekommen, bin mit diesem bisher aber noch nicht wirklich warm geworden. Ich muss Bücher anfassen, riechen und in meinem Regal stehen sehen, um sie wirklich genießen zu können. Diese Stofflichkeit ist etwas sehr wichtiges für mich.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich lese gerne und viel Buch- und Literaturblogs, so dass es mir schwer fällt, mich auf lediglich fünf zu beschränken. Die Klappentexterin wurde bereits empfohlen, sonst hätte ich dies auf jeden Fall getan. Daneben fallen mir noch die Blogs Syn-ästhetisch, SchöneSeiten von Caterina, Ruth liest, Lesewelle von Buechermaniac und die großartigen und ausführlichen Besprechungen bei aus.gelesen von Flatter Satz ein. Ich würde mir wünschen, dass Flatter Satz hier in einem Interview zu Wort kommt.

Danke sehr, Mara. Und da morgen dein einjähriges Blog-Jubiläum ansteht: Weiterhin viel Freude und Erfolg als bloggende Buzz Aldrin!

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Zu Wort gekommen in der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“ sind bislang:

Petra Gust-Kazakos, die „Philea’s Blog“ seit September 2010 unterhält. Empfehlungen sprach sie u.a. für die Klappentexterin, Jüdische Lebenswelten, DruckSchrift, Strange Flowers, die Blogs von Petra van Cronenburg und den der Seitenspinnerinnen aus.

Sandra Matteotti mit ihren Blogs  Denkzeiten und Bücherwelten. Komplimente gingen von ihr an die Blogs Philosophisch leben, Zeitspiegel, Dr. Christian Köllerers Notizen und Buchkolumne.