Avantgarde oder Traditionalisten? Wie sich Buchhändler heute positionieren (Teil 3)

Nach immerhin 44 Beiträgen, die seit September 2013 im Rahmen der Gesprächsreihe SteglitzMind stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor zusammengekommen, schien die Zeit reif, etwas näher darzulegen, wie sich die befragten Sortimenter im Zuge der Digitalisierung aufstellen. Bewahrheiten sich Vorurteile, die vielfach kolportiert werden: Hinken sie den Entwicklungen hinterher? Ist ihnen das Netz fremd und Online-Shopping ein rotes Tuch? Haben Sie mit E-Books und Publikationen von Self Publishern nichts am Hut?

Ob und wie sich die Befragten im Netz engagieren und inwieweit E-Bücher bereits Einzug in ihre Läden gehalten haben, habe ich bereits dargelegt. Somit geht es heute im dritten Teil meines Resümees um die Frage:

  • Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Verneint wird die Frage selten. Lediglich acht von 44 Gesprächsteilnehmern denken nicht daran, Titel von Self Publishern feil zu bieten. Ein Buchhändler führte an, den Markt nicht zu überschauen – Hand auf’s Herz: wer tut das schon? Andere begründeten ihre Abwehr damit, dass man der Bücherschwemme auf dem Markt sowieso nicht Herr werden könne und deshalb auf die Selektion durch Gatekeeper angewiesen sei, die sich bewährt habe.

Anna Jeller ©  Jacqueline Godany

Anna Jeller © Jacqueline Godany

Nein. Verlage leisten sehr viel, egal ob Groß, Mittel oder Klein. Diese Filterfunktion benötige ich in dem schieren Überangebot von Büchern. Verlagsprogramme schaffen Identität und stehen für Qualität, jeder Verlag hat seinen eigenen Ausdruck. Meint Klaus Kowalke von der Buchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Eher nicht. Die Produktionen der Verlage sind ohnehin unübersichtlich genug. Sagt Anna Jeller von der Wiener Buchhandlung Anna Jeller

Mir reichen schon die Bücher, die mir von den Verlagen angeboten werden. So Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram in Ulm

Das Gros allerdings hat mit Self Publishern keine Berührungsängste. Wohl konnte ich mich bisweilen des Eindrucks nicht erwehren, dass man dabei vorrangig an Werke aus Independent Verlagen denkt, die im Buchmarkt ja durchaus ein gewisses Ansehen haben.

Das machen wir schon immer bei Pro qm. Im Eigenverlag herausgegebene Publikationen – aus dem In- und Ausland – in Form von Heften, Büchern, Zeitschriften, Platten, CDs und DVDs gehören bei uns zentral zum Sortiment, sofern sie sich thematisch mit unseren Fragestellungen überschneiden. Die Verwaltung ist  zugegebenermaßen etwas aufwändiger, aber manchmal kommen gerade die wertvollsten Kommentare zu einer Thematik aus den verwickeltsten Kanälen. Meint das Team von der Buchhandlung Pro qm in Berlin/Mitte

Maria Glusgold-Drews © privat

Maria Glusgold-Drews © privat

Ich biete sowieso schon Titel von Self Publishern an. Ich finde es enorm wichtig, eine Plattform zu haben, auf der man ausprobieren kann. Ich habe einige Titel am Lager, die in Kleinstauflagen produziert wurden und die durchaus auch verkauft werden. So Maria Glusgold-Drews vom Buchladen MaschaKascha – Schöne Bücher in Hannover

Ja – ich biete seit Beginn der Buchhandlung auch Publikationen von Self-Publishern an – diese können eine große Bereicherung sein, weil es viele besondere Publikationen gar nicht in einem Verlag gibt, sondern in sehr geringen Auflagen in Eigeninitiative erscheinen. Voraussetzung ist die qualitative Umsetzung des entsprechenden Themas. Sagt Lia Wolf von der Wiener Buchhandlung Lia Wolf

So Titel von Self Publishern ins Sortiment aufgenommen werden, dann im Kommissionsbezug. Chancen räumen die befragten Buchhändler am ehesten Titeln mit regionalen Bezügen und solchen Autoren ein, die im Umkreis der Buchhandlung leben und wirken. Ob die Bücher, die in Kommission genommen wurden, dann tatsächlich auch gekauft werden – das freilich steht auf einem anderen Blatt.

Beate Laufer-Johannis  © privat

Beate Laufer-Johannis © privat

Hm, ja, habe ich schon ab und zu gemacht. Es handelte sich dann um Autoren aus dem Ort. Da war es durchaus auch für andere interessant zu erfahren, was ihr Freund oder Nachbar zu sagen hatte. Auch wenn nicht immer die Qualität dem entsprach, was ich normalerweise empfehle. Es gibt aber immer wieder Überraschungen, eines dieser Bücher war sogar ein richtiger Renner. So Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus im sächsischen Tharandt

Einige Titel haben wir im Laden, diese sind allerdings sorgfältig ausgesucht. Ich muss von dem Buch wirklich überzeugt sein und die Chemie zum Autor muss stimmen. Es ist sehr unterschiedlich, wie diese Titel ankommen. Bücher mit einem regionalen Bezug verkaufen sich da noch am besten. Sagt Beate Laufer-Johannes von der der BücherInsel in Frauenaurach

Christian Röhrl © privat

Christian Röhrl © privat

Ich verkaufe ja auch seit 25 Jahren Bücher von Eigenverlegern. Es sind vor allem regional gute Titel dabei. Generell denke ich aber, dass es Sinn macht, vor einer Veröffentlichung jemanden zu haben, der das Ganze lektoriert, korrigiert, bewirbt, veröffentlicht und einen wirtschaftlich sinnvollen (gebündelten) Vertrieb ermöglicht. – Kurz ich bevorzuge Verlage. Meint Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Es kommt immer wieder vor, dass uns Eigenproduktionen angeboten werden, in der Regel von Menschen aus unserem näheren Buchhandlungsumfeld, sprich regionale Geschichten. Da bin ich immer offen und nehme sie in Kommission. Allerdings verkaufen sich solche Werke meist schlecht. Oft ist die sprachliche Qualität leider nicht besonders gut. Ein Lektorat/ Korrektorat ist sehr wichtig, das fehlt in der Regel. Sagt Trix Niederhauser aus der Schweiz von der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf/Emmental

lesende Buchhändlerin ©  Mila Becker

lesende Buchhändlerin © Mila Becker

Ich biete sie an. Allerdings nur, wenn sie mich wirklich überzeugen. Der Haken bei diesen ist, und ich höre schon den Aufschrei, man sieht es ihnen leider zu 90% an. Das Auge isst ja bekanntlich auch mit, und die meisten sehen vollkommen unprofessionell aus. Wenn man da dann nicht 100% hinter steht, liegen diese, wie in Blei gegossen. Meint Mila Becker von Mila Becker Buch & Präsent in Voerde

Gefragt ist Qualität, und zwar sowohl in inhaltlicher als auch in gestalterischer Hinsicht.

Es gibt kein grundsätzliches Argument dagegen – und keines dafür. Die beiden entscheidenden Argumente sind ausschließlich: 1. was  damit publiziert wird und 2. wie  es gemacht ist. So Clemens Bellut vom Heidelberger Buchladen Artes Liberales (diesen Beitrag könnt Ihr hier ab 6. März in Gänze lesen)

Warum denn nicht? Schließlich entscheidet die Qualität, die Form, der Inhalt. Wenn das stimmt, sehr gern. Sagt Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz in Dresden

Doch der Anforderungen an Form und Inhalt nicht genug. Qualität allein reicht nicht, um das Herz von Buchhändlern zu gewinnen! Self Publisher punkten bei ihnen vorrangig dann, wenn die Publikation gedruckt vorliegt und der Titel zum Sortiment der Buchhandlung passt. Wünschenswert ist außerdem, dass das Marketing stimmt. Da die Befragten unisono berichten, dass Titel von Self Publishern besonders beratungsintensiv sind, sollte man nicht mit (sachlichen!) Informationen geizen, die auf die Belange des Buchhandels zugeschnitten sind. Von Lobhudeleien und Marktschreierei sei dringend abgeraten. Gut beraten ist außerdem, wer sich gewisse Kenntnisse über die buchhändlerische Praxis aneignet. Und – last but not the least – potentielle Handelspartner lassen sich nur dann überzeugen, wenn die Rabatte stimmen. Und genau hier scheint noch manches im Argen zu liegen.

Frau Bergmann © Hedwig Bergmann

Martina Bergmann © Hedwig Bergmann

Ich verkaufe auch Bücher von Self Publishern – wenn sie mir gefallen und wenn die Einkaufsbedingungen marktfähig sind. Deshalb verkaufe ich meistens keine Bücher von Self Publishern. Meint Martina Bergmann von der Buchhandlung Frau Bergmann in Borgholzhausen

Gedruckte Exemplare, wenn sie denn gut sind, auf jeden Fall. So Lutz Heimhalt von der gleichnamigen Buchhandlung in Hamburg

Barbara Roth  © Iris Roth

Barbara Roth © Iris Roth

Grundsätzlich kann ich mir diese Entwicklung gut vorstellen. Wichtig wäre dabei, dass wir uns über diese Titel auch vorab informieren und die Kunden dazu beraten könnten. Wünscht sich Barbara Roth von der Offenburger Buchhandlung Roth

Warum nicht, wenn die Qualität stimmt. Allerdings scheitert es oft an dieser Voraussetzung. Unser örtlicher Bestseller wurde von einer Marketingfrau zusammen mit einem alten Verlagsprofi gemacht, da stimmte alles. Auch die Kalkulation mit Buchhandelsrabatten. Oft hat man statt dessen aber den Eindruck, dass einige Produzenten glauben, Buchhändlers ausreichender Lohn sei die Ehre, ihre Produkte zu handeln. Wird von uns erwartet, Eitelkeiten zu finanzieren? Sagt Gustav Förster von der Wein-Lese-Handlung Förster in Ganderkesee

Thomas Calliebe  ©  Thomas Calliebe

Thomas Calliebe © Thomas Calliebe

Wir führen selbstverständlich Titel von Autoren aus unserer Region, auch Self Publisher – allerdings hat das nichts mit Umsatz oder gar Gewinn zu tun. Diese Titel sind mangels Marketing sehr beratungsintensiv und zudem nur mäßig rabattiert. Auf den gesamten Buchmarkt bezogen vertraue ich auf Bücher aus eingeführten Verlagen, weil ich mir hier in Bezug auf Inhalt, Form und Gestaltung sicher sein kann. So Thomas Calliebe von der Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau

Unbeliebtes Thema Self-Publisher. Grundsätzlich habe ich keine Einwände – vorausgesetzt die (Text-)Qualität stimmt. Ja, liebe Self-Publisher, auch Druck, Schriftbild, Papierqualität, Covergestaltung… beeinflussen die Kaufentscheidung! In der Praxis gibt’s jedoch jede Menge Ärger: fehlende Einträge im VLB und oft auch via Internet schlecht oder gar nicht zu bibliografieren. Fehlerhafte Rechnungsstellung, unorthodoxe Liefermethoden, fehlendes Wissen der Usancen im Buchhandel, nicht zu reden von Rechtschreibfehlern im oft genug miserablen Text. Und ja, es ist ja schön, wenn der Autor von seinem Werk begeistert ist, aber wir wollen auch unsere Kunden im Laden bedienen und nicht so gerne umständlichen Inhaltsangaben am Telefon lauschen. Meint Rosemarie Reif-Ruppert von der Gostenhofer Buchhandlung in Nürnberg

Beate und Mischa Klemm © lesen und lesen lassen

Beate und Mischa Klemm © lesen und lesen lassen

Also in unserem Laden gibt es genau ein Buch eines Self Publishers. Super Cover, super Titel, ansprechender Klappentext, günstiger Preis, bei unserem Großhändler einfach zu beziehen. Aber diese Dinge treffen leider nur ganz selten zusammen. Und dann ist es ja so, dass wir zweimal im Jahr etwa fünfzig Kilo Verlagsvorschauen durchsehen, Leseexemplare testen, mit Verlagsvertretern sprechen, auswählen, aussortieren … Wenn man das geschafft hat, klickt man einfach nicht mehr auf den Link zu einem „ganz tollen“ Buch. Sorry. Sagen Beate und Mischa Klemm von der Berliner Buchhandlung lesen und lesen lassen

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Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt Ihr hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, der wird hier fündig

Zu guter Letzt: Die Aussagen von 44 Buchhändlerinnen und Buchhändlern sind ebensowenig repräsentativ wie das Resümee, das ich ziehe.

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Steglitz stellt Hilke-Gesa Bußmann mit ihrem gleichnamigen Blog vor

Buchaffine Blogbetreiber, die sich jeweils in Kurz-Interviews präsentieren, sprechen Blogempfehlungen aus, deren Betreiber wiederum eingeladen werden, sich den Fragen zu stellen. Das ist Ziel der losen Interview-Reihe „Steglitz stellt bibliophile Blogger vor“, deren Intentionen ich anderenorts detaillierter erläutert habe.

Dass wir Hilke-Gesa Bußmann mit ihrem gleichnamigen Blog näher kennenlernen sollten, hatte Jannis Plastargias vorgeschlagen, der schmerzwach pflegt.

Dein Steckbrief in Stichworten …

Ich liebe ja diese kleinen „Freundschaftsbücher“, die es früher immer gab, in denen man sich ein analoges Profil angelegt hat und alle immer die beliebtesten Schüler auf die erste Seite haben wollten. Ich imitiere das mal:

Name: Hilke-Gesa Bußmann

Geboren: 26.Januar 1990 – während Sturm Daria über Norddeutschland wütete und teilweise sogar für Stromausfälle verantwortlich war – aber zum Glück kennen wir in Norddeutschland auch Notstromgeneratoren.

Heimatort: Aurich – oder besser gesagt Moordorf, ein kleines Dorf im tiefsten Ostfriesland, ungefähr dreißig Kilometer von der Nordsee entfernt. Also quasi mit Blick auf Norderney und den anderen Inseln.

Wohnort: Im Moment Offenbach am Main, weil ich mein Studium in Frankfurt beende, aber möglicherweise ändert sich das zukünftig.

Ausbildung: Gymnasium Ulricianum Aurich, Abitur. Danach Studium an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Fachbereich Germanistik und Medienwissenschaft.

Traumjob: Was mit Digitalisierung. Was mit E-Books. Was mit innovativen Verlagen, die in die Zukunft denken und nicht nur trauern, sondern sich trauen nach vorne zu gehen. Und an dieser Stelle liegen die Worte trauern und trauen wirklich sehr nah beieinander.

Hilke-Gesa Bußmann © Hilke-Gesa Bußmann

Hilke-Gesa Bußmann © Hilke-Gesa Bußmann

Diesen ganzen Kram von wegen Lieblingsband (Flogging Molly – immer nur Flogging Molly (okay – und Nathen Maxwell, aber der ist Teil von Flogging Molly)), mein erster Moment mit Büchern (Struwwelpeter! Eindeutig der. Mit 4 Jahren konnte ich den auswendig rezitieren und meine unwissenden Großeltern hielten mich für ein Genie (aber meine Mutter hat es mir auch jeden Abend mindestens dreimal vorgelesen)), Lieblingssänger (habe ich doch schon gesagt, Nathen Maxwell! Na gut, Dave King und Bridget Regan sind auch lieblich), Lieblingsfächer (kurioser Weise tatsächlich nicht Deutsch sondern Latein und Geschichte – obwohl Latein in der Oberstufe und in meinem Leistungskurs dann irgendwann nicht mehr), Lieblingslehrer (Professor Dumbledore und natürlich Gandalf), Lieblingseis (Zitrone und Schokolade, bitte in diese Kombo) und Kaffee oder Tee (KAFFEE!) übergehe ich jetzt einfach. Es ist doch nicht wirklich von Interesse, oder? Vielleicht noch folgende Stichpunkte und dann sind auch schon die Seiten im Freundschaftsbuch voll:

Lieblingsbuch: Régis de Sá Moreira – Das geheime Leben der Bücher

Lieblingsautor: Ich kann nicht nur einen Autor mögen – ich bin Literaturwissenschaftlerin (zumindest meine eine Hälfte) – aber Tolkien, Ende, Zweig und Uwe Tellkamp stehen sehr nah beieinander.

Lieblingszitat: „Es gibt sehr viel Interessantes über die Eisberge zu erfahren“ Régis de Sá Moreira – Das geheime Leben der Bücher.

Motto: Literatur ist meine Leidenschaft

Seit wann, warum und wo bloggst du?

Ich blogge seit ungefähr 2011 auf verschiedenen Plattformen, aus verschiedenen Gründen und zu unterschiedlichen Themen. Begonnen habe ich mit einem Autorenblog auf einer kostenlosen WordPress-Seite, nachdem ich meinen Debüt-Roman „Lieb mich!“ im Herbst 2011 veröffentlicht hatte. Da ich es gerne seriös mag und unbedingt eine eigene Homepage haben wollte, stellte ich diesen kostenlosen Blog allerdings sehr schnell auf eine WordPressinstallation auf einem eigenen Server um. Seitdem blogge ich unter Hilke-Gesa Bußmann über meine Autorentätigkeiten, gebe Einblick in mein Schreiben, führe unterschiedliche Aktionen durch und versuche mich dort meinen Lesern vorzustellen. Dort kann man beispielsweise auch meinen momentanen Selbstversuch „Ein Jahr ohne Printbücher“ lesen und quasi hautnah mitbekommen wie leicht und gleichzeitig schwer es mir fällt, größtenteils auf das gedruckte Buch zu verzichten.

Für mein Haupt-Buchprojekt blogge ich auf Die Legenden der Weltentaucher. Obwohl ich zugeben muss, dass die Blogtätigkeit dort manchmal einschläft und oft nur mit den „neuesten“ Updates zum Buch bestückt sind. Ich versuche das zu ändern, aber leider fehlt oft die Zeit. – Ach und Zeit: Weil ich ja zu viel davon habe (nicht!), ich aber eigentlich schon immer einen Traum von einem informativen Blog hatte, bereite ich gerade den Blog Zukunft-Literatur vor, auf dem Neuigkeiten und Diskussionen rund um das Thema Zukunft der Literatur präsentiert werden sollen. Diesen Blog möchte ich nicht alleine führen – auf lange Sicht gesehen – sondern mit visionären Co-Autoren betreiben, die ebenfalls Spaß an einem Blick in die Zukunft haben.

Und irgendwann … Ja, irgendwann werde ich mich auch noch um einen Reiseblog kümmern. Zum Beispiel dann, wenn das Studium vorbei ist.

Deine Themenschwerpunkte …

Bücher. Literatur. Digitalisierung. E-Books. Geschichten. Storytelling. Buchbranche. Weltentaucher. Fantasy. Zukunft. Innovationen. Self-Publishing.

Was treibt dich in der Literaturszene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Das Self-Publishing. Ich mag das verlagsunabhängige Publizieren. Nicht, dass ich was gegen Verlage hätte oder ihnen den Tod prophezeie, ich empfinde es  – als junger und dynamischer Typ, der ich bin – nur als sehr angenehm, wenn sich in einem Betrieb, der quasi hunderte Jahre lang Tradition und Bestand hat, etwas verändert. Das klingt jetzt ziemlich kurios, aber: Ja – der Literaturbetrieb hat sich seit vielen Jahrzehnten nicht wirklich verändert. Vielleicht im Detail, vielleicht in einigen Abschnitten, aber immer war der Verlag die oberste Instanz. Die Möglichkeiten, die uns Unternehmen wie Amazon und Apple beispielsweise liefern (auch wenn sie natürlich in einigen Bereichen nicht moralisch handeln und den Literaturbetrieb ziemlich umkrempeln), sind grandios. Sie haben Vorteile, die wir nur akzeptieren müssen. Die wir nutzen müssen. Ich glaube in diesem Zusammenhang fest an ein Nebeneinander und nicht an ein Entweder-Oder.

Wie machst du dein Blog und deine Beiträge bekannt?

Soziale Netzwerke. Facebook, Twitter, ganz selten Xing, noch seltener Google+. Ich glaube, meine Leser sitzen auf Facebook, weil ich dort auch am aktivsten bin. Obwohl sich das möglicherweise auch mit der Zeit ändern könnte.

Was sollte ein Blogger besser sein lassen?

Ich mag es nicht, wenn Blogger immer nörgeln. Egal, ob es Autoren, Buchblogger oder sonst wer ist, der meint, sich in einem Blog verewigen zu müssen, was ich nicht mehr lesen kann sind Aussagen wie: „Ich bin nur auf dem Amazon-Rang 1234, ich möchte aber sooooo gerne unter die Top100, könnt ihr bitte mein Buch kaufen? *heul * * schluchz * + Link zu Amazon.“ Ich finde es gut, wenn man mit seinen Lesern kommuniziert, ich kann es aber nicht ausstehen, wenn man sie „bevormundet“. Für mein Verständnis ist das keine Autorenarbeit mehr, sondern Betteln um Anerkennung. Aber das machen nicht nur Autoren, sondern auch normale Blogger, normale Menschen, einfach alle, die irgendwie nicht weiterkommen. Ich würde da eher raten: Schaut euch an, wie ihr eure Blogs verändern und optimieren könnt, um mehr Leser zu erlangen.

Welche Hürden muss ein Blogger nehmen?

Für mich die allergrößte Hürde: Das regelmäßige Bloggen. Ich zähle mich selbst nicht zu den Bloggern, die „über alles“ bloggen. Mein(e) Blog(s) sind themenbezogen, d.h. es kann durchaus sein, dass ich mal eine Woche keine Themen finde, über die ich bloggen soll. Das soll nicht heißen, dass ich keine Lust habe, dass ich nichts zu sagen hätte … Ich möchte nur nicht „spamen“ und unnötige Dinge schreiben. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass meine Beiträge (oder die meisten zumindest) einen Mehrwert liefern und ein „Aha-Erlebnis“ hinterlassen. Dieses zu erzeugen ist wahrlich schwierig, aber irgendwie ist es das Resultat meines wissenschaftlichen Anspruchs.

Das soll nicht heißen, dass ich Blogger, die „über alles“ bloggen verachte. Ganz im Gegenteil, ich finde es sehr bemerkenswert, wenn man so etwas kann. Es hat etwas mit Authentizität zu tun: Ich möchte mich als die Person zeigen, die ich bin. Wenn jemand so persönlich offen ist, soll er das bitte zeigen. Ich charakterisiere mich eher als anders offen und liebe meine kritische Weise zu sehr, um sie gegen etwas „Aufgesetztes“ zu tauschen.

Dein schönstes Erlebnis als Blogger…

Reaktionen auf meine Blogposts. Auf der Buchmesse Menschen zu begegnen, die mich wiedererkannt haben und sich an meine Beiträge erinnert haben. Das hat mich unglaublich glücklich gemacht – vor allem habe ich es nicht erwartet.

Wie gehst du damit um, wenn dir Verlage, Agenturen oder Autoren Rezensionsexemplare anbieten?

Ich rezensiere nicht. Das mache ich jedem Autor, mit dem ich Umgang habe und jedem Verlag deutlich. Ich bin selbst Autor und somit kann ich nicht garantieren, dass ich neutral über andere Titel urteilen kann. Ich meine das nicht böse, nur empfinde ich meine Arbeit als Autorin wesentlich grundlegender als meine Arbeit als Rezensentin es jemals sein könnte und ich möchte vermeiden, dass Aussagen wie „Die schreibt ja nur Freundschaftsrezensionen“ oder im Gegenzug „Die macht ja nur alle nieder“ kommen.

Und wie würdest du damit umgehen, wenn dir Self-Publisher ihre Titel zur Rezension anbieten?

Da ich ja selbst Self-Publisherin bin und ich mir vorstellen kann, was ich machen würde, wenn ich rezensieren würde: Ich würde sie annehmen. Warum? Weil ich das Self-Publishing als sehr guten Parallelweg empfinde und ich die Autoren unterstützen würde. (Ich mache es ja jetzt auch, nur eben nicht auf Ebene von Rezensionen, sondern durch Vorstellungen, durch Beratungen usw.) Self-Publisher haben es im Vergleich zu Verlagen immer noch sehr viel schwerer, es ist aber keine schlechtere Literatur. Von daher möchte ich jeden bitten: Unterstützt die Self-Publisher, aber seit ehrlich und behandelt die Titel wie Verlagstitel!

Wie hältst du es mit dem E-Book?

Ich liebe E-Books. Für dieses Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, nur E-Books zu lesen. Okay: Nicht nur, um für meinen Studienabschluss zu lernen, habe ich mir erlaubt, auch Printbücher und Kopien zu benutzen, da es sehr viele Bücher einfach nicht digital gibt, aber privat und Belletristik lese ich ausschließlich E-Books. Ich habe mir hierfür zu meinem Apple iPad einen Kindle E-Reader zugelegt, der mich davon abhalten soll, nebenbei auf Facebook und so herumzugammeln. Das ist bei eInk-Readern halt einfach wesentlich weniger der Fall (oder eher gar nicht) als bei Tablet-PCs. Ich habe mich zudem wissenschaftlich sehr ausführlich mit dem Thema E-Books beschäftigt und denke, dass gerade die Verbindung aus Multimedialität und Literatur die Zukunft sein könnte. Natürlich wird es die – ich nenne sie „klassischen E-Books“ – Adaptionen eines analogen Textes ins Digitale noch geben, aber die multimediale Varianten, die werden überzeugen und haben mich schon überzeugt.

Und, um auf meinen Selbstversuch zurückzukommen: Bisher vermisse ich Printbücher nicht. Ich lese sogar mehr im Vergleich zum Vorjahr. Warum: Weil ich anfange, nicht mehr mit dem Smartphone auf sozialen Netzwerken zu chatten, sondern in der Zeit, z.B. beim Warten auf der Bahn, lese.

Welche anderen Blogs empfiehlst du (max. 5). Und welcher bibliophile Blogger sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Ich empfehle insbesondere Blogger wie Jannis Plastargias (schmerzwach) und beispielsweise Steffen Meier (Meier-meint). Blogs wie ihre sind einfach unterhaltsam und gleichzeitig informativ. Aber ich denke, beide haben hier schon einmal vorsprechen dürfen? Ich möchte Euch auch noch Buchblogger Christina Mettge mit Pudelmützen Bücherwelten und Melanie Döring mit bookrecession ans Herz legen – beide sind in meinen Augen sehr wichtig in der Bloggerwelt!

Danke vielmals, Hilke. Ich freue mich sehr, dass du der Gesprächsreihe zu einem Revival verhilfst…

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Zuletzt stellte sich die Mützenfalterin mit muetzenfalterin vor. Ihre Wunsch-Interviewpartnerin war Réka Kinces mit ihrem Blog Hausdrachen. – Eine Übersicht, wer bereits alles Rede und Antwort stand und welche Blogs in den jeweiligen Gesprächen empfohlen wurden, findet sich hier

„Die Zeit des Einzelhandels ist vorbei.“ – SteglitzMind stellt Lutz Heimhalt von der Buchhandlung Lutz Heimhalt vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Heute lernen wir Lutz Heimhalt etwas näher kennen, dessen gleichnamige Buchhandlung in Hamburg zu finden ist. Herrn Heimhalt habe ich gebeten, hier mitzutun. Neben der Arbeit im Buchladen widmet er sich Vintage Postkarten, die restauriert und nachgedruckt werden. Die historischen Reprints, darunter auch einige rund um das Thema Bücher und Frauen, kann man in ausgewählten Buchhandlungen und Online erwerben.

Eine Skizze vom Laden…

Lutz Heimhalt mit Ehefrau Natalia Banakh © Lutz Heimhalt

Lutz Heimhalt mit Ehefrau Natalia Banakh © Lutz Heimhalt

Unsere Buchhandlung ist eine Stadtteilbuchhandlung in Hamburg Fuhlsbüttel. Die Buchhandlung habe ich 1975 noch während meiner Ausbildung mit 600.- DM Eigenkapital von meinem Ausbilder übernommen. Da war ich gerade 21 Jahre alt…

Wir und unsere Kunden empfinden unsere Buchhandlung als gemütlich, das liegt nicht nur an unserem offenen Kamin im Laden. – Schwerpunkt ? Unsere Kunden sollen zufrieden, mit einem guten Buch und einem Lächeln im Gesicht, den Laden wieder verlassen.

Warum sind Sie Buchhändler geworden?

Ganz einfach, weil wir Bücherwürmer sind !

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Nein. Leider ist meiner Meinung nach die Zeit des Einzelhandels insgesamt vorbei. Das große Geschäft macht heute schon fast allein Amazon.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

(lacht) Viel, früher konnten wir mit unseren Kunden zahllose Zigaretten im Laden rauchen, ohne dass es jemanden gestört hätte. Das ist natürlich vorbei. Auch politische Diskussionen im Laden sind sehr viel weniger geworden. Und natürlich hat der Computer, dann das Internet unseren Betrieb auf den Kopf gestellt.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

der Buchladen © Lutz Heimhalt

der Buchladen © Lutz Heimhalt

Die Devise ‚Buchhandel go online‘ ist meiner Meinung nach eher eine Durchhalteparole. Gegen den großen Anbieter können wir online nicht konkurrieren. Nur offline ! Und darauf sollten wir uns alle besinnen!

Ok, eine selbstgestrickte Website haben wir, aber keinen Onlineshop für Bücher, und auch keine E-Books. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, so habe ich das mal gelernt, und so halte ich es auch. Wir konkurrieren gegen den Onlinehandel mit uns selbst. Und das klappt bisher recht gut, obwohl natürlich die Umsätze der 80er Jahre bei uns nicht mehr erreicht werden. Das hat nicht nur bei uns natürlich leider Arbeitsplätze gekostet.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Schlimm wäre es, wenn mehrere Geschäfte in der Straße schließen würden, weiterhin Parkplätze rückgebaut werden. Damit verliert dann der Kiez seine Attraktivität. Und dann natürlich die übermächtige Amazon-Krake.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

E-Book? Kaufen die Menschen im Netz, nicht im Buchhandel. Bei uns gibt es Bücher, die schön gestaltet sind, die riechen, die man anfassen und ansehen kann. Wenn sie dann doch nicht gefallen, kann man sie verkaufen, verschenken oder in den Kamin werfen. Versuchen Sie das mit einem E-Book!

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Gedruckte Exemplare, wenn sie denn gut sind, auf jeden Fall.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

deutlich zu lesen © Lutz Heimhalt

deutlich zu lesen © Lutz Heimhalt

Leidenschaft. Fachwissen, ein nettes Gespräch nebenbei. Wie ich oben schrieb: Der Kunde soll den Laden mit einem Lächeln verlassen.

Wir beschaffen auch vergriffene Bücher. Und, wie bei uns deutlich zu lesen ist: Was Amazon liefern kann, können auch wir liefern. Genau so schnell und zum gleichen Preis. Versprochen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

Den gleichen Rabatt, den Amazon auch bekommt, nette Vertreterbesuche und ganz wichtig: sinnlich gestaltete schöne Bücher, die man einfach anfassen muss. Dann gibt es auch kein Problem mehr mit den E-Books.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Wir sind nicht Mitglied dieses Vereins. Aber ich würde mir z.B. wünschen, dass dieser Verein zukünftig eine glücklichere Hand bei der Auswahl seiner Werbeagenturen hat.

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Wir drehen hier bei uns gerade einen kleinen Film. Es ist schwieriger, als wir zunächst dachten, aber wir werden das schaffen. Mehr wollen wir noch nicht verraten.

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Weil es hier noch Menschen gibt, mit denen man nicht nur über Bücher reden kann, man immer wieder beim Stöbern hochinteressante Bücher findet, die man sonst nie entdeckt hätte.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Einfach alle! Jede Buchhandlung hat ihr eigenes persönliches Flair und Gesicht.

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Eine Übersicht, wer bislang Rede und Antwort stand, findet sich hier und zu allen empfohlenen Buchhandlungen geht es hier.

Im Entstehen ist ein Resümee der Gesprächsreihe. Teil 1 “Avantgarde oder Traditionalisten. Wie sich Buchhändler aufstellen” kann man hier nachlesen und den zweiten Teil (Wie sie es mit dem E-Book halten) dort.

Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt man hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, wird hier fündig

Avantgarde oder Traditionalisten? Wie sich Buchhändler heute positionieren (Teil 2)

Dass der stationäre Buchhandel den Entwicklungen infolge der Digitalisierung hinterherhinkt. Dass Buchhändler mit dem E-Book und Publikationen von Self Publishern nichts am Hut hätten. Dass ihnen das Netz fremd und Online-Shopping ein rotes Tuch ist. Alles Vorurteile?

Könnte man meinen, so man sich näher mit den 43 Beiträgen beschäftigt, die ab September 2013 im Rahmen der Gesprächsreihe“ SteglitzMind stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” zusammengekommen sind. In den kommenden Wochen werde ich hier zusammenfassen, wie sich die Gesprächspartner unter den heutigen Bedingungen positionieren. Nachdem der erste Teil meines Resümees darlegte, was sich im beruflichen Alltag verändert hat und wie sich die Befragten online aufstellen, geht es heute mit dieser Frage weiter:

  • Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Zwar sind E-Books und E-Reader bei Sortimentern nicht sonderlich beliebt, ihren Einzug in die Buchhandlungen haben sie inzwischen dennoch gehalten.

Wir bieten E-Books über die Homepage und jetzt auch im Laden an, da gibt es keine Berührungsängste. Papier ist uns freilich weitaus lieber und welches digitale Buch kann in Sachen Attraktivität und Sinnlichkeit etwa mit einer leinengebundenen, fadengehefteten Dünndruckausgabe mithalten? Eben dies (und den daraus resultierenden höheren Preis) müssen wir allerdings vermitteln, ohne dabei das E-Book zu brandmarken. Argumentiert Thomas Bleitner von der Hamburger Buchhandlung Lüders

Obwohl die Liebe der befragten Buchhändler uneingeschränkt dem gedruckten Buch gehört, bieten 36 der 43 Gesprächsteilnehmer E-Books an. Und zwar nicht nur im jeweiligen Online-Shop. Einige präsentieren sie auch im Buchladen, bei anderen sind außerdem E-Book-Cards erhältlich.

Der harte Kopierschutz, Schwierigkeiten beim technischen Support oder mangelnde Nachfrage seitens der Kundschaft– das sind einige Argumente dafür, warum E-Books und Lesegeräten wenig Begeisterung entgegengebracht wird. Durchweg für Unmut sorgen allerdings die geringen Gewinnspannen bei den Readern und die schlechten Provisionen, die bei den Downloads von elektronischer Lektüre gewährt werden.

Brigitte Gode  © privat

Brigitte Gode © privat

Nun, ich betreibe eine Buchhandlung, kein Elektronik-Fachgeschäft. Ich bin nicht bereit, meine Energie in etwas zu investieren, von dem wir genau wissen, dass es uns nie ein wirtschaftliches Auskommen sichern wird. Was haben wir davon, wenn wir uns mühsam die technischen Kenntnisse unterschiedlicher Reader aneignen, um dann mit einer lächerlich geringen Gewinnspanne alle paar Monate einen Reader zu verkaufen? In der Liga derjenigen, die mit diesem Geschäft Gewinne machen, können wir Kleinen nicht mitspielen. Nachdem sich die Tolino Verhandlungen des Börsenvereins zerschlagen haben, sehe ich kaum noch Chancen in diesem Geschäft nennenswert mitzumischen. Ich sehe unsere Aufgabe darin, den elektronischen Content zur Verfügung zu stellen. Wir bieten in unserem Web-Shop die Möglichkeit E-Books herunterzuladen. Wir klären unsere Kunden auch darüber auf. Die Diskussionen um Amazon haben dazu geführt, dass verstärkt nach alternativen Download-Möglichkeiten gefragt wird. So Brigitte Gode von der Gollenstein Buchhandlung in Blieskastel

Susanne Martin © Silvie Brucklacher

Susanne Martin © Silvie Brucklacher

Wir haben von Anfang an E-Reader im Sortiment gehabt und offensiv verkauft. Das ist auch heute noch so. Allerdings merken wir, dass es für uns als stationäres Sortiment schwierig ist, ein adäquates Angebot zu machen: Der harte Kopierschutz, mit dem die meisten Bücher belegt sind, macht die Ladevorgänge kompliziert und viele KundInnen sind damit überfordert. Als kleine Buchhandlung ist es schwierig für uns, den technischen Support zu bieten, der notwendig wäre und den größere Buchhandlungen leisten können. Dazu kommen immer wieder neue Geräte in relativ kurzen Intervallen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Und diesem erheblichen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand, den ich durchaus als notwendige Investition sehe, stehen miserable Provisionen aus den Downloads entgegen. Ich sehe die Zukunft in diesem Bereich für das kleine und mittlere Sortiment eher schwierig. Meint Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen

Die Hoffnung, sich vom Geschäft mit elektronischen Büchern à la longue eine Scheibe abschneiden zu können, teilen die Befragten jedenfalls nicht.

E-Books können bei uns bestellt werden, die Anzahl der Verkäufe ist jedoch absolut marginal. Und ich denke, das bleibt auch so, denn meiner Meinung nach werden E-Books und stationärer Buchhandel nie wirklich zusammen finden. So Torsten Meinicke vom Hamburger Buchladen Osterstraße

Hannah und Nina © die Buchkönigin

Hannah und Nina © die Buchkönigin

Auch das E-Book wird es dem klassischen Buchhandel in der Zukunft schwer machen. Es ist wahrscheinlich eine Illusion zu glauben, dass Buchhandlungen an diesem Geschäft partizipieren können. Die meisten Menschen werden sich ihre E-Books direkt aus dem Internet ziehen und nicht den Weg über eine Buchhandlung nehmen. Sagen Hannah Wiesehöfer und Nina Wehner von der Berliner Buchhandlung Die Buchkönigin

Bleibt zu fragen, warum sich Buchhändler das überhaupt antun, ein beratungsintensives Produkt zu verkaufen, das im Laden kaum nachgefragt wird und zudem wenig in die Kasse bringt? Weil sie den Servicegedanken hoch halten und zukunftsfähig bleiben wollen.

Simone Dalbert © privat

Simone Dalbert © privat

Wir verkaufen E-Books sowohl im Online-Shop als auch direkt im Laden, dort gibt es auch die E-Book Cards und natürlich E-Book Reader. Auch wenn wir damit weniger Rohertrag erwirtschaften, wegen der höheren Mehrwertsteuer von 19% und der geringeren Rabatte, ist es ein Service, den wir unseren Kunden anbieten möchten. Wer gerne E-Books lesen möchte, sollte die auch bei uns bekommen können, nicht nur bei Amazon. Denn wer dort seine E-Books kauft, kauft schnell auch die gedruckten Bücher dort und ist für uns ein verlorener Kunde. Meint Simone Dalbert von der Buchhandlung Schöningh in Würzburg

Ich habe welche da, ich berate auch intensiv, ich benutze seit Jahren eine Maschine. Was das Finanzielle angeht, halte ich das alles für mehr als fragwürdig. Für mich stellte sich nur die Alternative: Mitmachen und zeigen, dass wir das auch haben/können, oder gleich die Kunden weiterschicken. Allerdings werden die Downloadwege an uns und vielen anderen Buchhandlung vorbeiziehen, was ja schon der Fall ist. So Samy Wiltschek von der Ulmer Kulturbuchhandlung Jastram

Diejenigen, die ausschließlich auf das gedruckte Buch setzen, argumentieren vorrangig mit der besseren Handelsspanne. Andere wiederum können den Verkauf von E-Books schlechterdings nicht mit ihrem Selbstverständnis vereinbaren:

Ok, eine selbstgestrickte Website haben wir, aber keinen Onlineshop für Bücher, und auch keine E-Books. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“, so habe ich das mal gelernt, und so halte ich es auch. Argumentiert Lutz Heimhalt von der gleichnamigen Buchhandlung in Hamburg

Buchhandlung Lessing und Kompanie © Lessing und Kompanie

Buchhandlung Lessing und Kompanie © Lessing und Kompanie

Wir setzen auf „Buch pur“:  „Buch Pur“ meint: kein Webshop, kein E-Book-Verkauf (obwohl über die Barsortimente möglich), kein Non-Book-Firlefanz, kein Geschenkkram, lediglich Postkarten, DVDs und Hörbücher, ggfs. Spiele. Dafür Bücher, gute Bücher, Bücher die wertvoll sind, Bücher die gut aussehen, Bücher die wichtig sind, Bücher die lehrreich sind, Bücher die Spaß machen, Bücher, Bücher, Bücher aber kein vordergründiger Mainstream und Boulevard, nein, richtige Bücher. Was, das klingt „Ewig gestrig“? Nun, vielleicht ist es ja das Alleinstellungsmerkmal der Zukunft? Meint Klaus Kowalke von der Buchhandlung Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

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In der kommenden Woche geht es mit der Frage weiter, ob Titel von Self Publishern auch eine Option sind. Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt Ihr hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, der wird hier fündig

Zu guter Letzt: Die Aussagen von 43 Buchhändlerinnen und Buchhändlern sind ebensowenig repräsentativ wie die Resümees, die ich daraus ziehe…

„Macht mehr Werbung für das Buch!“ – SteglitzMind stellt Barbara Roth von der „Buchhandlung Roth“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Heute erfahren wir etwas mehr über die Offenburger Buchhandlung Roth, die Barbara Roth in vierter Generation führt. Vorgeschlagen hatte das Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung in Stuttgart/Vaihingen. Ich freue mich sehr, dass Barbara Roth der Einladung gefolgt ist.

Eine Skizze vom Laden…

Unsere Buchhandlung ist fast 400 qm groß auf zwei Etagen und liegt mitten im Herzen von Offenburg, einer Stadt mit knapp 60.000 Einwohnern in der idyllischen Ortenau zwischen Freiburg und Karlsruhe gelegen. Das Rothe Team umfasst 23 Köpfe, betriebswirtschaftlich sind wir 12,5 Personen. – „Roth ist die Liebe zum Buch.“ – Die Liebe zum Buch wird bereits in der vierten Generation der Familie gelebt: 1897 gründete mein Urgroßvater Gustav Roth die damalige „Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung Gustav Roth“ in Offenburg. 1996 habe ich die Buchhandlung von meiner Mutter übernommen.

Barbara Roth  © Iris Roth

Barbara Roth © Iris Rothe

Als unabhängige Sortimentsbuchhandlung und als traditionelles mittelständisches Familienunternehmen ist das Ziel der Buchhandlung Roth: Wir begeistern die Menschen für das Buch und für das Lesen! Dies gelingt uns mit unserem Buch-Angebot, unserer „Buchhandlung zum Wohlfühlen“, fachkundiger Beratung und unseren Veranstaltungen. Hierbei gehen wir gerne auch ungewöhnliche und überraschende Wege (wie zum Beispiel mit unserer Jubiläums-Aktion 2008)! – Voraussetzung für unser Wirken ist dabei erfolgreiches und gewinnbringendes Wirtschaften.

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Warum sind Sie Buchhändlerin geworden?

Das ist ein wunderbarer Beruf für mich, der mir unglaublich großen Spaß macht! Ich habe mit Menschen zu tun, bin im kaufmännischen Bereich tätig und liebe Bücher – eine geniale Kombination, die mich bis heute absolut begeistert und glücklich macht. Mit den Inhalten der Bücher sind wir stets „am Puls der Zeit“ und so bleibt das Buchhandeln für mich unendlich abwechslungsreich und interessant.

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Ja, das würde ich, denn ich liebe diesen Beruf nach wie vor.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Die EDV-technische Seite hat sehr zugenommen: vieles habe ich nur noch als Datei, nicht mehr auf Papier (z.B. die elektronische Archivierung!); ebenso muss ich viel mehr technisches Wissen haben zu den elektronischen Geräten (Readern) und dem Umgang sowie dem Verkauf von E-Books.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben seit 13 Jahren eine eigene Homepage, die wir immer wieder aktiv bewerben und den Kunden vorstellen. Dazu gibt es etliche Werbe-Maßnahmen (Lesezeichen, Plakate, Service-Karten, Flyer, Schilder am Schaufenster, Banner, etc.), die auf unsere Homepage als auch auf den Verkauf und die Beratung von Readern und E-Books hinweisen. Mit Aktionstagen rund um das elektronische Lesen wollen wir die Kunden informieren, begeistern und natürlich darauf aufmerksam machen, dass wir ihr Partner für das Buch sind – egal ob auf Papier oder anderen Medien! Auf Facebook sind wir seit drei Jahren und bieten dort nette Unterhaltung. Unser Veranstaltungskalender gibt es selbstverständlich auch per Newsletter.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Das veränderte Kaufverhalten der Kunden: Wie wird die Mehrzahl der Kunden zukünftig einkaufen? Nur noch elektronisch oder auch noch vor Ort? Das Bewusstsein der Kunden: Schaffen wir es, den regionalen Bezug zu erhalten, so dass der Kunde auf unserer Homepage einkaufen will? Oder glaubt der Kunde nur an Amazon? Aktuell für Offenburg ist Mitte Dezember die Entscheidung für ein innenstadtnahes Einkaufs-Center gefallen, welches in vier Jahren fertig gestellt werden soll. Wie wird sich dann unsere Innenstadt entwickeln? Was wird mit unserer Stadt passieren?

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Wir verkaufen E-Books sowohl über unsere Homepage als auch in der Buchhandlung. Im Geschäft bezahlt der Kunde bar und bekommt den Download-Link per email nach Hause geschickt. Eine sichere Sache!

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Grundsätzlich kann ich mir diese Entwicklung gut vorstellen. Wichtig wäre dabei, dass wir uns über diese Titel auch vorab informieren und die Kunden dazu beraten könnten.

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

Buchhandlung Roth  © Iris Roth

Buchhandlung Roth © Iris Rothe

Mit viel Begeisterung! Mit kompetenter Beratung und außergewöhnlichem Service. Mit einem durchgängigen, markanten (in unserem Falle ROTHEN) Marketing. Mit einer ausgezeichneten Vernetzung in der Stadt. Mit einem über viele Jahrzehnte gewachsenem Veranstaltungsprogramm, mit dem wir die Kunden immer wieder überraschen. Mit dem Halten und Steigern der eigenen Qualitätsmerkmale. Mit einem großartigem Team. Mit dem Leben der Firmenphilosophie. Mit Aufmerksamkeit für Veränderungen und Bedürfnissen. Mit schnellem Umsetzen von beobachteten Trends. Mit einer „Wohlfühlbuchhandlung“.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

  1. Dass die Verlage zu uns Buchhandlungen als Partner 100% stehen und somit alle Geschäfte über den Buchhandel abgewickelt werden (und nicht die arbeitsintensiven abgeben, die leicht zu händelnden und lukrativen jedoch direkt über Verlag-Kunde laufen…)
  2. Dass die Verlage uns auf Ihre Homepages verlinken und listen und nicht als erstes (und meist auch noch ausschließlich) Amazon als Bezugsquelle anführen.
  3. Dass die Verlage auf das Einschweißen der Bücher verzichten und bei besonderen Büchern, z.B. Bildbände, diese in ein durchscheinendes Schutzpapier geben.

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

Macht noch viel mehr Werbung für das Buch & das Lesen – in allen Formen!!! Bespielt dabei verschiedene Kanäle! Bietet mehr lokale Aktionen an, die dann individuell von den Buchhandlungen genutzt und ergänzt werden können…

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Durch die Veränderungen auch auf Seiten der Verlage wird es für unbekannte Autoren und kleinere Verlage sehr schwierig, bekannt und erfolgreich zu werden. Daher wünsche ich mir, dass die Literatur nicht untergeht und wir Buchhändler weiterhin den Lesern besondere Bücher anbieten und verkaufen können!

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Weil sie dort eine sehr gute Beratung (und Auswahlhilfen) sowie einen außergewöhnlichen Service erhalten. Um persönliche Kontakte zu haben, sich mit anderen zu treffen, ins Gespräch kommen. Um sich inspirieren zu lassen und Neues zu entdecken. Um Bücher anschauen und be-greifen zu können. Um Aktionen, Veranstaltungen, Autoren etc. zu erleben.

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächsreihe möglichst auch zu Wort kommen?

Irmgard Clausen, Buchhandlung Riemann in Coburg; Christoph Greuter, Buch Greuter in Singen; Peter Peterknecht, Buchhandlung Peterknecht in Erfurt.

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Eine Übersicht, wer bislang Rede und Antwort stand, findet sich hier und zu allen empfohlenen Buchhandlungen geht es hier.

Im Entstehen ist ein Resümee der Gesprächsreihe. Teil 1 „Avantgarde oder Traditionalisten. Wie sich Buchhändler aufstellen“ kann man hier nachlesen. Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt man hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, wird hier fündig

Avantgarde oder Traditionalisten? Wie sich Buchhändler aufstellen (I)

Kolportiert wird so manches: Dass der stationäre Buchhandel den Entwicklungen infolge der Digitalisierung hinterherhinkt. Dass Buchhändler mit dem E-Book und Publikationen von Self Publishern nichts am Hut hätten. Dass ihnen das Netz fremd und Online-Shopping ein rotes Tuch ist. Vorurteile?

Haltlose Behauptungen! Das gilt jedenfalls für den Fall, wenn man sich mit den 43 Beiträgen näher beschäftigt, die ab September 2013 im Rahmen der Gesprächsreihe“ SteglitzMind stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” zusammengekommen sind. In den kommenden Wochen werde ich hier zusammenfassen, wie sich die Gesprächspartner unter den heutigen Bedingungen positionieren. Der erste Teil meines Resümees bezieht sich auf die beiden Fragen:

  • Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?
  • Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Unisono berichten die 43 Gesprächspartner, dass die Entwicklungen den Alltag in der Buchhandlung erheblich verändert haben. Verwaltungsaufwand und Arbeitstempo haben zugenommen; die Freizeit wurde beschnitten. Gefragt sind mehr Medienkompetenz und viel mehr technisches Know-how als in früheren Jahren. Mit dem Internet und vor allem dem Angebot, Einkäufe per Mausklick im Netz bequem zu erledigen, sind die Serviceansprüche an den Buchhandel gestiegen. Elektronisches Bibliographieren und Warenwirtschaftssysteme haben die Arbeit einerseits zwar erleichtert, andererseits stellen die Errungenschaften auch neue Anforderungen an die Händler. Dank Internet wissen die Kunden heute besser Bescheid, womit der Informationsvorsprung des Buchhändlers geschrumpft ist. Kurzum: Ein Buchhändler muss heute schneller reagieren, besser informiert, gut vernetzt und möglichst allseits präsent sein.

Thomas Bleitner © Buchhandlung Lüders

Thomas Bleitner © Buchhandlung Lüders

Natürlich ist die Welt digitaler geworden und sie wird’s weiter. Sich einerseits darauf einzustellen und mitzuziehen, andererseits aber eben den Gegenpol zu bilden, den man zu Recht von uns erwartet, das ist eine so spannende wie knifflige Herausforderung. Konkret und auf den beruflichen Alltag bezogen bedeutet dies, per Mail, Homepage, Newsletter, Internetverkaufsplattform und sozialen Netzwerken stets ebenso präsent zu sein, wie „vor Ort“ im Laden, leibhaftig, in Fleisch und Blut und Ruhe ausstrahlend. Da kommt es schon mal vor, dass man fünf Dinge gleichzeitig erledigen muss, das war vor ein paar Jahren noch nicht so extrem. So Thomas Bleitner von der Hamburger Buchhandlung Lüders

Der Informationsvorsprung des Buchhändlers – seine wichtige Währung – ist massiv geschrumpft. Kunden wissen über Dinge, die sie interessieren oft genauso gut, wenn nicht noch besser Bescheid, als das Fachpersonal. Allerdings hat sich unsere Arbeit gerade durch das Internet deutlich vereinfacht. Wenn die Angaben auch nur einigermaßen stimmen, finde ich durch Google jedes Buch, die Datenbanken sind komfortabel und wenn – wie grade erst passiert – die Telekom Schwierigkeiten macht, dann kann ich auch bequem von daheim aus recherchieren und meine Bestellungen aufgeben. Das sagt Nicole Jünger vom Buchladen am Neuen Markt in Meckenheim

Beate und Mischa Klemm © lesen und lesen lassen

Beate und Mischa Klemm © lesen und lesen lassen

Da ist zum einen der technische Hintergrund. Wir haben mit Buchlaufkarten und viel Bauchgefühl begonnen, arbeiten jedoch seit mittlerweile einigen Jahren mit Warenwirtschaftssystemen. Sie erleichtern die Arbeit wesentlich, stellen aber auch ihre ganz eigenen Anforderungen. Was sich auch verändert hat, ist der Grad an Aktualität, den ein Sortiment haben muss, denn parallel dazu sind die Kunden wesentlich informierter als früher. Meinen Beate und Mischa Klemm von der Berliner Buchhandlung lesen und lesen lassen

Allerdings sind es nicht allein die Folgen der Digitalisierung, mit denen Buchhändler heute klar kommen müssen. Auch die Veränderungen in der Branche und die Titelflut machen ihnen zu schaffen.

Die Branche hat sich verändert, in unserer Buchhandlung hat sich in den letzten fünf Jahren nicht allzu viel verändert. Wir arbeiten an unseren Qualitätsvorstellungen einer „perfekten“ Literaturhandlung…  So Klaus Kowalke von Lessing und Kompanie Literatur e. V. in Chemnitz

Gustav Förster © privat

Gustav Förster © privat

Gleichzeitig hat die Aufblähung des Angebots nicht unbedingt eine Qualitätssteigerung mit sich gebracht, sondern eher eine Vielfalt austauschbarer Produkte. In vielen Verlagen haben offensichtlich BWLer und Controller, die versuchen, die Welt per Excel zu gestalten, mehr zu sagen als Verleger und Lektoren. Allerdings ist die Wirklichkeit nicht Excel-kompatibel, sondern eher anarchistisch. Manchmal drängt sich der Eindruck auf, es gäbe irgendwo eine Instanz, die sagt „Ihr könnt verkaufen, soviel wie ihr wollt. Wir drucken mehr“. Oder bezogen auf Verlage „Ihr könnt drucken, soviel wie ihr wollt. Wir schreiben mehr“. Meint Gustav Förster von der Wein-Lese-Handlung Förster in Ganderkesee

Dass die Befragten allesamt im Netz zu finden sind, verwundert wenig, da ich ausdrücklich darum gebeten hatte, solche Buchhandlungen für ein Gespräch vorzuschlagen, die online präsent sind. Fast alle verfügen über einen Web-Auftritt, in die ein Shop eingebunden ist. Vielfach wird berichtet, dass der Online-Shop in jüngerer Zeit zunehmende Frequenz erfährt. Parallel dazu machen einige Gesprächspartner die Erfahrung, dass die Online-Bestellungen im Laden abgeholt werden. – Wenn sie versenden, dann versandkostenfrei. Geklagt wird bisweilen darüber, wie viel Mühe es macht, den Kunden die eigene Webpräsenz nebst Online-Shop schmackhaft zu machen. Hier nehmen einige den Börsenverein für den deutschen Buchhandel in die Pflicht, dessen Aufgabe es wäre, diesbezüglich Aufklärungsarbeit zu leisten.

Wir haben seit dem ersten Tag einen Online-Shop, wie bei den meisten Kollegen, es ist allerdings tastsächlich schwierig, diesen in die Köpfe der Kunden zu bekommen. Die Kollegen vom großen Fluss haben es da wirklich geschafft, allgegenwärtig zu sein. Sagt John Cohen von der Hamburger Buchhandlung cohen + dobernigg

Brigitte Gode  © privat

Brigitte Gode © privat

Wir betreiben einen Online-Shop über unser Barsortiment und bewerben diesen auch. Wir verzeichnen zunehmende Frequenz über diesen Bestellweg, sowohl von Stammkunden, die die Bequemlichkeit zu schätzen wissen, als auch von Neukunden, die wir dann sehen, wenn sie ihre Bücher abholen. Wir machen die Erfahrung, dass die Online-Kunden selten den Versandweg wählen, sondern ihre Bestellung in der Buchhandlung abholen. Ein Zeichen dafür, dass der persönliche Kontakt nach wie vor geschätzt wird. Wenn wir die Stimme gegen Amazon erheben, müssen wir etwas entgegensetzen. Deshalb sollte heute jeder Buchhändler diese Bestellmöglichkeit anbieten. Meint Brigitte Gode von der Gollenstein Buchhandlung in Blieskastel

Gegen die Möglichkeit, Bücher online zu verkaufen, spricht sich Lutz Heimhalt von der gleichnamigen Buchhandlung in Hamburg aus: „Die Devise ‚Buchhandel go online‘ ist meiner Meinung nach eher eine Durchhalteparole. Gegen den großen Anbieter können wir online nicht konkurrieren. Nur offline ! Und darauf sollten wir uns alle besinnen!“

Anna Jeller ©  Jacqueline Godany

Anna Jeller © Jacqueline Godany

Persönlich gestaltete Internetseiten mit eigenen Webshop-Lösungen sind bei den 43 Gesprächsteilnehmern eher die Ausnahme. Obwohl sie keine individuellen Profile abbilden und für meinen Geschmack auch wenig Lust auf’s Stöbern oder gar einen Besuch der betreffenden Buchhandlung machen, dominieren Fertigprodukte, die die Barsortimente mitsamt Warenkörben zur Verfügung stellen. Kritisch sieht das Anna Jeller von der Wiener Buchhandlung Anna Jeller: „Webshoplösungen kommen für uns nicht in Frage. Zu teuer, zu unschön, zu unpassend für unser Sortiment.

Annaluise Erler © Julius Erler

Annaluise Erler © Julius Erler

Hoch im Kurs steht bei den 43 Gesprächspartnern Facebook; immerhin 33 von ihnen sind dort präsent. Einige betreiben neben der Fanpage auch ein eigenes Profil. Freilich pflegen nicht alle ihre Accounts aktiv. Die Gefolgschaft ist beim Gros überschaubar. Geschätzt wird der schnelle und unkomplizierte Austausch, den das soziale Netzwerk ermöglicht. Gerne als Instrument genutzt wird die Plattform zudem, um Veranstaltungen anzukündigen. Diese Funktion erfüllen ebenfalls die Newsletter, die einige der Befragten regelmäßig an Kunden und Interessierte verschicken. – Dass sich über das soziale Netzwerk Bücher verkaufen ließen, mit diesem Glauben räumt Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus in Tharandt allerdings auf: „Seit rund zwei Jahren habe ich auch noch einen Facebook-Account, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zwar habe ich noch kein Buch über Facebook verkauft, wie auch? Aber hier bildet sich eine ganz andere, frische Kundschaft heraus. Für mich ist es immer wieder überraschend, wer da so ‚vorbeischaut‘ und Kommentare abgibt. Ich denke, diese Art der Kommunikation ist wichtig für uns Einzelhändler, aber wir müssen auch etwas bieten.“

lest Bücher nicht T-Shirts  © Samy Wiltschek

Samy Wiltschek © Samy Wiltschek

Twitter nutzen acht, Google+ und Pinterest spielen hingegen so gut wie keine Rolle. Vier Buchhändler, die SteglitzMind Rede und Antwort standen, bloggen. Einige spielen mit dem Gedanken, diese Präsentationsmöglichkeit für ihre Buchhandlung zu nutzen; wohl schreckt sie noch der Aufwand ab. Blogs zu verschiedenen Themenfeldern unterhalten Samy Wiltschek von der Kulturbuchhandlung Jastram und Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung, die im Übrigen als einzige auch bei Google+ und Pinterest aktiv ist.

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Generell gilt: Trotz allem Engagement im Netz – das Gespräch mit den Kunden im Laden hat bei allen Befragten absolute Priorität.

Ich kümmere mich zu 5% um Online und zu 95% um meine Kunden im Laden. Die Kunden sollen im Laden erleben, dass das was anderes ist, als am PC zu hocken. Sagt Christian Röhrl von der Buchhandlung Bücherwurm in Regensburg

Lia Wolf  © Oskar Schmidt

Lia Wolf © Oskar Schmidt

Und so ist der Internetauftritt die Ergänzung zum Laden. Natürlich sehen wir unsere Kunden lieber im Laden, kommen mit ihnen ins Gespräch, beraten sie. Meint  Gaby Kellner von Barbaras Bücherstube in Moosburg

Wir haben seit Ende der 90er Jahre eine Website und bieten Bücher auch online an. Ebenso nützen wir Facebook als Plattform. Aber am spaßigsten bleibt es immer noch im vis à vis ein Buch zu verkaufen. So Lia Wolf von der Wiener Buchhandlung Lia Wolf

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In der kommenden Woche geht es mit der Frage weiter, welchen Stellenwert das E-Book bei den befragten Buchhändlern und Buchhändlerinnen hat. Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt Ihr hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, der wird hier fündig

Zu guter Letzt: Die Aussagen von 43 Buchhändlerinnen und Buchhändlern sind ebensowenig repräsentativ wie die Resümees, die ich daraus ziehe…

„Die Rabattierung ist allerdings zum Wimmern!“ – SteglitzMind stellt Sabine und Ute Gartmann mit „die schatulle“ vor

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Wie halten sie es mit dem E-Book und wären Titel von Self Publishern für sie eine Option? Diese u.a. Aspekte will die Gesprächsreihe “Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor” beleuchten, in der Interviewpartner in loser Folge standardisierte Fragen beantworten.

Welche Buchmenschen und Buchhandlungen wir zukünftig etwas näher kennenlernen, schlagen zum einen jene vor, die mir Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus freue ich mich auf Empfehlungen von Euch, wer hier ebenfalls zu Wort kommen sollte. Und, bitte sehr, vermerkt Eure Vorschläge hier (nebst Link zur Buchhandlung); und nicht etwa auf diversen anderen Kanälen im Social Web. Danke sehr! Im Übrigen freue ich mich auch über Gastbeiträge: Was habt Ihr in Buchhandlungen erlebt? Woran denkt Ihr gerne zurück, was ist Euch aufgestoßen?

Heute lernen wir Sabine und Ute Gartmann ein wenig näher kennen, die in Osterholz-Scharmbek die schatulle betreiben. Vorgeschlagen hatte das Torsten Meinicke vom Hamburger Buchladen Osterstraße und ich freue mich sehr, dass die Geschwister die Einladung angenommen haben.

Eine Skizze vom Laden…

Ursprüngliche Gründung war September 1979, wir beide sind seit 1987/1990 dabei. Wir sind immer in dergleichen Straße geblieben (hoch und runtergezogen) – jetzt haben wir seit zehn Jahren 100qm, Schwerpunkt ist Kinder- und Jugendbuch und Belletristik.

Warum sind Sie Buchhändlerinnen geworden?

Geschwister Gartmann  © Jürgen Heuser

Geschwister Gartmann © Jürgen Heuser

Eine von uns ist in den Stellenstopp für LehrerInnen gerasselt, die andere hat gleich eine brotlose Kunst studiert (Sozialwissenschaften) – und da gab’s die Chance, in den Buchladen unserer dritten Schwester einzusteigen: ein horizontaler Familienbetrieb und das mit Lesen verbunden klang perfekt!

Würden Sie sich unter heutigen Bedingungen abermals für diesen Beruf entscheiden?

Jein – den Beruf selber finden wir immer noch klasse, zumindest in einem kleinen Laden mit selbstständiger Form der Arbeit (alle können alles machen), die Rahmenbedingungen gerade auch in Kleinstädten werden allerdings immer schwieriger – Stichwort verkaufsoffene Sonntage, Moonlightshopping – neue Ideen, die sich schnell erschöpfen.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in Ihrem beruflichen Alltag verändert?

Zum Glück mehr Urlaub, veränderte Erwartungen von Kunden, die „schon mal im Internet geguckt“ haben – nur leider auf den unmöglichsten Seiten … Um zu bestehen sind immer mehr und neue Ideen notwendig – das ist zum Teil anstrengend, macht den Job aber auch interessanter.

Die Devise heißt ja: Buchhandel go online! Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Wir haben seit geraumer Zeit eine Homepage mit Online Shop, die wir im Laden auf’s unterschiedlichste bewerben … speziell bei miesem Wetter und in Stresszeiten (Weihnachten) gibt’s viele Bestellungen. Unsere Kunden finden’s gut, online zu bestellen und dann die Möglichkeit der Abholung zu haben. – Präsent sind wir zudem bei Facebook.

Das Sterben der Buchläden ist allgegenwärtig. Wo verorten Sie für Ihre Buchhandlung die größten Gefahren?

Eine Katastrophe wäre ein Aufheben der Ladenpreisbindung! Zur Zeit profitieren wir – sind seit drei Monaten Monopolisten, nachdem sich ursprünglich zu Höchstzeiten fünf Buchhandlungen in der Stadt tummelten.

Wie halten Sie es mit dem E-Book?

Bei Fahrrad- und Wanderurlauben finden wir’s auch selbst praktisch – unseren Kunden gefällt, dass man bei uns bar bezahlt, der Link nach Hause geschickt wird und ökonomische Daten nicht im Internet herumgeistern. Die Rabattierung ist allerdings zum Wimmern!

Wäre das eine Option für Sie, auch Titel von Self Publishern anzubieten?

Aus der Region tun wir das bereits – alles andere wäre für uns zu unübersichtlich – außerdem halten wir die Arbeit von Verlagen für sinnvoll!

Wie verkauft man heutzutage Bücher?

die schatulle  © privat

die schatulle © privat

Neben Lesungen, Büchertischen, Buchvorstellungen.. machen wir eine Veranstaltungsreihe schatulle 31 – am jeweils 31. des Monats machen wir etwas, was uns Spaß macht, das kann mal ein Waldspaziergang sein, mal eine Exkursion zu den Kranichen, aber auch mit Kollegen aus anderen Branchen ein Rosenfest, eine Schnapslesung zum 33.Geburtstag. Die Resonanz bei unseren Kunden ist gut.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, die Ihnen Verlage erfüllen… Welche wären das?

  • Einkaufswege mit uns als Kunden abzusprechen: wir arbeiten gern mit fitten Vertretern, haben keine Lust auf „Telefonbetreuung“
  • „Zwangspraktika“ – Lektoren arbeiten einen Tag in einer Kleinstadt/Vorstadtbuchhandlung; Buchhändler in einer Verlagsabteilung
  • eine längere Frist zwischen Hardcover- und Taschenbuch-Ausgaben – minimum eineinhalb Jahre, um gutgehende Titel auch besser und länger verkaufen zu können vs. Schnelllebigkeit

Und was würden Sie sich vom Börsenverein für den deutschen Buchhandel wünschen?

  • Kampf um den gebundenen Ladenpreis
  • Umbau der MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels)

Was treibt Sie in der literarischen Szene, dem Literaturbetrieb derzeit besonders um?

Der Spagat zwischen Anspruch und Verkäuflichkeit…

Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen?

Es riecht gut, es sind nette Menschen vor und hinter dem Tresen, mit Chance entstehen interessante Gespräche und last but not least – jede Menge schöner Bücher zum Anschauen/Lesen/Grabbeln

Welche anderen Buchhandlungen empfehlen Sie? Und wer sollte in dieser Gesprächs-Reihe möglichst auch zu Wort kommen?

Claudia und/oder Erich Kleene aus der Bücherinsel Dieburg

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Eine Übersicht, wer bislang Rede und Antwort stand, findet sich hier und zu allen empfohlenen Buchhandlungen geht es hier. Zum “Best of: Warum sollten Kunden in eine Buchhandlung gehen” gelangt Ihr hier. Und falls sich wer die Frage stellen sollte, einmal Buchhändler, immer Buchhändler?, wird hier fündig